Franz Niemand - Die Verschwörung

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Die Kurzgeschichten handeln von existenziellen Themen wie Liebe, Wahn, Vergänglichgkeit. und dem Konflikt zwischen Fantasie und Realität. Das romantisch Übersteigerte und Übertriebene in ihnen ist fast. immer mit einer gewissen satirischen Distanz geschrieben.

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Plötzlich fixierte ihn der Mann mit einem bösen Blick und fuhr ihn an: „Was glotzen Sie mich die ganze Zeit so blöd an? Glauben Sie, ich weiß nicht, wer Sie sind? Sie schleichen mir schon seit Wochen nach! Und was soll diese idiotische Nachahmung von mir? Hat Sie meine Exfrau engagiert, damit Sie meinen Doppelgänger mimen, um mich in den totalen Wahnsinn zu treiben? Sie fehlen mir gerade noch zu meinem Glück! Ich habe schon genug Probleme am Hals!“ Wirre war fassungslos. Das durfte nicht wahr sein! Sein Gegenüber drehte ganz einfach den Spieß um! Empört schnauzte er zurück: „Das ist eine unverschämte Frechheit! Sie sind doch derjenige, der hier meinen Doppelgänger mimt und mir nachschleicht! Ich bin kein Doppelgänger, ich bin das Original! Was soll dieses ganze Affentheater? Verschwinden Sie wieder in Ihre Parallelwelt, aus der Sie gekommen sind! Das hier ist nicht Ihre Welt! Das hier ist meine Welt! Sie haben sich in der Welt geirrt!“ Da begannen die Eulenaugen des Mannes vor Wut zu glühen. Er sprang auf, packte Wirre an den Schultern und warf ihn mit ungeheurer Kraft auf den Boden. Wirre schwanden die Sinne. Verschwommen sah er besorgte Gesichter von Fahrgästen über sich. Dann verlor er das Bewusstsein.

Am nächsten Morgen erwachte er in einem Krankenhausbett. Eine Krankenschwester mittleren Alters sprach ihn mit sanfter, selbstgefälliger Stimme an: „Na, wieder klar im Kopf, junger Mann? Sie sind in der U-Bahn ins Koma gefallen. Ein Rettungswagen hat Sie zu uns gebracht. Als Sie wieder zu Bewusstsein kamen, haben Sie von einem Doppelgänger fantasiert, der Sie verfolgt. Gleich kommt ein Arzt, der Neurologe und Psychiater ist, um mit Ihnen zu reden und ein paar Tests zu machen.“ Wie seltsam! Diese Krankenschwester erinnerte Wirre fatal an die Autorin der monströsen Männergeschichten von der Lesung im Dezember letzten Jahres! Er fühlte sich unwohl in seiner Haut. Als er aber dann den eintretenden Neurologen und Psychiater erblickte, stellten sich ihm die Haare zu Berge. Vor ihm stand sein Doppelgänger, diesmal mit einem weißen Arztkittel kostümiert! Wirre sprang wie von der Tarantel gestochen aus dem Bett und schrie: „Ich lass mich nicht von einem Verrückten für verrückt erklären!“ Schnell nahm er seine Wohnungsschlüssel und seine Brieftasche an sich, die auf dem weißen Tischchen neben seinem Krankenbett lagen, und floh, umflattert von einem viel zu großen weißen Nachthemd, das man ihm nach seiner Einlieferung angezogen hatte, aus dem Krankenzimmer. Während er durch die Gänge Richtung Ausgang hastete, hörte er Rufe hinter sich: „Halt! Stehen bleiben! Kommen Sie zurück! Haltet ihn auf!“

Als er endlich im Freien war, bekam er einen Schock von der klirrenden Winterkälte. Zum Glück stand eine Taxe vor dem Krankenhaus. Er lief hin, riss die hintere Tür auf und setzte sich auf die Rückbank. Am Lenkrad saß eine weißhaarige Frau. Wirre war etwas irritiert, eine so alte Frau, die vielleicht schon Uroma war, als Taxifahrerin zu haben. Er sah sie zunächst nur von hinten. Merkwürdiger Weise schien sie ihm irgendwie bekannt vorzukommen. Als sie sich zu ihm umdrehte und ihn anlächelte, hätte er vor Schreck fast wieder das Bewusstsein verloren. Er erkannte in ihr seine vor Jahren verstorbene Oma mütterlicherseits, die aus Tschechien stammte und die er nicht nur wegen ihrer Kochkunst geliebt hatte! Dann fuhr sie mit ihm los und sang dabei: „Ich fahre mit dir in den Himmel hinein“ (nach der Melodie des Evergreens „Ich tanze mit dir in den Himmel hinein“). Er protestierte: „Oma, ich will nicht in den Himmel fahren, ich will nach Hause!“ Die Oma: „Aber Georg, im Himmel i s t das Zuhause!“ Da überkam Georg Wirre eine wohlige Mattigkeit und er fiel in einen tiefen, erlösenden Schlaf, in dem sich die Wirren, in die er geraten war, in nichts auflösten.

