Ilse Wind - Lebenszeichen

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"Da hast Du aber einen guten Schutzengel gehabt" ist ein beliebter Spruch, wenn man einer brenzlichen Situation entkommen ist. Der Protagonistin Daniela Stolz gibt ihr Schutzengel ein klares «Lebenszeichen», als sie die schwere Aufgabe übernimmt, ihre Mutter in einem Mordprozess zu verteidigen.

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Mein Blick wanderte über die Wände der kleinen, unordentlichen Kammer. Überall hingen indisch anmutende Stoffe. Das wenige Licht ließ die Goldfäden in den Schals, Kordeln und Quasten leicht glitzern. Jetzt erst bemerkte ich den Weihrauchgeruch. Von meiner Aufgabe, das Terminbuch zu finden, getrieben, hatte ich meine Umgebung kaum wahrgenommen. Hinter einem zarten dünnen Seidenschal sah ich ein Bild meiner Mutter an der Wand. Es zeigte sie als junge, glückliche Frau mit blonden, langen Haaren. Ihre Schönheit beeindruckte mich, denn das letzte Bild, das ich von ihr vor Augen hatte, wich meilenweit von der Person auf dem Foto ab.

„Ich hol Dich da raus, Mam!“ sagte ich halblaut zu dem Bild an der Wand und ging darauf zu. Ich war sicher, dass sich der Safe dahinter verbarg. Es ließ sich leicht abhängen und gab ein Zahlenrad zur Eingabe einer Ziffernkombination frei. Es kam nur ihr Geburtsdatum in Frage. Wenn sie ihr eigenes Bild darüber gehängt hatte, hatte sie auch ihre Zahlen verwendet. 5 – 1 – 5 – 1 Fünfter Januar 1951. Mit feuchten Fingern drehte ich das Rad und lauschte dem Klicken. Mein Herz pochte, das schlechte Gewissen meldete sich mit einem kalten Schauer über Armen und Rücken, ich glaubte ein Geräusch an der Ladentür zu hören, mir stockte der Atem. Vor meinen Augen sprang die Safetür lautlos auf. Ich sah in ein dunkles Loch und hatte Mühe, mich nicht einer drohenden Ohnmacht hinzugeben. Wieder hörte ich das Geräusch aus dem Laden. Ich versuchte es einzuordnen, wagte nicht mich zu bewegen. Lediglich meine Augen wanderten ganz nach rechts und ich hatte den Eindruck, im Laden sei es heller als zuvor. Jemand musste das Licht eingeschaltet haben. Ich hielt die Luft an, drehte den Kopf in Richtung Tür und war nun sicher, dass im Laden mehrere Lampen brannten. Da kam mir die Idee, dass Susanne sicher eine Zeitschaltuhr in Betrieb hatte, um ihr Schaufenster bei Einbruch der Dunkelheit zu erleuchten. Ein paar Minuten verharrte ich in diesem Gedanken. Es blieb ruhig und ich wagte wieder mich zu bewegen. Leise ging ich zur Tür und warf einen Blick in den Verkaufsraum. Tatsächlich war die Beleuchtung des Schaufensters angegangen. Wie schön meine Mutter wieder dekoriert hatte. Weihnachtlicher Kitsch kombiniert mit ihrer unbeschreiblich eleganten Mode, die außer ihr selbst nur wenige Menschen wirklich tragen konnten. Doch zum Glück wussten ihre Kundinnen das nicht. Erleichtert ging ich in die Bürokammer zurück und tastete in den Wandsafe. Tatsächlich da lag das Terminbuch. Ein schöner DIN-A4-Kalender in Leder gebunden. Meine Hand suchte noch ein bisschen weiter und griff ein Bündel Geldscheine. Kurze Zeit überlegte ich, was ich damit tun sollte. War es möglicherweise das Geld der Seminarteilnehmer und man würde darauf Fingerabdrücke finden? Nein, das Geld hatte ja Gabriel sicher von ihr bekommen. Stimmt eigentlich, hat man das Geld bei ihm gefunden? Diese Frage musste ich mir für mein Gespräch mit dem Staatsanwalt merken. Ich nahm das Bündel Scheine und legte es in das Terminbuch. Beides zusammen brachte ich zum Schreibtisch, wo die astrologischen Auswertungen lagen. Ich schloss den Safe, drehte das Rad willkürlich in beide Richtungen und hängte das Bild meiner Mutter an seinen Platz zurück. Den Seidenschal zupfte ich darüber zurecht, betrachtete mein Werk im Halbdunkeln und war für eine Sekunde ganz zufrieden. Ich atmete tief durch, packte mein Beweismaterial in eine der schicken großen Designer-Taschen, die Susanne für ein kleines Vermögen im Laden anbot und überzeugte mich noch einmal, dass die Unordnung durch mein Eindringen keinen Schaden genommen hatte. Alles war so, als ob nichts an seinem Platz wäre. Umso gediegener war der Verkaufsraum, den ich nun schnell durchschritt und durch die Ladentür verließ. Ich schloss ab und sah in Richtung Maximilianstraße. Obwohl es erst dämmerte, war alles von Straßenlaternen hell erleuchtet. Ein Streifenwagen fuhr vorbei und erinnerte mich daran, dass ich mich gerade strafbar gemacht hatte. Umso entschlossener setzte ich meinen Weg zum Marienplatz fort. Mit der U-Bahn war ich relativ unverdächtig unterwegs, glaubte ich zumindest.

