Eckhard Lange - Die Niebelsaga

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Das Bankhaus Niebel gerät in den Strudel der globalen Bankenkrise, aber weder Siggi de Castro, der zynisch-depressive Schwager, noch dessen Adoptivschwester Brunhilde, die ihn jahrelang missbraucht hat, sind bereit, Günter Niebel mit dem Erbe der de Castros zu helfen. Erst Prokurist Hagen löst das Problem auf seine Weise, er inszeniert einen tödlichen Unfall, doch der Haß Hillas, der jungen Witwe, verfolgt ihn bis zum bitteren Ende. Beim Aufstieg auf die Festung Massada schlägt endlich ihre Stunde der Rache, und ihr jüdischer Freund muß hilflos zuschauen, weil auch er ein Geheimnis vor ihr verborgen hatte, das seine Familie mit den Niebels verband. Dabei hätte sein Entschluß, alte Schuld zu vergeben, vielleicht alles ändern können.

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Das Tischgespräch - falls man es überhaupt so nennen konnte - verlief ziemlich einsilbig. Hillas Bruder schwieg weiterhin, ob nun aus Abneigung gegenüber dem Fremden oder weil seine Geschäfte ihn wieder eingefangen hatten. Hilla selbst hatte Mühe, einige belanglose Äußerungen einzuwerfen, so daß der Dialog weitgehend zwischen Siggi und dem Clanchef stattfand. Vergeblich versuchte Hillas Vater, den vollen Namen des Gastes zu erfahren, ohne direkt danach fragen zu müssen. Aber Siggi überhörte alle versteckten Anfragen, dafür gab er sich ausgesprochen friedlich, vermied alle provokativen Äußerungen, mit denen er sonst so gerne glänzte, beschränkte sich auf höfliche Gemeinplätze und wich allem aus, was über ihn selbst Rückschlüsse zuließ. Es war eine Meisterleistung nichtssagender Konversation, die er zum besten gab, und Hillas Vater registrierte das mit einer Mischung aus Ärger und Anerkennung.

Jedenfalls waren alle froh, als das Mädchen auch die leeren Dessertschüsseln abräumte, und der Alte verzichtete sogar auf den sonst fälligen Kognak danach, hob die Tafel auf und entschuldigte sich mit dringenden Angelegenheiten. Auch sein Sohn verschwand, kaum daß er einen Gruß über die Lippen brachte. Hilla saß noch da, starrte vor sich hin und wußte nicht, wie es nun weitergehen sollte. Siggi aber hatte wieder diesen arroganten Zug um die Mundwinkel, als er plötzlich in die Stille hinein sagte: "War doch ganz schön, oder?" Und als sie schwieg, stand er auf und sagte ziemlich schroff: "Ich glaube, ich gehe jetzt lieber."

Hilla brachte ihn bis zur Tür und blieb dann zögernd stehen. Irgendetwas muß ich jetzt sagen, irgendetwas, was nichts kaputtmacht, dachte sie. Aber ihr fiel nichts ein. Er öffnete die Tür. "Wie kommst du denn jetzt in die Stadt?" fragte sie, und ihr Verlangen war unüberhörbar, dennoch traute sie sich nicht, das andere zu sagen: Soll ich dich bringen? Er gab ihr keine Chance: "Mach dir keine Sorge, ich komm schon hin." Und dann, nach einem sehr flüchtigen Kuß, nur noch dies: "Bis bald!" Er sprang mit einem Satz über die drei Stufen hinweg auf den Kiesweg, lief, ohne sich umzuschauen, bis zur Gartenpforte und verschwand hinter der Hecke.

Hilla stand noch ein paar Minuten in der Tür, als hoffte sie, er würde noch einmal zurückkommen. Dann ging sie hinauf in ihr Zimmer, riß die zerwühlte Tagesdecke vom Bett und trampelte darauf herum. Plötzlich hielt sie inne, kniete nieder, nahm die Decke in den Arm und wartete, bis ihr endlich die Tränen kamen.

2. Siegfried

Warum - warum bin ich so, wie ich bin? Warum habe ich das getan? Es ist so leicht arrogant zu sein, den Überlegenen zu spielen, wenn man es erst einmal gelernt hat. Es ist so einfach, zu reden, immer nur zu reden, um nichts Wesentliches zu sagen. Dabei übertönt die eigene Stimme die Stimme in mir, die etwas ganz anderes sagen möchte und es doch nicht vermag.

Ich liebe dich doch, Hilla, will sie sagen. Ich will dich nicht verletzen. Ich will nur deine Nähe spüren, deine Wärme, deinen Körper. Ich will dich lachen sehen, will mich dir offenbaren, damit kein Geheimnis zwischen uns steht, damit Wahrheit ist - und dir so die Freiheit bleibt, mich zu lieben, oder auch nicht. Und ich will diese Freiheit dann aushalten, auch wenn sie wehtun könnte.

Warum also bin ich nicht so, wie ich sein möchte? Warum verstecke ich meine Gefühle hinter dieser Maske, statt sie dir einfach zuzumuten? Warum immer wieder Tarnung statt Offenheit? Ich habe sie mir erkämpft, diese Tarnkappe, das ist wahr. Ich bin dem Bösen begegnet, habe Haß erfahren und Gewalt, und ich habe ihm diese Maske abgerungen, die die Wahrheit verbirgt, weil Wahrheit manchmal tödlich sein kann.

