Ilse Wind - Lebenszeichen

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"Da hast Du aber einen guten Schutzengel gehabt" ist ein beliebter Spruch, wenn man einer brenzlichen Situation entkommen ist. Der Protagonistin Daniela Stolz gibt ihr Schutzengel ein klares «Lebenszeichen», als sie die schwere Aufgabe übernimmt, ihre Mutter in einem Mordprozess zu verteidigen.

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Michaela Wind legte ihre Hand auf meine und sah mich mit festem Blick an.

„Entschuldigen sie, Daniela. Ihre Großmutter hat mich so sehr gebeten, da habe ich vergessen, wie befremdlich das auf sie wirken muss. Sie hatten vermutlich bisher keine Kontakte zur geistigen Welt?“

Ich wurde allmählich ruhiger und versuchte, nicht länger wie ein verstörtes Kind zu wirken. Es fiel mir schwer, meine durch die Erziehung meines Vaters verinnerlichte Verneinung aller übersinnlichen Einflüsse plötzlich wieder zuzulassen. Doch es gab keinen Zweifel daran, dass ich die Gegenwart meiner Großmutter gespürt hatte.

„Nein. Zumindest nicht so. Kurz nach ihrem Tod hatten wir jeden Tag miteinander gesprochen, aber dann habe ich es mir abgewöhnt. Meinem Vater zuliebe. Er mochte das nicht.“

„Schade, eigentlich.“

Plötzlich schien mir die Situation so persönlich, geradezu intim, dass es für mich unerträglich wurde, noch länger zu bleiben. Ich schaute auf die Uhr und gab vor, noch einen anderen Termin zu haben. Ich stand auf und sah mich noch einmal im Raum um. Offenbar hoffte ich, noch ein Zeichen meiner Großmutter zu entdecken. Ich hatte für einen Moment völlig vergessen, weshalb ich eigentlich gekommen war. Michaela Wind sollte als Zeugin für meine Mutter aussagen und stattdessen geriet ich in den Sog der Spiritualität dieser beeindruckenden Frau.

„Ich möchte ihrer Mutter gerne helfen. Dennoch hoffe ich, wir können die Geschichte aus der Boulevardpresse raushalten. In keinem Fall darf das Wirken dieses großen Heilers in den Dreck gezogen werden.“

Ich kramte die Abendzeitung aus meiner Handtasche und hielt ihr die Titelseite hin, wo neben der Schlagzeile über den Mord das Bild von Michaela Wind im Zusammenhang mit ihrer neuen Talkshow abgedruckt war.

„Ich fürchte, das wird sich nicht vermeiden lassen.“

Die reale Bedrohung durch die Presse brachte mich auf den Boden der Tatsachen zurück. Ich wiederholte meine Frage:

„Waren sie am Samstagabend auf dem Seminar?“

„Ja. Ja, natürlich. Das steht sicher in den Aufzeichnungen ihrer Mutter. Ich war im Seminar bis die beiden anfingen, ihre Spiele zu spielen.“

„Sie spielten Spiele?“ fragte ich überrascht.

„Ja, ich sagte ihnen ja, Gabriel war ein Scherzbold, ein Schauspieler, in gewisser Weise sogar ein Macho. Er provozierte Susanne gerne. Am liebsten vor den anderen. Er genoss es, sie in Rage zu bringen. Susanne nahm Gabriel manchmal viel zu ernst, weil sie ehrfürchtig ihm gegenüber war. Das nutzte er aus. Erst wenn er sein schelmisches Grinsen aufsetzte, wurde ihr bewusst, dass er sie neckte. Das waren ihre Spiele. Niemand, der die beiden öfter erlebt hatte, nahm diese von Gabriel provozierten Streits ernst. Doch an diesem Abend waren viele neue Leute da und die wirkten peinlich berührt. Deshalb verabschiedeten wir uns und ließen die beiden allein.“

„Also gab es gar keinen Streit zwischen Gabriel und Susanne?“.

Michaela Wind lachte.

„Nein, die beiden hatten nie Streit. Sie kabbelten sich wie junge Hunde oder frisch Verliebte, die sich ihre Zuneigung nicht eingestehen wollten. Sie liebten sich auf eine ganz besondere Art. - Hat denn jemand behauptet, es hätte einen Streit gegeben?“

„Es gibt eine entsprechende Zeugenaussage bei der Polizei. Das hat ausgereicht, meine Mutter unter Mordverdacht zu stellen. Dabei haben sie weder die Mordwaffe noch sonst irgendwelche Beweise“. Ich hörte wie meine Stimme nölend wie die eines zu Unrecht bestraften Kindes klang.

