Hoffnung ist scheinbar endlos wie der Ozean, doch jeder Ozean endet irgendwann an einer Küste.
Etwas unsanft landete ich auf den Boden. Ganz benommen schaute ich aus der Wäsche . Aber mir war bewusst „ Hope jetzt bist du wieder auf der Erde und dein erster Fall von Hilfe lässt bestimmt nicht lange auf sich warten.“.
Erst einmal musste ich mir den Überblick verschaffen wo ich jetzt eigentlich gelandet war. Ein Duft von frisch gebratenen Fisch wehte mir verführerisch um meine kleine schwarze Nase. Diesen Duft musste ich einfach folgen. Er brachte mich zu einem kleinen Cottage das bestimmt schon bessere Tage erlebt hatte.
Die Farbe der Eingangstüre bröckelte bereits ab , das Unkraut im Garten war schon viel zu hoch, die Rosen wucherten unkontrolliert nach oben und das kleine Auto vor dem Haus hatte bestimmt schon bessere Tage gesehen. Das Cottage wurde von einer Hecke aus Buchsbäumen eingezäunt zwischen die ich mich verkrochen hatte um besser beobachten zu können. Vor dem Eingang stand ein Schild das mit einem Pfosten in den Boden gerammt war auf dem stand : „ FOR SALE „ und eine Telefonnummer eines Maklerbüros aus Cornwall. Naja wenigstens wusste ich jetzt bescheid wo ich mich befand. Gerade wollte ich mich zur Eingangstür schleichen als am Gehweg 2 etwas besser situierte Damen daher spazierten die sich angeregt über das Haus zu dem ich gerade wollte unterhielten. „ Siehst du ich wusste es, kaum ist ihr Mann unter der Erde kann sie die Raten für das Haus nicht mehr aufbringen und muss verkaufen. Naja die passte sowieso nicht in unsere Gegend !“
Einerseits musste ich den beiden versnoppten Damen dankbar sein denn durch sie wusste ich nun wo mein erster Auftrag auf mich wartet. Ich wartete noch ein paar Minuten bis die beiden außer Sichtweite waren und wagte dann einen zweiten Anlauf um mich dem Haus bzw. meinen 1. Auftrag zu nähern. Ich setzte gerade eine Pfote vor die andere als sich die Eingangstüre des Cottages öffnete und ein Junge und ein Mädchen die beide ca. im gleichen Alter waren, ich schätzte sie auf ca. 6 Jahre das Haus verließen. Der Junge hatte ein kleines Auto in der Hand und das Mädchen eine Puppe die schon sehr mitgenommen aussah . Beide setzten sich auf eine kleine Gartenbank die sich rechts neben dem Eingang befand. Ich hörte den beide eine weile zu. „ Weißt du Jane „ sagt der kleine Junge mit dem blonden Lockenkopf zu dem Mädchen „ Ich möchte hier nicht weg ! Jetzt wo unser Dad tot ist sollen wir auch noch aus unserem kleinen Häuschen raus, bloß weil Mam die Raten für das Haus nicht mehr bezahlen kann.“ Jane kullerten dicken Tränen über die Wange. Traurig fuhr sie sich mit den Händen über die Wangen um die großen Tränen wegzuwischen die unaufhörlich aus ihren Augen zu laufen schienen. Ganz der große Bruder legte Harry die Arme um seine gleichaltrige Schwestern um sie zu trösten. Ich konnte mir das ganze nicht länger anschauen uns so nahm ich meinen ganzen Mut zusammen und ging langsam auf die beiden zu. Jane sah mich als erstes. „ Schau mal Harry die kleine schwarze Katze wo kommt die denn jetzt so plötzlich her.“ Jane stand auf und auf ihrem tränenverschmierten Gesicht zeigt sich für kurze Zeit ein kleines Lächeln. „ Meinst du die gehört jemanden ? ich würde sie am liebsten behalten.“ Vorsichtig nahm sie mich auf den Arm und ging damit zu Harry der nach wie vor auf der Gartenbank saß. Auch er ließ mir sofort einige Streicheleinheiten zukommen. „ Weißt du was ? Wir gehen jetzt zu Mam nach drinnen und fragen sie ob wir das kleine Kätzchen eventuell behalten können. „
Gesagt, getan. Vorsichtig öffnete Harry die Türe und Jane die mich liebevoll im Arm hielt betrat das kleine Häuschen. Carolin die Mutter der beiden war gerade dabei den Fisch für das Abendessen zu braten als die beiden in die Küchen kamen. „ Mam „ kam es wie aus einem Mund. „ Schau mal was wir hier haben, das kleine Kätzchen war plötzlich in unserem Garten.“ „ Können wie es behalten ? Bitte Mam !“
