Franz Niemand - Die Verschwörung
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Die nackten Frauen und Männer begannen schweigend herumzukriechen und sich zu beschnuppern. Vorsichtig kroch Robert mit. Was ihn etwas beruhigte, war der Gedanke, dass er mit seiner empfindlichen Nase sicher sofort seine Chefin riechen würde, und dann würde er schleunigst von ihr wegkriechen. Doch um seiner Chefin zu entgehen, blieb ihm nichts anderes übrig, als sorgfältigst die Gerüche in seiner unmittelbaren Umgebung zu erschnüffeln. Diese waren aber so viele und ständig wechselnde, die sich außerdem in dem Gewimmel vermischten, sodass er unsicher wurde, ob da vielleicht gerade seine Chefin an ihm herumschnupperte oder er an ihr. Die Männer konnte er sofort am Geruch erkennen, denn sie rochen etwas streng und manche schienen sich seit Tagen nicht mehr gewaschen zu haben. Da brauchte er nicht erst das Geschlecht ertasten. Schließlich blieb er an einer Frau hängen, die nach einem feinen, unaufdringlichen Parfum duftete. Das konnte nicht seine Chefin sein. Die roch in der Arbeit anders, mehr nach Schweiß aus den Achselhöhlen. Die Frau begann mit sanften Berührungen an ihm herumzuspielen. Seine Chefin würde nie so sanft mit ihm umgehen. Also begann auch er andächtig schweigend an ihr herumzuspielen, und es gefiel ihm immer besser, was er da ertastete. Diese samtige Haut und diese Rundungen! Dass sie nicht gerade die Dünnste war, bevorzugte er in dieser Situation, denn wie er noch ohne Augenbinde wahrgenommen hatte, waren da auch an Magersucht grenzende Frauen dabei, und mit Haut und Knochen wollte er nicht so gerne spielen. Er war ja auch nicht mehr der schlanke, ranke junge Mann von einst und hatte um die Hüften ganz schön zugelegt. Schwimmreifenbauch nennt man das wohl. Flugs verging die Zeit mit dem gegenseitigen Beschnuppern und Bespielen, und Robert wurde immer erregter dabei. Da schritt leider Otto ein und kommandierte: „Schluss! Die Augenbinden ab! Es darf wieder geredet werden.“ Kaum hatte Robert seine Augenbinde abgenommen, fiel er fast in Ohnmacht vor Schreck! Neben ihm auf der Matte saß seine nackte Chefin. Mit unverkennbarer Begeisterung in der Stimme sprach sie zu ihm: „Herr Zborowski, Herr Zborowski, ich muss schon sagen, das hätte ich Ihnen nie zugetraut! Das riecht direkt nach einer Beförderung!“
Wie aus einer anderen Welt rüttelte ihn plötzlich jemand an der Schulter. „Aufwachen! Hier ist Endstation!“ Robert schlug die Augen auf, sah einen U-Bahn-Angestellten vor sich und stellte erleichtert fest, dass er in der U-Bahn eingeschlafen war und die Geschichte mit den Adamiten nur geträumt hatte. Dennoch musste er sich eingestehen, dass ihm das Spiel im Traum so sehr gefallen hat, dass er sich zum ersten Mal in all seinen Dienstjahren auf den Montag im Finanzamt freute, wo er Karin Sommer wiedersehen würde.
Der Doppelgänger
Es war in einer regnerischen Novembernacht 2010, als der 44-jährige Dichter Georg Wirre glaubte, von jemandem verfolgt zu werden. Er ging gerade vom „Heidelberger Krug“ am Chamissoplatz, wo er mit sich selbst gezecht hatte, zur Nachtbus-Haltestelle am Platz der Luftbrücke. Erst fiel es ihm gar nicht auf, doch allmählich drang es in sein Bewusstsein, Schritte hinter sich zu hören. Wenn er anhielt, verstummten sie, und wenn er weiterging, hörte er sie wieder. Er drehte sich öfters um, aber niemand war zu sehen. Er hatte dieses Erlebnis fast schon vergessen, als er Mitte Dezember auf Empfehlung eines Bekannten die Lesung einer Autorin besuchte. Die Lesung fand in einem dieser neuen Szenelokale im Norden von Neukölln statt, aber nicht direkt in dem Lokal, sondern in einem darunter liegenden großen Kellerraum, der mit harten Stühlen ausgestattet war, auf denen ein längeres Sitzen zur echten Qual wurde. Mit sanfter, selbstgefälliger Stimme las eine elegant gekleidete Frau mittleren Alters groteske Texte über schwer gestörte Männer vor, die totale Versager, Mörder oder Triebtäter waren. Nach der Lesung verspürte Wirre das dringende Bedürfnis, wiedereinmal den „Heidelberger Krug“ aufzusuchen. Dort kippte er sich einige russische Wodkas hinter die Binde. Dabei musste er an die Lesung denken. Sah die Autorin alle Männer und somit auch ihn als psychiatrische Fälle an? „Nie wieder unter das Joch einer Frau!