Wandellinie 2
Erscheinender Drache auf dem Feld.
Fördernd ist es, den großen Mann zu sehen.
Aufbruchsstimmung
Mit dieser Linie beginnt sich die schöpferische Kraft in der konkreten Realität zu offenbaren, auch wenn sie bislang noch auf einen kleinen Wirkungskreis beschränkt ist.
Wir sehen hier eine ernsthafte Persönlichkeit, die ihre Zuverlässigkeit und Achtsamkeit tagtäglich in Wort und Tat beweist. Sie sieht die Dinge ganz realistisch, verfügt aber dennoch über einen weiten Horizont. Auch wenn sie bisher unter Ihresgleichen noch nicht sichtbar herausragt und ihr Führungstalent noch brachliegt - langfristig wird ihre selbstverständliche Überzeugungskraft es ihr ermöglichen, ihre Umgebung so zu beeinflussen, dass sich die Tür zu einem neuen Lebensbereich öffnet.
Diese Linie fordert uns auf, Kontakt zum großen Mann in uns selbst aufzunehmen. Sobald wir den Rückhalt dieses inneren Meisters spüren, können wir getrost nach außen treten und uns mit unserem Anliegen den Mitmenschen stellen.
Jetzt hast du die Chance, einen erfahrenen (inneren) Mentor zu finden, der deine Pläne unterstützt und dir Selbstvertrauen vermittelt. Wenn du mit deinen Fähigkeiten und Gaben ganz offen auf die Welt zugehst, wirst du deine Mitmenschen auf Dauer für dich gewinnen.
Tiefendynamik
Viele Menschen legen sich ein überhöhtes Selbstbild zu, um Unsicherheiten zu kompensieren, die noch aus der Vergangenheit stammen. Ihre Großartigkeit ist aber untrennbar mit dem Schattenbild der Minderwertigkeit verbunden. Je mehr die die strahlende Seite hervorsticht, desto dunkler wird die andere Seite - und umgekehrt. Bei manchen Menschen spielt sich diese manisch-depressive Polarisation im eigenen Inneren ab, bei anderen im Spiegel der Außenwelt: sie halten sich selbst für klein und unbedeutend und andere für groß und mächtig. Dabei vergessen wir, dass im Kosmos alle Geschöpfe gleichwertig sind. Damit wir wieder in die Balance kommen, müssen wir die falschen Rollen durchschauen, die uns von unserem wahren Selbst trennen. Wir dürfen solche Fehlidentifikationen nicht mit dem wahren Wesen unserer Mitmenschen verwechseln. Wir begegnen ja nur den Abwehrmechanismen des verängstigten Ego, das meint, sich schützen zu müssen. Wenn es uns aber gelingt, den authentischen Kern unter der hässlichen Oberfläche unbeirrt im Blick zu behalten, statt auf den Lärm des Ego einzugehen, kann sich das Blatt wenden. Deshalb dürfen wir niemanden je als hoffnungslos aufgeben! Unsere negativen Urteile sagen wirklich gar nichts über die wahre Natur eines Menschen aus, sie sind aber sehr wohl imstande sein Fehlverhalten weiter zu verstärken.
Wandellinie 3
Der Edle ist den ganzen Tag schöpferisch tätig.
Des Abends noch ist er voll innerer Sorge. Gefahr. Kein Makel
Durchbruch in neue Wirkungskreise
Allmählich geht es daran, die Dinge aktiv zu gestalten. Da sich unser Einflussradius ausweitet, tun sich neue Möglichkeiten auf. Bald wird unsere Schöpferkraft offen zutage treten.
Voller Energie und Einfallsreichtum suchen wir neue Herausforderungen. Wir wissen, was zu tun ist und packen es an. Entschlossen dringen wir in neue Bereiche ein, wo wir eine erste Resonanz und Anerkennung erhalten. Damit erwartet uns eine anstrengende Zeit unermüdlicher Arbeit, die bis in den Abend hinein unsere volle Aufmerksamkeit fordert. Gerade nachts machen sich Sorgen breit, ob es denn tatsächlich gelingen wird, unsere Pläne zu verwirklichen. Wir spüren, dass wir unseren erträumten Zielen schon sehr nahe gekommen sind, aber es ist trotzdem schwer, mit den Anforderungen der Zeit Schritt zu halten.
Hier am labilen Platz des Übergangs in eine höhere Dimension ist eine große Veränderung im Gange. Die Situation ist heikel, da es Menschen (oder innere Anteile) gibt, die versuchen, uns für ihre wenig edlen Motive einzuspannen. Nun könnten Ehrgeiz und Eigenmächtigkeit, alter Groll oder Gedanken an frühere Fehler unsere Klarheit trüben. - Der äußeren Aufgabenstellung sind wir durchaus gewachsen, gehen wir aber wirklich konstruktiv mit unseren inneren Energien um?
