Ilse Wind - Lebenszeichen

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"Da hast Du aber einen guten Schutzengel gehabt" ist ein beliebter Spruch, wenn man einer brenzlichen Situation entkommen ist. Der Protagonistin Daniela Stolz gibt ihr Schutzengel ein klares «Lebenszeichen», als sie die schwere Aufgabe übernimmt, ihre Mutter in einem Mordprozess zu verteidigen.

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Vor meiner Wohnungstür schickte ich ein Stoßgebet gen Himmel, dass Hermes friedlich in einer Ecke liegen würde, ohne meine Wohnung verwüstet zu haben. Es ist ein ungeschriebenes Katzengesetz, dass man weder aus seiner Umgebung gerissen noch vernachlässigt werden darf. Katzen ahnden Vergehen solcher Art mit Vandalismus. Ich sperrte auf und sah den Flur entlang. Die Tür meines Schlafzimmers bewegte sich leicht und fröhlich, mit hoch erhobenem Schwanz trabte mir Hermes entgegen. Er blieb vor mir stehen und sah mit leicht geneigtem Köpfchen zu mir hoch. In diesem Moment hätte es mich nicht gewundert, wenn er mir ein freundliches „Guten Abend“ entgegen gerufen hätte, aber er begnügte sich damit, schnurrend sein Köpfchen an meinem Stiefel zu reiben.

4. Kapitel

Im Traum war mir seit mehr als zwanzig Jahren zum ersten Mal wieder meine Großmutter erschienen. Es war ein schöner Traum voller glücklicher Momente und mit der Botschaft, dass sie da war, um ihrer Tochter und mir zu helfen. Mit diesem beruhigenden Gedanken wachte ich auf und spürte den warmen kleinen Körper von Hermes auf meinem Bauch. Meine Gedanken wanderten zu meiner Mutter. Ich hatte sie gestern nicht besucht, obwohl ich wusste, wie übel es ihr ging, und ich im Moment die einzige war, die sie besuchen durfte. Ich musste zu ihr, egal welche Termine heute anstanden. Vorsichtig schlug ich die Bettdecke zur Seite und beobachtete meine pelzige Wärmflasche. Überrascht hob Hermes das Köpfchen. Wieso gestattete ich ihm eigentlich, in meinem Bett, schlimmer noch, auf meinem Bauch zu schlafen? Offenbar hatte ich seit Sonntag alle meine Prinzipien über Bord geworfen. In meinem Kühlschrank lag unterschlagenes Beweismaterial, in meinem Bett lag eine Katze und ich sprach mit meiner vor sechsundzwanzig Jahren verstorbenen Großmutter.

Hermes begann, sich die Pfoten zu lecken und nahm keine Notiz von meinem Wunsch aufzustehen. Also drehte ich mich zur Seite und er trollte sich. Ein Blick auf meinen Radiowecker unterstrich die Notwendigkeit, den Tag flott zu beginnen. Ich ging ins Bad, drehte die Dusche auf, damit das Wasser warm werden konnte, während ich mir die Zähne putzte. Es war mir unerklärlich, wie manche Menschen kalt duschen konnten. Mit der rotierenden Zahnbürste im Mund ging ich in die Küche, schaltete die Kaffeemaschine ein, füllte mit einer Hand Wasser nach und wählte eine starke Sorte Kaffee aus dem Sortiment bunter Kapseln. Zurück im Bad tauchte ich ein in den warmen Regen der Dusche. Ich hatte das Gefühl, es würde ein guter Tag werden.

Frisch gewaschen und mit gestylten Haaren betrachtete ich mich zufrieden im Spiegel. Irgendwie sah mich eine ganz neue Daniela an. Rein äußerlich hatte sich nichts verändert: ich war noch immer eins sechsundsiebzig groß, war mit zweiundsechzig Kilo durchaus an der untersten Grenze meines Gewichts, hatte brünettes, langes Haar, das ich meist zu einem Pferdeschwanz am Hinterkopf zusammenfasste und fand, dass ich mit meinen rehbraunen Augen zwar auf den ersten Blick wenig von der Schönheit meiner Mutter geerbt hatte, aber mich dennoch nicht allzu weit hinter ihr verstecken musste. Auch mein Vater hatte ein paar ganz gute Gene zu vergeben. Ich konnte es nicht genau definieren, weshalb ich den Eindruck hatte, dass eine Veränderung mit mir statt gefunden hatte. Die Gesichtszüge wirkten irgendwie etwas weicher – vielleicht. Es war etwas mit mir passiert. Trotz des irrwitzigen Drucks, der auf mir lastete, fühlte ich mich selbstbewusst und zufrieden. Im Flur brummte lautstark mein Handy. Es hing am Ladekabel und gab die Standardsignale von sich. Ein Blick auf das Display verriet mir den Anruf meines Vaters. Mit einem Schlag war mein gutes, zufriedenes Gefühl verschwunden. Ich zog den Stecker aus dem Apparat, drückte die grüne Taste und sagte möglichst überzeugend

