Franz Niemand - Die Verschwörung
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Die Adamiten
Robert Zborowski sehnte sich wieder nach einer Frau. Seine Ehefrau hatte ihn vor zwei Jahren, kurz nach seinem fünfzigsten Geburtstag verlassen. Seitdem lebte er alleine. Die Frau, nach der er sich sehnte, durfte auf keinen Fall so wie seine Mutter sein. Die hatte nur an ihm herumgenörgelt. Wenn er sich ihr als Kind widersetzte, bekam er von ihr Ohrfeigen, und wenn sie besonders wütend auf ihn war, verhaute sie ihn mit einem Teppichklopfer und schrie ihn dabei an: „Ich könnte dich erschlagen! Du bringst mich noch ins Grab!“ Irgendwann traute er sich nicht mehr, ihr zu widersprechen. Auch sein Vater, ein großer bärenstarker Mann kuschte vor ihr. Robert hatte geglaubt, in seiner Ehefrau die Wunschfrau seines Lebens gefunden zu haben, quasi ein Gegenmodell zu seiner Mutter. Seine Ehefrau war lebenslustig. Die Ehe wurde ihr mit der Zeit zu eng und langweilig, blieb außerdem kinderlos, und der eheliche Geschlechtsverkehr verkam zu einem immer seltener stattfindenden Routineakt. Dennoch hatte sie die Ehe zwanzig Jahre lang ausgehalten, ehe sie sich von Robert trennte. Sie verliebte sich in einen evangelischen Pfarrer, einen dieser Kirchenwüstlinge, der ihr über den Kirchenchor, in dem sie mitsang, näher kam und davor schon anderen verheirateten Damen aus seiner Gemeinde näher gekommen war. Die einzige Frau, mit der Robert nach dem Scheitern seiner Ehe noch regelmäßig zu tun hatte, war seine Chefin Karin Sommer in dem Berliner Finanzamt, in dem er seit vielen Jahren arbeitete. Mit ihr hatte er jedoch nur dienstlich zu tun. Sie war eine zielstrebige Beamtin Mitte Vierzig mit unübersehbaren weiblichen Rundungen. In ihrem Privatleben führte sie ein Singledasein mit wechselnden Männerbekanntschaften, worüber man sich im Finanzamt das Maul zerriss. Im Dienst war sie genauso herrisch wie Roberts Mutter und duldete wie diese keinen Widerspruch. Deshalb konnte Robert sie nicht riechen. Im Unterschied zu seiner Mutter besaß sie aber eine zweite Persönlichkeit. Da gab es die dienstliche Karin Sommer, und es gab eine Karin Sommer, die als Bauchtänzerin auftrat. Sie leitete die Betriebsbauchtanzgruppe des Finanzamts. Man musste sie und die anderen Kolleginnen aus der Bauchtanzgruppe bei ihren Auftritten erlebt haben! Welch schlangenförmige Bewegungen sie dabei machten und wie verführerisch sie mit ihren spärlich bekleideten Körpern vibrierten! Wenn diese Frau, die da wie entfesselt tanzte, nicht seine Chefin gewesen wäre, dann wäre Robert schwach geworden. Doch so kam sie ihm geradezu unheimlich vor.
Robert hatte im Finanzamt ein Büro für sich alleine. Die Regale an den Wänden waren vollgestopft mit verstaubten Akten. Auf seinem Schreibtisch türmte sich ein Berg von Akten, aus denen er Daten in den PC übertrug und sie danach zwischen die anderen Akten in den Regalen stopfte. Bevor er das Büro verließ, klopfte er immer den Aktenstaub von Sakko, Hemd und Hose ab, putzte sich auf der Männertoilette die Zähne, um Ablagerungen des eingeatmeten Aktenstaubs zu entfernen, und spülte gründlich mit Mundwasser nach, denn Mundgeruch fand er widerlich. Überhaupt war er sehr empfindlich gegenüber Gerüchen. - Endlich war wieder Freitag, ein sonniger, heißer Tag im Juli. Fein säuberlich entstaubt, fuhr Robert nach Dienstschluss mit der U-Bahn nach Hause. Er war müde vom immergleichen Trott des Dienstes und nickte während der Fahrt immer öfter ein. Dabei tauchte er in eine Traumwelt ein, in der sich wie bei der Versuchung des heiligen Antonius äußerst wollüstige Bilder auftaten. Am Halleschen Tor stieg eine auffällig aussehende Frau ein und setzte sich ihm direkt gegenüber. Sie war um die Dreißig, kahlgeschoren, und trug ein hautenges Shirt mit einem tiefen Ausschnitt, aus dem ihre zusammengepressten Brüste zu einem nicht unbeträchtlichen Teil hervorquollen. Robert bemühte sich wegzugucken, doch zog es seine Blicke immer wieder zu ihrem Ausschnitt hin. Das war ihm peinlich, aber er fühlte sich diesem Ausschnitt geradezu ausgeliefert. Sie blinzelte ihm zu und sprach ihn unvermittelt an: „Ich bin vom Stamm der Adamiten.