Erich Rudolf Biedermann - Wann die Zeiten wehen

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Kurz vor Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde im Baltikum die deutschstämmige Bevölkerung umgesiedelt. Die davon betroffenen Menschen wurden in alle Winde zerstreut. Niki, der Protagonist des Romans, zählte zu diesen Heimatlosen. Bereits als Jugendlicher und Heranwachsender lernte er in Estland den Nationalsozialismus und dessen menschenverachtende Ideologie kennen. Es waren Erfahrungen, die sein späteres Leben bestimmten. Nach seiner Bewährung in einer studentischen Kameradschaft und einem Arbeitseinsatz im annektierten Polen, studierte er in München zwei Semester Medizin, bevor er zum Kriegsende hin doch noch zum Militärdienst eingezogen wurde. Als vorgeschobener Artilleriebeobachter und Verteidiger eines Westwallbunkers überlebte er den Krieg an vorderster Stelle, bevor er im Frühjahr 1945 zu einem Offizierslehrgang nach Böhmen abkommandiert wurde. Sein Weg zurück nach Deutschland wurde zu einer gefahrvollen Odyssee. Wegen seiner früheren studentischen Hilfsdienste im besetzten Polen geriet er in der Nachkriegszeit zwischen die Mühlsteine amerikanischer und deutscher Vergangenheitsbewältigung. Er wurde interniert und sein Medizinstudium infrage gestellt. Nur dank christlicher Nächstenhilfe konnte er seinen Berufswunsch noch verwirklichen. Doch für ein erfülltes Leben war es zu spät. Die Amouren des Romanhelden überdecken im Grunde ein gescheitertes Abenteurerleben.

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Kapitel 6

Meine Zeit im Studentenheim war zu Ende gegangen. Ich hatte mein Examen bestanden und aus diesem Anlass Freunde und Bekannte zu einer Abschiedsparty geladen. Als kulinarischen Höhepunkt hatte ein ungarischer Kommilitone ein Gulaschgericht nach Art seiner Heimat zubereitet. Es war so scharf gewürzt, dass es nur bei ständiger alkoholischer Kühlung zu genießen war. Schon deshalb wurde es ein richtig feucht-fröhlicher Abschied, der sich bis in die Morgenstunden hinzog.

Auch Niki war dabei gewesen und hatte kräftig mitgefeiert. Anderntags war er bereits in aller Frühe zu einer längeren Reise ins Baltikum aufgebrochen. Wegen unserer schweren Köpfe hatten wir versäumt, uns zu verabschieden und einen Termin für ein Wiedersehen zu vereinbaren. Als auch ich dann München verließ, ahnte keiner von uns, dass es bis zu unserem Wiedersehen ein halbes Leben dauern würde.

Kapitel 7

Ich kam gerade von einer Auslandsreise zurück, als mir in der Eingangshalle des Münchner Hauptbahnhofs ein älterer Herr entgegenkam. Er hatte es eilig, denn im Vorbeigehen rempelte er mich an. Ich wollte dem Unhöflichen gerade einige Worte hinterherrufen, als eine Erinnerung aufblitzte. War das nicht der Crack gewesen? Auf der Stelle machte ich kehrt und holte den Mann ein.

„Verzeihung, sind Sie nicht Herr Bisdorff?“, fragte ich höflich.

„Ja“, antwortete mein Gegenüber erstaunt, „woher kennen Sie mich?“

„Hallo Niki, erkennst du mich nicht wieder?“, fragte ich und blickte ihm voll ins Gesicht. Es war alt und fahl geworden und das früher zerstrubbelte Haar war einem grauen Flaum gewichen.

„Nein, es tut mir leid, ich kann mich nicht an Sie erinnern“, antwortete er kühl.

„Denk´ an das Studentenheim in der Türkenstraße“, versuchte ich ihm auf die Sprünge zu helfen.

Doch er schüttelte den Kopf. Hatte sich mein Aussehen so verändert? Erst als ich meinen Namen nannte, leuchteten Erkennen und Wiedersehensfreude auf.

Was für ein Zufall! Nach Jahrzehnten hatten sich unsere Wege zufällig wieder gekreuzt. Zwar war ich in der Vergangenheit öfters in München gewesen, doch meine Besuche waren mit familiären und geschäftlichen Dingen so ausgefüllt, dass für die Suche nach meinem Freund wenig Zeit geblieben war. Im Telefonbuch ließ sich sein Name nicht finden und auch gemeinsame Bekannte, bei denen ich mich nach ihm erkundigte, hatten ihn aus den Augen verloren.

Im Bahnhofs-Restaurant unterhielten wir uns über Vergangenes und sein gegenwärtiges Leben. Was war aus seiner Arztkarriere geworden? Wie er berichtete, hatte er drei Semester nach mir sein Examen gemacht und danach in einer Münchner Klinik gearbeitet. Inzwischen lebte er in Rente und besserte sein Einkommen durch Gelegenheitsarbeiten auf. Resignation klang aus seinen Worten.

Kapitel 8

Nach meiner Rückkehr in die bayerische Heimat traf ich mich mit Niki wieder regelmäßig. Er lebte in einer kleinen Wohnung, die er mehr schlecht als recht und entsprechend seinen Junggesellen-Bedürfnissen eingerichtet hatte. Noch immer reiste er gelegentlich in seine baltische Heimat, wo man den Gast aus dem Westen, als vermeintlich gut situierten Arzt hofierte. Eine Ehre, die seiner angeschlagenen Psyche gut tat. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und der neu gewonnenen Unabhängigkeit der baltischen Staaten kamen manchmal auch einige estnische Freunde nach München, die er in seiner kleinen Wohnung notdürftig unterbrachte.

