Franz Niemand - Die Verschwörung

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Die Kurzgeschichten handeln von existenziellen Themen wie Liebe, Wahn, Vergänglichgkeit. und dem Konflikt zwischen Fantasie und Realität. Das romantisch Übersteigerte und Übertriebene in ihnen ist fast. immer mit einer gewissen satirischen Distanz geschrieben.

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Als er sich wieder draußen auf dem rege belebten Mehringdamm befand, erschien ihm die Welt vollkommen verändert. Alles glänzte und glitzerte im Sonnenlicht. Verse flossen ihm beim Gehen zu, die er begeistert deklamierte: „Ha, wie durchwirbelt Lust mich neu! Die Schwermut entflieht, vorbei ist die Scheu! Froh hüpf ich wieder, werd nimmer müd! Oh Welt, lass dich küssen, da Liebe mir blüht!“ Die Passanten starrten ihn befremdet an. „Ach, ihr versteht mich nicht, ihr armen Sterblichen!“, rief er so laut, dass sie einen großen Bogen um ihn machten. Dann befiel ihn die fixe Idee, seiner Aphrodite jetzt sofort rote Rosen zu schenken. Er kaufte in einem Blumenladen dreißig rote Rosen, eilte zur Zahnarztpraxis zurück und stürzte an der verdutzten Sprechstundenhilfe und den wie Kühe glotzenden Wartenden vorbei in den Behandlungsraum, wo seine Aphrodite gerade mit einem Patienten beschäftigt war. Strunk fiel vor ihr auf die Knie und streckte ihr den Rosenstrauß entgegen. Frau Herzberg rutschte vor Schreck der Bohrer im Mund des Patienten ab, der vor Schmerz aufschrie und vom Behandlungsstuhl sprang. Davon unbeirrt, begann Strunk mit wild aufgerissenen Augen Francois Villon zu rezitieren: „Ich bin so wild nach deinem Erdbeermund, ich schrie mir schon die Lungen wund nach deinem weißen Leib, du Weib...“ Weiter kam er nicht, denn die junge Zahnarzthelferin gab ihm beherzt eine Backpfeife, um ihn aus seinem Wahnsinn zu wecken. Doch Strunk war nicht mehr zu bremsen und bestürmte die Anwesenden: „Kommt, lasst uns der Liebeslust frönen! Das Zeitalter der Liebe ist angebrochen!“ In Blitzeseile zog er sich nackt aus und sein bisher unwertestes Teil, das ihm jetzt nicht mehr peinlich war, ragte von seinem kleinen Körper grotesk weit in den Raum. „Von wo ist der denn ausgebrochen?“, fragte der Patient mit schmerzverzerrtem Gesicht, wobei nicht ganz klar war, ob er den ganzen Strunk oder nur dessen monströses Teil meinte. Frau Herzbergs Schock war in Ärger umgeschlagen und sie schnauzte Strunk an: „Jetzt reicht es aber, Herr Strunk! Ziehen Sie sich sofort wieder an und gehen Sie nach Hause, am besten gleich unter die kalte Dusche!“

