Ilse Wind - Lebenszeichen
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„Soll ich Dich mit Deinem Vater verbinden?“
Dankbar hielt ich ihr den Notizzettel entgegen. Für ein so junges Ding hatte sie ganz schön viel Grips und Gespür.
„Ich hab die Nummer“, sagte sie lächelnd im Hinausgehen. „Willst Du anschließend mit Frau Wind sprechen?“
An meinem Blick musste Sonja erkennen, dass ich mit dem Namen im Moment nichts anfangen konnte. Dennoch verschwand sie ohne meine Antwort abzuwarten. Meinte sie Michaela Wind, die Schauspielerin, die vor kurzem ihr spirituelles Coming-out gehabt hatte und seither über ihre Jenseitskontakte in den diversen Talk-Shows plaudert? Ab jetzt war wohl alles möglich.
Das Telefon summte und Sonja kündigte mir meinen Vater an. Er fand es albern, dass ich mich hinter einer Sekretärin verschanzte, kam aber sofort zum Thema:
„Selbstverständlich übernehme ich Susannes Verteidigung.“
Meine Contenance überraschte mich selbst:
„Da wird Mama sich sehr freuen, wenn Du mir bei der Sache hilfst, aber ich glaube, sie möchte, dass ich den Fall zu Ende bringe. Ich möchte sie ungern enttäuschen. Außerdem ist Strafrecht...“ ich macht eine kurze Pause, „doch nicht Dein Gebiet.“
Beinahe hätte ich ihn mit seinem Lieblingssatz „Strafrecht ist unter Deiner Würde“ zitiert. Doch das konnte ich mir in letzter Sekunde verkneifen. Für meinen Vater gab es ehrenhafte Rechtsgebiete und solche, um die sich die Idealisten der Juristerei kümmern sollten. Wir vereinbarten für den Nachmittag einen Termin in meinem Büro, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Dem wollte ich mich nicht verschließen, denn alles, was Mama helfen würde, musste ich unternehmen. Nur eines war mir klar, Dr. Elmar Stolz hatte keine Freunde bei der Staatsanwaltschaft. Auf diese Karte konnte ich nicht setzen.
Ali steckte den Kopf durch die Tür.
„Alles klar?“
Der Spruch war einen Lacher wert, doch ich gestattete mir nur ein gequältes Grinsen.
„Komm rein und erklär mir bitte, was da draußen abgeht.“
„Aufenthaltsprobleme, was sonst“, sagte er gelassen und schloss die Tür hinter sich. Sein Blick fiel auf die Zeitung und er sah mich entsetzt an.
„Das ist doch Deine Mutter?“
Dieser Satz öffnete bei mir die Schleusen und ich brach in Tränen aus. Bis hierhin hatte ich das alles wie ferngesteuert erledigt und die Sache als eine zu lösende Aufgabe empfunden, aber Alis Entsetzen und sein Mitgefühl gaben mir den Mut, meinen Gefühlen freien Lauf zu lassen. Er legte seinen Arm um mich und zog ein frisch gebügeltes Stofftaschentuch aus seiner Hosentasche. Zärtlich betupfte er meine Wangen und Augenlider und hielt das blütenweiße Tuch mit den Initialen AY vor mich hin, bis ich es nahm. In diesem Moment wahr mir klar, dass ich für den Fall einen Verbündeten brauchte und dass dieser nicht mein Vater sein konnte. Martin schied aus, weil er in letzter Zeit die wichtigste Büroregel missachtete. Aber Ali mit seinem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn und der Liebe zu seinen Mitmenschen würde vielleicht sogar Zugang haben zu den Mächten zwischen Himmel und Hölle, die hier vermutlich im Spiel waren.
Ich sah Ali in seine fast schwarzen Augen in dem leicht olivfarbenen, schmal geschnittenen Gesicht. Der Dreitagebart war mir noch nie aufgefallen, sein dunkles, kräftiges Haar schimmerte leicht bläulich. Sein starker Arm lag schwer aber wohltuend auf meiner Schulter. Ich erschrak, dass ich offenbar ganz plötzlich den Mann in Ali entdeckte und gab ihm sein Taschentuch zurück. Er legte es auf meinen Schreibtisch und setzte sich mir gegenüber auf den Stuhl.
„Kann ich dir helfen?“
So sehr ich mir diese Frage gewünscht hatte, so sehr entkräftete sie mich auch. Ich nahm das Taschentuch wieder auf und verdeckte damit mein Gesicht. Wie gerne hätte ich mich ganz hinter dieser weißen Fahne als Zeichen meiner Kapitulation verschanzt. Noch hatte ich nicht mit dem Fall begonnen und schon glaubte ich, gescheitert zu sein. Ich war emotional viel zu stark involviert, um einen klaren Gedanken zu fassen. Wieder spürte ich Alis warme Hand an meinem Arm und ich hob den Kopf hinter meiner Deckung.