„Guten Morgen, Dad.“

„Guten Morgen, Kleines. Ich hoffe, Du hattest triftige Gründe für Deine Absage gestern. Wie Du weißt, habe ich eine gut gehende Kanzlei. Es ist inakzeptabel, dass Du meine Termine über den Haufen schmeißt.“

Ich hörte seinen Vorwürfen eine Weile zu bis mir der Kragen platzte:

„Dad, es geht nicht um Dich! – Es geht um Mama. Mama sitzt unter Mordverdacht im Gefängnis – für einen Mord, den sie nicht begangen hat. Und die Polizei, der Staatsanwalt und die Presse jubilieren, dass sie eine C-Prominente an den Pranger stellen können. Darum geht es, Dad! Und wenn Du mir helfen willst, dann nicht mit Standpauken, sondern mit konstruktiven Vorschlägen. Also, wann kannst Du in meinem Büro sein?“

Das lange Schweigen am anderen Ende bedeutete mir, dass mein Vater mich mal wieder unterschätzt hatte und über eine gute Replik nachdachte. Es fiel ihm allerdings nicht mehr ein, als mir zu sagen, dass er sich unverzüglich auf den Weg in meine Kanzlei machte.

„Prima, dann sind wir ja schon zu zweit“, sagte ich und legte auf.

Den ganzen Weg dachte ich darüber nach, wie mein Vater auf all die Dinge reagieren würde, die aus einer ihm stets verschlossenen Welt in die Geschichte eingriffen. An der Ampel erhaschte ich einen Blick auf die Zeitungskästen mit den heutigen Schlagzeilen.

„Geistheiler in München ermordet.“

Jetzt hatten sie es also entdeckt, dass der Mord an Gabriel eine viel interessantere Komponente hatte, als nur die Verhaftung meiner Mutter. Jetzt würden sie mit ihren Recherchen beginnen, wer in die Sache verwickelt war. Erstaunlich, das sich bisher nur Michaela Wind und Professor Gerber gemeldet hatten. Doch solange ich das Terminbuch im Kühlschrank frisch hielt anstatt hineinzusehen, konnte ich über weitere Kandidaten nur spekulieren. Ich musste endlich anfangen, den Fall strategisch aufzubereiten. Bisher hatte ich mich nur von den Ereignissen treiben lassen. Geradezu sträflich, wie ich mit der Sache umging. Doch sicher würde mein Vater System reinbringen. Das ist seine Stärke. Im Sternzeichen Jungfrau geboren, ist mein Vater der Inbegriff der Ordnungsliebe. Ich kenne niemanden, der so wie er Vorgänge klar strukturiert und stets alle Gegenstände in seiner Umgebung im rechten Winkel zueinander legt. Wenn ich dagegen an das kreative Chaos im Büro meiner Mutter dachte, gab es wohl doch eine ganze Menge Dinge, die meine Eltern entzweit hatten.

Als ich die Kanzleitür aufschloss, kam mir neben dem schon vertrauten Stimmengewirr auch ein merkwürdiger Geruch entgegen. Die Iso-Matten auf dem Fußboden erklärten die Situation: die Kanzlei war zum Asylantenheim geworden. Klasse, das würde meinen Vater tief beeindrucken. Ich hielt mir die Hand vors Gesicht und überlegte kurz, ob ich das Gespräch mit Dad nicht ins Cafe verlegen sollte. Doch dafür war es vermutlich zu spät, es klingelte bereits an der Haustür. Egal, da musste er jetzt durch. Ich begrüßte Sonja und bat sie, alle Fenster aufzureißen. Sie strahlte mich an, drückte mir mit einem fröhlichen „Guten Morgen“ die Abendzeitung und eine Liste der gestrigen Anrufe in die Hand. Da waren sie, all die Namen, die ich in Mutters Terminbuch längst hätte lesen sollen. Diese Liternei dürfte wohl ausreichen, um ein ganzes Regiment an Zeugen für den Prozess aufmarschieren zu lassen. Nur war mir auch klar, dass die meisten Personen auf dieser Liste nur anriefen, um genau davor gefeit zu sein.

Ich setzte mich hinter meinen Schreibtisch und fuhr den Laptop hoch. Mein Vater sollte den Eindruck haben, dass ich bereits tief in Arbeit steckte. Warum eigentlich? Hatte ich ihm nicht vor einer halben Stunde richtig schön den Wind aus den Segeln genommen? Warum wollte ich jetzt wieder die brave Tochter sein? Da platzte er auch schon ins Zimmer. Nervös gestikulierend mit verzweifelt hoch gezogenen Schultern lief Sonja hinter ihm her und gab sich geschlagen, als mein Vater sich zu ihr umdrehte und ohne jede Höflichkeitsfloskel einen Kaffee orderte.

„Ja, sei so lieb, Sonja. Bring uns beiden – bitte - einen Kaffee!“ sagte ich betont freundlich.

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