Strunk und Aphrodite

Niemand hätte auch nur im entferntesten ahnen können, welche Folgen jenes Loch in einem Zahn haben sollte, das der Dichter Egon Strunk an einem Montagmorgen im Juli beim Frühstück mit der Zunge ertastete, nachdem er geistesabwesend in eine nicht entsteinte Olive gebissen hatte. Er rief sofort in der Praxis seines Zahnarztes am Mehringdamm an und bekam einen Termin für fünfzehn Uhr. Die Sprechstundenhilfe, mit der er telefonierte, informierte ihn, dass der alte Zahnarzt nicht mehr praktiziere und eine Frau Herzberg die Praxis übernommen habe. Strunk war das egal, wenn nur der Schaden an seinem Zahn schnell behoben wurde. Egon Strunk war vierundvierzig Jahre alt und alleinstehend. Er war von kleiner, schmächtiger Statur und hatte Augen wie glühende Kohlen, die darauf hindeuteten, dass etwas Vulkanisches in ihm schlummerte. Es gab da eine Besonderheit an ihm, die er als üblen Streich der Natur empfand. Er war mit einem mächtigen Geschlechtsteil ausgestattet, wie der kleine verwachsene Gott Priapos aus der griechischen Mythologie, dessen Phallus nur einmal von dem eines Esels an Größe übertroffen wurde, den er deshalb tötete. Im Gegensatz zu Priapos war aber Strunk sein übergroßes Teil überaus peinlich. Er begab sich nur selten und nur in weiten Hosen in die Öffentlichkeit, ging in kein Schwimmbad und schon gar nicht in eine Sauna. Auch die Nähe zu Frauen vermied er, litt aber an starker Liebessehnsucht und schrieb Liebesgedichte an eine nicht vorhandene Geliebte, die voll von Weltschmerz waren.

Kurz vor fünfzehn Uhr betrat er die Zahnarztpraxis am Mehringdamm, meldete sich bei der Sprechstundenhilfe im Vorraum an und wurde nach nicht allzu langer Wartezeit in den Behandlungsraum gerufen. Als er dort die neue Zahnärztin erblickte, verschlug es ihm die Sprache. Er bildete sich ein, Aphrodite, die griechische Göttin der Liebe sei ihm erschienen. Vor ihm stand eine etwa vierzigjährige Frau mit langem blonden Haar, meerblau leuchtenden Augen und einer recht üppigen Figur, die aber im Vergleich mit jener der Venus von Willendorf noch als schlank durchgehen konnte. Sie begrüßte ihn mit samtweicher Stimme: „Guten Tag! Mein Name ist Linda Herzberg. Was führt Sie zu mir?“ Strunk stammelte: „Gu-guten Tag! Mein Name ist Egon Stunk - nee! - Strunk.“ Von ihrem Anblick heillos verwirrt, hatte er fast den Grund seines Kommens vergessen, doch zum Glück fiel er ihm wieder ein. Frau Herzberg bat ihn, auf dem Behandlungsstuhl Platz zu nehmen, und beugte sich über ihn, um seinen lädierten Zahn zu untersuchen. „Ich muss ein wenig bohren und dann fülle ich das Loch. Soll ich Ihnen vorher eine Spritze geben?“ Er verneinte und sie begann zu bohren. Da geschah ihm etwas furchtbar Peinliches, ausgelöst durch ihre betörende, nach Jasmin duftende körperliche Nähe. Sein Tier da unten war plötzlich aus langem Schlaf erwacht und drückte immer fester gegen den Hosenstoff, so als wollte es just in diesem völlig unpassenden Augenblick ins Freie hinaus! Er wurde rot wie eine Tomate. Blickte ihn die junge Zahnarzthelferin, die bei der Behandlung assistierte, nicht schon so missbilligend an? Doch Frau Herzberg schien zum Glück nichts zu merken. Sie war zu sehr aufs Bohren konzentriert. Als ihn ihr üppiger Busen kurz streifte, stöhnte er unwillkürlich auf. „Tut es weh?“, fragte sie besorgt. „Nein, nein, es geht schon“, antwortete er und brannte dabei innerlich lichterloh. Er überlegte, ob für ihren Busen die Metapher „Früchte der Verheißung“ angemessen wäre, doch verwarf er sie gleich wieder, da sie ihm angesichts der göttlichen Wirklichkeit zu schwach vorkam. Dann kam ihm das Gedicht „Die Wünschelrute“ von Eichendorff in den Sinn: „Schläft ein Lied in allen Dingen, die da träumen fort und fort, und die Welt hebt an zu singen, triffst du nur das Zauberwort.“ Ja, das Zauberwort, wenn er es doch nur finden könnte, um ihr näher zu kommen! Als die Behandlung zu Ende war, nahm er seinen ganzen Mut zusammen und fragte Frau Herzberg: „Darf ich Sie wiedersehen?“ Sie: „Aber ja! Ich wollte Ihnen ohnehin eine Kontrolluntersuchung vorschlagen. Wie wär’s in zwei Wochen?“ Fast hätte er einen Luftsprung vor Freude gemacht, obwohl er das mit dem Wiedersehen eigentlich privater gemeint hatte. „Ja, selbstverständlich, ich komme, wann immer Sie wollen!“, antwortete er. Zum Glück hatte sich sein renitentes Teil wieder beruhigt, doch traute er dem nicht so recht. Als ihm Frau Herzberg zum Abschied die Hand reichte, küsste er hurtig mit spitzen Lippen ihren Handrücken. Dabei beulte sich seine Hose wieder verdächtig aus. „Na, na, ist schon gut“, sprach Frau Herzberg huldvoll und entzog ihm ihre Hand.

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