“, schwor er sich nach dem dritten Wodka. Schon seiner Mutter hatte er nie etwas recht machen können, und seine Exfrau konnte zu einer wahren Xanthippe werden, wenn er im Haushalt irgendetwas getan hatte, was ihrem Ordnungssinn zuwider lief. Dabei ging es um lächerliche Kleinigkeiten, wie um ein paar Krümeln, die von seinem Frühstücksbrot auf den immer blitzblanken Boden gefallen waren, oder um eine leere Zigarettenschachtel, die er irrtümlich in die Mülltüte mit dem Biomüll geworfen hatte. Ihm wäre das nie und nimmer aufgefallen, wenn seine Exfrau deswegen nicht so ein Theater gemacht hätte. Misstrauisch hatte sie jede noch so kleine Bewegung von ihm beobachtet, so als wäre er ein unberechenbares, nicht stubenreines Haustier. - Gegen zwei Uhr nachts bezahlte er seine Rechnung und machte sich, vom Wodka angenehm benebelt, auf den Weg zur Nachtbus-Haltestelle. In der menschenleeren Willibald-Alexis-Straße hörte er auf einmal wieder Schritte hinter sich. „Nein! Bitte nicht schon wieder!“, dachte er. Nun wollte er es aber wissen! Mit einem Ruck drehte er sich um, stolperte jedoch dabei über seine eigenen Füße und fiel hin. Im Fallen konnte er gerade noch sehen, wie eine schattenhafte Gestalt, die eine gewisse Ähnlichkeit mit ihm zu haben schien, in einem Hauseingang verschwand. Schnell stand er auf, lief zu dem Hauseingang, doch die Gestalt war wie vom Erdboden verschluckt. Nun war Wirre völlig verwirrt. Bildete er sich das alles nur ein?
An einem Mittwochabend Anfang Januar des nächsten Jahres besuchte er eine Autorenlesung in Kreuzberg, die nahezu die Länge einer Wagneroper hatte. Sie begann um zwanzig Uhr und endete kurz vor Mitternacht. Wer eine Wagneroper schon einmal ausgesessen hat, weiß, was das einem an Geduld und Sitzvermögen abverlangt. Mit einer schwachen Blase sollte man da lieber nicht hingehen. Am Ende fühlt man sich wie erschlagen und kann sich kaum mehr bewegen. Gleich nach der Lesung fuhr Wirre völlig erschöpft mit der U-Bahn nach Hause. Bald schlief er auf dem Sitz ein. Irgendwann wurde er vom Rütteln des Waggons geweckt. Und siehe da, auf dem vorher leeren Sitzplatz ihm gegenüber saß nun ein Mann, der haargenauso aussah wie er! Genauso wie er hatte dieser Mann einen schmächtigen, fast zwergenhaften Körper und einen im Verhältnis dazu übergroßen Kopf mit schütterem fahlblonden Haar, kleinen rosaroten Ohren, Augen, die an die einer Eule erinnerten, einer großen Adlernase, dünnen Lippen und einem auffällig nach vorn ragenden Kinn. Auch der aschgraue Wintermantel, die braune Cordhose und die schwarzen Halbstiefel, die der Mann trug, glichen genau dem, was er anhatte. Während er den Mann verstört anstarrte, schien ihn dieser nicht zu beachten. Doch als er sich räusperte, da räusperte sich auch der Mann, und als er mit dem rechten Fuß scharrte, da scharrte auch der Mann mit dem rechten Fuß. Wirre rieb sich die Augen, kniff sich in die Haut, doch sein Gegenüber wollte sich nicht auflösen. War das eine wahnhafte Wahrnehmungsstörung, eine optisch-szenische Halluzination, wie sie in Psychiatrielehrbüchern beschrieben wurde? Doch das konnte nicht sein, denn der Mann, der ihm da gegenübersaß, war zweifelsohne echt. „Das kann nur ein verrückter Zufall sein“, versuchte er sich zu beruhigen. „Warum sollte es nicht einen Menschen geben, der einem äußerlich sehr ähnlich ist?“ Aber dass ihm der Mann auch in der Kleidung bis ins kleinste Detail glich, kam ihm höchst unheimlich vor. Er überlegte, ob es sich hier vielleicht um ein parapsychologisches, wissenschaftlich noch nicht erforschtes Phänomen handeln könnte. Vielleicht war ein Parallel-Ich von ihm aus einer Parallelwelt irrtümlich in diese Welt geraten, von der er bisher geglaubt hatte, sie sei die einzige Welt, die es gebe. Waren es die Schritte dieses Mannes, die er hinter sich gehört hatte? War dieser Mann jene Schattengestalt, die spurlos in einem Hauseingang verschwunden ist? Verstellte dieser sich jetzt und tat nur so, als würde er ihn nicht kennen? Wirre wurde kotzübel. Er hatte schon genug Probleme am Hals, ein bis zum Anschlag überzogenes Bankkonto, Unterhaltsforderungen von seiner Exfrau, die er nicht bezahlen konnte, und Streit mit einem cholerischen Nachbarn, der als gewalttätig galt und einen beißwütigen Kampfhund besaß. Und nun auch noch dazu diesen Doppelgänger, womöglich aus einer Parallelwelt! Der fehlte ihm gerade noch zu seinem Glück!
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