Meine Erinnerung geht nicht weit genug zurück, um noch die Liebe zu spüren, die sie doch einmal empfunden haben müssen, meine Eltern, und die sie doch einmal auch mir zuteil werden ließen. Denn als mein Gedächtnis seine Aufzeichnungen begann, da berichtet es nur noch von Streit, von haßerfülltem Schweigen, immer wieder abgelöst von ebenso haßerfülltem Wortgefecht. Was mir damals blieb, war die Flucht - fort aus dem Teufelskreis dieser ewigen Schlacht, dieser ständig gekreuzten Klingen, irgendwohin, wo Stille war: ins Kinderzimmer zunächst und unter die Kissen, später dann in das Baumhaus im Garten, wo nur eine Drossel ihren Gesang gegen die mißtönenden Wortkaskaden aus dem Mund der Eltern setzte. Und endlich in eine mythische Welt, fernab aller Wirklichkeit, wohin mich meine Fantasie entführte - und wo ich endlich Mittelpunkt sein konnte, geliebt von geheimnisvollen Feen, geachtet von Baumgeistern und Faunen, gefürchtet von Riesen und Drachen. Den Drachen vor allen, die mein Zauberschwert töten konnte, wenn ich nur wollte. Es war diese Zauberwelt, die mich seither begleitet hat und die in den vielen Träumen - denen tagsüber ebenso wie in den Nächten - bis heute ihre eigenen Wirklichkeit schafft. So wurde ich zum Wanderer zwischen beiden: der inneren Wahrheit, die mich vor der Verzweiflung am Leben bewahrte, und der realen Welt, die mich kritisch werden ließ und oft genug auch zynisch, weil ich ihre Verlogenheit erfahren hatte seit frühesten Kindertagen.

Dann kam das Ende mit Schrecken, ebenso herbeigewünscht wie gefürchtet: die Scheidung der Eltern, die Verhöre vor dem Richter, der das Kindeswohl erforschen wollte und dabei nur kaum vernarbte Wunden wieder bluten machte, und endlich die scheinbar so salomonische Lösung, die mich von beiden trennte, vollständig und für immer, und mich einem Fremden zusprach, der Herkunft nach einem Verwandten, der den Knaben aufziehen sollte und ihm seinen Namen gab.

Er hat mir nicht viel bedeutet, dieser Adoptivvater, obwohl er sich auf seine Art Mühe gab, das gestehe ich ihm zu. Dennoch war die leibliche Tochter ihm näher, und auch mir war sie vertrauter, als Schwester zunächst, aber später dann - heimlich - auch in anderer Weise. Doch der Alte hat mich Dinge gelehrt, die es mir bald erlaubten, mit List zu agieren und notfalls rücksichtslos meinen Weg zu gehen. Er hat mich Verstellung gelehrt und mir gezeigt, wie man aus dem Verborgenen heraus dennoch zum Sieger wird im Kampf um Einfluß und Macht und um Geld und Besitz. Und - er hat mir von seinem Reichtum hinterlassen, ohne daß ich ihn wirklich verdient habe mit Dankbarkeit und Liebe.

Lange habe ich mich vor mir selbst geweigert, dieses Vermögen anzugreifen, weil ich wußte, wie es zustande gekommen war. Und als ich davon dann doch einiges nutzte, weil es mir Unabhängigkeit gab - vorsichtig und in bescheidenem Umfang nur nutzte, um mein Gewissen zu schonen - da opferte ich ihm mit zynischem Reden. Denn zynisch erschien es mir, für Gerechtigkeit und den Erhalt dieser Schöpfung vor anderen einzutreten und zugleich davon zu leben, was durch ungerechtes Handeln und den Mißbrauch der Schöpfung angehäuft wurde.

Um es offen zu sagen: Mein Ziehvater hat sein Vermögen gewonnen aus Waffengeschäften, verboten zwar, aber doch mit heimlicher Unterstützung einflußreicher Leute in manchem Ministerium, deren politischen Zielen solche Lieferungen dienten. So brauchte er keine Strafverfolgung zu fürchten und konnte den Gewinn anlegen etwa in Aufkauf von Tropenhölzern, den er in einer Art Ringtausch geschickt mit dem Transfer von Milchpulver in einige Drittweltländer verband - doppelte Einkünfte und doppelter Verrat an Natur und Mensch. Und ich habe von alledem gewußt und dabei auch mitgetan, als ich in seinen Unternehmen ausgebildet wurde zum ehrbaren Kaufmann. Dankbar bin ich ihm nur, daß er mir ausschließlich Barvermögen und einigen Grundbesitz hinterließ, nicht aber die Aktienmehrheit am Konzern, den die Schwester als leibliche Tochter erbte - und mit ihr den Vorsitz im Vorstand.

Was sollte aus einem Menschen werden, der dies alles erlebt hat, dessen Kindheit der Haß, dessen Jugend die Geldgier prägten? Entweder er wurde selber böse - gewissenlos böse - oder er flüchtete sich in Zynismus. Denn zum Verzicht, zur heiligen Einfalt in geläuterter Armut fehlte mir stets die Kraft. Innere Größe mag dem Gewissen förderlich sein - leben kann man davon jedenfalls nicht. Und leben wollte ich schon. So blieb mir nur, den Reichtum selber nicht zu mißbrauchen, ihn auch nicht protzend hochmütig zu verschleudern, sondern so sparsam wie möglich zu nutzen. Mehren tat er sich dennoch von selbst.

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