Nachdem sie ihre Straßenkleidung in der kleinen Garderobe abgelegt hatten, gingen sie wieder auf Erkundungstour. Jenny in einer schwarzen Korsage mit halterlosen Strümpfen und schwarzen High Heels, Dan in einem Shirt aus grobem Netz und einer schwarzen Lackhose, die einem Slip sehr nahe kam. Obwohl sie sich nackt und zur Schau gestellt fühlten, gingen sie an die Bar.
Dort hatten sich mittlerweile vier Männer versammelt, die einander offensichtlich kannten. Sie plauderten und scherzten zwanglos, obwohl sie nur ein kleines Handtuch um die Hüften gebunden hatten. Jenny sah sie verstohlen aus den Augenwinkeln an und fragte sich, ob einer von ihnen ihr Stecher sein würde.
Um nicht den Eindruck zu erwecken, die vier anzustarren, nahm sie ihr halbvolles Sektglas und steuerte wieder das SM-Zimmer an. Sie wollte den Club noch ein bisschen besser kennenlernen, damit sie ein wenig an Sicherheit gewann. Im Moment war sie noch ziemlich schüchtern und wäre am liebsten wieder in ihren Rock und die Bluse geschlüpft.
Dan spürte die Aufregung seiner Frau und streichelte ihr liebevoll den Rücken. „Das wird schon“, flüsterte er und führte sie ins nächste Zimmer. „Wir haben noch eine halbe Stunde, ehe es losgeht. Und wenn Du es Dir doch anders überlegst, können wir noch immer klammheimlich verschwinden. Ist zwar nicht die feine Art, all die bestellten Männer am Trockenen sitzen zu lassen ohne ihnen Bescheid zu geben, aber was soll’s. Dein Wohlbefinden ist weitaus wichtiger als das ihre!“ Er küsste sie zärtlich auf die Stirn und schob sie sanft weiter.
In der Mitte des nächsten Raumes stand ein kleines Drehbett aus hellrotem Leder, auf dem an verschiedenen Stellen schwarze Riemen befestigt waren. Jenny vermutete, dass hier Männer oder Frauen kniend festgebunden und gefickt wurden, während sich das Bett drehte. Ein klein wenig erinnerte sie der Drehteller an eine Szene aus ‚Der Glöckner von Notre Dame’. Allerdings strahlte dieser Raum eine weitaus angenehmere Atmosphäre aus als der Domplatz im Film.
„Hier kommen die ganz Unartigen drauf“, ertönte es aus dem Hintergrund. Jenny und Dan sahen über ihre Schultern und sahen ein schlankes Paar in ihrem Alter. „Meist werden hier Männer kniend fixiert und nackt zu Schau gestellt. Es kommt auch schon mal vor, dass sie ein paar Schläge mit einem Rohrstock oder einer Gerte von den Rundumstehenden bekommen. So mancher wird auch schon mal ausgegriffen oder gefingerlt. Meiner Meinung nach gehört das ins SM-Zimmer, aber mich fragt ja keiner.“
Mit selbstsicheren Schritten und ausgestreckter Hand kam die große Blondine auf die beiden Neuankömmlinge zu.
„Hallo“, sagte sie und lächelte charmant. „Ich bin Gina und das ist Chris.“ Sie legte ihre Hand auf die Brust des Mannes neben ihr und sah ihn verliebt an. „Wollt Ihr Euch nicht zu uns setzen?“ Sie deutete auf einen kleinen Tisch gleich im Nebenraum, auf dem zwei Gläser standen.
Jenny fand die beiden nicht nur attraktiv sondern auch auf Anhieb sehr sympathisch. Obwohl ihr Herz jetzt wieder zu rasen begann, nahm sie die Einladung an und auf der bequemen Bank am Tisch Platz. Dan setzte sich zwar neben sie, achtete jedoch darauf, in Ginas Nähe zu sein. Um die ganze Situation etwas zu lockern stießen sie mit ihren Gläsern auf ihre neue Bekanntschaft an.
„Ihr seid zum ersten Mal hier?“, fragte Gina und spielte lasziv mit einer Haarsträhne.
Dan bestätigte und wollte erklären, dass sie nur gekommen wären, um sich die Zimmer näher anzusehen, doch Chris schnitt ihm das Wort ab.
„Am Anfang wirkt es noch ein bisschen komisch, mit völlig Fremden Sex zu haben. Aber schon nach Kurzem weiß man es zu schätzen, sich unkompliziert vergnügen zu können. Keine Einladung zum Essen, kein Kino, keine Geschichten über die kranke Oma oder den öden Job. Man hat einfach miteinander Spaß und danach jeder geht wieder seiner Wege.“
Nach dieser Aussage sah er die beiden lange an und versuchte, in ihren Gesichtern zu lesen.