„ Kinder ihr wisst seitdem Dad gestorben ist fehlt es an allen Ecken und Enden bei uns und jetzt sollen wir auch noch dieses Kätzchen durchfüttern.“ Flehentlich schauten sie vier Kinderaugen an. Ein kurzen Augenblick haderte Caroline mit sich, aber sie konnte ihren beiden Kinder diesen Wusch nicht abschlagen jetzt wo ihr Dad vor kurzen gestorben war. „ Also gut Kinder – einverstanden ! aber nur unter einer Bedingung . Ihr kümmert euch um das Tier ! Das bisschen Futter und Milch werden wir schon noch aufbringen können.“ Jubelnd fielen die beiden ihrer Mutter um den Hals . Und Caroline sah die beiden das erste mal seit Sams Tod wieder richtig lachen . Ich wurde von den beiden Kinder auf den Namen Blacky getauft . Dieser Name gefiel mir gar nicht aber woher sollten sie denn wissen das mein Name Hope war. Aus einem alten Schuhkarton wurde mir ein kleinen Körbchen hergerichtet. Ein altes verschlissenes Handtuch diente mir als Decke. Mein Schlafplatz wurde in der Nähe des offenen Kamins gestellt , so hatte ich es immer schön kuschelig warm.
Ich fühlte mich von Anfang an wohl in dieser kleinen Familie. Aber ich durfte ja auch nicht vergessen das ich einen Auftrag zu erfüllen hatte. Es mussten etwa 14 Tage gewesen sein als ich von einem weinen wach wurde. Carolin saß am Küchentisch die Hände hatte sie aufgestützt und es liefen ihr dicke Tränen über das sorgenvolle Gesicht. Nachdem ich ja jetzt schon mal wach war musste ich zu ihr um sie zu trösten. Erst einmal streckte ich mich durch. Den Katzenbuckel den ich dabei machte war Rekordverdächtig. Langsam , eine Pfote vor die andere setzend machte ich mich auf den Weg zu ihr. Sie bemerkte mich leider nicht als ich so stillschweigend neben ihr saß. Erst als ich behutsam mit einer Pfote über ihr Schienbein kratzte um sie auf mich aufmerksam zu machen nahm sie mich hoch und setzte mich auf dem Küchentisch so das Carolin mir direkt in die Augen schauen konnte. „ Ach Blacky was soll ich denn nur machen ? „ Die Tränen schienen nicht zu enden. „ Wir haben nur noch ein paar Pfund da können wir gerade noch das Essen für diese Woche bezahlen . Aber die Raten ich weiß nicht wo soll ich denn das Geld noch hernehmen ? Die Vorräte sind fast alle zu Ende. Nur noch im Keller befinden sich in einem dunklem Raum in einer alten Kiste noch ein paar Kartoffel die werde ich herauf holen und sie abkochen . Dazu werden ich den Kinder den restlichen Quark geben . Einen Bund Schnittlauch im Garten werde ich kleinschneiden und auch mit hinein geben so haben die Kinder wenigstens was wenn sie Mittags aus der Schule kommen“. Sie wischte sich die Tränen ab und setzte mich vorsichtig auf den Küchenboden. Plötzlich hatte ich den starken Wunsch Carolin in den Keller zu begleiten . Ich wusste nicht woher dieser innere Drang bei mir plötzlich kam. Carolin war bereits kurz vor der Kellertreppe als ich maunzend um ihre Füße schlich. „ Was hast du denn mein Kleiner ? Willst du etwa mit in den Keller ? Vorsichtig öffnete sie die Kellertüre und im Nu war ich die Stufen runtergeflitzt. Da unten im Keller gab es so viele neue Dinge für mich zu sehen ich wusste gar nicht wo ich anfangen sollte. Aber ich wusste instinktiv das da im Keller die Lösung wartete – ich wusste nur nicht genau wo . Als erstes erkundete ich einmal alle Ecken . Was es da alles zu sehen gab Das alte Schaukelpferd der beiden Kinder. Möbel die schon uralt waren. Alles Mögliche halt eine schöne Spielwiese für eine kleine Katze so wie mich. Aber ich wusste , ich musste meinen Auftrag erfüllen – es war höchste Zeit. „ So du kleiner schwarzer Zwerg „ sagte Carolin lächelnd zu mir jetzt wird es aber Zeit die Kartoffeln zu holen. Etwas missmutig trottete ich hinter ihr her . Wir blieben vor einer weiteren Türe stehen.
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