Wir trafen die Männer vor der Tür, wo mein Bekannter sich die junge Kirsche schnappte und mit ihr das Weite oder vielleicht auch einen speziellen Ort suchte. Der mir nun auch mit Namen bekannte Fahrer hakte mich unter und meinte, lass‘ uns das Terrain gemeinsam erkunden. Durch seine Art und Weise wurde er immer sympathischer und nahm mir schnell die Angst. Es war fortan eine Reise durch für mich noch unbekannte Gefilde in Aktion. Er war in seiner Art nicht aufdringlich und ein gleichermaßen lustiger wie auch niveauvoller Gesprächspartner. Wir erkundeten also zu zweit den Dreiseitenhof oder besser „Swinger-Club“. Es gab eine Bar mit Lounge im Bauernstil, ein Pornokino mit 4-6 Sitzen, einen Pool mit Warnschild (Kleintiere bleiben draußen), eine Sauna, Massageliege und Ruheliegen sowie diverse Spielräume und Spielwiesen und einen Heuboden. Alles war für mich neu - aber auch nicht. In den vorangegangenen Monaten hatte ich ein- bis zweimal in einem Swinger-Club in der Stadt ein Stundenzimmer gemietet. Da bekam ich die Gelegenheit, mich ein wenig bei Nichtbetrieb umzuschauen und mir so meine Gedanken zu den einzelnen Zimmern sowie Spielsachen zu machen. Ich empfand die Begehung damals schon irgendwie sehr spannend, aufregend und inspirierend. Also war ich nicht sonderlich über die Örtlichkeit und deren Ausstattung überrascht.
Unser Spaziergang führte uns an die Bar, die spärlich ausgeleuchtet war, wodurch die anwesenden Gäste nur schemenhaft zu erkennen waren. Wir tranken jeder ein Glas Rotwein und beobachteten die Gäste und die Gäste beobachteten uns. Als ich in die Runde schaute, flog die Schwingtür zur Bar auf, und herein kam ein junger Mann, gefolgt von einer Schar Frauen jeden Alters. Mir fielen sofort seine weißen Boxershorts und sein gebräunter Körper auf. Er war in diesem Halbdunkel fast nicht zu sehen, nur seine Shorts leuchteten. Die kreischenden Frauen versammelten sich um ihn. Er ging im vollen Bewusstsein seiner Wirkung auf die Damenwelt auf die Theke zu und die Frauen drapierten sich um ihn. Dieses Schauspiel belustigte nicht nur mich, sondern auch mein Begleiter gab mir deutlich zu verstehen, dass der Mann ganz genau wusste, wie er die Frauen anzieht. Also für mich war es doch eher belustigend und erinnerte mich an das Tierreich und die Balz eines Pfaus. Nur hatte dieses Verhalten ja auch seine Wirkung gezeigt und es war abzusehen, dass er sicherlich an diesem Abend noch viel Spaß haben würde, sofern er nicht wählerisch war. Denn die Frauen, die so großes Interesse an so einem Schönling hatten, waren bestimmt nicht das, was er erhofft hatte im Club zu finden. Er würdigte die Frauen ganz und gar nicht eines Blickes, im Gegenteil, er tat so, als ob sie gar nicht existieren. Mein Begleiter meinte nur, der bekommt an diesem Abend alles, was er braucht, er wäre auf häufigen und schnellen Sex aus, da ist ihm die Frau egal. Ich habe ihn an diesem Abend nicht wiedergesehen.
Wir suchten jedenfalls das Weite und hatten genug vom Schauen. Unser Weg führte uns zu der Empore in dem überdachten Innenhof/Wintergarten, auf die wir, ich natürlich voran, über eine steile Treppe gelangten. Der Anblick, den ich da vermutlich meinem Begleiter bot, lies ihn doch schon irgendwie unruhig werden. Aber er war ganz Gentleman und hielt sich sehr zurück. Dies wirkte auf mich sehr angenehm. Auf der Fläche standen eine Massageliege und diverse Kleinmöbel sowie Pflanzenkübel. Manches konnte man von unten sehen, aber vieles blieb auch verborgen, was meinem Begleiter sicherlich Mut machte, mir näherzukommen. Um ihn aber noch etwas auf Distanz zu halten, bot ich ihm an, sich auf die Massageliege zu legen und ihn zu massieren. Er nahm diesen Vorschlag gern an und ich tat, was jedem Mann gut tut. Ich massierte mal zart mal etwas fester über den Rücken zum Nacken, von den Beinen zu den Pobacken, er schnurrte wie ein Kater. Die Form der Massage genießt wohl jeder Mann gern. Auf der einen Seite kann er abschalten, auf der anderen aber wird eine Spannung in ihm aufgebaut. Er wurde also unruhig und wollte mich nun auch „inspizieren“ sowie berühren. Ich versuchte, ihm einen kleinen Eindruck von mir zu verschaffen. Doch genau in diesem Moment tauchte sein Freund auf und wirkte etwas frustriert. Er jammerte, dass seine junge Angebetete ihn mehr oder weniger im Stich gelassen hatte und auf irgendeiner Couch ihren Alkoholrausch ausschlief. Nun ja dachte ich, ich war doch eigentlich von vornherein gar nicht das Objekt deiner Begierde gewesen. Du hattest doch nur eine nette und passende Begleitung für deinen Freund gesucht und in mir auch gefunden. Sein Leid war nicht unser Leid, und Strafe musste sein! Nur, er wollte aus unserer Zweisamkeit eine Dreisamkeit machen. Mein Begleiter und ich legten darauf aber keinen Wert. Wir entzogen uns dieser Situation und gingen wieder auf Erkundungstour.
