Stephan Franke - Eine zugige Existenz

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In diesem Bericht aus meinem Leben als Bahnreisender werdet ihr allerlei Neuigkeiten über alkoholische Genüsse, merkwürdige Spielarten des menschlichen Sexualtriebes, die Zwecklosigkeit jeglicher Sinnsuche und einige Absonderlichkeiten mehr erfahren. Ihr werdet eine Menge über das Bahnfahren als Lebensform lernen und dabei vielen interessanten Charakteren begegnen, die man so nur in einem Eisenbahnabteil (oder hin und wieder auch in Sanitätshäusern) trifft.
Vielleicht dienen meine Aufzeichnungen als Lebenshilfe, indem sie euch nämlich helfen, euer jetziges Leben als gar nicht mal so übel zu akzeptieren, weil alles noch viel schlimmer hätte kommen können. Und wenn ihr meine Aufzeichnungen nur unvoreingenommen lest, auch die dunklen und verschwommenen Seiten an euch herankommen lasst, dann werdet auch ihr eines Tages sagen können: ach, so ist das also.

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Und nun Obacht! Jetzt nähern wir uns dem eigentlichen Grund, weswegen ich euch diese wahre Begebenheit erzähle. Der Medikus konfrontierte die Dame nämlich mit einer Wahrheit, die sie eigentlich gar nicht erfahren wollte. Er bat sie, sich wieder anzukleiden und Platz zu nehmen. Ihr gegenüber nahm er gleichfalls Platz und begann ihr seine Diagnose zu erläutern. Vorher jedoch schaute er sie unangenehm lange wortlos an, wobei er ganz leicht mit dem Kopf nickte. Dann räusperte er sich und erklärte ihr, dass ihr Gesäß nicht etwa zu groß, sondern eindeutig zu klein sei und dringend einer Unterfütterung mit stattlichen Silikonkissen bedürfe, um gängigen Schönheitsidealen nahe zu kommen.

Diese unerwartete Konfrontation mit der Wahrheit verwirrte die Dame derart, dass sie die Fassung verlor und ihn unter Tränen bat, ihr zu helfen. Milde lächelnd erwiderte dieser, dass er dafür ja da sei und dass die moderne Medizin da wahre Wunder vollbringen könne. Er habe schon so manches Hinterteil auf ein Mehrfaches seines natürlichen Volumens bringen können und erhalte fortlaufend begeisterte Dankesschreiben von glücklichen Patientinnen. Dann zeigte er ihr ein Fotoalbum mit den Ergebnissen seiner Heilkunst: viele ausladende Pos, deren Besitzerinnen der Kleidung nach zu urteilen anscheinend alle aus dem arabischen Raum stammten.

Dass in anderen Kulturräumen offenbar andere Schönheitsideale en vogue sind, fiel der Dame wegen ihres emotionalen Ausnahmezustandes nicht auf. Ihr depressiver Zustand der Fassungslosigkeit wurde nun rasch durch eine manisch-euphorische Stimmung abgelöst und so bat sie den Hinterteilexperten um einen baldigen Operationstermin und entschied sich für extragroße Implantate. Auch wenn diese einiges mehr kosten würden als die Normalausführung, das war egal, denn am eigenen Körper soll man nicht sparen. Der Mediziner sah dies ganz genauso und beglückwünschte sie zu diesem mutigen Entschluss, der ihr Leben sicher verändern werde. Dies trat dann auch ein, allerdings anders, als von der Patientin erhofft.

Einige Tage nach dem erfolgreich vorgenommenen chirurgischen Eingriff beschlichen die Dame erste Bedenken hinsichtlich der ästhetischen Wirkung der Povergrößerung. Einige spitze Bemerkungen sogenannter guter Freundinnen taten ein Übriges, um die Entscheidung ernsthaft in Zweifel zu ziehen. Was jedoch der Hauptgrund dafür war, sich die Silikonpolster einige Wochen später wieder entfernen zu lassen, waren hartnäckige Sitzbeschwerden. Durch die Aufpolsterung des Hinterteils hatte ihre Sitzhöhe derart zugenommen, dass sie mit den Beinen unter keinen Tisch mehr passte und die Mahlzeiten am häuslichen Esstisch nur noch auf einem Kinderstühlchen sitzend einnehmen konnte.

Arge Probleme stellten sich auch bei Autofahrten ein. Durch die flexiblen Silikonpolster fand sie während der Fahrt keinen vernünftigen Halt auf dem Beifahrersitz, schwankte vielmehr wie ein Ozeandampfer auf und ab, hin und her, vor und zurück und landete in Rechtskurven regelmäßig mit ihrem Kopf auf den Knien des Fahrers. Zwar hatte ihr Mann sich schon daran gewöhnt und schob sie mit geübtem Handgriff immer wieder auf die korrekte Sitzposition. Ein Taxifahrer missdeutete ihren abrupten Ortswechsel jedoch als spontanen Versuch einer oralerotischen Avance und konnte nur durch längere Erklärungen und Befühlen des Silikonsteißes davon überzeugt werden, dass der Grund für die heftige Annäherung allein physikalischer Natur war und nicht biologistisch zu interpretieren sei.

