Adrian Plitzco - Der harte Engel

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Drei Jahre ist es her, seit Maryanne Winter im botanischen Garten von Melbourne brutal ermordet wurde. Den Mörder hat man nie gefaßt. Eric, der tagsüber fast blind ist, hat sich nach dem Mord an seiner Frau in sein Ferienhaus am Mount Buller zurückgezogen. Abgeschieden von der Welt, entdeckt er an sich eine besondere Begabung: er ist in der Lage, am Ort eines Ereignisses ein lange zurückliegendes Geschehen noch einmal zu sehen. Mit dieser Begabung hofft Eric nun, den Mörder seiner Frau doch noch zu finden.

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Die Wohnung war alt, die ausgetretenen Holzböden fielen im Wohnzimmer und im Flur derart schräg ab, dass die Möbel, damit sie nicht umkippten, mit Holzkeilen ausbalanciert waren. Alle Zimmer waren hoch, geräumig und die Decken mit üppigen Stuckaturen verziert. Von den hohen Schiebefenstern blätterte die Farbe ab, und wenn draußen der Wind wehte, klapperten sie in ihren Schienen. In der ganzen Wohnung gab es keine einzige Tür, die sich problemlos öffnen ließ. Eine musste kräftig angehoben, die andere fest niedergedrückt oder getreten werden, damit sie sich in der Angel drehte. Doch diese Unvollkommenheiten verliehen der Wohnung ihren besonderen Charme. Maryanne war von Anfang an in sie verliebt gewesen und hatte nie erlaubt, irgendetwas an ihr zu verändern. Auf der düsteren Südseite lagen das Schlafzimmer, ein Gästezimmer und Erics Arbeitszimmer, vollgestopft mit Schachteln und allerlei Gerümpel. Die Nordseite hingegen war von Licht durchflutet. Hier befanden sich Wohnzimmer, Badezimmer, die Küche und Maryannes Schreibzimmer. Das Wohnzimmer war weiß gestrichen, auch der Fußboden und sogar die Möbel waren weiß. Eric konnte sich in diesem Teil der Wohnung nur aufhalten, wenn er eine Sonnenbrille trug, die seine Augen vor dem grellen Licht schützten. Aber weil Maryanne weiße Zimmer über alles liebte, hatte er sich damit abgefunden.

An sonnigen Tagen, wenn das Licht die Nordseite der Wohnung erfüllte, passierte es durchaus, dass Eric mit seinem weißen Haar, der schneeweißen Haut und in weißen Kleidern praktisch unsichtbar war. Er verschwand, das grelle Licht verschluckte ihn einfach. Maryanne war jedes Mal fürchterlich erschrocken, wenn sie nichts ahnend an dem weißen Ledersessel unter dem Fenster vorbeiging und von unsichtbarer Hand in den Hintern gezwickt wurde.

Maryannes Schreibzimmer war immer noch in dem Zustand, in dem sie es verlassen hatte. Es war vergleichsweise klein, bot aber genügend Platz für ein Büchergestell, ein Schreibpult und eine Couch vor dem Fenster. Maryanne hatte die Möbel von ihrem Großvater geerbt, der Professor für Philosophie an der Melbourner Universität gewesen war und über ein halbes Jahrhundert zwischen diesen antiken Möbeln gelebt und gearbeitet hatte. Sechs Bände über Leben und Werk englischer Philosophen hatte er an diesem Pult geschrieben, nun stand ein Computer darauf und daneben lag Maryannes erster und einziger Roman.

reviving venus“ stand in weißen, kleingedruckten Buchstaben auf dem stahlblau glänzenden Umschlag. Auf der unteren Hälfte war eine Variation von Botticellis berühmtesten Gemälde abgebildet: die Geburt der Venus, dargestellt als grinsendes Baby, das in die Muschel pinkelte. Eric mochte den Roman nicht. Er war ihm zu anstößig, für seinen Geschmack zu grob geschrieben und männerfeindlich obendrein. Er war davon überzeugt, dass Maryanne dem Trend der neunziger Jahre verfallen war und sich im Stil der Dirty Realists versucht hatte, die in ihren Büchern schonungslos mit der angeblich verdorbenen Welt abrechneten. In brutaler, hemmungsloser Sprache erzählte sie die Geschichte zweier Frauen, die in einer neu gefundenen Sexualität die Dominanz ihrer Männer zu Fall bringen. Eric fragte sich heute noch, wo Maryanne die raue Fantasie hergenommen hatte, mit der sie die pikanten Abenteuer ihrer Hauptfiguren beschrieb. Er konnte darin keine Parallelen mit ihrem wirklichen Leben finden, denn in seinen Augen war sie zärtlich, zerbrechlich gewesen. Furchtlos, ja, aber deswegen noch lange nicht draufgängerisch. Bevor sie sich auf etwas Unbekanntes eingelassen hatte, hatte sie lange und genau überlegt. Und vor allem hatte sie ein Faible für Romantik gehabt. Nichts davon war in dem Roman vorhanden. Jedes Mal, wenn sie ihm neu geschriebene Passagen zeigte, hatte er Unbehagen empfunden. Er fürchtete, neue, unfreundliche Seiten ihrer Persönlichkeit zu entdecken. Maryanne amüsierte sich über seine Verwirrung.

