Heinz Hofmann - Ein Kriegskind packt aus

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1940, als eine Luftschlacht in einem bisher noch nicht gekannten Ausmaß über England tobte, wurde in Dresden ein Kind geboren, das bereits 1943 seinen Vater an der Ostfront verlor. Im Jahr 1945 überlebte dieses Kind zwei Luftangriffe und verlor 1946 seine Mutter. Das dabei Erlebte wird in diesem Buch authentisch geschildert. Fast verhungert gelangte der Knabe 1947 mit seinem Bruder in ein Heim für Schwererziehbare.
Sein weiterer Lebensweg, eingebettet in die geschichtlichen Randbedingungen, wie es ihm gelingt einen Abitur- und Studienabschluss zu erreichen, erfolgreich in der Chemieanlagen – Forschung tätig zu sein und schließlich den totalitären DDR Staat zu verlassen, wird in diesem Buch Teil 1 geschildert

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Langsam kam das Frühjahr, der Hunger wurde immer unerträglicher und irgendwann erlaubte man mir mit der Straßenbahn fahren zu dürfen. Alle Gedanken von früh bis spät drehten sich nur um das eine: Wo gibt‘s was zu essen, denn Hunger tut weh. Die Natur erwachte und brachte Brennnesseln hervor. Wochenlang gab es dann als Mahlzeit Brennnesselsuppe. Eine „Rotzfädelsuppe“ war damals etwas besonders Leckeres, da wurde maximal eine Kartoffel fein gerieben mit Schale und allem drum und dran als Suppe gekocht. Das war aber die Ausnahme, die Regel war Brennnesselsuppe. Fleisch, Speck oder so etwas waren Fremdworte und unerreichbar. Eines Tages musste ich wieder ein rationiertes Brot einkaufen und hielt dies während der Straßenbahnfahrt wie eine Trophäe dicht mit beiden Händen an meinem Körper, damit ja nichts verloren geht, das hatte mir Großmutter eingeschärft. Denn dieses Brot musste lange reichen für alle. Ein freundlicher Herr Müller begann ein Gespräch mit mir und stellte sich als Onkel vor, der jetzt eben Großvater besuchen will und machte sich erbötig, mir doch das schwere Brot abzunehmen da ich noch so klein sei. Durch geschicktes Aushorchen und Argumentieren erschlich er sich mein Vertrauen und ich dummer Junge gab ihm das Brot. Wir stiegen gemeinsam an der Haltestelle Meschwitzstraße aus und gingen nebeneinander in Richtung meines Zuhauses. Auf der rechten Seite am Anfang der Straße war eine Gaststätte. Onkel Müller meinte, ich soll mal immer schon vorausgehen, da er noch Getränke kaufen möchte um sie Opa mitzubringen. Schnell bin ich nach Haus gelaufen und schon an der Tür bemerkte man, dass ich kein Brot bei mir hatte. Ei wo ist das Brot wurde gefragt und ich antwortete wahrheitsgemäß dass der Onkel Müller gleich mit Getränken und dem Brot zu Besuch kommen werde. Entsetzen machte sich breit, denn es war den Erwachsenen sofort klar, was hier gespielt wurde und dass meine Unerfahrenheit und Jugend voll ausgenutzt worden ist. Das hat aber den Nachbar derart in Rage gebracht, dass er mich sofort an die Hand nahm und schnurstracks mit mir zu dieser Gaststätte eilte. Wir hatten Glück, der sogenannte Onkel Müller war noch anwesend und hatte sich am Brot schon kräftig gütlich getan- leider! Dann geschah etwas, was ich nicht für möglich hielt. Der Nachbar machte lautstark alle Gäste mit der Situation vertraut, zeigte auf den Übeltäter und machte deutlich, wie schäbig es ist einem Kind das bisschen Brot zum Überleben wegzunehmen. Dem Mann wurde das Brot entrissen und mir sofort gegeben. Anschließend hagelte es eine Tracht Prügel, die der „liebe“ Onkel Müller sicher lange nicht vergessen sollte. So lernte ich sehr schnell Niemandem mehr zu vertrauen.

Sehr oft ist Opa mit uns Buben in den Wald gegangen und hat uns gelehrt welche Pilze essbar und welche nicht essbar sind. Von diesem Wissen profitiere ich heute noch. Damals war es existenziell wichtig, damit man wenigstens eine kleine Pilzmahlzeit zur Abwechslung bereiten konnte. Nur ohne Fett und Butter ist die Zubereitung auch ein kleines Problem. Je weiter das Jahr fortgeschritten war umso besser wurde es, da wir ja den Garten hatten. Aber rachitisch war ich durch die Ernährungssituation inzwischen geworden und dass ich beizeiten die Zähne verlor ist dieser Zeit geschuldet. Auf dem Höhepunkt des Hungerns ist mir noch in Erinnerung geblieben, dass ich aus lauter Verzweiflung an einer Wachskerze genagt habe, nur um etwas in den Bauch zu bekommen. Aber Wachs ist bekanntlich unverdaulich… Inzwischen begann im Garten erstes Gemüse erntereif zu werden und die Hoffnung auf Besserung bei der kargen Rationierung gedieh auch und wurde erfüllt – denn wir haben ja überlebt.

