Jörg Fidorra - Der Wunsch zu glauben

Здесь есть возможность читать онлайн «Jörg Fidorra - Der Wunsch zu glauben» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Der Wunsch zu glauben: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Der Wunsch zu glauben»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

Die Evolution unseres Gehirns hat uns dazu befähigt, einen Glauben an einen mehr oder weniger abstrakt gedachten Gott zu ermöglichen. Auf dieser Grundlage entwickelte sich der Wunsch, an ein höheres Wesen zu glauben, das aus heutiger Sicht entweder als Gott der Religionen oder als Gott der Philosophen beschrieben werden kann. Beide Gottesvorstellungen unterscheiden sich sowohl im Gottesbild als auch in den dazugehörigen Ritualen und Zeremonien. Diese erst definieren eine Religion und werden als ein unveränderbarer Bestandteil gehütet.
Aus der vorgelegten evolutionsgeschichtlichen Betrachtung ergibt sich, dass eine Reformbereitschaft bei den religiösen Institutionen mit dem Ziel einer gegenseitigen Tolerierung dann erreicht werden kann, wenn der Gottesglaube von den unzeitgemäßen, menschengemachten Lehrmeinungen und Ritualen entweder getrennt wird oder die Lehrmeinungen und Rituale reformiert werden.

Der Wunsch zu glauben — читать онлайн ознакомительный отрывок

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Der Wunsch zu glauben», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Für das Selbstverständnis der frühen Menschen dürfte es naheliegend gewesen sein, diese Kräfte zwar unsichtbaren, aber doch menschenähnlichen Wesen zuzuordnen. Schließlich ließen sich damit die vielfältigen Arten von Naturphänomenen wie beispielsweise Sturm und Gewitter, Vulkanausbrüche und Krankheiten anschaulich darstellen. Selbst die als ganz persönlich empfundenen Triebkräfte wie etwa Liebe und Machtstreben seien auf das Wirken dieser Wesen zurückzuführen. Die als völlige Abhängigkeit empfundene Einbettung des Menschen in das Dasein führte soweit, dass selbst eine Idee oder ein Traum nicht als ein eigenes Produkt, sondern einer fremden äußeren Macht zugeschrieben wurde. Noch in mittelalterlichen Erzählungen ist überliefert, dass Personen, die sich mit schwierigen Problemen befassten, glaubten, dass sie während des nächtlichen Schlafes Ratschläge zur Lösung eines Problems eingeflüstert bekommen hätten. Erst mit Sigmund Freud wurde der Traum nicht als eine von außen gespeiste Quelle angesehen, sondern als eine individuelle Erlebniswelt, in der Erlebnisse des Alltags verarbeitet und mit Erinnerungen aus der Kindheit vermischt werden.

Die Erlebnisse in den einzelnen Kindheitsphasen prägen zudem die individuelle Vorstellungswelt wie auch die Vorstellung im Hinblick auf andere Menschen und die gesamten Natur. Die Vorstellung einer alles ordnenden Kraft wird gestützt durch die in frühester Kindheit erlebten Erfahrungen aus einer familienähnlichen Struktur. Der lenkende und schützende Einfluss der Erwachsenen bei der Entwicklung eines Kindes bestärkt dieses in seinem Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit. Ein psychischer Zustand, der später im erwachsenen Alter in der Struktur eines Volksstammes und letztlich in einer staatlichen Struktur ebenfalls gesucht wird. Die tiefenpsychologischen Auswirkungen dieser zahlreichen Einflüsse hat Sigmund Freud erstmals eingehend untersucht und wichtige Zusammenhänge aufzeigen können [13].

Zu diesem Erfahrungshintergrund gesellt sich unsere Neigung, Analogieschlüsse zu ziehen, wenn es darum geht, im Detail unbekannte Naturvorgänge oder Erscheinungsformen der Natur verständlich zu machen. Unbekanntes oder Neues wird mit bereits Bekanntem verglichen, um adäquate Handlungsmuster anwenden zu können. Von daher ist es nicht verwunderlich, dass die Allgegenwärtigkeit des Wirkens von unsichtbaren Mächten unweigerlich zu einer Personifizierung auch dieser Mächte führen muss. Mit der Folge, dass, abgesehen von der Unsichtbarkeit der höheren Wesen, diese mit vertrauten menschlichen Eigenschaften bedacht werden und schließlich auch weniger positive Attribute wie Wut und Eitelkeit sichtbar werden lassen. Die so konstruierte transzendente Welt stellt den Menschen auf eine Stufe, die zwar über der Tier- und Pflanzenwelt hinausgeht, von den höheren Mächten jedoch überragt wird.

