Sina Card - Meine nackte Wahrheit

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Sina Card, eine reife Liebesdienerin, erzählt aus ihrem Leben.
Wie verlief der Weg zur Sexarbeiterin?
Was sind die Gründe, diesen schönen und aufregenden Beruf zu ergreifen?
Verschiedene Erlebnisse und die daraus resultierenden Erfahrungen bringen eine wichtige Erkenntnis:
Das diesem Milieu anhaftende negative Klischee muss unbedingt korrigiert werden. Eigene Beispiele, Meinungen aus sozialen Netzwerken, erotischen Plattformen machen es notwendig.
Sinas Zeilen sind überzeugend, spritzig, interessant, bisweilen brisant … und in einem geschliffenen Stil geschrieben in den Kapiteln
Rückblick Einblick Rundblick Weitblick
Lichtblick Ausblick Augenblick Tiefblick
Erotik pur:
die Arbeit der Frauen/Sexdienstleisterinnen – die Führung eines Clubs – Sina lässt hinter die «Kulissen» schauen mit den ungeschriebenen Regeln, ja, auch kleine und große Probleme werden beim Namen genannt.
Sinas Resümee:
Mit der Veränderung der Gesellschaft zu Offenheit und Toleranz hat sich auch schon die Einstellung zur Arbeit der Sexarbeiterinnen verändert. Doch noch nicht genug. Und so sollte auch das Urteil über die Männer, die diese Dienstleistung in Anspruch nehmen, in Zukunft weitaus positiver sein.

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Durch Zufall begegnete ihr ein Mann, der noch jung und unverdorben war und das Leben leichter nahm, und ganz ungeschminkt meinte: „Fang endlich an zu leben!“ Dies waren Worte, die sie sehr nachdenklich machten. Die Tochter bezeichnet die Mittvierzigerin als eine noch tolle hübsche Mami. Aber was soll sie damit anfangen? Sie sucht nach einer neuen Herausforderung, sie möchte lernen oder leben! Zum Lernen war es zu spät aber zu leben nicht!

Und so endete ein aufregendes Jahr, und sie entschied sich, ihrem gutbürgerlichen und soliden Leben eine Wende zu geben.

Dies ist die Geschichte ihres neuen Lebensabschnitts, mit all seinen Höhen und Tiefen, mit traurigen und lustigen Erlebnissen und einem gewollten Abschluss mit einem neuen Anfang.

Bei all ihren späteren Entscheidungen bekam sie von ihrem Lebenspartner, Zuhörer und Berater, immer die volle Unterstützung, wofür sie ihm unendlich dankbar ist.

Jetzt war der Gedanke in meinem Kopf, die Saat gesät. Also entschied ich mich für einen noch möglichen neuen, alten Weg.

Ich wollte dort wieder anknüpfen, wo ich einst durch gewollte oder ungewollte Umstände daran gehindert wurde, noch einmal am Leben außerhalb der Familie teilzunehmen sowie meiner sexuellen Neugier nachzugehen. Ich wollte wieder leben, am Leben teilhaben und körperlich ausgelassen sein. Ich hatte mir vorgenommen, irgendetwas zu tun, um noch einmal etwas zu erleben.

Da meine Vorliebe dem Tanzen galt, war es gar nicht so einfach, in meinem Alter alleine noch in eine Disco zu gehen. So jedenfalls dachte ich. Ich war zwar keine zwanzig mehr, hatte aber über die Jahre an einer gewissen Attraktivität nichts eingebüßt. Trotzdem überwog die Angst, bei einem solchen Discobesuch von der Jugend etwas schräg angeschaut zu werden. Also beschloss ich, mir eine männliche Begleitung zu suchen, die genauso wie ich, noch gern oder wieder einem Jugendtraum nachgehen wollte, ausgelassen zu tanzen und dies dann ebenfalls nicht alleine.

Die aktuellen Medien machten es möglich, dass es in meiner Stadt einen Radiosender gab, wo sich Menschen per SMS verabreden konnten, ob für Freizeitgestaltung oder für sexuelle Interessen. Gleichzeitig wurde immer wieder auf eine Kommunikationsplattform im Internet hingewiesen. Hier konnte sich jeder mit einem Profil darstellen und seine Interessen und Wünsche formulieren. Nach langen Überlegungen, ob ich dort so einen Partner finden würde, meldete ich mich an und schrieb meinen Wunsch in das Profil. Ein aktuelles Bild sowie die persönlichen Körperdaten ergänzten das Ganze.

Kaum wurden meine Daten freigegeben, bekam ich schon die ersten Nachrichten, diese meist von sehr jungen Männern. Ich war erstaunt, peinlich berührt, aber es tat auch gut. Sicherlich hatte ich in den vergangenen Jahrzehnten meine Wirkung auf junge Männer schon registriert, aber dies mehr oder weniger als ihre jugendliche Schwärmerei abgetan.

