Grundbedingung war allerdings, dass sich jeder genau an diesen vorab aufgestellten Wunschplan hielt. Jeder wusste somit, was auf ihn zukommen würde und niemand musste sich Gedanken da-rüber machen, dass es zu Abweichungen kam, auf die man nicht eingestellt war oder die man viel-leicht gar nicht mochte. Ein geniales Konzept, dachte Dan und blätterte in den Inseraten weiter.
In einem der Einträge suchte ein Mann eine Frau, die sich in einem Schuhgeschäft die Füße verwöhnen lassen wollte. Allerdings wünschte sich der Mann Füße, die bereits drei Tage lang in Plastikschuhen gesteckt hatten und danach nicht gewaschen waren.
Dan rümpfte ein wenig angewidert die Nase, besann sich dann jedoch eines Besseren. Wenn es jemandem Freude macht, solche Füße zu lecken und küssen, dann ist es okay, sagte er sich. Ich muss es schließlich nicht tun! Nicht jeder kann die gleichen Neigungen haben und das ist auch gut so.
Das Inserat war mit einem goldenen Stern gekennzeichnet. Dieser besagte, dass der Wunsch bereits erfüllt war. Das Symbol eines Buches daneben zeigte an, dass davon ein Erfahrungs,- beziehungsweise ein Erlebnisbericht verfasst und öffentlich gestellt wurde. Neugierig klickte Dan den Bericht an.
Obwohl die Fußverehrung nicht ganz seine Vorlieben traf, fand er den Bericht doch sehr anregend. Und es machte vor allem Lust, selbst einen Wunsch zu formulieren und dann zu sehen, ob er auch von jemandem erfüllt würde. Und es war natürlich auch spannend, welcher Mann oder welche Frau erscheinen würde.
Das leichte Kribbeln in seiner Leibesmitte nahm stetig zu und breitete sich rasch über den gesamten Körper bis in die Fingerspitzen aus. Ein leichtes Vibrieren begleitete ihn, das er allerdings als sehr lustvoll empfand.
Mit einem verstohlenen Lächeln auf den Lippen stellte er sich vor, in Zukunft einige Wünsche zu deponieren und schloss den Laptop. Jenny wollte er so lange davon nichts erzählen, bis er sich einen konkreten Wunsch ausgesucht hatte.
Ab diesem Zeitpunkt verweilte er, wann immer es ihm möglich war, auf dieser Site. Aufmerksam las er den Großteil der Einträge sowie der Wünsche, die meist von Männern verfasst waren. Obwohl er wusste, dass es sich hierbei um einen exklusiven Club handelte war er dennoch verwundert, dass wirklich nur von sehr exquisiten Wünsche, respektive Angeboten zu lesen war. Immer wieder ertappte er sich auch dabei, wie er während des Lesens den Reißverschluss seiner Jeans öffnete, die Welt um sich vergaß und den Laptop erst nach einem Happy End schloss.
Drei Tage später, er beschäftigte sich gerade in der Arbeit mit einer Zahlenliste, hatte er plötzlich eine Vorstellung, die ihn inne halten ließ. Vor ihm tauchten Bilder auf, die Jenny und einen fremden Mann betrafen; er war dabei Zuseher. In einer völlig dunklen Ecke des Zimmers versteckt und für die beiden beinahe unsichtbar.
In diesem Moment breitete sich wie zur Bestätigung seine Männlichkeit in den Jeans aus. Innerhalb weniger Augenblicke hatte sie sich zu ihrer vollen Größe ausgedehnt und sandte prickelnde Strahlen durch seinen Körper.
Zufrieden lächelnd spielte er die ganze Szene geistig in allen Einzelheiten durch und genoss seine Geilheit, ohne sich auf der Firmentoilette zu befriedigen. Zum zweiten Mal in seinem Leben genoss er das Gefühl, richtig scharf zu sein ohne auch nur daran zu denken, Hand anzulegen. Es war eine ganz eigene Art der Geilheit, die er zum ersten Mal in diesem Swingerclub erlebt hatte, während er zusah, wie all die fremden Männer ihre Schwänze in seine Frau gesteckt hatten.
Mit dem herrlichen Gefühl der Erregtheit wandte er sich wieder der Arbeit zu, behielt jedoch die Idee mit dem heimlichen Beobachter im Hinterkopf. Dadurch stellte sich eine leichte Dauererektion ein, bis er nach Hause fuhr.
Auf der Heimfahrt drückte er zwar immer wieder gegen seinen Halbsteifen und streichelte ihn durch den Stoff seiner Jeans, blieb jedoch nicht an einem Waldweg stehen um ihn zu massieren. Das Happy End wollte er sich für einen ganz besonderen Moment aufsparen; nur wann dieser sein sollte, wusste er noch nicht.
