E. T. Byrnes - Das Wissen der Welt

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Viktoria ist fünf Jahre alt, als das Regime ihren Bruder Rafi ermordet. Sie selbst wird entführt und in einer Anstalt für geistig Behinderte untergebracht. Rund sechzehn Jahre später wird sie überraschend daraus gerettet – und stellt fest, dass sie durch Raum und Zeit wandern kann. Diese Fähigkeit macht sie zu einer wertvollen Spielfigur im Ringen zwischen Regime und Rebellen. Einer der Rebellen ist Aenghus, ein Druide, der für seine Pläne seit vielen Jahrzehnten auf Viktoria gewartet hat und sie deshalb nicht aus seinen Augen lassen möchte. Doch bevor sie sich von ihm benutzen lässt, macht sie sich auf ihren eigenen Weg – zusammen mit Jack, einem jungen Telepathen. Gemeinsam suchen sie eine geheimnisvolle Bibliothek, die nichts Geringeres enthalten soll als das Wissen der Welt …

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Sie probte nie Widerstand gegen das Personal, die Führung oder den Tagesablauf. Die Botschaft damals im Keller war so klar wie verheerend: Niemals würde der Zentralrat auch nur einen Hauch von Widerstand dulden, ob nun schuldig oder nicht. Der Wächter war gestorben, wenngleich nicht aus ihrer Hand. Die Welt hatte sie trotzdem vergessen, wie sollte es auch anders sein. Mit fünf Jahren war sie aus einem stinkenden Kellerloch verschwunden, während oben auf der Erde ein Massaker verübt wurde. Ihren großen Bruder hatte sie seither nie wieder gesehen.

In der Gegenwart kullerte eine einzelne Träne ihre Wange herab. Wie sie Rafi vermisste. Mit aller Macht versuchte sie jeden Tag, sich an sein Gesicht zu erinnern, an jedes Detail, jede Falte oder gar Sommersprosse. Mit jedem Sonnenaufgang fiel es ihr schwerer. Immer endete es damit, dass sie das Blut roch, das ihr damals in die Augen gelaufen war. Sein Blut. Und sie war schuld.

Über die Jahre hinweg hatte Viktoria gelernt, sich in der Anstalt geradezu wohlzufühlen. Sie machte kaum Aufstand und zettelte keine Wütereien unter den anderen Patienten an. Die Angestellten und Pfleger honorierten das nach einiger Zeit damit, dass sie sich nahezu frei bewegen konnte. Die anderen Bewohner der Anstalt bildeten eine seltsame Parallelgesellschaft. Sie verfügten über eine lose, soziale Struktur, einfach weil sie Tag und Nacht miteinander verbrachten. Sie entstammten unterschiedlichsten Familien, waren wegen der verschiedensten Vergehen in der Anstalt. Nur eines hatten sie alle gemeinsam: Niemand wusste, weshalb sie hier waren anstatt in einem dunklen, feuchten Grab. Die Wächter gaben niemals etwas preis, die Pfleger traten nur einen Schritt zurück und ignorierten die Bewohnerinnen, bis sie aufhörten, zu fragen.

