Jörg Fidorra - Der Wunsch zu glauben

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Die Evolution unseres Gehirns hat uns dazu befähigt, einen Glauben an einen mehr oder weniger abstrakt gedachten Gott zu ermöglichen. Auf dieser Grundlage entwickelte sich der Wunsch, an ein höheres Wesen zu glauben, das aus heutiger Sicht entweder als Gott der Religionen oder als Gott der Philosophen beschrieben werden kann. Beide Gottesvorstellungen unterscheiden sich sowohl im Gottesbild als auch in den dazugehörigen Ritualen und Zeremonien. Diese erst definieren eine Religion und werden als ein unveränderbarer Bestandteil gehütet.
Aus der vorgelegten evolutionsgeschichtlichen Betrachtung ergibt sich, dass eine Reformbereitschaft bei den religiösen Institutionen mit dem Ziel einer gegenseitigen Tolerierung dann erreicht werden kann, wenn der Gottesglaube von den unzeitgemäßen, menschengemachten Lehrmeinungen und Ritualen entweder getrennt wird oder die Lehrmeinungen und Rituale reformiert werden.

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Während in der frühesten Phase der Menschheitsentwicklung der Sprachgebrauch und die Kommunikation aufgrund der gesamten Lebensumstände sich auf das Allernotwendigste begrenzt haben werden, dürfte sich mit dem Gebrauch des Feuers die Situation geändert haben. Nicht nur, dass sich die Nahrungszubereitung erweiterte, auch die Abende konnten vielfältiger genutzt werden. Ereignisse des vergangenen Tages konnten mit Gruppenmitgliedern besprochen und Aufgaben des kommenden Tages geplant werden. Den Abend mit Gesang auszufüllen stärkte das Gemeinschaftsgefühl. Es entstanden Situationen, die geeignet waren, die verbale Kommunikation zu fördern.

Mit dem Einsetzen der Landwirtschaft dürfte die sprachliche Entwicklung abermals einen deutlichen Schub erhalten haben. Ging es jetzt doch darum, anderen Personen zu beschreiben, wie die Viehhaltung durchzuführen und zu welcher Jahreszeit mit der Aussaat zu beginnen ist. Schilderungen, die die Ausdrucksfähigkeit weiterentwickelten und gleichzeitig den Bewusstseinszustand verbesserten. Wann die Landwirtschaft im großen Stil eingesetzt hat, kann nur grob geschätzt werden. Es wird angenommen, dass dies vor etwa 8000 Jahren in der Levante und vielleicht auch im Industal der Fall gewesen sein dürfte. Allerdings ist davon auszugehen, dass der Beginn einer Viehhaltung aus folgenden Gründen schon sehr viel früher eingesetzt haben muss.

Menschliche Ansiedlungen erstreckten sich immer in unmittelbarer Nähe von irgendwelchen Gewässern. Seien es Bäche, Flüsse oder Seen. Jede Ansiedlung in solchen Gegenden, auch wenn sie von den Nomaden nur von kurzer Dauer genutzt wurden, muss eines Tages dazu geführt haben, dass die Menschen die dort ebenfalls ansässigen Wasservögel zur Ergänzung ihres Speiseplanes gejagt haben. Es bedarf keiner großen Phantasie, sich vorzustellen, dass dabei auch das Gelege dieser Wasservögel entdeckt und geplündert wurde.

Bei der Plünderung von Gelegen wird sich irgendwann auch die Situation ergeben haben, dass aus den schon fertig bebrüteten Eiern Jungtiere zu schlüpften begannen. Mit Verwunderung dürften die Menschen dann die Erfahrung gemacht haben, dass die gerade geschlüpften Tiere keinerlei Scheu vor den Menschen hatten, ihnen sogar bereitwillig hinterherliefen, wie sie es bei dem Muttertier getan hätten. Gerade geschlüpfte Wasservögel sind außerordentlich zutraulich, wenn sie von Anfang an nur des Menschen ansichtig werden. An Stelle eines Muttertieres sehen sie nun den Menschen als ihr Bezugsobjekt an. Dieses Verhalten änderte sich selbst dann nicht, als die Wasservögel herangewachsen waren. Der Bezug zum Menschen blieb bestehen. Erfahrungen, die jeder Tierhalter von Federvieh nachvollziehen kann und die in den 1960ger Jahren von Konrad Lorenz wissenschaftlich untersucht und ausführlich beschrieben worden sind [24].