Strunk aber, der bereits im Plural liebte, lief nackt mit hin und her schwingendem Schwengel auf den Mehringdamm hinaus und predigte zur gesamten Menschheit: „Liebet euch, meine Brüder und Schwestern! Zieht euch nackt aus und liebet euch!“ Immer mehr Passanten blieben stehen und schauten ihm teils belustigt, teils kopfschüttelnd zu. Ein verwirrter junger Mann: „Ist das Jesus?“ Eine mehrfach gepiercte Punkerin: „Wenn das Jesus ist, bin ich die Jungfrau Maria!“ Eine ältere Dame fühlte sich von Strunks Predigt ergriffen und zog sich tatsächlich aus, zwar nicht ganz, aber immerhin bis auf ihre erstaunlich gewagten Dessous. Daraufhin begannen einige Zuschauer zu überlegen, ob sie ihrem Beispiel folgen sollten. Vielleicht war das ja irgend so eine verrückte neue Fernsehshow mit versteckter Kamera, und sie kämen ins Fernsehen, wenn sie sich auch ausziehen würden. Doch bevor es dazu kommen konnte, griff die von irgendeinem Feind der Liebe alarmierte Polizei ein. Ein Polizeiauto kam angesaust und bremste quietschend. Zwei kurzgeschorene Polizisten mit Sonnenbrillen sprangen raus, verhafteten Strunk und zerrten den sich mit Händen und Füßen Wehrenden in ihren Wagen. Der verwirrte junge Mann: „Kreuzigen die ihn?“ Die Punkerin: „Nee, das dürfen die heute nicht mehr.“ Die ältere Dame zog sich sichtlich enttäuscht wieder an. Die Menge der Gaffer zerstreute sich. Strunk wurde auf ein Polizeirevier gebracht und nach Hinzuziehung eines Amtsarztes und der Zustimmung eines Richters zwangsweise in die Psychiatrie eingeliefert. Dort verabreichte man ihm Antipsychotika mit dämpfender und schlafanregender Wirkung, was jedoch seine Verwandlung von einem Sterblichen in einen Unsterblichen nicht mehr aufhalten konnte. In der Psychiatrie kam ihm die ungeheuerliche Erkenntnis, selber ein Gott zu sein. Allerdings, und das war der springende Punkt, konnte er nur nackt ein Gott sein, auf keinen Fall aber bekleidet. Da ihm jedoch bewusst war, dass ihn die Ärzte nicht verstehen würden, erzählte er das keinem und verhielt sich ruhig und unauffällig, sodass er nach ein paar Wochen wieder entlassen wurde, selbstverständlich korrekt bekleidet.

Ein paar Tage später suchte er wieder die Zahnarztpraxis Herzberg auf, diesmal unangemeldet. Kurz, bevor er die Praxis betrat, zog er sich nackt aus. Er wollte von vornherein als Gott in Erscheinung treten und seine Mitgöttin Aphrodite von der einer Göttin unwürdigen Arbeit als Zahnklempnerin befreien. Er wollte sie in seine Wohnung mitnehmen und malte sich aus, wie glücklich sie sein würde, endlich in ebenbürtige, göttliche Gesellschaft zu kommen. „Oh nein! Bitte nicht schon wieder d e r!“, stöhnte die Sprechstundenhilfe auf, als die Tür zur Praxis aufging und zuerst ein riesiger, erigierter Penis erschien, dem etwas später dessen kleiner, schmächtiger Besitzer mit Augen wie glühende Kohlen folgte. Sie alarmierte sofort die Polizei. Was dann folgte, wird man sich denken können. Es ist ja heutzutage leider so, dass die Sterblichen einen unter ihnen weilenden Gott, der sich als solcher zu erkennen gibt, in die Klapsmühle sperren.