Viktoria hatte es bald aufgegeben. Sie bekam täglich essen, hatte eine alte Matratze und eine Decke über den Kopf. Es blieb ihr gar nichts anderes übrig, als zu warten, die anderen Bewohnerinnen zu beobachten – und zu lesen. Sie vermutete, dass sie die älteste Bewohnerin der Anstalt war. Die anderen mieden sie und hielten Abstand. Vertrauen war ein seltenes Gut und Viktoria hatte früh gelernt, dass sie auf sich gestellt war. Sie legte nicht wirklich Wert auf die Gesellschaft der anderen. Stattdessen saß sie still in der Nähe und hörte viel lieber zu, gerade wenn eine neue Bewohnerin gebracht wurde. Sie war dann die einzige Informationsquelle, die Viktoria über die Welt hatte. Viel erfuhr sie nicht, denn die meisten Neuen verfielen in Wut- und Trotzanfälle. Nachts wurde die Tür zu ihrer Höhle abgeschlossen, wie sie das Zimmer nannte. Es war das absolute Gegenteil einer Höhle, aber mit genug Vorstellungskraft konnte sie sich in die Dunkelheit hineinversetzen. Dann konnte sie die kühlen und rauen Steine eines Felsbodens unter ihren Fingerspitzen fast spüren. Manchmal bildete sie sich ein, dass der Stein einen ruhigen, gleichmäßigen Puls hatte, der ihr Stärke schenkte. Wie viel Zeit sie in ihrer Vorstellung verbrachte, merkte sie sehr wohl. Regelmäßig kam es vor, dass die Pfleger sie zu ihren Mahlzeiten daraus aufschrecken mussten.

So auch heute. Als die fremde Hand sich auf ihre Schulter legte, schnellte ihr Kopf hoch.

„Ruhig, ich bin es nur“, sagte Peter. Wenn er heute da war, dann hieß das, dass es bereits wieder Mittwoch sein musste. Einer von vielen Hundert, die sie schon erlebt hatte. Sie blinzelte einige Male und zog ihre Nase hoch.

„Na dann sollte ich wohl mal aufstehen“, murmelte sie vor sich hin und rutschte nach vorne, um sich von der Bettkante abzustoßen.

Der Weg zum Saal glich einem Hindernislauf. An einer Ecke stand Sue, eine weißhaarige Alte, die seit ihrer Ankunft hier nur einen Satz von sich gab.

„Die Zukunft liegt vor uns.“

Den wiederholte sie dafür immer wieder. Vielleicht würde es sich wirklich einmal lohnen, in ein Leuchtschild zu investieren. Das könnte Sue dann stillschweigend hochhalten. Ihre Mit-Patientinnen hätten mit Sicherheit nichts dagegen. Wenn die Anstaltsleitung für die Kosten aufkäme, natürlich. Niemand in diesem Gebäude verfügte auch nur über die geringste finanzielle Unabhängigkeit. Woher sollte aber auch das Geld kommen – Besuch gab es nie und Viktoria war sich relativ sicher, dass außer dem Dorf draußen kaum einer von dieser Anstalt wusste. Die Abwesenheit von Besitz bedeutete, dass sie alle gleich waren. An irgendetwas erinnerte dieser Satz sie jedes Mal, wenn sie über ihn nachdachte. Wie üblich kam sie auch heute nicht darauf. Sie war schon zu lange hier, ihr Kopf und ihre Gedanken waren manchmal verdorrt wie eine Wüstenblume. Sie blühten erst auf, wenn sie sich in vollkommener Einsamkeit in der kleinen Gartenanlage aufhielt oder eines der wenigen Bücher in der Anstalt lesen durfte. Das Leben der anderen machte auf erschreckende Art mehr Sinn, wenigstens schienen sie ein bestimmtes Ziel zu verfolgen, während Viktoria einen Tag nach dem anderen absaß und darauf warten musste, dass etwas geschah.

Mitten im Gang blieb Viktoria stehen. Es war an der Zeit, dass Mags hinter dem Wasserautomat hervorsprang und sich wie ein Brückentroll vor ihr aufbaute. Für einige Takte blieb sie ruhig stehen. Aber die andere kam nicht. Ungeduldig scannte sie ihre Umgebung ab. Weder hinter dem Wasserautomat noch hinter einer kleinen Sitzgruppe fand sie sie. Ein Pfleger eilte vorbei, sie ergriff ihn beim Arm. Er fuhr herum, bereit zum Angriff einer verrückten Patientin. Als er Viktoria erkannte, beruhigte er sich augenblicklich.

„Was ist?“

„Wo ist Mags?“

Er schlug die Augen nieder und schüttelte nur den Kopf. Dann riss er sich los und eilte weiter.