Michaela Wind legte mir die Hand auf die Schulter

„Wie gesagt, ich möchte ihrer Mutter helfen. Sagen sie mir, was ich tun kann. Ihre Sekretärin hat meine Telefonnummer. Sie können mich jederzeit anrufen. Und sie dürfen mich gerne wieder besuchen. Ich glaube, es war nicht das letzte Mal, dass ihre Großmutter sie sprechen wollte.“

Es dämmerte bereits als ich das Anwesen durch das große Tor verließ. Die Eindrücke der letzten Stunden stellten mein ganzes Leben auf den Kopf. Hätte ich heute nicht besser die Boutique aufgesperrt und den Damen der Highsociety ein paar sündteure Pumps, glitzernde T-Shirts und fancy Modeschmuck verkauft? Warum war ich nicht beim Staatsanwalt vorstellig geworden? War ich überhaupt in der Lage, einen Fall von dieser Tragweite in den Griff zu kriegen, ohne mein Leben völlig aus der Kontrolle zu verlieren? Sollte ich nicht besser das Angebot meines Vaters annehmen und ihm das Schicksal meiner Mutter übertragen? Das war allerdings ja schon einmal schief gegangen. Also kam diese Lösung nicht in Betracht. Doch wie konnte ich gemütlich mit Großmutter im Jenseits plaudern, während Mama in U-Haft saß, ihr Laden ohne Begründung geschlossen blieb und ihr Kater vermutlich gerade meine Wohnung auf den Kopf stellte? Ich fuhr in die Wurzerstraße, um für den nächsten Tag ein Schild an die Tür zu hängen. „Wegen ... geschlossen.“ Ja, weswegen war denn geschlossen? Wegen eines Todesfalls. Wirkte das nicht etwas skurril angesichts der Tatsache, dass meine Mutter angeblich diesen Todesfall herbeigeführt hatte? Trotzdem, es war das einzige, was mir als Begründung für eine auf unbestimmte Zeit geschlossene Ladentür einfiel. Vor der Boutique war ein Parkplatz frei. Ein einzelner Parkplatz – wie für mich bestellt. Mutter hatte mir oft von ihrem Parkplatzengel erzählt. Aber daran wollte ich jetzt nun wirklich nicht glauben. Dennoch fühlte ich mich verpflichtet, mich bei irgendeiner höheren Macht für diesen Parkplatz zu bedanken. Damit musste es dann aber mit dem Hokuspokus für heute gut sein. Im Laden brannte Licht und eine Kundin hielt einen Bügel mit einer rosa Seidenbluse hoch. Ich blieb stehen und sah durch das Fenster. Neben der Kundin erkannte ich Isabel, eine Freundin meiner Mutter. Ich ging hinein. Isabel rief meinen Namen, stürzte auf mich zu und umarmte mich.

„Wie lieb, dass du vorbei kommst. Wie geht es Susanne? Hat sie sich schon gemeldet?“

Isabel machte auf mich den Eindruck, als ob sie von den Geschehnissen nichts wusste. Um sie nicht zu irritieren, richtete ich erst einmal liebe Grüße aus und lobte die Kundin für ihren guten Geschmack. Gemeinsam berieten wir die Dame, bis sie mit einer riesigen Susanne-Tüte glücklich den Laden verließ. Diese Normalität stand in so krassem Gegensatz zu meinen Erlebnissen des heutigen Tages, dass ich sie als überaus wohltuend empfand. Deshalb wollte ich Isabel auch nicht aufklären darüber, dass Susanne nicht zur Modemesse nach Düsseldorf gefahren war, wie sie dachte. Das erklärte natürlich, warum meine Mutter ihre Freundin als Aushilfe engagiert hatte und es befreite mich von der Verpflichtung, die nächsten Tage den Laden zu hüten. Ich hatte ein schlechtes Gewissen bei dem Gedanken, dass Isabel die Geschichte spätestens morgen von einem Fremden zugetragen bekam, aber ich brachte nicht mehr die Kraft auf, es ihr jetzt zu sagen. Ich brauchte Abstand und vor allem brauchte ich jemanden, der meinen verwirrten Geist sortierte. Ich dachte an Ali, fühlte mich aber nicht wohl bei dem Gedanken. Der Rausschmiss heute war eine Frechheit von mir gewesen und ich hatte bisher keine Chance gehabt, mich dafür zu entschuldigen. Außerdem kannte ich seine Einstellung zu spirituellen Dingen nicht. Würde er mich überhaupt ernst nehmen? Die einzige, die mir aus diesem Chaos von Gefühlen, Irritationen und Versagensangst heraushelfen könnte, war meine Mutter. Ich ging in ihre Bürokammer hinter dem Verkaufsraum und sah im Halbdunkel hilfesuchend ihr Bild an. Es war, als lächelte sie mir zu. Der Anblick tröstete mich etwas und ich dachte daran, dass meine Großmutter mir ihre Hilfe zugesagt hatte. Es gab keinen Grund, nicht daran zu glauben.

Ich verabschiedete mich von Isabel, die mir versprach, die ganze Woche den Laden zu führen, bis meine Mutter wieder käme. Noch immer hatte ich eine Blockade, ihr reinen Wein einzuschenken und so bedankte ich mich für ihre Hilfe und ging.

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