Jay Baldwyn - Der letzte Vorhang

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Für Liebhaber des Mystery-Genres. Ein 1917 eröffnetes prunkvolles Theater ist Schauplatz seltsamer Vorfälle. Immer wieder gibt es ungeklärte Todesfälle und Spukerscheinungen. Wer steckt dahinter? Neid und Missgunst unter Showgirls, ein skrupelloser Chicagoer Gangster, die Entwicklung einer Showbühne zum Filmpalast und eine Familiensaga über zwei Generationen und ein Überblick über die berühmtesten Filme. All das macht diese spannende Geschichte aus.

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Auf einer morgendlichen Probe verließen gerade alle das Becken, als Clara feststellte, dass sie ihren Ohrring verloren hatte. Übermütig sprang sie noch einmal ins Wasser, um das Schmuckstück zu suchen. Als sie wieder auftauchte, den Ohrring siegesgewiss in der Hand, löste sich aus unbekannter Ursache ein Scheinwerfer aus der Verankerung und fiel noch immer verkabelt in das Becken. Clara wäre nicht erschlagen worden, da das Ungetüm ein ganzes Stück weiter aufschlug, aber die Elektrizität in Verbindung mit Wasser versetzte ihr einen tödlichen Stromschlag. Bevor die Sicherung heraussprang, war es schon zu spät.

Die Girls kreischten hysterisch. Keins von ihnen hatte jemals so etwas Schreckliches gesehen. Claras zuckenden Körper, der förmlich gegrillt wurde, konnten sie nicht mehr vergessen. Einzig Meryl wollte ganz genau wissen, wie das passieren konnte.

»Das war Rhonda«, sagte sie später überzeugt. »Ihr habt doch alle mitbekommen, wie sie sich mit Clara gestritten hat. Jetzt nimmt sie Rache aus dem Jenseits.«

»Du liest zu viele Kitschromane, meine Liebe«, sagte Don Davis. »Und tu mir einen Gefallen und mach mir die Girls nicht noch nervöser als sie schon sind. Auch wenn den Quatsch mit dem mordenden Geist niemand glaubt, aber …«

»Ich selbst habe Ethel in der Seitengasse stehen sehen und habe Mr. Winston Meldung darüber gemacht.«

»Und, hat er dir geglaubt?«

Meryl sah betreten zu Boden.

»Hat heute jemand Rhonda beziehungsweise das durchscheinende Abbild von ihr gesehen?«, fragte er in die Runde. »Oder hat jemand gesehen, wie sich Rhondas Geist am Scheinwerfer zu schaffen gemacht hat?«

Niemand antwortete.

»Na, also. Setz keine Gerüchte in die Welt, Meryl.«

Der Besucherschwund verstärkte sich noch bei den nächsten beiden Produktionen „Nights of Arabia“ und „Roman Impressions“. Es gab andernorts zu viele Revuen, und immer mehr Zuschauer wanderten in die neu entstandenen Lichtspieltheater ab, um sich die inzwischen auf Spielfilmlänge angewachsenen Stummfilme anzusehen.

Dick und Chuck Winston überlegten, ob sie das Theater umrüsten sollten. Die Lichtspielpaläste waren nicht weniger prächtig als das Majestic. Und es war durchaus üblich, vor dem Film ein Orchesterkonzert und zwei etwa zwanzig Minuten dauernde Bühnenshows mit Sängern und Tänzern ablaufen zu lassen. So konnte man fünf Shows am Tag zeigen und das Ensemble auf ein vernünftiges Maß reduzieren.

Den größten Ausschlag für die Umwandlung des Theaters gab dann aber die Einführung der Prohibition in ganz Amerika. Am 16. Januar 1920 trat mit dem 18. Zusatz zur Verfassung ein nationales Alkoholverbot in Kraft. Fortan galt jeder Amerikaner, der Alkohol trank, als anrüchig. Was nützte das schönste Revuetheater, wenn die Zuschauer in der Pause kein alkoholisches Getränk zu sich nehmen konnten, dachten die Winston-Brüder. Die raffinierteste Fruchtbowle, der stärkste Kaffee oder der aromatischste Tee konnten es nicht mit dem Prickeln eines Glases Champagner aufnehmen.

Als der Entschluss in die Tat umgesetzt wurde, schaffte man eigens eine Wurlitzer Kino Orgel an, die aus dem Orchestergraben auf die Bühne hochgefahren werden konnte. Die Stummfilme sollten dann das ausgedünnte Orchester in Einklang mit den über zweitausend Pfeifen der Orgel untermalen.

Das große Revueensemble zerstreute sich in alle Winde, denn nur wenige durften bleiben. Dazu gehörten Betty Smith und Harold Gable, die mit jeder Show an Beliebtheit gewonnen hatten, die Solotänzerinnen Moira und Violet und drei weitere Tänzerinnen, unter ihnen Meryl, die ihr Glück nicht fassen konnte, und drei Tänzer. Als Gaststars sollten die Marx Brothers und Showgrößen, die zumindest bereits ihr Interesse bekundet hatten, auftreten. Im Laufe der Jahre sollten sich Stars wie Glenn Miller, Benny Goodman, Frank Sinatra und Doris Day darunter befinden, und natürlich Dicks reizende Frau Wanda.