„Du glaubst doch nicht etwa“, hatte sie gelacht, „ich würde meine Zeit mit Schreiben vergeuden, wenn diese Triebe in mir steckten.“

Er hatte das Gefühl, dass es ihr Roman war, der ihr zum Verhängnis geworden war. Die Art und Weise, wie sie das protzige Verhalten der Männer ins Lächerliche zog, konnte einen Verrückten durchaus aufgestachelt und seinen Hass gegenüber Frauen geschürt haben. Andererseits würde jemand, der ein gestörtes Verhältnis zu Frauen hatte, ein solches Buch wohl kaum lesen. Außerdem war Maryanne nicht berühmt genug gewesen. Dieser Roman war ihr Debüt, die Vermarktung war gerade erst angelaufen, ihr Gesicht war unbekannt und niemand hatte sich auf der Straße nach ihr umgedreht. Feinde besaß sie keine. Alle Freunde und alle, die jemals mit ihr zusammengearbeitet hatten, hatten sie gemocht. Vielleicht war es ihre Furchtlosigkeit, die sie zu Fall brachte. Ihre Furchtlosigkeit, nachts alleine durch den Botanischen Garten zu gehen. Heute Nacht würde Eric es endlich wissen.

Kapitel 3: Emotionsecho

Eric verschlief den Rest des Tages und wachte auf, als es bereits dunkel war. Sein Hals war trocken von der heißen, stickigen Luft im Schlafzimmer. Er ging im Dunkeln in die Küche, um dort nach Trinkbarem zu suchen. Durch die Ritzen der Jalousie schimmerte das Licht einer Straßenlaterne und warf dumpfe Schatten an die Wand. Ansonsten war die Wohnung in angenehme Dunkelheit gehüllt. Mit sicherem Griff holte Eric ein Glas aus dem Schrank und füllte es mit Leitungswasser. Er trank einen Schluck, spuckte das warme Wasser aber unverzüglich wieder aus. Er ging zum Kühlschrank hinüber, um Eis aus dem Gefrierfach zu holen. Als er die Tür schwungvoll öffnete, traf ihn ein stechender Schmerz. Er hatte das Gefühl, sein Kopf würde explodieren. Seine Augen brannten wie Feuer. Eric riss den Arm vors Gesicht, stieß mit dem Bein gegen den Stuhl und ließ sich darauf fallen. Das schwache Kühlschranklämpchen wäre für einen Normalsehenden gerade genug gewesen, nicht völlig im Dunkeln tappen zu müssen. Erics Augen aber traf es wie der gleißende Strahl elektrischer Blitze. Er griff nach dem erstbesten Gegenstand auf dem Tisch, der Espressomaschine, und schlug damit auf das Lämpchen ein, so lange, bis es zerbrach und mit einem dumpf klatschenden Geräusch erlosch. Derartige Missgeschicke trieben ihn jedes Mal zur Weißglut, gerade weil sie ihm, seit er laufen konnte, so regelmäßig passierten. Es dauerte eine Zeit, bis der Schmerz nachließ und er die Augen wieder öffnen konnte. Dass das Wasser warm war, kümmerte ihn nicht mehr, und er hatte es in wenigen Zügen ausgetrunken.

Eric fuhr hoch. Es hatte geklingelt. Auch wenn er niemanden erwartete, eilte er ins Schlafzimmer, warf einen Bademantel über und setzte die Sonnenbrille auf. Außer dem Reinigungsservice wusste niemand von seiner Rückkehr. Verwundert knipste Eric das Licht an und öffnete die Tür. Im Treppenhaus stand seine Nachbarin, Frau Oldenburg. Als sie Eric sah, klatschte sie freudig in die Hände.

„Herr Winter“, lachte sie, „habe ich es doch gewusst. Sie sind wieder da.“

Bevor er etwas erwidern konnte, huschte sie an ihm vorbei und ging in die Küche. Eric folgte ihr.

„Ich hatte befürchtet, Ihnen sei etwas zugestoßen“, fuhr sie besorgt fort, „warum haben Sie nie geschrieben oder angerufen? Aber macht ja nichts, Hauptsache, Sie sind wieder da, und wie ich feststelle, sehen Sie besser aus als je zuvor. Was ist mit Ihrer Nase passiert?“

Eric strich sich überrascht mit der Fingerspitze über die Nase. Als er die alte Narbe spürte, war er erleichtert.

„Nichts Nennenswertes“, beschwichtigte er, „beim Aufräumen ist mir ein Buch entgegengefallen. Möchten Sie Kaffee?“

Frau Oldenburg lebte allein in der unteren Wohnung. Maryanne und Eric hatten kaum Kontakt zu ihr gehabt, lediglich ein freundliches Hallo, wenn sie sich zufällig im Treppenhaus begegneten. Doch nach Maryannes Tod war Frau Oldenburg öfters hochgekommen, um nachzusehen, wie es Eric ging. Manchmal brachte sie Kuchen, Suppe oder kochte Kaffee, und jedes Mal hatte sie sich unaufgefordert in die Küche gesetzt und angefangen zu plaudern.

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