Die Botschaft war simpel wie klar: Mags war tot oder in Einzelhaft. In all den Jahren hatte Viktoria gelernt, dass es nur einen Weg hier raus gab – den ins Grab. Wenn sie nicht in einem Kasten aus grobem Holz lag, dann musste sie unten in der Isolationshaft sein. Ein unruhiger Knoten setzte sich in ihrem Magen fest. Die alte Mags war verrückt, ja, aber nicht psychopathisch veranlagt. Deswegen wäre sie normalerweise keine Kandidatin für die Einzelhaft. Bevor sie jedoch weiter darüber nachdachte, hatten sich ihre Füße bereits wieder Richtung Speisesaal aufgemacht. Sie würde Mags nicht helfen können, wenn sie wegen Nichterscheinens zur Strafe in ihrer Höhle eingesperrt werden würde. Es gab nicht viele Insassen, für die sie sich einmischen würde, aber Mags war fast genausolang hier drin wie sie. Damit war sie länger ein Teil ihres Lebens, als Rafi es jemals war. Auch wenn dieser Gedanke sie schmerzte – sie hatte so gut wie keine Freunde, aber deswegen würde sie wenigstens herausfinden, was Mags widerfahren war.

Sie stellte sich in die Schlange, die an einem alten Edelstahltresen entlang verlief. Es gab keine besondere Auswahl, trotzdem wurden für ihre täglichen Mahlzeiten undefinierbare Breisorten nacheinander mit einem gemeinsamen Schöpflöffel auf ein beiges, abgenutztes Tablett geklatscht. Damit sich niemand verletzte, gab es nur Plastiklöffel, die am Ende des Essens wieder eingesammelt wurden. Wehe der, die ihren nicht wieder abgab. Oder nicht schnell genug war.

Manche Pfleger waren nicht gerade freiwillig hier und mussten ihre Lebens- und Arbeitszeit nun in dem entlegenen Örtchen ableisten, das allein wegen der Anstalt noch Bestand hatte. Und das ließen sie gerne an den Patienten aus. Vor allem der glatzköpfige Bully gehörte zu dieser Gruppe. Keiner wusste, wie er wirklich hieß. Heute stand er wieder an der Ausgangstür, wo alle Patientinnen ihre Tabletts und Löffel abgeben mussten. Es wäre ein Höhepunkt seines Tages, wenn er jemanden einsperren könnte. Seine primitive Lebenseinstellung machte ihr manchmal Angst. Kalte, im Magen verknotete Angst.

Wenn Viktoria rausfinden wollte, wo Mags war, wären die Einzelzellen ein guter Start. Es war unwahrscheinlich, aber möglich, dass die Alte sich einfach zu hart aufgespielt hatte und nun für ein paar Tage im Dunklen saß. Jedenfalls war es ein Leichtes für Viktoria, diese Option selbst zu überprüfen. Sie nahm ihr volles Tablett und ging hinüber zu dem Tisch, an dem Juliette bereits saß. Natürlich zusammen mit ihrer Entourage. En-tou-rage. Ein Wort, das ihr neulich in einem kleinen Büchlein mit Gedichten aufgefallen war. Sie war sich nicht sicher, wie man es aussprach, aber sie hatte dabei an Juliette denken müssen. Ein Wort für einen Freundeskreis, der vorgab, etwas Nobleres zu sein. Das schien ganz gut zu passen. Die beiden hatten sich von Anfang an nicht ausstehen können, aber doch gemerkt, dass sie sich bei den wirklich wichtigen Sachen aufeinander verlassen konnten. Bei Nichtigkeiten hatten sie sich schon bis aufs Blut gestritten, hielten sich aber gegenüber den Pflegern immer den Rücken frei. Vertrauen sah anders aus, aber mit diesem Arrangement konnte Viktoria arbeiten. Eine wertvolle kleine Allianz, die sie nun wieder einmal nutzen würde.

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