Ilse Wind - Lebenszeichen
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Bevor ich mich auf den Weg zum Staatsanwalt machte, ging ich die Namen der gestrigen Anrufer durch. Es las sich wie die Gästeliste einer Filmpremiere; der Mannschaftsarzt des hiesigen Fußballvereins war ebenso dabei wie die Hamburger Modeschöpferin, die Frau eines Formelpiloten und eine Reihe bekannter Schauspieler. Sie hatten sich gestern alle gemeldet, aber keiner hatte eine Telefonnummer hinterlassen, um zurück gerufen zu werden. Nur hinter einem Namen, der mir nichts sagte, stand eine Rufnummer. Das weckte meine Neugier. Es meldete sich eine Sofia Ragalli, die sofort in Tränen ausbrach, als ich meinen Namen sagte. Unter Schluchzen und mit einem undefinierbaren Akzent stotterte sie ihre tiefe Trauer über Gabriels Tod heraus. „Gott ist groß“, sagte sie immer wieder und ich hatte den Eindruck, dass sie sich jedes Mal bekreuzigte, wenn sie das sagte. Allmählich wurde mir klar, dass Sofia Ragalli die Putzfrau war, die Gabriel in der Nacht zum Sonntag gefunden hatte. Offenbar war sie auch selbst Patientin von Gabriel gewesen. Ich fragte sie, ob sie bereit sei, sich mit mir zu treffen, und sie stimmte sofort zu. Da sie kleine Kinder hatte und in den Abendstunden meistens putzen ging, lud ich sie für morgen Mittag zu mir ein.
Das Büro des Staatsanwalts konnte ich von der Kanzlei aus zu Fuß erreichen. Dennoch war ich wegen des Telefonats mit Sofia etwas spät dran. Während ich die Nymphenburger Straße entlang lief, kämpfte ich gegen einen rauen Wind und eisige Kristalle, die wie Nadelspitzen gegen mein Gesicht prasselten. Ich redete mir selbst gut zu, um diese winterlichen Strapazen nicht als schlechtes Omen zu deuten. Nicht alles, was mir seit Sonntag passierte, hatte esoterische Wurzeln. Es war eben Winter und es war eben kein Spaziergang, sich mit dem Staatsanwalt zu treffen, der die eigene Mutter für eine Mörderin hielt. Das Gebäude des Amtsgerichts war wohl temperiert und das Büro von Dr. Schnell leicht zu finden. Ich musste einen Moment vor seiner Tür warten und ging den kahlen Flur auf und ab. Als hinter mir eine Männerstimme meinen Namen rief, drehte ich mich um. Ich sah in ein paar stahlblaue Augen in einem offenen, freundlichen Gesicht, umrahmt von dunklen, kräftigen Haaren, die vermutlich nur schwer zu bändigen waren. Dr. Schnell war Mitte dreißig, fast einen Kopf größer als ich und streckte mir die Hand entgegen. „Wie schön, Sie kennen zu lernen“, begrüßte er mich und ich zweifelte daran, den richtigen Gesprächspartner vor mir zu haben. „Dr. Schnell?“ fragte ich mit leicht geneigtem Kopf und ebenfalls ausgestreckter Hand.
„Ja, kommen Sie herein. Ich bin ja erschüttert, was ihre Mutter getan hat.“
Diese Formulierung bereinigte meine Zweifel und ich ließ mich nicht länger von seinen Husky-Augen irritieren.
„Meine Mutter hat nichts getan. Sie ist unschuldig, und wenn die Polizei richtig ermitteln würde, wüssten sie das auch.“
„Na, nun mal nicht so feindselig. Ohne Beweise säße ihre Mutter wohl kaum in Untersuchungshaft.“
„Ich denke, dass die Beweise sehr dünn sind, aber sie können mich ja eines Besseren belehren.“
Ich stand unschlüssig vor seinem Schreibtisch, auf dem sich in sympathischer Unordnung eine Vielzahl von Papieren stapelte. Irgendwie hatte Dr. Schnell es geschafft, dem spröden Charme seines Amtszimmers eine persönliche Note zu verleihen. An den Wänden hingen in dezenten Rahmen Gemälde von Miro, deren einheitliche Größe darauf schließen ließ, dass es sich um die Kalenderbilder eines früheren Jahres handelte. Auf dem Sideboard standen schmucklose Glasrahmen mit Kinderzeichnungen darin, so dass ich sicher war, einen jungen glücklichen Vater vor mir zu haben. Er deutete mit einer Handbewegung an, dass ich mich auf den Stuhl neben seinem Besprechungstisch setzen sollte. Die Akte auf dem Tisch schien mir nicht besonders dick zu sein. Die Aufschrift „Strafakte Stolz“ allerdings gab mir einen deutlichen Stich. Er setzte sich neben mich und begann in der Akte zu blättern.