Bei unseren Begegnungen kam ich auf meine Absicht zu sprechen, das Abenteuer seines Lebens romanhaft niederzuschreiben. Er war davon nicht begeistert, doch am Ende willigte er ein.

An den Fortschritten meiner Arbeit nahm er wenig Anteil. Der Erwerb des Lebensunterhalts, seine Reisen und fortschreitende gesundheitliche Probleme beschäftigten ihn weit mehr. Gleichwohl fühlte er sich als Protagonist meines Buches geschmeichelt und manchmal schien er geradezu befreit, wenn er sich die Abenteuer seines Lebens von der Seele reden konnte.

Unterwegs

Kapitel 9

Es war im Jahr 1916, ein Jahr vor der russischen Oktoberrevolution, als die Ehefrau des Uhrmachers und Goldschmieds Alexander Bisdorff, im estnischen Badeort Pernau, mit einem Jungen niederkam. Die Geburt hatte lange gedauert, doch am Ende war alles gut gegangen, Mutter und Sohn waren wohlauf. Auf Wunsch der Großeltern in Sankt Petersburg, wurde der erstgeborene Enkel nach dem regierenden russischen Zaren Nikolaus getauft.

Erst vor zehn Jahren war Alexander Bisdorff von Russland in den estnischen Badeort Pernau gezogen. Im Gegensatz zu seinem Vater war er an einer Karriere in der zaristischen Marineverwaltung nicht interessiert gewesen, sondern hatte den angesehenen Beruf eines Uhrmachers erlernt und seine Ausbildung mit einem staatlichen Diplom abgeschlossen. Mithilfe der Eltern hatte er sich danach vom russischen Militärdienst freigekauft und seine ganze Energie in sein neu gegründetes Uhren- und Schmuckgeschäft gesteckt. Der Betrieb entwickelte sich so gut, dass er bald einige Mitarbeiter einstellen konnte. Um sein Unternehmen auf eine breitere wirtschaftliche Basis zu stellen, nahm er auch Schreibmaschinen, Grammolas und Waffen in sein Warenangebot auf. Vor allem bei Jagdgewehren erwarb er sich bald einen zahlungskräftigen Kundenstamm. Selbst während des Ersten Weltkriegs florierten die Geschäfte so gut, dass er nach und nach zwei Mietshäuser erwerben konnte.

Um sein Sortiment auf dem neuesten Stand zu halten, reiste er während des Jahres einige Male nach Deutschland, wo er mit Unternehmen in Leipzig und Dresden Geschäftsbeziehungen pflegte. Seine Frau Galina zeigte sich über diese Reisen wenig begeistert. Abgesehen von der zusätzlichen Arbeit, die während seiner Abwesenheit auf sie zukam, plagten sie Zweifel an der ehelichen Treue ihres Mannes. In ihrem weiblichen Argwohn vermutete sie, dass er den Lockungen der Großstadt erliegen würde. Doch dafür gab es keine Beweise und selbst auf ihre bohrenden Fragen wusste Alexander stets eine einleuchtende und beruhigende Antwort zu geben.

Das Ehepaar Bisdorff führte eine gute Ehe, und wenn der Haussegen einmal schief hing, handelte es sich nur um eine vorübergehende Eintrübung des ehelichen Friedens. Die Situation änderte sich jedoch mit der Geburt des Erstgeborenen. Die Ankunft des kleinen Nikolaus hatte Folgen, die an den Fundamenten des friedsamen Zusammenlebens rüttelten.

Galina hatte sich stets um ihr gutes Aussehen und eine schicke Garderobe gekümmert. Ihr Mann war gerade deshalb stolz auf sie gewesen. Auch hatte sie immer für ein sauberes und gepflegtes Zuhause gesorgt. Dafür gab es nun keine Zeit mehr. Als besorgte Mutter wurde sie von der Pflege und Betreuung des Sohnes völlig in Anspruch genommen. Alexander dachte zunächst an eine vorübergehende Phase, doch er täuschte sich. Am häuslichen Durcheinander und der übertriebenen Sorge um den Kleinen änderte sich nichts.

„Wieso kann die Magd das nicht machen?“, knurrte er oft missmutig, wenn er die Wohnung betrat und Galina sich nur mit dem Kind beschäftigte. Doch die Gescholtene war nicht bereit, seine Kritik hinzunehmen. „Du wolltest doch Kinder“, fuhr sie ihn an, „ein Sohn musste her! Nun hast du ihn und jetzt müssen wir uns um ihn kümmern.“

Alexander litt unter diesem Zustand. Vielleicht wäre ein zweites Kind die Lösung? Galina könnte sich dann nicht mehr so ausschließlich um ihren Erstgeborenen kümmern. Doch möglicherweise würde das häusliche Chaos dann noch größer werden. Was immer er auch in Betracht zog, er fand keine befriedigende Lösung für sein Problem. Den Kindersegen hatte er sich anders vorgestellt. Dabei hatte ihre Ehe doch so wunderschön begonnen.

Vor sechs Jahren, damals noch im tiefsten Frieden, hatten sie beide in Sankt Petersburg geheiratet. Es war eine großartige Hochzeit gewesen, mit mehr als zweihundert geladenen Gästen. In ihrem cremefarbenen Hochzeitskleid mit Schleier und Schärpe hatte seine junge Braut wie eine Prinzessin ausgesehen. Zwar waren seine Eltern anfangs, wegen der früheren Tätigkeit ihrer künftigen Schwiegertochter, gegen die Heirat gewesen, doch als sie Galina dann persönlich kennenlernten, waren ihre Bedenken schnell verflogen.

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