“ „Schon wieder so eine Irre“, dachte er, denn er hatte in der U-Bahn schon so manchen psychiatrischen Fall erlebt. Da zog sie blitzartig ihr Shirt hoch und wieder runter, sodass für Sekundenbruchteile ihr blanker Busen zu sehen war. Die Fahrgäste, die das mitbekamen, starrten die Frau und ihn an, als säßen da zwei Perverse. „Wenn du so etwas haben willst, dann komm mit zu den Adamiten“, raunte ihm die Frau zu. „Wer sind denn die Adamiten?“, dachte er verdutzt. Als sie am Platz der Luftbrücke ausstieg und ihm mit der Hand ein Zeichen gab, mitzukommen, folgte er ihr wie unter Hypnose. Eilenden Schritts begab sie sich in die Fidicinstraße, bog in eine Toreinfahrt ein und stieg im zweiten Hinterhof rechts zu einer ehemaligen Fabriketage hoch. Sie blieb vor einer großen Tür stehen und klingelte. Auf dem Türschild stand „Stamm der Adamiten“ geschrieben und über der Tür war ein geheimnisvoller Spruch aufgemalt: „Kein Mensch beginnt zu sein, bevor er seine Vision empfangen hat.“ Ein junger, kahlgeschorener Mann öffnete die Tür, begrüßte die Frau wie eine alte Bekannte und ließ sie und Robert rein. Im Vorraum musste man sich die Schuhe ausziehen. Dann betrat Robert hinter der Frau einen Saal, in dem etwa fünfzig bis sechzig Frauen und Männer, viele von ihnen kahlgeschoren, auf ausgelegten Matten herumsaßen und sich unterhielten. Die Frau mischte sich sofort unter die Leute auf den Matten und beachtete ihn nicht mehr, so als hätte sie ihn vergessen.
Robert blieb abwartend an der Tür stehen. Da erhob sich in der Mitte des Saals ein älterer Mann mit zerfurchtem Gesicht und sprach in einem Befehlston, der keine Widerrede zuließ: „Das Reden einstellen! Alle nackt ausziehen!“ Die Anwesenden verstummten und zogen sich nackt aus. Robert zog sich mit einem gewissen Unbehagen auch nackt aus, nur um nicht aufzufallen, und setzte sich zu den anderen Nackten auf den Matten. Der ältere, zerfurchte Mann war offensichtlich der Guru dieser seltsamen Truppe. Die Kahlgeschorenen nannten ihn Otto und schienen ihm bedingungslos zu gehorchen. Verlegen blickte sich Robert um. Da erstarrte er plötzlich zur Salzsäule! „Nein, das darf nicht wahr sein!“, dachte er. Er hatte unter den Nackten seine Chefin Karin Sommer entdeckt. Von wo kam die auf einmal her? Zum Glück schien sie seine Anwesenheit nicht bemerkt zu haben, denn sie blickte in eine andere Richtung und unterhielt sich mit einer kahlgeschorenen Frau. Er lief rot an und kam ins Schwitzen. „Und nun zu unserem heutigen Programm!, kündigte Otto bedrohlich an. Robert machte sich zwischen all den Nackten so klein und unsichtbar als möglich. Otto: „Wir Adamiten machen alles nackt wie Adam und Eva im Paradies. Heute geht es darum, einander mit verbundenen Augen zu riechen und durch Berührungen Kontakt aufzunehmen. Dabei kriechen wir auf allen vieren herum. Jeder Adam erriecht sich eine Eva und jede Eva einen Adam. Aber ohne zu reden! Wenn ihr das Geschlecht der anderen Person nicht erriechen könnt, müsst ihr es ertasten. Die sich gut riechen können, dürfen miteinander spielen. Aber nicht ficken! Das ist aus Sicherheitsgründen verboten.“ Robert wurde übel. Riechen! Wo er doch so empfindlich auf Gerüche reagierte! Doch Otto kommandierte unbarmherzig weiter: „Rudelbildungen sind nicht erlaubt, nur Paarbildungen aus einem Adam und einer Eva. Da mehr Männer als Frauen anwesend sind, bleiben einige Männer vom festen Stamm der Adamiten draußen.“ Otto sortierte dann ein paar kahlgeschorene Männer aus und trug ihnen auf, den Leuten auf den Matten mit vorbereiteten Tüchern die Augen zu verbinden. Robert hätte am liebsten die Flucht ergriffen, doch er war wie gelähmt. Schon wurden ihm die Augen verbunden und es gab nun kein Entrinnen mehr. Dann gab Otto das Startsignal: „Eins, zwei, drei und losgekrochen!“
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