„Halten sie es für eine gute Idee, die Verteidigung ihrer Mutter selbst zu übernehmen“ konfrontierte er mich mit einer Frage, auf die ich trotz meiner eigenen Zweifel nur empört reagieren konnte.
„Haben Sie eine bessere?“
„Nun, ich denke, es…“
„Es wäre besser, wenn mein Vater den Fall übernähme?“ unterbrach ich ihn gereizt.
„Oh, nein. Das wäre sicher die schlechteste Lösung. Der Fall hat genug medienwirksame Komponenten. Ich denke viel mehr daran, dass sie emotional zu stark involviert sind.“
„Sie sind um mein Seelenheil besorgt?“ fragte ich mit leicht spöttischem Unterton.
„Könnte man so sagen. Es hat schließlich einen Grund, warum ein Polizist niemals in einer Sache ermitteln darf, in die ein Familienangehöriger involviert ist. Das gibt einfach zu viele Konflikte.“
„Ich habe zwei sehr gute Kollegen in der Kanzlei. Wenn mir die nötige Distanz fehlt, werde ich auf deren Rat zurückgreifen. Lassen Sie uns zu den Ermittlungen kommen“ sagte ich mit möglichst neutralem Ton in der Stimme.
„Nix für ungut, pflegen wir in Bayern zu sagen“ meinte Dr. Schnell und schlug die Akte auf. „Im Internet konnte ich ja eine ganze Menge über Gabriel de Santos finden.“
Bingo! Da war wieder der Beweis dafür, dass ich meinen Job mehr als dilettantisch erledigte. Bisher hatte ich nicht einmal die öffentlich zugänglichen Fakten über den Toten recherchiert. Ich war wohl wirklich nicht die geeignete Verteidigung für meine Mutter.
„Diese Daten sind ihnen ja sicherlich selbst bekannt. Erstaunlich ist, dass es keine Anhaltspunkte dafür gibt, wann und wo dieser Mann in Deutschland aufgetreten ist. Trotz Internet werden die Informationen wohl nur auf dem direkten Wege, also persönlich von Menschen wie ihrer Mutter, weiter gegeben.“
„Ich bin zu dem gleichen Ergebnis gekommen“ log ich.
„Umso wichtiger wäre es, dass ihre Mutter die Namen der Seminarteilnehmer benennt. Es macht doch keinen Sinn, dass sie sich mit der Sache selbst belastet und andere schützt. Ich habe hier die Aussage ihrer Mutter, die sie ja kennen und die Aussage der Seminarteilnehmerin Claudia Freidank, auf die sich im Wesentlichen die Anklage stützt. Frau Freidank behauptet allerdings ebenfalls, dass ihr die Namen der anderen Seminarteilnehmer unbekannt seien. Ihre Mutter muss Aufzeichnungen über die letzten Tage vor dem Mord haben und natürlich eine Datei oder ein Adressbuch. Doch darüber schweigt sie und die Polizei hat nichts Derartiges im Haus ihrer Mutter gefunden.“
Es war mir nicht besonders wohl in meiner Haut und so zuckte ich nur mit den Schultern.
„Ich habe meine Mutter seit Sonntag nicht mehr gesprochen, allerdings morgen bin ich bei ihr. Vielleicht erfahre ich da etwas mehr.“
„Denken sie nicht, es wäre besser, wir würden kooperieren? Sie wissen doch, wo ihre Mutter die Aufzeichnungen hat.“ Er sagte diese Worte mit einem verführerischen Schmelz in der Stimme, als ob wir seit Jahren ein freundschaftlich eingespieltes Team wären und gab mir gleichzeitig zu verstehen, dass er mir kein Wort glaubte.
Ich spürte wie mir das Blut in den Kopf stieg und zweifelte einmal mehr an meiner Kompetenz. Dennoch blieb ich bei meiner Haltung und bemühte mich um einen möglichst unschuldigen Gesichtsausdruck. Dabei machte ich den Fehler, ihm genau in seine Augen zu sehen und der Boden unter meinen Füßen begann zu wanken. Ich schrieb diesen Schwindelanfall meiner Lüge zu, denn es konnte wohl nicht angehen, dass mich diese Augen so hypnotisierten. Auf sein Gesicht flog ein Lächeln und er streckte die Hand nach meinem Arm aus. „Ist ihnen nicht gut?“
Um seiner Geste zu entgehen, lehnte ich mich rasch zurück und massierte mit beiden Händen meine Schläfen. „In der Tat, mir wird etwas übel. Haben sie einen Schluck Wasser?“
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