„Meinst du, du kannst mir helfen?“
„Wenn du mich lässt“, sagte er leise.
Das Telefon beendete meinen kleinen Schwächeanfall. Als solches wollte ich die letzten Minuten zumindest einstufen. Ich richtete mich auf, konzentrierte mich und nahm den Hörer ab.
„Michaela Wind will Dich unbedingt sprechen“, drang es an mein Ohr.
Die Ehrfurcht in Sonjas Stimme war nicht zu überhören. Ich hielt die Sprechmuschel zu und überlegte kurz. Es war wohl besser, Ali hinauszuschicken, denn sein Mitgefühl schwächte mich und das wollte ich nicht länger zulassen.
„Ich bring dir dein Taschentuch später vorbei“, sagte ich mit gefasster Stimme. Es war eine dämliche Formulierung für einen Rauswurf, aber mir fiel nichts Besseres ein. Brav stand er auf und ging zur Tür.
„Ali?“
Er drehte sich noch einmal um und sah mich fragend an.
„Danke!“
Er verließ den Raum, während ich mir die berühmte Schauspielerin durchstellen ließ. Ihre Stimme war unverkennbar und ich konnte mich nicht dagegen wehren, ihr durch meine aufrechte Haltung ein gewisses Maß an Bewunderung zu zollen. Sie war bestürzt über den Tod von Gabriel, den sie als ihren Freund bezeichnete. Sie hatte stets seine karitative Arbeit in Brasilien unterstützt und war seit Jahren seine Patientin gewesen. Ich war erstaunt, wie offen sie mit mir sprach und folgte gerne ihrer Bitte um ein persönliches Gespräch. Offenbar kannte sie auch meine Mutter seit vielen Jahren und sie wollte mir Dinge erzählen, die mir vielleicht helfen könnten.
Kaum hatte ich aufgelegt, kündigte mir Sonja das nächste Gespräch an. Diesmal war es der Schönheitschirurg Professor Gerber. Kurze Zeit überlegte ich, ob es nicht besser war, erst das Terminbuch zu studieren, um auf die Telefonate besser vorbereitet zu sein. Doch dann nahm ich das Gespräch entgegen. Auch Professor Gerber lud mich zu sich an den Starnberger See ein. Es sei ihm wichtig, dass der Name Gerber nicht mit Gabriels Tod in Verbindung gebracht würde aber es sei ihm ebenso wichtig, diesen großartigen Heiler vor dem Spott der Medien und dem der Schulmediziner zu schützen. Daher sei in diesem Fall ein besonders diplomatisches Geschick vonnöten. Er drückte mir noch sein Bedauern darüber aus, dass meine Mutter in dieser schlimmen Situation sei. Auch er kannte Susanne gut und war sicher, dass hier die Falsche verdächtigt wurde. Er würdigte meine Mutter voller Zuneigung, so dass ich fast den Eindruck hatte, dieses Verhältnis ginge über das freundschaftliche ein wenig hinaus. Mein Gott, wie wenig wusste ich über meine Mutter?
Für das nächste Telefonat hätte ich Sonja gerne den Hals umgedreht, denn sie kündigte mir ein neues Mandat an: Helfried Sommer. Da ich mir zwar den Vorschuss für diesen Mordfall bereits aus dem Safe genommen hatte, aber auch wusste, dass die Kanzleimiete jeden Monat fällig wurde, wollte ich mich nun nicht generell gegen neue Mandate sperren. Dennoch sagte ich ganz offensichtlich etwas anderes als ich dachte:
„Gib ihn Martin!“
Doch Martin hatte gerade einen Mandanten bei sich und so landete Helfried Sommer bei mir. Der Fall war an Komik kaum zu übertreffen. Herr Sommer wollte den Blumenladen verklagen, bei dem er die Rosen für seine Geliebte geordert hatte. Die Rechnung für die Rosen war ihm zu Hause zugestellt worden und die Empfängerin darauf namentlich erwähnt. Daraufhin verließ Frau Sommer ihren Mann. In seinen Augen ist der Blumenladen schuld am Scheitern seiner Ehe. Und ich sollte Schadenersatz geltend machen. Widerwillig gab ich Herrn Sommer einen Termin in der kommenden Woche. Es gab so viel Wichtigeres im Moment und ich musste den Anfang des roten Fadens finden, der mich durch den Fall führen würde.
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