Werner Boesen - Entfremdung und Heimkehr

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Verwaiste Kinder durchleben turbulente Zeiten, wenn sie hin- und hergerissen sind zwischen Elternhaus, Kinderheimen, Pflege- und Adoptivfamilien. Scheidungskinder irritiert der Verlust elterlicher Zweisamkeit.
o Die geschlossene Einrichtung – ein Kindergefängnis!
o Nicht Berufstätige sind gefragt, sondern Menschen mit Privatsphäre und elterlicher Autonomie.
o So wichtig wie Nahrung und Wärme – eine dauerhafte Bezugsperson.
o Sozialarbeiter wursteln sich durch, versuchen das kindliche Chaos zu ordnen!
o Pflege- und Adoptiveltern nur mit Lizenz? Welche Rechte hat ein Kind?
o Scheidungskind mit Suchtgefahr Aufmerksamkeit?
o Wie überwinde ich das Stigma des verwaisten Kindes?
Der Autor berichtet aus der eigenen Betroffenheit heraus und reflektiert Erkenntnisse aus Psychologie, Soziologie, Heimpädagogik und Philosophie. Zugrunde gelegt sind Erfahrungen von vier Geschwistern, die im Vorschulalter getrennt wurden.
oKinderrechte fehlen im deutschen Grundgesetz, Deutschland bleibt Entwicklungsland.
oDie Kinderrechts-Charta der Vereinten Nationen existiert seit 1959.
oDie Aussage «Liebe allein genügt nicht!» ist eine Persiflage.
oDie Liebe ist lebenslanger Reifungsprozess im Menschsein, personal und transpersonal.
oDie Liebe als göttliche Tugend zu postulieren, ist für jedes Heimkind katastrophal.
oIn der Verantwortungskette im Abschlussbericht 2010 der Bundestagskommission Runder Tisch Heimerziehung der 1950er und 1960er Jahre fehlt die Wissenschaft
oEin Kinderheim ist keine Familie. Heimkinder riskieren seelischen Totschlag.
oHeimpädagogen gehören zur Gefolgschaft der «Hofnarren des Königs».
oGeschlossene Kinderheime bedeuten «Käfighaltung mit Bespaßung durch Hofnarren».

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Mir fehlte noch ein Teil meiner wahren Identität. Ich wollte Klarheit, wer nun meine Eltern sind und was sie mir in meinem Verhaltensrepertoire mitgegeben haben. Was war dran an der Aussage einer Pflegemutter: „Du kannst nur von Deinem Vater geerbt haben!“ Die Pflegemutter hatte einige Male meine leibliche Mutter kennengelernt.

Es gab noch weitere Beweggründe, die mehr oder weniger wichtig sind und die ich hier nicht alle aufzählen möchte. An verschiedenen Stellen dieses Buches werde ich den einen oder anderen Aspekt hervorheben. Letztlich ist es nicht so wichtig, die einzelnen Beweggründe vollständig zu kennen. Es war eine innere Kraft, die mich dazu bewog, meine Eltern zu finden.

Wie suchte ich meine Eltern?

Ich suchte zunächst nur meine Mutter, da ich sie noch in Erinnerung hatte. Meinen Vater kannte ich nicht. Ich setzte an dem Ort an, wo meine Mutter und ich zuletzt wohnten und wandte mich an den damaligen Sozialarbeiter. Dieser schrieb mir sogar recht schnell zurück und teilte mit, dass meine Mutter sich am Tag x nach Ort y abgesetzt hat. Ich schrieb Ort y an. Das zuständige Gemeindeamt schrieb, dass sich meine Mutter zwar angemeldet hatte, aber seit einiger Zeit unabgemeldet verzogen ist. Dann erinnerte ich mich an den Hinweis von Doris, dass sich unsere Mutter zuletzt von Ort Z gemeldet hatte. Ich schrieb Ort Z an und hatte Erfolg. Meine Mutter war dort wohnhaft. Ich war froh, dass die Suche doch ein recht schnelles Ende fand.