Mir ging es zunehmend besser, schließlich hatte ich einen netten Unterhalter und aufmerksamen Begleiter gefunden. Wir verstanden uns immer besser. Zur gleichen Zeit entstand unter der Empore Bewegung und hektisches Treiben. Als wir näherkamen, standen Pärchen und Solobesucher um eine größere Wanne, drei Mal drei Meter und kniehoch, die mit rotem Kunstleder verkleidet war. Es wurden Freiwillige gesucht, die sich in die Wanne begaben und - mit Öl eingerieben - sich gegenseitig verwöhnen sollten. Ich umschreibe es, weil es den unangenehmen Beinamen Ölringkampf bekommen hatte, welcher eigentlich nicht zur Aufgabe passte.
Mein Begleiter fand diese Aufgabe so toll und stellte sich als einziger Mann zur Verfügung. Von den Frauen bot sich neben der Betreiberin des Clubs, die dann natürlich Vorreiterin und Animierdame war, auch unsere junge Kirsche an, welche aus ihrem Fast-Komaschlaf erwacht war und sich neugierig sowie noch leicht benebelt zu uns gesellt hatte.
Sie legten also ihre entbehrbare Kleidung ab, wurden mit Öl eingerieben und begaben sich in die rote Lederwanne, wo die Damen anfingen, sich um den Mann mit Handgreiflichkeiten zu balgen. Der Mann dagegen genoss den Kampf und versuchte im Gegenzug sich einer der Frauen zu nähern und sie zu verwöhnen. Es war auf der einen Seite lustig anzusehen, andererseits für mich etwas beschämend, zu beobachten, wie und mit welchen Mitteln die Frauen vorgingen, um sich dem Mann zu nähern. Diese zum Teil komischen Handlungen wurden durch den Ölfilm in der Wanne wie auch an den Körpern provoziert. Die Animierdame zog sich nach kurzer Zeit aus dem Durcheinander zurück und überließ das Weitere der noch angetrunkenen jungen Frau und meinem Begleiter. Dieser versuchte mit etwas ruhigeren Reaktionen, dem Spiel etwas Erotik zu verleihen. Ich hatte mich auf eine Bank neben der Wanne gesetzt und konnte mit Abstand die Zuschauer beobachten und ihre Reaktionen. Die einen wandten sich gelangweilt von dem Spiel ab, andere wiederum begannen aufgeregt an ihrem Partner herumzuspielen. Für mich war diese Art von Spiel nichts, das fühlte ich sofort, wäre nie meine Spielwiese. Irgendwann ging den beiden doch die Luft aus, und mein Begleiter löste die Spielerei auf.
Er war von oben bis unten in Öl getaucht und musste sich erst einmal von diesem befreien. Neben der Ölwanne gab es eine offene Dusche, wo ich mir dann auch erlaubte, ihn einzuseifen und abzuwaschen, was er sichtlich genoss. Dies spürte, fühlte und sah ich. Er war so geladen und unruhig geworden und meinte nach dem Abtrocknen, dass er sich erst einmal ausruhen müsse. Nur wohin? Bei unserem Rundgang hatte ich neben der Ölwanne eine Treppe entdeckt, die auf einen Heuboden führte, welcher auch als Erlebnisspielwiese genutzt werden konnte. Ich machte den Vorschlag, diesen doch näher zu erkunden, und er würde dort sicherlich ein ruhiges Plätzchen finden. Gesagt getan. Ich ging erneut voran. Nach der zweiten Stufe rutschte ich auf der Sprosse weg, da sich vermutlich an meiner Schuhsohle ölige Rückstände befanden. Er fing mich geschickt auf, was ihn noch mehr erfreute. Nur mir war in dem Moment gar nicht zum Lachen zumute. Mein Schienbein schmerzte, und er meinte, dass er mich jetzt pflegen und behandeln würde. Als wir auf den Heuboden traten, war unschwer zu erkennen, dass wir nicht alleine sind. Vorsorglich hatte ich das Handtuch mitgenommen, muss eine Eingebung gewesen sein, denn es war schon vonnöten. Ich breitete es auf dem Heu aus, und wir kuschelten erst einmal, um uns zu beruhigen.
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