Die Zutraulichkeit der Jungtiere zum Menschen eröffnete die Möglichkeit, sowohl eine bequemere Nahrungsbeschaffung sicherzustellen als auch Verhaltensbeobachtungen an den gefangen gehaltenen Tieren durchzuführen. Die Beobachtungen erlaubten einen Vergleich mit menschlichem Verhalten und offenbarten Verhaltensweisen, die eine gewisse Gemeinsamkeit mit denen des Menschen aufzuweisen schienen. Nach diesen Erfahrungen dürfte es nur folgerichtig gewesen sein, die so gewonnenen Erkenntnisse und Erfahrungen auch auf anderes Federvieh, wie etwa Hühner, anzuwenden. Und es wird nicht nur beim Federvieh geblieben sein. Die frühen Menschen werden sich eines Tages überlegt haben, wie Jungtiere von anderen Tierarten des Waldes und der Savanne einzufangen wären, um sie ebenfalls unter menschlicher Aufsicht großzuziehen. Bot sich hier doch die Möglichkeit, zu jeder Zeit frische Nahrung zur Verfügung zu haben, insbesondere dann, wenn Notsituationen zu überbrücken waren. Spätestens nach diesen Erfahrungen wird das Fallenstellen sich als eine Methode zur Beschaffung von Tieren etabliert haben. Eine Methode, die auch die Entwicklung von Lebendfallen miteinschloss. Bei der Nutzung von Lebendfallen wird es nur eine Frage der Zeit gewesen sein, eines Tages auch ein trächtiges Muttertier einzufangen und dieses ihr Junges dann in Gefangenschaft gebären zu lassen. So folgen Schritt für Schritt die weiteren Phasen zur Viehhaltung.

Die sich aus diesen Situationen ergebende Notwendigkeit, anderen Gruppenmitgliedern die Technik des Fallenstellens, des Aufziehens von Jungtieren und die Versorgungsmöglichkeiten der heranwachsenden Tiere zu beschreiben, führte erneut zu einer Erweiterung des Sprachschatzes und neuer Ausdrucksformen. Bei der Nahrungssuche für die eingefangenen Tiere dürfte schnell die Entdeckung gemacht worden sein, dass einige Gräser auch für den Menschen schmackhaft waren. Die Entdeckung, dass die Samen einiger Gräser, die von den Weidetieren gefressen wurden, auch für den Menschen genießbar waren, legte den Grundstein für die Entwicklung zu einer Landwirtschaft. Sehr schnell dürften die Frühmenschen zu der Erkenntnis gekommen sein, dass es einfacher ist, die Gräser in der Nachbarschaft anzupflanzen, als in der Steppe nach den schmackhaften Gräsern zu suchen. Der Grundstein für die Sesshaftigkeit war damit gelegt, und die Kommunikation unter den Stammesmitgliedern passte sich der neuen Situation an. Schließlich mussten den Nachkommen die einzelnen Wachstumsphasen und Witterungsbedingungen erklärt und beschrieben werden, die man selbst in jahrelanger Fleißarbeit in Erfahrung gebracht hatte. Damit verbunden war die Ausbildung einer sich weiter differenzierenden Sprache und die Notwendigkeit einer gewissen Abstraktion, wenn es galt, die Anzahl der Tiere oder die Zahl der Samenkörner für eine Neubepflanzung zu beschreiben.

Die Erfahrungen, die die frühesten Menschen mit der Tier- und Pflanzenwelt gewannen, führten zu der Vorstellung, dass alles ein hohes Maß an Ordnung und ein sinnvolles Zusammenwirken aufweist. Die Beobachtung an den Tieren etwa ließ erkennen, dass diese neben Futterneid, Aggressivität, Wutreaktionen und Nahrungsdiebstahl auch Freundlichkeit und Friedfertigkeit aufwiesen. Eigenschaften, die der Mensch auch bei sich selbst beobachten konnte. Fast zwangsläufig wird sich die Erkenntnis ausgebildet haben, dass der Mensch aber eine besondere Stellung in der Natur einzunehmen scheint und über alle Tierarten eine Herrschaft ausüben kann.

All diese Erfahrungen führten bei den frühen Menschen zu der Erkenntnis, dass trotz unheilvoller Naturereignisse, die gelegentlich vorkamen, eine gewisse Ordnung in der gesamten Natur vorherrscht. Eine Ordnung, die durch unsichtbare Kräfte ausgeübt wurde. Der Wind dürfte bei dieser Vorstellung eine beispielgebende Rolle gespielt haben. Als unsichtbares Medium schüttelt er Bäume durch, lässt Vögel durch die Lüfte gleiten oder trägt von weither Geruchsstoffe heran. Zu der Vorstellung, überall von unsichtbaren Mächten umgeben zu sein, gesellten sich Beobachtungen an Familienmitgliedern, die nach dem Genuss von Pilzen und anderen psychogenen Substanzen ihr Verhalten änderten und sich verhielten, als seien sie von fremden Mächten gelenkt.

Aus all diesen Naturbeobachtungen festigte sich schließlich die Vorstellung, dass alles, was sich bewegt und verändert, durch unsichtbare Kräfte hervorgerufen sein muss. Die eingeschränkten Beobachtungsmöglichkeiten der frühen Menschen führten dabei nicht selten zu recht merkwürdigen Interpretationen der Gegebenheiten. Die menschliche Neigung zur Verallgemeinerung von Beobachtungen führt zu der Vorstellung, dass nicht nur Pflanzen aus dem Erdboden heraus ans Tageslicht kommen, sondern auch Steine langsam aus dem Erdboden herauszuwachsen scheinen. Den Erosionsvorgängen wurden ebenfalls geheimnisvolle Kräfte zugeordnet. Von der Annahme ausgehend, dass alles, was sich bewegt, mit einer Art „Lebenskraft“ verknüpft ist, wird verständlich, dass auch der Lauf der Gestirne von unsichtbaren Mächten gelenkt werden müsse. Von Mächten, deren Fähigkeiten die des Mensch in unvorstellbarem Maße übersteigen.

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