In dieser Zeit sind viele Stadtmenschen auf die Dörfer zu den Bauern geströmt und haben dort ihr Hab und Gut so gut es ging gegen Lebensmittel eingetauscht, meist arg unter Wert. Die allererste Reaktion der Bauern lautete: „Mir han a selber Nix!“ Leider konnten wir nicht „Fechten gehen“ (so hieß dies im Volksmund), Opa ging Arbeiten, Mutter war tot, Oma konnte nicht mehr laufen und ich war noch zu klein. Mein Bruder jedoch ist ein paarmal mit der Nachbarsfrau nach Dippoldiswalde gefahren und brachte jedes Mal einen Rucksack gefüllt mit Kartoffeln heim, was auch sehr geholfen hat.

Zu dieser Zeit gab es in der „Krachwitz“ (so hieß ein großes, nahe gelegenes Mehrfamilienhaus, in dem es laufend Streit gab) eine Rattenplage. Bei dieser Gelegenheit wurde eine Ratte gefangen und in einen Käfig gesperrt. Anschließend füllte man ein Behältnis mit Wasser und ersäufte die Ratte langsam. Das Tier schrie wie ein kleines Kind äußerst laut, was beabsichtigt war, damit sich die Ratten woanders hinbegeben sollten, da dies ein Warnsignal für die Rattenbrut war. Für mich als kleiner Bub war dies äußerst widerwärtig und nur schwer auszuhalten.

Das Interesse meines Bruders an der Straßenbahn war ungebrochen und so nahm er mich öfters an die Haltestelle Industriegelände mit. Erstens gab es dort Maulbeersträucher deren Früchte zur Erntezeit köstlich schmeckten. Zweitens war dort öfters Rangierbetrieb, der sehr interessant war. Zur damaligen Zeit war auf jedem Triebwagen und Anhänger ein Schaffner. Zur Änderung der Fahrtrichtung wurde der Triebwagen abgehangen, wobei vorher der Beiwagen gründlich angebremst sein musste und außerdem noch zur Sicherheit ein Hemmschuh vorgelegt wurde, da es relativ bergab ging. Der Zweirichtungstriebwagen fuhr ein Stück bergauf. Auf der Fahrerstandsgegenseite stand ein Schaffner, der die Handbremse vom Triebwagen anzog. Danach kam der Fahrer mit der Handkurbel zum anderen Fahrerstand, steckte diese auf, löste die Handbremse und umfuhr auf dem Nachbargleis den Anhänger und bog wieder auf das vorher befahrene Gleis ein. In der Zwischenzeit hatte der Beiwagenschaffner das Bremskabel die Schutzkette und die Kuppelstange auf die andere Seite des Anhängers zu transportieren und durfte nicht vergessen den Bremsstöpsel hinten einzustecken, was wichtig war, weil sonst der Anhänger nicht mit Bremsstrom versorgt würde. Hatte der Schaffner die Kuppelstange mit Bolzen und das Bremskabel eingesetzt, die Bremskette eingehängt, wurde der Hemmschuh entfernt und der Schaffner stellte sich an die Handbremse. Stand der Triebwagen abfahrtsbereit in der richtigen Richtung wurde die Handbremse vorsichtig gelöst und langsam rollte der Anhänger auf den Triebwagen zu und musste so abgebremst werden, dass ganz gefühlvoll Kuppelstange und Trompetenkupplung wieder zusammen passten und gesichert waren. Danach wurden die entsprechenden Verbindungen zum Triebwagen hergestellt, die Fahrtrichtung-Schilder umgetauscht und der Zug war wieder abwärts fahrbereit.

Und da kam dann mein Bruder ins Spiel. Er half beim Tragen von Kabel und Kette am Beiwagen, was für den Schaffner eine gewisse Erleichterung war und es deshalb häufig geduldet wurde. Auch das Entfernen des Hemmschuhs hat er manchmal wahrgenommen. Mal eine nützliche und nicht nur schädigende Tätigkeit die er da fürs Bahnpersonal vollführte.

Natürlich war 1946 weiterhin jeden Tag Hunger angesagt, eines der schlimmsten Hungerjahre die Deutschland erlebt hat, und der viele alte und schwache Menschen zum Opfer fielen. Wir waren ungefähr in der Clique 8-10 Jungen im Alter von fünfeinhalb bis ca. dreizehn Jahren. Einer der Rädelsführer meinte, dass wir unser Glück mal in einer Schrebergartenkolonie versuchen sollten, denn da ist immer etwas Essbares zu holen. Gesagt getan, hurtig über Zäune geklettert und wir hatten Glück, da waren schon einige Tomaten reif, deren man sofort habhaft wurde.

Aber da hatten wir nicht mit dem Flurschutz gerechnet, der natürlich sofort Jagd auf uns machte. Die großen Jungs und auch mein Bruder entkamen, nur ich kleiner Matz kam nicht so schnell über die Zäune und wurde gefasst. Wie ein Schwerverbrecher wurde ich behandelt und mir wurde ganz bewusst Angst gemacht, damit sich das einprägt und mir klar wird, dass Diebstahl ein Verbrechen ist. Bei Opa lieferte man mich ab und ich hörte mir dort noch einmal ein Donnerwetter an. Sicher haben sich die Erwachsenen zugezwinkert, denn dass es sich hier um Mundraub handelte war ja klar. Ich habe mir das sehr zu Herzen genommen und seitdem nie wieder etwas gestohlen.

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