Mit diesem Weltbild lässt sich nicht nur die aufsteigende Ordnung in der Natur anschaulich beschreiben, sondern auch die bevorzugte Stellung des Menschen, die er aufgrund seiner Vernunftbegabung allen anderen Lebewesen gegenüber einnimmt. Eine Position, in der er sich den unsichtbaren Wesen näher wähnen kann als es allen anderen Lebewesen in der Natur vergönnt ist. Die Extrapolation dieser als aufsteigend interpretierten Ordnung der Natur über das Bestehende hinaus erlaubte die schmeichelhafte Vorstellung, dass die unsichtbaren Wesen lediglich eine Weiterentwickelung des Menschseins darstellen, die nun mit einer unfehlbaren Vernunft und größter Machtfülle ausgestattet sind. Eine Machtfülle, die dazu zu dienen scheint, alle Naturvorgänge zu steuern, aber nicht dazu, einen direkten Kontakt zu dem gemeinen Menschen herzustellen. Zur Erklärung dieser Diskrepanz muss nun eine neue Annahme postuliert werden.

Wenn die höheren Wesen mit übermenschlichen Eigenschaften ausgestattet und eine letzte Vollkommenheit besitzen, trotzdem aber noch menschenähnlich sind, dann sollte es doch möglich sein, auf irgendeinem Wege einen Kontakt zu ihnen herzustellen. Die Sprache der höheren Wesen mag den Menschen fremd sein, so fremd, wie es die Analogie zum Tierreich zu zeigen scheint. Bedienen sich nicht auch höher entwickelte Lebewesen einer besonderen Art der Kommunikation, die der Mensch nur nicht zu deuten versteht? Schließlich lässt sich beobachten, dass einige Tiere durchaus Gesten und Symbole auszutauschen scheinen, da sie mit entsprechendem Verhalten reagieren. Und so wie Tiere, und hier insbesondere die Haustiere, durch Symbole und entsprechende Gesten zu einem bestimmten Verhalten bewegt werden können, so könnte auch eine Vermittlerrolle gegenüber den höchsten Wesen zustande kommen.

Clevere Stammesmitglieder werden schon frühzeitig hier ihre Chance erkannt haben, den beim Menschen latent vorhandenen Hang zur Symboldeutung zu nutzten, um sich selbst in eine besondere Dolmetscherrolle zu begeben und glaubhaft zu machen, dass nur sie allein von den höheren Wesen für genau diese Kontaktaufnahme auserkoren seien. Eine geschickte Überzeugungsarbeit dürfte bei vielen Stammesmitgliedern auf fruchtbaren Boden gefallen sein. Die Entstehung eines Schamanentums war somit geradezu zwangsläufig.

Die Symbollastigkeit, die vielen Objekten in der Welt zugesprochen wurde, öffnete gleichzeitig das Tor zum Aberglauben. Einem Glauben, der sich dadurch auszeichnet, dass allem in der Welt, ob Gegenstand, Lebewesen oder Ereignis, eine geheimnisvolle Fähigkeit innewohnt. Etwa in dem Beispiel: schwarze Katze von links – eine Warnung für den Menschen, nicht für die Katze ̶ ­­, ein Hufeisen über der Hauseingangstür oder das Tragen eines Amulettes, in allem sollen magische Kräfte verborgen sein. Die Phantasie der Menschen wurde durch geheimnisvolle Zeichen oder Symbole schon immer beflügelt und begünstigt allerlei Spekulationen. Insbesondere dann, wenn der Mensch sich in einer schwierigen Situation befindet und er dann geneigt ist, jede Lösung zu akzeptieren, die ihn aus einer misslichen Lage zu befreien verspricht. Schwer heilbare Krankheiten sind hier ein typisches Beispiel dafür, dass viele Menschen in dieser Situation bereit sind, nahezu jeden Vorschlag zur Linderung zu versuchen, solange gleichzeitig auftretende Nachteile als geringer bewertet werden.

Die Verwendung von Symbolen durch auserwählte Personen, die dazu dienen, Kontakte zu den höchsten Wesen herzustellen, nahm im Laufe der Zeit eine dominierende Rolle ein, auf die nicht mehr verzichtet werden konnte. Die mangelnde Kenntnis der Abläufe und Vorgänge in der gesamten Natur und der Wunsch nach anschaulichen Erklärungsmustern bilden die Grundlage für die Spiritualität, auf der sich religiöse Weltanschauungen bilden konnten. Der Weg von der Spiritualität zur Religiosität soll mit den nachfolgenden Betrachtungen vertieft werden.

Конец ознакомительного фрагмента.

Текст предоставлен ООО «ЛитРес».

Прочитайте эту книгу целиком, купив полную легальную версию на ЛитРес.

Безопасно оплатить книгу можно банковской картой Visa, MasterCard, Maestro, со счета мобильного телефона, с платежного терминала, в салоне МТС или Связной, через PayPal, WebMoney, Яндекс.Деньги, QIWI Кошелек, бонусными картами или другим удобным Вам способом.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Der Wunsch zu glauben»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Der Wunsch zu glauben» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Отзывы о книге «Der Wunsch zu glauben»

Обсуждение, отзывы о книге «Der Wunsch zu glauben» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.

x