Das erste Treffen verabredete ich mit ihr allein. Da sie sehr weit weg wohnte, holte ich mir für eine Nacht ein Hotelzimmer. Sie hat keine eigene Wohnung und lebt in einer Frauenunterkunft einer sozialen Trägerschaft. Die Frauen werden dort von Sozialarbeitern betreut. Insofern suchte auch die betreffende Sozialarbeiterin den Kontakt mit mir. Es klappte auch dann fast alles wie geplant. Was ich nicht planen konnte, war die Auseinandersetzung mit meiner Gefühlswelt. Ich erwartete hier eine gewisse Gefühlskälte und Distanziertheit sowie eine plausible Rechtfertigung für die Tatsache, dass wir im Kinderheim aufwachsen mussten. Doch es kam ganz anders.

Zunächst fing mich die Sozialarbeiterin am Eingang ab und so ergab sich sicherlich verständlicherweise das Erstgespräch mit ihr. Sie gab mir schnell zu verstehen, dass sie so gut wie nichts über die Kinder weiß und so erzählte ich ihr zunächst einmal kurz unsere Lebensgeschichte. Es ergab sich schnell ein Dialog und ich musste feststellen, dass sie meine Mutter mit entgegengesetzten Eigenschaften beschrieb, wie ich sie in Erinnerung hatte. Zwei wesentliche Aspekte waren aus meinem Kenntnisstand die wechselnden Männerbekanntschaften und die Verwahrlosung der Wohnung. Dies hätte sich die Sozialarbeiterin nicht vorstellen können. Bevor sie in die Frauenunterkunft gekommen sei, hätte sie in eheähnlicher Gemeinschaft mit einem Rentner gewohnt. Als dieser verstarb, wäre meine Mutter psychisch zusammengebrochen und konnte sich nicht mehr helfen. Die erforderlichen Behördengänge unterblieben und so musste eine soziale Einrichtung eingreifen. Meine Mutter wäre sehr verschlossen und sie würde sehr wenig über ihre Familie sprechen. Leider hat sie auch kaum Interessen und weiß wenig Sinnvolles anzufangen. Sie lebt quasi in den Tag hinein.

Ob nun meine Mutter durch den Tod ihres letzten Partners psychisch zusammenbrach oder doch schon vorher gewisse Eigenschaften vorhanden waren, die die letztlich herbeigeführte Hilfslosigkeit bei ihr verursachten, blieb zunächst der Sozialarbeiterin verschlossen. Dies klärte sich für mich bei den noch folgenden Gesprächen mit meiner Mutter.

Im ersten Gespräch mit der Sozialarbeiterin bekam ich etliche Weinkrämpfe, weil ich es nicht verstehen konnte, dass meine Mutter als liebe Frau, die keinem etwas zu Leide tut, beschrieben wurde.

Solch einer Mutter musste man die Kinder wegnehmen. Die Sozialarbeiterin bestätigte mir, dass in der Gegend, in der ich aufwuchs, für gewisse menschliche Bedürfnisse kein Verständnis vorhanden war und dass Alleinerziehende diesbezüglich besonders in Augenschein genommen wurden. Die Kinder waren die Leidtragenden. Heute sei dies nicht mehr so. Wie tröstlich, dachte ich. Dennoch gibt es tausende von Kindern noch in geschlossenen Einrichtungen. Ich deutete an, dass es noch vieles zu erzählen gäbe und ich die gemachten Erfahrungen in einem Buch niedergeschrieben habe. Das Buch würde ich ihr gerne zur Verfügung stellen. Sie nahm das Angebot dankend an. Als meine Mutter dann kam, wechselten wir noch einige Worte mit der Sozialarbeiterin und ich verließ dann mit meiner Mutter die Frauenunterkunft und ging mit ihr spazieren.

Meine Mutter gab ihre Verschlossenheit recht schnell auf. Jedoch waren bestimmte Themen noch ein Tabu für sie, zum Beispiel wer ist mein Vater. Sie erzählte mir einiges über ihre Familie und so erfuhr ich, dass sie mit acht Geschwistern aufgewachsen ist und die meisten auch noch lebten und so weiter …

Es folgten noch viele Gespräche. Beim zweiten Gespräch nahm ich Günter mit. Unsere Mutter erzählte wieder viel über ihre Familie und so stellte sich doch recht bald ein klares Bild unserer familiären Herkunft. Jedoch bedurfte es noch einiger Zusammenkünfte, um zu erfahren, wer mein Vater war. Ich traf mich allein mit ihr. Wir unterhielten uns über irgendein belangloses Thema und meine Mutter meinte auf einmal, dass ich wie mein Vater wäre. Da fragte ich dann wieder nach und sie sagte es mir. Ich konnte es nicht so ganz glauben und ließ es mir dann noch einmal von einem Verwandten bestätigen.

