Ilse Wind - Lebenszeichen

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"Da hast Du aber einen guten Schutzengel gehabt" ist ein beliebter Spruch, wenn man einer brenzlichen Situation entkommen ist. Der Protagonistin Daniela Stolz gibt ihr Schutzengel ein klares «Lebenszeichen», als sie die schwere Aufgabe übernimmt, ihre Mutter in einem Mordprozess zu verteidigen.

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„Da die Mordwaffe bisher nicht gefunden wurde, stützen wir uns auf den Streit, den ihre Mandantin mit dem Ermordeten hatte. Sie ist in jedem Fall die letzte, die ihn lebend gesehen hat und es ist nahe liegend, dass das aus den Sitzungen bereits vorhandene Messer als Tatwaffe diente.“

„Um was für ein Messer handelt es sich denn?“ unterbrach ich ihn.

„Nun, die Tatwaffe haben wir noch nicht. Die Kollegen sind noch am Tatort. Es war in jedem Fall ein Schneidwerkzeug.“

Er machte eine Pause und sah Susanne triumphierend an. Dann wandte er sich wieder mir zu.

„Vielleicht hat ihre Mutter ja in Notwehr gehandelt, weil de Santos ihr das Geld abnehmen wollte. Aber das ist schon die strafmildernste Variante, die ich ihnen anbieten kann. Ein Geständnis macht die Sache für uns alle am einfachsten.“

Unvermutet heftig schlug meine Mutter mit der flachen Hand auf den Tisch und sprang auf. „Ich habe Gabriel nicht ermordet – er hat mich weg geschickt, weil er mit Dr. Karl alleine sein wollte! Als ich ging, lebte Gabriel. Wegen hundert Euro bringe ich doch niemanden um!“ Ich zog meine Mutter am Pullover auf den Stuhl zurück und bat sie, sich zu beruhigen. Specht grinste überheblich.

„Sie sehen doch, dass ihre Mutter im Affekt durchaus zuschlagen kann. Genauso kann sie auch zustechen. Glauben Sie nicht?“

Noch bevor ich ihm antworten konnte, fügte er sarkastisch hinzu:

„Angesichts der Geschichte, die ihre Mutter über einen Arzt aus dem ersten Weltkrieg zu erzählen hat, können sie ja auf Unzurechnungsfähigkeit plädieren.“

Diese Frechheit verschlug mir für kurze Zeit die Sprache. Als ich sie wieder fand, hatte Specht bereits nachgesetzt und behauptet, es haben in den von meiner Mutter organisierten Heilsitzungen Operationen statt gefunden, die aufgrund der mangelnden ärztlichen Zulassung von Gabriel de Santos strafbar seien und insofern sei meine Mutter auch hier in eine Vielzahl von Delikten verstrickt. Er werde meine Mutter zeitnah dem Ermittlungsrichter vorführen lassen.

In diesem Moment kam ein Beamter ins Zimmer. Er flüsterte Specht etwas ins Ohr. Specht ging hinaus und kam mit einem breiten Grinsen zurück. In der Hand hielt er einen kleinen Plastikbeutel, darin lag ein Skalpell. Er schwenkte den Beutel vor dem Gesicht meiner Mutter.

„Das haben die Kollegen in der Mülltonne hinter dem Haus gefunden“, sagte er.

Das Entsetzen auf dem Gesicht meiner Mutter verriet nichts Gutes.

„Und Frau Stolz, wie sieht es jetzt mit dem Geständnis aus?“ fragte Specht.

„Meine Mandantin hat keine Veranlassung etwas zu gestehen, was sie nicht getan hat. Haben sie denn die Fingerabdrücke schon überprüft.“

„Formsache“ meinte Specht. „Ich verwette meinen Arsch, dass die Fingerabdrücke ihrer Mutter auf diesem Skalpell sind.“

„Nehmen sie das zurück“, war alles, was mir darauf einfiel. Ich war geschockt.

„Was? Den Wetteinsatz? OK, das ist mir so rausgerutscht. Die Damen entschuldigen.“ Im Hinausgehen fügte er hinzu: „Dann lassen wir mal die Fingerabdrücke überprüfen.“

„Mama, kennst du das Skalpell?“

„Ich nehme an, es ist das Skalpell, das Gabriel gestern benutzt hat“, sagte sie im Flüsterton.

„Hast du es angefasst?“

„Ja.“

„Benutzt ihr keine Handschuhe?“

„Nein, ich habe es so angefasst.“

Specht kam wieder herein.

„Für den Haftrichter wird es reichen, Ladies“, sagte er. „Sie sollten sich das mit dem Geständnis noch einmal überlegen. Mit Notwehr und guter Führung kommen sie vielleicht schon in drei bis vier Jahren wieder raus.“

Hätte das Skalpell noch am Tisch gelegen, hätte ich es Specht gerne zwischen die Rippen gerammt. Er ließ meine Mutter abführen und ich musste ohnmächtig zusehen. Ich wäre sofort für sie in die Zelle gegangen, denn ich wusste, dass es für sie unerträglich würde, ihr freies, unbeengtes Leben auf vier Quadratmeter zu reduzieren und dabei den Glauben an die Gerechtigkeit nicht zu verlieren.