Ich stapfte durch den Schneematsch auf der Schellingstraße. Es war dunkel und ich presste die Designer-Tasche mit dem Ellbogen fest an meinen Körper. Ein paar Schneeflocken tanzten vor meinem Gesicht und in den Scheinwerferkegeln der vorbeifahrenden Autos. Alle Cafés und Kneipen waren voller Menschen, die Schaufensterscheiben größtenteils beschlagen und vorweihnachtlich erleuchtet. Ich dachte, diese Lichterketten seien längst aus der Mode, aber dann kamen sie doch jedes Jahr wieder um diese Zeit zum Einsatz. Mein Gesicht fror, aber der Rest meines Körpers war von einem undefinierbaren Fieber erhitzt. Noch vor vierundzwanzig Stunden war mein größtes Problem gewesen, wie ich mich dem pubertären Werben meines Kollegen Martin entziehen konnte und jetzt stand diese Frage überhaupt nicht mehr zur Debatte. Zum einen war Martin indiskutabel und zum anderen gab es den gemeinschaftlichen Schwur bei der Kanzleieröffnung vor sechs Monaten: „Never fuck the office“, womit wir ganz klar die Grundregeln unserer Zusammenarbeit definiert hatten. Es ging um den Erfolg und die Gerechtigkeit, nicht um Spaß und Sex. Eine junge Frau in einem schwarzen Kapuzenmantel rempelte mich im Vorbeigehen an, entschuldigte sich und ging weiter. Ich klemmte meine Tasche noch fester unter den Arm. Aus dem Augenwinkel sah ich ein rotes Cabrio am Straßenrand. Nicht zu fassen. Da stand mein kleiner Mazda, genau da, wo ich ihn gestern abgestellt hatte. Warum hatte ich ihn heute Morgen nicht gesehen? Ein ganz legaler Anwohnerparkplatz, der mir gemäß der im Fenster liegenden Berechtigungskarte zustand. Ich warf meinem Gefährt einen freundlichen Blick zu und wünschte ihm Gute Nacht. Das Auto und ich standen in einem sehr persönlichen Verhältnis zueinander, denn bisher hatte es mich nicht im Stich gelassen. Vorausgesetzt ich merkte mir, wo ich es geparkt hatte. Es war das Geschenk meines Vaters zur Promotion gewesen, gewissermaßen ein Deal zwischen uns. In seiner Kanzlei hatte ich viel gelernt und auf sein Drängen hin promoviert. Dr. Daniela Stolz konnte ich seither auf meine Visitenkarte schreiben. Doch als Strafrechtlerin bringt einem der Titel so gut wie nichts. Mein Vater dachte, ich würde bei ihm in der Kanzlei bleiben, aber ich hatte das Gefühl, dort immer seine Tochter und niemals eine Kollegin zu sein.

Im Supermarkt des Vorderhauses leuchtete ein ganz schwaches Licht, das aus einem Nebenraum drang. Niemand war zu sehen. Vielleicht wurde Ware für morgen ausgepackt. Ich ging durch die angrenzende Einfahrt in den Hinterhof, vorbei an großen Mülltonnen und leeren Obstkisten, die im Winter nur mäßig Gerüche von sich gaben. Dennoch waren die Abfälle des Supermarkts ein steter Quell des Ärgers für uns Bewohner des Hinterhauses. Mit klammen Fingern sperrte ich die Haustür auf und drückte den Lichtknopf. Im Haus war es absolut still. Die Stufen knarzten unter meinen Schritten. Im zweiten Stock drang Licht aus dem schmalen Fenster über der Tür. Ich wusste, die alte Frau Riedmann lehnte mit ihrem Ohr am Schlüsselloch. Ihre Augen reichten nicht mehr, um den vorbeigehenden Hausbewohner zu identifizieren. Sie öffnete die Tür und ihr dünnes Stimmchen ließ ein eher fragendes „Fräulein Doktor“ vernehmen.

„Sagen Sie doch Daniela zu mir, Frau Riedmann“.

Obwohl ich mich selbst mit Sorgen überladen fühlte, brachte ich es nicht übers Herz, sie mit ihren Problemen stehen zu lassen.

„Was kann ich für Sie tun?“

„Haben Sie den Brief an die Hausverwaltung geschrieben? Ich habe schon wieder Ratten im Hof gesehen. Der Supermarkt muss seine Abfälle besser entsorgen, sonst haben wir die Ratten bald im ganzen Haus!“

Beim Gedanken an Ratten fiel mir Hermes siedend heiß ein. Mutters Kater war den ganzen Tag alleine gewesen und hatte nichts zu fressen bekommen.

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