Andrea Seidl - I Ging

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Online mit der kosmischen Intelligenz …
Wer sind wir?
Wie sollen wir leben?
Was macht uns glücklich?
Welche Entscheidung bringt uns weiter?
Bei manchen Fragen ist unser Verstand am Ende mit seinem Latein. In solchen Momenten der Ratlosigkeit wird das I Ging zum zuverlässigen Führer. Wie ein über­zeitlicher «Quantencomputer» verbindet es uns mit einer höheren Quelle der Erkenntnis, deren hellsichtige Antworten das Potenzial haben, unser Bewusstsein zu erweitern.
Endlich! Hier liegt eine zeitgemäße Version des alten chinesischen Klassikers vor, der das Kunststück gelingt, die Weisheit und Spiritualität des «Buchs der Wandlungen» mit einer leichtgängigen Sprache und psychologischer Tiefe zu versöhnen!
Wer es erst einmal kennt, den lässt es nicht mehr los!

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Anschließend lese ich die entsprechenden Texte: bei einem ruhenden Hexagramm ohne Wandellinien nur die allgemeine Deutung, bei einem bewegten Hexagramm zusätzlich den Text der Wandellinie und die allgemeine Deutung des Ergebnishexagramms.

Kleines Glossar besonderer Begriffe im I Ging

Das Original-I Ging hat viele emblematische Ausdrücke, die uns Westlern nicht unmittelbar vertraut sind. Im Großen und Ganzen habe ich versucht, diese Symbolsprache bereits in den Deutungstexten aufzuschlüsseln, doch einige wenige sind so typisch, dass ich sie an dieser Stelle explizit erklären möchte (Wenn Sie sich ausführlich diesem Thema befassen wollen, werden Sie fündig bei Adrian). Darüber hinaus gibt es auch in dieser neuen Version des I Ging spezifische Begriffe, die einer genaueren Definition bedürfen:

Der Weise, der Edle, der Gemeine: Mit diesen drei häufig verwendeten Begriffen meint das I Ging unterschiedliche menschliche Reifestufen, die wir alle parallel ausfüllen. Der „Gemeine“ ist ein Bild unseres „kleinen Ich“, des Ego; der „Edle“ steht für unser spirituelles Streben, das sich an Ehrlichkeit zu uns und anderen ausrichtet; vom „Weisen“ ist in jenen Momenten die Rede, in denen wir unser höchstes Potenzial berühren.

Der große Mann: Hier sehen wir ein Bild für unseren weisen inneren Meister, für unser wahres Selbst, für unseren Wesenskern. Dieser Aspekt von uns hat nie den Kontakt zum Göttlichen verloren und stimmt mit seinem Willen überein. Da er sich nicht in unsere menschlichen Probleme verwickelt, besitzt er eine übergeordnete Urteilskraft.

Das große Wasser überschreiten: Wenn dieses vielsagende Wortbild erscheint, geht es darum, ein neues Ufer zu erreichen, das für unser spirituelles Wachstum entscheidend ist. Das ist immer ein schwieriger und folgenschwerer Schritt, der nur gelingen kann, wenn wir vom Ego zurücktreten und eine überpersönliche Sichtweise einnehmen.

Oben: Autoritätsfiguren, Vorgesetzte, Privilegierte, gereifte Menschen, tonangebende, maßgebliche Personen, „große Tiere“, Gewinner-Typen, geistige Führungsinstanz, Werte, geistiger Überbau, Top-down-Prozesse …

Unten: Untergebene, Bedürftige, unterprivilegierte oder unreife Menschen, Verlierer-Typen, kleine Leute, unentwickelte oder missachtete innere Anteile, Fundament, Körper und Instinkte, Grundbedürfnisse, materielle Grundlagen, Verbundenheit mit den Wurzeln und der irdischen Welt, Erdung, Bottom-up-Prozesse …

Kosmos: Tao, Universum, geistige Welt, das Große Ganze, Göttlichkeit

Zuschreibung: Urteil, mit dem wir uns identifizieren, oder das wir wie ein Etikett einem anderen anheften. Obwohl dieses Etikett zunächst von anderen kommt, wird es fatalerweise mit der Zeit ins Selbstbild übernommen. Jede Zuschreibung trennt uns von dem, was wir wirklich sind.

Projektion: Wer bestimmte innere Anteile an sich nicht wahrhaben will, dem kommen sie von außen entgegen, in Gestalt anderer Menschen und Ereignisse. Wir projizieren unseren eigenen Schatten wie ein Dia auf die Welt und machen damit die anderen zu Sündenböcken. Etwas Ähnliches geschieht mit unbewussten Glaubenssätzen. Solange wir nicht Bescheid wissen, was wir im Innersten für wahr halten, projizieren sich diese Überzeugungen in die Wirklichkeit, zuweilen mit fatalen Konsequenzen.

Innere Anteile: Unsere Persönlichkeit ist nicht aus einem Guss. Treffender ist ein Modell, das sie als System vieler Teilpersönlichkeiten betrachtet - darunter sind männliche und weibliche, kindliche und reife innere Persönlichkeiten. Sie alle besitzen jeweils ganz unterschiedliche Anliegen, Sichtweisen und Lebensstrategien, die sich oft gegenseitig bekämpfen. Da aber jeder einzelne dieser Anteile seine Daseinsberechtigung hat, ist unser Lebensglück davon abhängig, dass wir lernen, sie miteinander auszusöhnen.