Meine Mutter war unschuldig. Davon war ich überzeugt. Ein bisschen mulmig war mir bei dem Gedanken, Beweismaterial aus ihrer Boutique verschwinden zu lassen. Aber lieber hatte ich die Aufzeichnungen über die vorangegangenen Heilsitzungen, als dass sie der Polizei in die Hände fielen. Am meisten Interesse dürfte allerdings die Presse an diesem Material haben. Ein Schmunzeln überflog mein Gesicht bei dem Gedanken, dass die spirituell angehauchte Münchener Society hier namentlich in Erscheinung trat. In Gedanken zitierte ich die Boulevardpresse mit Geschichten über die göttlich geölte Stimme einer berühmten Sängerin, die gelinderte Arthritis einer alternden Schauspielerin, das geheilte Magenleiden eines Fußballtrainers und das entfernte Furunkel der Society-Lady. Sie alle würden mir sicher persönlich ihre Dankesbezeugung überbringen wollen, wenn sie wüssten, dass ich an diesem kalten Dezembersonntag im Büro meiner Mutter nach einem Terminplaner suchte. Zum Glück war meine Mutter kein Freund der elektronischen Medien, so dass es nicht nötig war, eine Festplatte zu löschen oder gar auszubauen, um die Daten verschwinden zu lassen. Die Suche nach der Agenda gestaltete sich schwierig, denn in dem Hinterzimmer der Boutique „Susanne“ war es fast dunkel und ich wollte vermeiden, dass mich ein Lichtschein zur Straße verriet. Früher oder später würde die Polizei nicht nur die Wohnung meiner Mutter durchsuchen, sondern auch hier aufkreuzen. Ich bewunderte Susannes Weitblick, mir irgendwann einmal die Schlüssel für beides überlassen zu haben. Sie setzte stets darauf, dass ich sie in ihrer Boutique vertreten würde, wenn sie mal nicht die Kraft hätte, den Laden selbst aufzusperren. So waren zumindest ihre Worte gewesen. Dass die Kraft sie auf diese Art verlassen würde, hatte sie sicher nicht erwartet. Ich musste mich sehr beherrschen, nicht in all den Astrologie-Wälzern zu schmökern, die meine Mutter hier stapelte. Tatsächlich erstellte sie für ihre Kundinnen Horoskope. Da tauchten dann auch die ersten Namen auf, von denen ich sicher war, dass sie die Auflage der Abendzeitung in den nächsten Tagen erhöhen würden, wenn ich mich nicht darum kümmerte. Hinzu kam mein Gedanke, dass Mama sicherlich diese Nebeneinnahmen aus astrologischer Beratung in der Steuererklärung vergessen hatte. Meine Mutter saß wegen Mordes in Untersuchungshaft und ich dachte an ihre kleinen Steuervergehen. Das war wohl meine Art mit dem enormen Schrecken, den das Wort „Mord“ in meiner Seele auslöste, fertig zu werden. Ich spürte, wie mein Körper rebellierte, ich begann zu zittern und mir wurde bewusst, dass ich gerade dabei war, in einem Mordprozess Beweismaterial zu unterschlagen. Ein echter Meilenstein in meiner Anwaltskarriere. Hätte ich doch nur auf meinen Vater gehört und wäre bei ihm in der Kanzlei geblieben. Aber nein, ich musste ja unbedingt mit Martin und Ali die Strafrechtssache durchziehen. Egal, jetzt galt es, dieses blöde Terminbuch zu finden und dann nichts wie weg hier. Nervös und zittrig zog ich alle Schubladen auf, kramte, schob sie wieder zu. Warum hatte mir meine Mutter keinen Hinweis gegeben? Hielt sie mich für Mata Hari? Dann endlich kam mir die Idee, es gab einen kleinen Wandsafe, den Susanne vor ein paar Jahren hatte einbauen lassen. Doch weder wusste ich, wo sich dieser Safe befand noch wie er zu öffnen war. Was war ich für eine schlechte Tochter, die sich so gar nicht für die Belange ihrer Mutter interessierte? Weder hatte ich eine Ahnung von ihren spirituellen Kontakten noch kannte ich die banalsten Dinge ihrer Geschäfte. Dennoch hatte sie darauf vertraut, dass ich gegebenenfalls einmal ihren Laden für ein paar Tage führen könnte. So war sie eben. Immer positiv denkend und voller Vertrauen in ihre Mitmenschen. Manchmal fast naiv; wobei ich glaubte, diese Naivität hatte sie sich zum Schutz gegen meinen Vater zugelegt, der sie mit seinem Realismus fast erdrückte. Dann flüchtete sie sich in eine Welt, in der alles heil und gut war, setzte ihrem Gesicht ein glückliches Lächeln auf und verschwand in ihr Zimmer. Diese Frau konnte niemanden ermordet haben und schon gar nicht in einem Streit über 100 Euro Raummiete.

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