Inzwischen können Günter und ich die Beziehung zu unserer Mutter als relativ normal betrachten, das heißt wir akzeptieren ihre Lebensumstände und sehen auch, dass wir daran wenig ändern können. Es sind im Wesentlichen zwei Eigenschaften, die unserer Mutter bedingt durch die eigene Erziehung nicht vermittelt wurden und zwar zum einen ein notwendiges Maß an Selbstdisziplin und zum anderen ein gewisses Maß an Eigenverantwortung für sich und ihre Kinder und ihr Umfeld. Doch es wäre verfehlt, wenn wir dies nur unserer Mutter zuschreiben, denn für die Kinderzeugung und -erziehung sind nun einmal zwei Menschen erforderlich, sonst hätte die Natur die sexuellen Eigenschaften zur Kinderzeugung nur einem Menschen geben können. Aus dieser biologischen Eigenheit leite ich auch die soziale Verantwortung ab. Das bedeutet auch, dass einer allein mit der Kindererziehung überfordert ist. Das heißt jedoch dann nicht, dass ein Alleinerziehender nicht die Befähigung hätte. Doch es ist notwendig, dass sich in jüngsten Kinderjahren einer als ständige Bezugsperson um das Kind kümmern muss. Warum dies so ist, habe ich in meinem Erstlingswerk eindeutig ausgeführt. Wenn ein Alleinerziehender durch die Kindererziehung überfordert ist, was er bereits ist, wenn er für den Gelderwerb nicht sorgen kann, dann ist es keine Lösung, die Kinder in Verwahranstalten zu stecken, denn etwas anderes sind solche geschlossenen Einrichtungen nicht. Wenn man bedenkt, wie teuer solche Einrichtungen sind und was angeblich ein Heimplatz kosten soll, bleibt es unverständlich, an diesen „Bunkern“ festzuhalten. Es sind jedoch Relikte diktatorischer Vergangenheit und auch heute noch fällt es unseren Volksvertretern schwer, diese Relikte abzuschaffen, obwohl es an sogenannten Modellversuchen nicht mangelt (s. auch Bösen 1990 S. 237 ff.). Es müssen dann schon ökonomische Zwänge gegeben sein, um hier aktiv zu werden.

Außerdem sind unsere Volksvertreter in der Regel durch ihre eigene Erziehung auf Distanz zu diesen Einrichtungen eingestellt. Da Volksvertreter in aller Regel erfolgsorientierte Menschen sind, liegt die Frage nahe, womit bei geschlossenen Einrichtungen ein Erfolg zu erzielen wäre. Da ich mich heute in einer erfolgreichen wirtschaftlich ausgerichteten Berufslaufbahn befinde, kann ich mir recht gut vorstellen, wie wenig jene Mitmenschen, die materiell erfolgreich tätig sind, für solche Einrichtungen erübrigen können. Zwar ist durchaus das Interesse artikuliert, doch es begrenzt sich meistens auf finanzielle Aspekte, das heißt man spendet etliche Euros und gibt sich damit zufrieden. Das man dadurch auch solche Einrichtungen stützt und den betroffenen Kindern keinen Gefallen tut, ist nicht erwägenswert. Am deutlichsten wird dieses Phänomen bei Behinderteneinrichtungen. Man ist scheinbar davon überzeugt, dass diese Kinder auch an die Außenwelt müssen, aber scheinbar danach genauso froh, sie wieder dort zu haben, wo sie scheinbar hingehören: in die geschlossene Anstalt. Dieses Phänomen drückt nichts anderes aus wie die Ohnmacht der Erwachsenen (der Behörden), den korrekten Umgang mit Heimkindern oder behinderten Kindern zu finden; korrekt in dem Sinne zu verstehen, dass für diese Kinder dauerhafte Bezugspersonen zu finden sind, die den Kindern Liebe geben.

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