So wurde das Majestic nach einer Spielzeit von knapp vier Jahren in Majestic (Movie) Theater umbenannt. Es sollte nicht die letzte Neukonzeption in den folgenden Jahrzehnten bleiben.

Zur festlichen Premiere, bei der wiederum VIPs und viele Stars anwesend waren, wurde als Hauptfilm „The Kid“ von Charlie Chaplin gezeigt. Dabei wurde die Ankündigung des nächsten Filmereignisses – „The Three Musketeers“ von Fred Niblo schon geschickt platziert. Ein prächtig uniformierter Portier riss die doppelten Flügeltüren auf, und jeder, der eintrat, fühlte sich sogleich in eine andere, schönere Welt versetzt. Das gesamte Personal, besonders aber das an den Eingängen zum Vorführsaal, war nach Motiven des aktuellen Films gekleidet, und Platzanweiserinnen geleiteten jeden Gast persönlich zu seinem Platz.

Aber es befanden sich auch weniger gern gesehene Personen unter den Gästen, wie Dick Winston indigniert feststellte. Zum Beispiel Lorne Summers, ein kleiner Ganove, der davon träumte, die großen Gangsterbosse der Syndikate wie Bugs Moran oder Johnny Torrio eines Tages abzulösen. Diese Herren machten sich allesamt die Prohibition zunutze, indem sie illegal hergestellten Alkohol verkauften und sogenannte Flüsterkneipen, die Speakeasys und Spielclubs unterhielten. Um dort Einlass zu erhalten, musste man an Hintertüren klopfen, warten, bis sich eine Luke öffnete und ein Codewort nennen. Da man dort leise sein, am besten flüstern musste, um keine Aufmerksamkeit zu erregen, kam der eigentümliche Name zustande.

Die Organisierte Kriminalität bediente die illegale Nachfrage und machte damit riesige Vermögen. Die Gangsterbosse hatten ihre Territorien zwar untereinander verteilt, aber hin und wieder gab es erbitterte Syndikatskriege mit nicht selten vielen Toten. Zu nächtlicher Stunde kam der illegale Alkohol per Booten oder Lastern über die Grenze, um sofort zu den Lokalen transportiert zu werden.

Aber es war nicht ganz ungefährlich, die heiße Ware zu konsumieren, denn es gab auch eine Einnahmequelle darunter, die Moonshine hieß, ein bei Mondschein illegal destillierter Whisky, der oft von gewissenlosen Schwarzbrennern gepanscht wurde. Der Genuss konnte zu Lähmung, Erblindung, schweren Hirnschäden, bis hin zum Tod führen. Statistiken zufolge, sollten sich auf diese Weise bis 1927 etliche Zehntausend Amerikaner totsaufen.

Lorne Summers, ein eher kleiner Mann mit Menjoubärtchen und öligem Grinsen, führte eine hinreißende „Dame“ am Arm, die Chuck augenblicklich die Sprache verschlug. Deshalb hörte er auch nur mit halbem Ohr hin, als Dick auf ihn einsprach.

»Deine nächtlichen Ausflüge in die Spielclubs und Speakeasys bekommen dir nicht gut, wenn sich dein Bekanntenkreis um solch dubiose Gestalten vergrößert.«

»Ich weiß gar nicht, was du hast. Ich kenne ihn kaum.«

»Ach, ja? Deshalb winkt er dir auch wie einem uralten Freund zu …«

»Vorsicht, er kommt …«

Lorne Summers steuerte auf die Brüder zu und zog dabei seine weibliche Begleitung wie einen Gegenstand unsanft hinter sich her.

»Na, das ist ja eine seltene Gelegenheit, die beiden Impressarios zusammen anzutreffen«, polterte er los. »Ach nein, das ist ja Vergangenheit. Wir sind doch jetzt ins große Filmgeschäft eingestiegen.«

»Wir? Sind Sie auch Filmtheaterbesitzer?«, fragte Dick provokant.

»Guter Witz, haha. Ein Scherzkeks, dein Bruder, Chuck, was? Hier würde doch so mancher gerne in der Pause einen Drink nehmen. Ich könnte das entsprechende Material liefern, zu ausgezeichneten Konditionen.«

»Nein, danke, kein Bedarf«, sagte Dick freundlich, aber bestimmt. »Der Laden war zu teuer, um ihn wegen ein paar Drinks aufs Spiel zu setzen.«

»Man sollte sich nie ein gutes Geschäft entgehen lassen, nicht Chuck?«

Aber Chuck hatte nur Augen für die wunderschöne Frau an Lornes Arm, die mit ihren seidigen Haaren, dem sündhaft engen Goldlamékleid und der Pelzstola so manchen Blick auf sich zog.

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