Die Vernissage

Es war ein Freitagabend Ende März 1998. Der junge Wiener Dichter Franz Gerstl stand vor der „Galerie Mai“ in Berlin-Mitte und zitterte vor Erregung. Nach zwei unendlich langen Jahren würde er Anna wiedersehen. Sie wusste nichts von seinem Kommen. Er kam unangekündigt. In den zwei Jahren hatte er an kaum etwas anderes denken können als an jene Dezembernacht in Wien, in der Anna und er sich den Wonnen einer Liebe hingegeben hatten, die eigentlich nicht sein durfte. Kurze danach ist Anna nach Berlin gezogen, da ihr diese Liebe unlebbar erschien und sie eine Katastrophe befürchtete. Beim Abschied vereinbarten sie, einander so lange aus dem Weg zu gehen, bis das Feuer der Liebe in ihnen erloschen war und sie zueinander wie Bruder und Schwester sein konnten. Nach Annas Abreise verwilderte Franz zusehends und trank zu oft und zu viel Alkohol. Seine Gedichte quollen über von Schmerz und Sehnsucht. Er schrieb, als befände er sich im freien Fall in einen bodenlosen Abgrund. Nach einem Jahr totaler Funkstille erhielt er endlich einen Brief von Anna, der sein Leiden aber noch verschlimmerte. Sie teilte ihm mit, in Berlin den bekannten Maler Friedrich Metzger kennen gelernt zu haben und seit kurzem mit ihm zusammenzuleben. Franz schrieb ihr zurück, er verstehe nicht, dass sie sich auf einen Mann einlasse, der vom Alter her ihr Großvater sein könnte. Er unterstellte Metzger, sie nur als Frischzellenkur für sich zu benutzen und ihr den Saft der Jugend auszusaugen. Danach schrieben sie sich regelmäßig Briefe. In ihrem letzten Brief hatte Anna eine bevorstehende Ausstellung von Metzger in der renommierten „Galerie Mai“ in Berlin erwähnt. Metzger will Aktbilder ausstellen, für die sie Modell gestanden hat. Nun hielt es Franz nicht mehr länger aus ohne sie. Er musste sie wiedersehen, auch wenn das gegen ihre Vereinbarung verstieß, denn unvermindert brannte in ihm das Feuer der Liebe zu ihr, das nicht erlöschen wollte. Also fuhr er nach Berlin zur Vernissage von Metzger.

Die „Galerie Mai“ war brechend voll. Im Mittelpunkt des Gedränges standen Friedrich Metzger und die Galeristin Luise Mai. Sie begrüßten die Gäste und tauschten mit ihnen Höflichkeitsfloskeln aus: „Schön, dass Sie gekommen sind!“, „Danke! Wir freuen uns auf die Ausstellung!“, usw. Der über sechzigjährige Metzger war ein stämmiger Mann mit faltigem Gesicht, langem grauen Haar, übergroßen Füßen und schwieligen Händen wie ein Bauarbeiter. Die kleine, schlanke Luise Mai war etwa so alt wie Metzger, verriet aber nicht ihr genaues Alter. Von ihrem Aussehen her konnte man sie gut und gerne für mindestens zehn Jahre jünger halten. Mit Metzger verband sie ein geradezu triebhaftes Streben nach Ruhm und Erfolg sowie eine Vorliebe für junge, frische Körper. Sie hielt sich junge, unbekannte Künstler als Geliebte, die hofften, über den Weg durch ihr Bett auf dem Kunstmarkt groß rauszukommen. An den Wänden der Galerie hingen großformatige Aktbilder mit Darstellungen immer derselben jungen Frau in verschiedenen, nahezu pornografischen Posen. „Das ist ja gut gemalt“, hörte man es im Publikum raunen. „Diese fließenden, formenden Pinselstriche und diese leuchtenden Fleischfarben! Aber musste es unbedingt sein, die Vaginas derart in den Vordergrund zu rücken, dass sie einen direkt anblicken?“ Ein paar Männer, die kurzsichtig zu sein schienen, traten so nahe an die Bilder ran, dass es den Eindruck erweckte, ihre Nasen würden jeden Moment in den gemalten Vaginas verschwinden. Einige Gäste wagten die Bilder nur kurz zu betrachten, denn sie dachten, was würden die anderen über sie denken, wenn sie da zu lange hinguckten. Die Kunstenthusiasten unter den Gästen blieben länger vor den Bildern stehen und studierten deren Komposition und Maltechnik, was ihnen aber nur zum Teil gelang, denn je länger sie die Bilder studierten, desto leibhaftiger trat die nackte, junge Frau hervor und verwirrte ihr Urteilsvermögen. In ihren Gesprächen überspielten sie die Verwirrung: „Gewagte Kompositionen, sehr barock! Und diese meisterliche Maltechnik! Diese Plastizität und Lebendigkeit der Körper!“

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