Das kollektive Ego: Die herrschende öffentliche Meinung, „man“, unser inneres Bild der Gesellschaft, Über-Ich, Wir-Denken, Alltags-Mythen, Stammeslehren, kollektive Denk- und Handlungszwänge, kulturelle Matrix, jene verinnerlichte Gedankengemeinschaft, die unsere Konformität einfordert.

Ego: Falsches Selbst. Die Illusion, wir seien vom Kosmos getrennt und stellten darin etwas Besonderes dar. Scheinbar abgegrenzte, isolierte Identität, die mit Angst und dem Gefühl, kämpfen zu müssen, einhergeht.

Selbstbild: Ein Aspekt des Ego. Das, was wir zu sein glauben. Jedes Selbstbild, egal ob positiv oder negativ, ist eine Reduzierung und Verzerrung unserer wahren Identität.

Das wahre Selbst: Die Buddhanatur, unser innerster Wesenskern, der nach wie vor im Einklang mit dem Ganzen ist. Er mag vom Ego überlagert, kann aber niemals zerstört werden.

Innere Wahrheit: Die persönliche Wirklichkeit unseres authentischen Fühlens und Empfindens, die sich oft beträchtlich von dem unterscheidet, was wir denken und für richtig halten. Sie zeigt uns, was für unseren Weg in diesem einzigartigen Moment stimmig ist. Die innere Wahrheit ist immer relativ und nicht auf andere Menschen und Situationen übertragbar.

Die Systematik der Deutungs-Texte

Ich habe meine Darstellung der Hexagramme in einer ganz bestimmten Weise aufgebaut, die ich knapp erläutern möchte:

An erster Stelle in diesem Deutungs-Gebäude finden Sie eine Reihe von Schlüsselwörtern, die assoziativ auf die Thematik des Hexagramms einstimmen. Darunter sind immer wieder auch Begriffe, die sich auf den ersten Blick gegenseitig auszuschließen scheinen. Der Widerspruch klärt sich auf, wenn wir uns klarmachen, dass die scheinbaren Gegensätze zum gleichen Bedeutungsspektrum gehören, das sich je nach Umständen so oder so äußert. Immer wenn es etwa um „Ehrlichkeit“ geht, geht es ja automatisch auch um die Möglichkeit der „Unaufrichtigkeit“ und umgekehrt.

Der Abschnitt Quintessenz ist hervorgehoben und bietet eine kurze Zusammenfassung der wesentlichen Ideen dieses Hexagramms. Er dient zur Orientierung und zum Überblick. So können Sie sich die inhaltlichen Schwerpunkte des Hexagramms rasch vergegenwärtigen.

Unter der Rubrik Naturbild wird zunächst die Trigrammstruktur des Zeichens aufgeschlüsselt. Diese acht Trigramme und die ihnen zugeschriebenen Naturelemente zu kennen, gehört zu den wenigen Voraussetzungen für die Anwendung des I Ging. Die beiden Trigramme, die im jeweiligen Hexagramm zusammenwirken, kreieren eine besondere innere Dynamik, die im Text zum Naturbild „ausgemalt“ wird und uns ein wenig nachvollziehen lässt, wie die chinesischen Naturphilosophen zu ihren Erkenntnissen gelangt sind. Eingangs zitiere ich jeweils die Übersetzung des Urtextes von Richard Wilhelm, anschließend folgt ein Kommentar.

Der folgende, zentrale Textabschnitt beschreibt die jeweilige Zeitqualität und wird mit dem Zitat des sogenannten „Urteils“ im Urtext eingeleitet. Er erläutert ausführlich den Bedeutungsrahmen des Hexagramms, so dass auch seine feineren Nuancen verständlich werden. Dieser Abschnitt ist zweigeteilt. Der erste Teil wählt die traditionelle Deutung als Ausgangspunkt, während der zweite neue Wege geht (hier habe ich mich von Anthony und Moog inspirieren lassen, die in ihrem Werk „Das kosmische I Ging“ hochinteressante Aspekte aufwerfen). Wir existieren ja auf zwei Seinsebenen mit jeweils völlig unterschiedlichen Weltwahrnehmungen – mal im Ego, mal im wahren Selbst. Dieser fundamental spirituelle Blickwinkel lenkt unsere Aufmerksamkeit auf besondere Aspekte des Hexagramms, die unser gewohntes Weltbild skeptisch hinterfragen. Zuweilen mag es aussehen, als ob der obere Abschnitt im Widerspruch zum unteren stünde, doch das ist eine Frage der Ebenen. Da der zweite Abschnitt noch tiefer in die Konstruktion unserer Weltwahrnehmung eindringt, konfrontiert er uns mit Wahrheiten, die über unsere Alltagsbewältigung hinausgehen. So kann gewissermaßen beides wahr sein – eine Paradoxie, ganz im Sinne der alten Chinesen.

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