Auch in sexueller Hinsicht forderten die Silikonbacken den Eheleuten einiges ab. Der Ehemann der Dame wurde beim Geschlechtsakt regelmäßig seekrank, weil ihm auf ihr liegend einfach kein geregelter Bewegungsablauf der üblichen Art mehr gelang. Auch hier verursachte das hin und her schwappende Silikon eine solche Dynamik, dass er in gefährliche Schlingerbewegungen geriet und nur mit Mühe seinen Mageninhalt bei sich behalten konnte.

Während ich diesem erschütternden Bericht auf der Fahrt zwischen Szolnok und Debrecen kopfschüttelnd lauschte, ging mir durch den Kopf, dass die Dame bei alledem noch von Glück sprechen konnte, dass ihr Ehemann nicht wie Herr Wüntenberg während des ehelichen Verkehrs aus therapeutischen Gründen Marmelade löffelte, was erfahrungsgemäß bei hohem Seegang zu üblen Magenverstimmungen und damit unausweichlich zur Katastrophe führt.

Ich muss mich euch unbedingt noch vorstellen und darüber aufklären, wieso mein Name immer wieder mit einer großen Erfindung in Verbindung gebracht wird.

Zu meinem großen Entsetzenfällt mir gerade ein, dass ich mich euch noch gar nicht vorgestellt habe. Das ist mir richtig peinlich. Da wisst ihr schon so einiges über mich und die verschlungenen Pfade meines Lebens, kennt bis jetzt aber noch nicht meinen Namen. Dieser Missstand muss schleunigst behoben werden. Also darf ich mich jetzt vorstellen, mein Name ist Kevin Maria Strassberg.

Diesem Versäumnis ist wahrscheinlich auch geschuldet, dass immer wieder behauptet wird, mein Name sei Stephan Franke. Eine geradezu lächerliche Verwechslung! Herr Franke ist mir nur weitläufig bekannt und er vertritt in den entscheidenden Fragen, eine gänzlich andere Lebensphilosophie als ich. Unter uns: wir sind derart verschieden, dass mir eine nähere Bekanntschaft eher unangenehm wäre.

Erstens fährt er nie Bahn und scheint mir ein Bahntotalverweigerer miesester Natur zu sein. Zweitens ist er überzeugter Abstinenzler, so seine feste Selbsteinschätzung, die ich jedoch gerne mal kritisch hinterfragen würde. Außerdem ist er im Gegensatz zu mir verheiratet. Auf seinen Ehestand angesprochen, redet er stets bedeutungsvoll von glücklich verheiratet . Eine wahrlich abgedroschene Phrase, die ich nie in den Mund nehmen würde und die ein weiterer Grund dafür ist, von dem sogenannten Bund fürs Leben weitesten Abstand zu halten. Überhaupt ist ja alles, was mit Bund zusammenhängt, zu meiden: Bundespolizei, Bundeswertpapiere, Bundestagswahlen, Kniebundhosen und Bunte Abende.

Einmal habe ich sogar Frankes Frau getroffen. „Sie sind also die glücklich verheiratete Frau Franke“, hatte ich sie begrüßt. Darauf sie, den Blick somnambul in die Ferne gerichtet: „Glücklich ist ein großes Wort.“ Worauf sie aufsteht, mit großen Schritten den Raum verlässt und die Toilette aufsucht. Sie litt seinerzeit unter einer hartnäckigen Magen-Darm-Infektion.

Übrigens lasse ich mich auch gerne mit Vornamen ansprechen. Aber bitte weder mit Kevin noch mit Maria . Ich hasse meine Eltern noch heute für diesen doppelten Fehlgriff. Nennt mich einfach K.M., von mir aus auch mit englischem Tonfall key-äm , falls euch das weltläufiger erscheint.

Bei meinem Nachnamen Strassberg denkt ihr alle sicher sofort an – na woran wohl? Jetzt nicht direkt weiterlesen, sondern bitte mal kurz innehalten und nachdenken. So, jetzt kommt’s euch allmählich – klar, ihr denkt an die weltberühmten Gebrüder Strassberg. Mit diesen bin ich jedoch weder verwandt noch verschwägert.

Wie ihr alle wisst, hatten die Strassberg-Brüder vor ca. 30 Jahren dieses Ding erfunden, das sie schlagartig berühmt gemacht hat. Ich komm‘ jetzt momentan leider nicht auf den Namen dieser Erfindung. Aber ihr wisst ja sicher, wovon ich spreche. Gleich hab ichs wieder, einen Moment nur. Es war dieses Gerät, bestehend aus mehreren Zahnrädern, einem Trichter und einem konischen Drehknopf mit Skala, das erst sehr viel Lärm machte und dann explodierte. Vorher hat es aber noch wunderschöne Farben produziert, eine wahre Pracht, direkt ein Farbenwunder. Sollte eine praktische Anwendung von Goethes Farbenlehre sein, nur eben entschieden zu laut und sehr explosionsgefährlich.

Letztlich scheiterte daran auch die Vermarktung und nach mehreren Explosionen auf Weihnachtsmärkten und Wohltätigkeitsveranstaltungen wurden die Gebrüder Strassberg zu einer mehrjährigen Gefängnisstrafe verurteilt. Nach Verbüßung ihrer Strafe sind sie bis heute noch gern gesehene Gäste in Talkshows zu den Themen Sicherer Umgang mit Farben oder Genialität und Herstellerhaftung .

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