Jenny lief plötzlich ein heißer Schauer über den Rücken und ein leichtes Prickeln breitete sich bei diesen Worten in ihrem Schoß aus; sie waren abstoßend und anziehend zugleich. Und sie fand die beiden sexuell anziehend, obwohl sie bislang noch keinen Gedanken an Sex mit einem Paar oder mit einer Frau verschwendet hatte.
Dan saß ebenso steif wie seine Frau auf der Lederbank und klammerte sich am Sektglas fest. Offensichtlich war auch er mit dieser Direktheit etwas überfordert. Dennoch fasste er all seinen Mut zusammen und gab vor, dass sie ebenfalls dieser Meinung waren.
„Schön zu hören“, sagte Gina erfreut und stand auf. „Wohin wollen wir gehen? Ich würde den Darkroom vorschlagen. Was meinst Du, Schatz?“ Chris nickte lächelnd und erhob sich ebenfalls.
„Für eine erste Begegnung ist er das Beste!“, erklärte sie den beiden Neulingen. „Man kann sich völlig auf das Wesentliche konzentrieren und hat keine Zuseher. Anfangs ist es nicht sehr angenehm, beim Sex beobachtet zu werden. Aber irgendwann werdet Ihr das auch noch zu schätzen wissen. Gehen wir?“
„Das geht leider nicht, aber danke für die Einladung. Wir haben in einer viertel Stunde einen Gangbang“, erklärte Dan etwas verlegen und fegte ein wenig betreten imaginäre Krümel von der Tischplatte.
Chris und Gina sahen einander grinsend an. „Habt Ihr denn schon genügend Stecher oder darf ich mitmachen?“, fragte er lüstern und legte Jenny die Hand auf den Oberschenkel. Diese Berührung traf sie wie ein Blitz und ließ ihr Herz wieder heftig schlagen.
„Ja,…. natürlich….“, stammelte Jenny. „Wenn Gina nichts dagegen hat, warum nicht?“ Hilfesuchend sah sie zu Dan, der ihr aufmunternd zunickte. „Darf ich fragen, wie hier ein Gangbang für gewöhnlich abläuft? Habt Ihr damit schon Erfahrungen gemacht?“
Chris lehnte sich lächelnd zurück und verschränkte die Arme vor seiner stattlichen Brust. „Meist ist es so, dass ein Gangbang angekündigt wird. Dann warten dreißig oder vierzig Männer darauf, andocken zu können. In der Regel hat die Frau aber nach sieben oder acht Stechern genug und sie beendet das Spektakel. Deshalb legen die meisten selbst Hand an, solange der Gangbang noch am Laufen ist und sie wenigstens live dabei zusehen können.“
Jenny zupfte nachdenklich an ihren Nägeln herum. Sie hatte sich das Ganze durchaus prickelnder vorgestellt. Doch bevor sie näher darüber nachdenken konnte, wurde sie von einem jungen Mann angesprochen. Es war einer jener Männer, die sie für ihren ersten Gangbang ausgewählt hatte.
Leise nannte er das Passwort, setzte sich mit seinem Getränk an den Tisch und noch ehe sie ein paar Worte miteinander reden konnten, kamen zwei weitere Männer auf sie zu. Da der Tisch mittlerweile zu klein für alle geworden war, schlug Dan vor, auf einen größeren auszuweichen.
Chris hingegen klatschte entschlossen in die Hände. „Wie wäre es, wenn wir gleich loslegen, ehe wir hier noch eine Diskussionsrunde über die Klimaveränderung der Welt starten?“ Lächelnd sah er dabei Jenny in die Augen. Und an die anderen gewandt, räumte er ein: „Da ich diese bezaubernde Schönheit zuerst gesehen habe, gebührt doch wohl mir der Entjungferungsstich, nicht wahr?“
Während gescherzt wurde, hatten sich noch weitere drei Kandidaten hinzugesellt und obwohl sie noch nicht die Gelegenheit bekommen hatten, sich der illustren Runde vorzustellen, ließen sie ihre Gläser an denen der anderen erklingen.
Dann nahm Chris wie selbstverständlich Jennys Arm und führte sie zu dem roten Gynstuhl. Sanft legte er ihr einen Arm um die Schultern und den anderen um ihre Kniekehlen. „Darf ich bitten?“, fragte er höflich, hob sie hoch und ließ sie sanft auf dem Stuhl nieder. Wie von selbst öffneten sich ihre Beine und legten sich in die Schalen.
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