Während des Abendessens erzählte er Jenny von dem Club. „Auf der Homepage deponieren Männer, Frauen und auch Paare ihre Wünsche. Wer diese gerne erfüllen möchte, der trägt sich dane-ben ein. Aus dem Profil sind lediglich ein paar Eckdaten zu erfahren; Größe und Gewicht, Haarfarbe, Alter und Schwanz-, beziehungsweise Brustgröße und ob man intim rasiert ist oder nicht.
Man sucht sich einen Kandidaten aus, vereinbart den Ort des Treffens sowie den Zeitpunkt und dann ist man verlässlich dort. Der Ablauf des Treffens ist dann ganz genau so, wie es in dem Inserat beschrieben wurde. Abweichungen sind in keiner Form erlaubt. Somit kann jeder sicher sein, genau das zu bekommen, was er vorab wollte. Ich finde, das ist eine absolut geniale Idee. Meinst Du nicht?“
Er legte eine kurze Pause ein, die Jenny jedoch nicht dazu verwendete, etwas zu entgegen. Um aber bei diesem Thema bleiben zu können, fuhr er fort. „Tja, und dann lässt man es anonym und völlig unkompliziert krachen.“
Bei diesen Worten schwoll seine Männlichkeit zur vollen Größe an. Kurz überlegte er, ob er sich Jenny nähern sollte, empfand den Zeitpunkt aber noch nicht für passend. Nach wie vor wollte er dieses angenehme Erregungslevel, das er schon in der Arbeit hatte, weiterhin aufrecht halten.
Jenny hielt seit einiger Zeit ihr Besteck in der Luft, ohne es zu merken. Sie war von der Schilderung ihres Mannes völlig in den Bann gezogen. Doch als er sich zurücklehnte und sie anlächelte, fiel die Starre von ihr ab. „Und Du meinst damit, wir sollten da auch einmal mitmachen? Es ausprobieren?“
Dan nickte bedächtig und machte sich wieder über sein Abendessen her, das mittlerweile beinahe kalt geworden war.
„Wenn das Ganze wirklich seriös ist, hätten wir jede Möglichkeit, Spaß zu haben!“, rief sie etwas zu enthusiastisch aus, weshalb sie sofort einen Nachsatz anfügte. „Nicht, dass Du mir zu wenig wärst oder Du mich nicht befriedigen könntest. Aber hin und wieder ein Abenteuer mit einem anderen Mann wäre doch fantastisch. Meinst Du nicht?“
Dan nickte lächelnd. „Ich weiß ohnehin, dass ich der beste Stecher der Welt bin!“
Jenny stand auf und küsste ihn. Sie waren einander selten so nahe gewesen wie in diesem Augenblick. Das Öffnen ihrer Sexualität verband sie noch mehr als sie es ohnehin schon waren.
„Ich wette, Du hast Dir bereits etwas überlegt. Was ist es? Welchen Wunsch würdest Du gerne deponieren? Einen Abend mit einer zweiten Frau? Oder mit einem anderen Paar? Vielleicht ein kleines SM-Spielchen?“
Dan lachte laut auf. „Na Du hast ja gleich so einige Ideen präsent! Da hinke ich ziemlich hinterher, denn mir ist nach drei Tagen nur ein einziger eingefallen!“ Er lächelte und zeigte damit sein Verständnis für ihre Offenheit.
„Ich dachte daran, einen Mann einzuladen, der Dich ganz nach Deinen Wünschen in einem Zimmer befriedigt. Allerdings würde ich gerne dabei zusehen. Nicht mitmachen sondern euch beide einfach nur beobachten. In einer Ecke des Raums zum Beispiel. Ich würde nichts sagen und nichts tun, nur spannen.“
Seine Frau ließ kurz eine entsprechende Szene vor ihrem geistigen Auge ablaufen und befand sie für gut. Sogar mehr als das.
„Ja“, sagte sie leise, beinahe zu sich selbst. „Das kann ich mir höchst aufregend vorstellen. Ich mit dem Kerl im Bett und Du siehst zu. Am liebsten wäre mir ein eher dunkles Zimmer, nur durch ein paar Kerzen erhellt, die neben dem Bett stehen. Wir sind im Licht und Dich sieht man gar nicht. Aber trotzdem weiß ich, dass Du da bist. Das gibt mir auch die Sicherheit, die ich beim ersten Versuch ganz bestimmt brauchen werde. Man weiß ja doch nicht, auf wen man da stößt. Denn nicht für jeden ist der Begriff ‚seriös’ gleichbedeutend.“
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