Ilse Wind - Lebenszeichen

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"Da hast Du aber einen guten Schutzengel gehabt" ist ein beliebter Spruch, wenn man einer brenzlichen Situation entkommen ist. Der Protagonistin Daniela Stolz gibt ihr Schutzengel ein klares «Lebenszeichen», als sie die schwere Aufgabe übernimmt, ihre Mutter in einem Mordprozess zu verteidigen.

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„Mam, es ist Sonntag mitten in der Nacht, ich will schlafen“.

Das ängstliche Schluchzen an meinem Ohr machte mir klar, dass das der falsche Einstieg in das Gespräch mit meiner Mutter war. Sofort war ich hellwach. Ihre Worte kamen gepresst und abgehackt:

„Ich – werde – verhaftet.“

Danach nur noch Laute der Verzweiflung.

„Mama? Mama? - Gib mir den Polizisten! Und sag kein Wort bis ich da bin!“

Ein Herr, der sich am Telefon als Kommissar Specht vorstellte, erklärte mir, dass meine Mutter unter dem Verdacht stehe, einen Mann mit mehreren Messerstichen ermordet zu haben, und daher zur Vernehmung ins Polizeipräsidium gebracht werde.

Eine Leuchtschrift erschien vor meinem geistigen Auge: Mutter der Rechtsanwältin Daniela Stolz eine Mörderin! Schlimmer noch, die Exfrau des Münchener Staranwalts Elmar Stolz eine Mörderin. Zugegeben, nur die zweite Variante hatte das Zeug zur Schlagzeile, denn bisher hatte ich meine vor knapp einem halben Jahr gestartete Karriere als Strafrechtlerin auf der Verteidigung von Kleinkriminellen aufgebaut.

Niemals! Das konnte nur ein Irrtum sein. Meine liebe, manchmal etwas verrückte Mutter war nie und nimmer in der Lage, einem anderen Menschen ein Leid anzutun. Und die Vorstellung, dass sie gerade in Handschellen in einem Polizeiwagen durch München fuhr, pumpte mir stoßweise Adrenalin ins Blut.

Die Morgentoilette reduzierte ich auf Zähneputzen, und das Frühstück auf eine Tasse Kaffee. Diese Maschinchen, die aus kleinen Kapseln einzelne Tassen Kaffee pressten, waren eine segensreiche Erfindung. Gut fünf Minuten später spurtete ich die schiefe Holztreppe des Hinterhofaltbaus in der Schellingstraße hinunter und raste um den Häuserblock. Wo zum Teufel hatte ich mein Auto geparkt? Weit und breit kein rotes Cabrio. Womöglich mal wieder abgeschleppt. Diese Ecke in München-Schwabing war zum Kotzen. Überall Halteverbot und nirgendwo Garagen. Ich stoppte ein Taxi. Klar, dass einer meiner ehemaligen Kommilitonen am Steuer saß. Auch klar, dass ich ihm nur die Adresse „Ettstraße“ nannte und nicht sagte, dass ausgerechnet meine Mutter mein erster Mordfall war.

Es dämmerte bereits, als wir auf die Ludwigskirche zufuhren, die sich im Schein der aufgehenden Sonne leicht rosa färbte. Welche Sternenkonstellation meine Mutter wohl in diese missliche Lage gebracht hatte? An einem Sonntagmorgen aus dem Bett heraus verhaftet zu werden. Da hatte sicher Mars seine Finger im Spiel. Ich hoffte nur, dass ich schnell Jupiters segensreiche Kraft mobilisieren konnte, um ihr aus der Klemme zu helfen. Es war wirklich der falsche Zeitpunkt, mich über das Esoterik-Hobby meiner Mutter lustig zu machen, aber Galgenhumor war das einzige, was mich im Moment aufrechterhielt.

Das Häufchen Elend mit dem aufgequollenem Gesicht, den roten, tränenden Augen und den strubbeligen Haaren, das ich im Polizeipräsidium vorfand, hatte wenig gemein mit der stolzen, selbstverliebten Susanne, die ich als meine Mutter kannte. Sie saß in sich zusammengesunken auf einem hölzernen Stuhl und hob vorsichtig den Kopf, als ich den schmucklosen Raum betrat. Ihr Blick drang kaum durch den Schleier ihrer Tränen aber signalisierte Dankbarkeit und Hoffnung, als er mich erreichte. Es kostete mich große Mühe, nicht mit ihr zu weinen sondern mit fester Stimme nach den Anklagepunkten zu fragen. Weisungsgemäß hatte meine Mutter bisher geschwiegen, aber jetzt schluchzte sie wieder und stammelte „Dr. Karl ist tot“.

„Wer ist Dr. Karl?“ fragte Kommissar Specht mit warmer, weicher Stimme, die nicht zu seinem Gesichtsausdruck und schon gar nicht zu seiner schmächtigen Gestalt passte. „Wir haben die Leiche eines Gabriel de Santos gefunden und zwar mit mehreren Messerstichen im Rücken. Haben Sie diesen Dr. Karl auch getötet?“

Wütend wies ich die Frage zurück. Meine Mutter war unschuldig und wenn dieser Specht etwas anderes dachte, musste er es beweisen. Weder Gabriel de Santos noch Dr. Karl waren durch die Hand meiner Mutter gestorben. Auch wenn ich keinen der beiden kannte, war ich doch sicher, dass diese zarte Person niemals ein Messer in den Körper eines Mannes rammen könnte. Meine Mutter ließ sich sogar eine Forelle vom Kellner filettieren, um das arme Tier nicht zu verletzen. Ich machte von meinem Recht Gebrauch, Susanne unter vier Augen sprechen zu dürfen. Noch begriff ich gar nichts von dem größten Rätsel, das mir das Leben jemals aufgegeben hatte.