Mach dir bewusst, wie leicht dich die Eitelkeit blendet und auf seelische Abwege lockt. So könnte, wer jetzt schon Einfluss besitzt, überheblich werden, und wer nur bescheidene Möglichkeiten hat, könnte sich herunterziehen und deprimieren lassen. Sei also achtsam und überprüfe in ständiger Reflexion immer wieder deine Beweggründe.
Tiefendynamik
Obwohl wir vielen Illusionen und Irrtümern erliegen, wäre es unsinnig, sich in ihre Bekämpfung hineinzusteigern. Jeder Übereifer beweist, dass wir meinen, alles alleine schaffen zu müssen. Das hieße aber die allgegenwärtige Hilfe des Kosmos zu verleugnen und unsere eigene Kreativität zu blockieren. Inneres Wachstum hat ja nichts mit Arbeit zu tun. Auch der spirituelle Eifer stammt aus dem Ego. Er macht aus unserer Selbstentwicklung eine Art Glaubenssystem mit starren Regeln und dem schmeichelhaften Ehrgeiz, dann ein besserer Mensch zu sein. Doch so ein hochpoliertes falsches Selbst lenkt uns nur davon ab, unsere wahre Natur zu finden. Es ist ein trügerischer Irrglauben, dass wir nur durch Selbstaufgabe zu Demut gelangen können. Selbstberichtigung hat nichts mit Verzicht zu tun.
Wandellinie 4

Schwankender Aufschwung über die Tiefe.
Kein Makel.
Die Qual der Wahl
Nachdem wir den Übergang bewältigt und dabei einen guten Überblick gewonnen haben, öffnet sich uns zum ersten Mal der schwankende Raum der Freiheit – eine aufregende Erfahrung. Wir haben alle Voraussetzungen zum Fortschritt. Zwar steht immer noch viel Arbeit an, aber jetzt es geht um Arbeit an uns selbst. Vielleicht zögern wir ja noch, da es jetzt heißt, einen Schritt ins Unbekannte zu tun. Wir pendeln zweifelnd zwischen verschiedenen Ebenen hin und her, wenden uns mal nach innen, mal nach außen. Nun müssen wir es riskieren, abzuheben, den festen Boden unter unseren Füßen aufzugeben und uns zu Höherem aufzuschwingen.
Jeder muss sein Schicksal selbst bestimmen. Nun ist Zeit, zu entscheiden und etwas Neues zu gestalten. Dabei stehen dir viele Wege offen: Du kannst mit deiner Kraft nach außen gehen oder dich auch im Stillen entwickeln. Wähle jetzt unabhängig von Konventionen nach den innersten Gesetzen deines Wesens, welche Richtung für dich die richtige ist.
Tiefendynamik
Ego und Gesellschaft stehen in einem engen Zusammenhang: Je mehr wir die gesellschaftlichen Werte verinnerlichen, desto mehr schwingt sich unser Ego auf, mit dem Ergebnis, dass wir entfremdete Werte verteidigen und andere nach ihnen beurteilen. Aus lauter Angst, unser wahres Selbst zu leben, identifizieren wir uns lieber mit irgendeiner Art von Heldenrolle. Dabei ist es völlig egal, ob wir die Werte des kollektiven Ego fördern oder bekämpfen, ob wir die Rolle des Rebellen oder die des Weltentsagers wählen. Alle Rollen opfern gleichermaßen unser wahres Selbst, um die Pseudowirklichkeit des Ego aufrechtzuerhalten.
Wandellinie 5
Fliegender Drache am Himmel.
Fördernd ist es, den großen Mann zu sehen.
Die Welt schöpferisch gestalten
Die Entscheidung ist gefallen, der Aufschwung gelungen. Der Drache ist in seinem Element, er folgt ungehindert seinem inneren Gesetz, das in Übereinstimmung mit dem kosmischen Fluss ist und ihn zu dem hinträgt, was zu ihm passt. Eine solche Person ist umgänglich und kennt keine Arroganz. Als vorbildliche, charismatische Autorität und Führergestalt bewegt sie sich würdevoll, bewusst und selbstsicher. Ihre Visionen haben Einfluss nach oben und unten. Dank ihrer geistigen Fähigkeiten kann sie ihren Wirkungsbereich ausweiten: Sie überzeugt ihre Mitmenschen und findet Anhänger, die auf dem gleichen Weg sind und von ihr lernen wollen. Dies ist der Gipfel des Möglichen. Solange wir innerlich ständig in Rücksprache mit der kosmischen Perspektive unseres inneren Großen Mannes sind, wird unser Aufschwung nicht in Hochmut ausarten. Das Ego muss zwar einige Abstriche machen, doch das ist nötig, um unsere Position zu halten und im höchsten Erfolg nicht die Integrität zu verlieren.
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