In der kurzen Zeit, die man uns zubilligte, erfuhr ich mehr über die spirituellen Aktivitäten meiner Mutter, als in all den Jahren zuvor. Aus Angst davor, von meinem Vater und mir verspottet zu werden, hatte sie nie davon erzählt, dass sie an einer Vielzahl von Seminaren über Geistheilung teilgenommen hatte. Gabriel de Santos war ein brasilianischer Heiler, der mehrmals im Jahr Europa bereiste, um Geld für sein Kinderkrankenhaus in Sao Paulo einzusammeln. Dazu heilte er und gab sein Wissen an Interessierte weiter. Meine Mutter hatte die Organisation seiner Besuche in München übernommen und veranstaltete für ihn sowohl Seminare als auch Heilsitzungen, zu denen eine Vielzahl von mehr oder weniger kranken aber vor allem prominenten Menschen aus ganz Deutschland kamen. Die Namen dieser Menschen wollte meine Mutter nicht preisgeben. Ihre Aufzeichnungen über die vergangenen Tage durften unter keinen Umständen der Polizei in die Hände fallen. Sie bat mich inständig, den Terminkalender aus dem Büro ihrer Boutique zu holen. Bei dem Wort Boutique fiel mir ein, dass meine Mutter Verpflichtungen hatte, die in den nächsten Tagen mir zufallen würden. Denn ihr hübscher kleiner Laden in der Wurzerstraße musste ebenso versorgt werden wie Hermes, der Kater in ihrer Wohnung in Grünwald. Doch diese Gedanken verdrängte ich schnell wieder, um Einzelheiten über die Vorgänge zu erfahren, die sie in diesen Verdacht gebracht hatten. Was hatte es mit diesen Heilsitzungen auf sich? Was geschah, wenn Gabriel de Santos, der selbstverständlich ohne Approbation arbeitete, die Menschen behandelte? „Du weißt, dass es illegal ist, als Arzt aufzutreten, ohne einer zu sein!“ sagte ich vorwurfsvoll, weil ich nicht begreifen konnte, was meine Mutter veranlasst hatte, Sitzungen für einen Geistheiler zu veranstalten.

„Aber Dr. Karl ist Arzt und Gabriel channelt ihn nur“.

„Was heißt das? Er channelt Dr. Karl?“

„Dr. Karl war Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts ein begnadeter Chirurg und hat vielen Menschen im ersten Weltkrieg das Leben gerettet. Nach seinem Tod bediente er sich lebender Personen, die ihm als Medium zur Verfügung stehen, um so sein Wirken fortsetzen.“

„Das ist doch Blödsinn. Mit dieser Geschichte können wir den Staatsanwalt nicht überzeugen.“

Ich erschrak über meinen barschen Ton. Doch mir schien die Erklärung so haarsträubend, dass ich fast wütend wurde. Ich legte den Arm um meine Mutter. Diese Geste brauchte ich mehr zu meiner eigenen Beruhigung als zu der ihren.

An dieser Stelle wurden wir von Specht unterbrochen. Irgendwie passte dieser Name zu dem Mann. Er hackte im Stakkato mit Fragen auf meine Mutter ein, weil es ihm offenbar plausibel erschien, dass sie Gabriel de Santos ermordet hatte. Doch egal, was er fragte, meine Mutter hatte keine Erklärung für Gabriels Tod. Als sie sich gestern Abend von ihm verabschiedete, lebte er noch.

„Wie kommen sie darauf, dass meine Mandantin Gabriel de Santos ermordet hat?“

Mit einem süffisanten Grinsen blätterte Specht in seinen Unterlagen und zitierte die Aussage einer Seminarteilnehmerin, die behauptete, meine Mutter habe mit Gabriel de Santos lautstark über Geld gestritten. Gabriel wollte neunzig Prozent der gesamten Einnahmen und Susanne Stolz bestand darauf, vor der Aufteilung der Erlöse die Raummiete in Abzug zu bringen. Darüber seien die beiden in einen so massiven Streit geraten, dass sich die Seminarteilnehmer peinlich berührt verabschiedeten und die Veranstaltung verließen. Gabriel und Susanne blieben nach Aussage der Zeugin alleine in der Physiotherapie-Praxis einer gewissen Henrike Waldheim zurück. In den frühen Morgenstunden sollte die Zugehfrau die Räume von den Spuren des Seminars und den teilweise blutigen Heilsitzungen reinigen und fand den leblosen Gabriel de Santos auf einer Massageliege. Seine Augen waren unnatürlich aufgerissen und sein Hemd von Blut durchtränkt. Specht legte uns großformatige Fotos vor, die den irren Blick in Gabriels Gesicht in grotesker Weise veranschaulichten. Das war für meine Mutter zu viel. Sie verfiel erneut in ein herzzerreißendes Schluchzen, das als ehrliche Trauer über den Tod eines geliebten Freundes absolut überzeugend wirkte. Doch Specht rührte das in keiner Weise.

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