Ich war immer am anderen Geschlecht interessiert, um vor allem unterschiedliche Männer, ihre Lust sowie Fantasien kennenzulernen. Dieses galt in der Vergangenheit nur den Männern in meinem jeweiligen Alter. Aber es sollte anders kommen als erwartet und gewollt.

Zuerst lehnte ich alle eindeutigen Angebote höflich ab, was die jungen Männer nur noch mehr herausforderte und noch hartnäckiger machte, ihrem Drängen doch mal nachzugeben. Diese Angebote fingen damit an, mit mir natürlich auch in die Disco zu gehen, aber vordergründig würden sie schon eher mich näher kennenlernen wollen. Wie auch immer sie das Näher definierten, diese Erkenntnis kam erst später. Der erste Mann, welchem ich die Chance gab, mich wirklich kennenzulernen, war damals 38 Jahre, verheiratet und immerhin ganze 9 Jahre jünger. Er ging mit mir in die damalige Nobel-Disco mitten in der Stadt und suchte vorerst „nur“ eine Partnerin zum Tanzen. Wobei ich von Anfang an eindeutige Signale wahrnahm, die etwas anderes wollten. Trotzdem zeigte er mir noch einige aktuelle Discos in der Stadt. Wir unternahmen sehr viel, er nahm mich mit auf Dienstreisen, und ich bekam einen Einblick in seinen ehemaligen und derzeitigen Job und seine Firma. Sex hatten wir erst nach ca. einem Monat. Es war irgendwie eine außergewöhnliche Situation. Auf der einen Seite hatte ich Angst, und andererseits war ich so neugierig und ließ es mehr oder weniger geschehen.

Parallel wurde ich weiterhin auf der Internet-Plattform von jungen und jüngeren Männern angeschrieben. Die meisten waren sehr niveauvoll, andere wiederum etwas niveaulos und direkt bis abartig. Eigentlich hätte ich so, wie es lief, und war zufrieden sein können. Da aber mein Tanzpartner verheiratet war und ich ja einen ungebundenen Mann suchte, um nicht irgendwann zwischen die Fronten zu geraten sowie eine Entscheidung zu provozieren, war ich also weiterhin in diesem „Flirtchat“ auf der Suche nach dem Richtigen.

Ich verabredete mich somit noch mit anderen und zunehmend jüngeren Männern, was mein Tanzpartner doch etwas eifersüchtig machte. Meine Bedenken, dass er ja kein Single wäre und ich mich doch treffen könnte, mit wem ich wollte, sagte ich ihm. Er zeigte Verständnis und versprach Besserung. Da ich immer ehrlich ihm gegenüber war, erzählte ich von meinen neuen Verabredungen, und wenn es sich ergab, nutzte er leider die Gelegenheit, mir dann auch hinterherzuspionieren. Als ich ihn zur Rede stellte, erfuhr ich, dass er dachte, er genüge mir nicht mehr, oder ich suchte einen Mann für einen s. g. 3er. Wir hatten sehr häufig über solche Fantasien des Mannes philosophiert, auch wenn wir nicht immer der gleichen Meinung waren. Dies führte in der Folge doch zu einer nicht mehr so harmonischen Freundschaft mit dem speziellen Extra. Außerdem dazu erfuhr die Ehefrau meines Tanz- und Sexpartners von seinen sexuellen Eskapaden und stellte ihn Weihnachten zur Rede. Als er mir davon erzählte, war meine erste Reaktion: Jeder geht ab sofort seine eigenen Wege. Trotzdem erzählte er ihr von mir, und sie wurde daraufhin so neugierig, dass sie mich unbedingt kennenlernen wollte. Wir trafen uns dann in unserer Nobel-Disco, wohin sie mich zu ihrem Geburtstag eingeladen hatte. Es war ein sehr schöner Abend, doch wusste, dass ich mich umgehend aus dieser wackligen Beziehung raushalten musste. Wir waren dann nur noch über seine Frau in Kontakt. Nach nun über zehn Jahren weiß ich, mein Fernbleiben konnte diese Ehe nicht kitten. Er ist nach einer langen Pause immer noch ein guter Freund, der zwar immer noch mehr möchte, obwohl er eine neue Freundin hat.

Nun ja, ich weiß, dies wird nie geschehen, was ich ihm wiederum auch eindeutig gesagt habe.

Nach unserer Trennung machte ich sehr viele Bekanntschaften, mal mit, mal ohne Sex. Ich lernte, nein ich durfte viele junge Männer kennenlernen. Es waren meist Studenten oder solche, die ihre Diplomarbeit schrieben. Sie suchten in solchen Chats mehr oder weniger den unkomplizierten schnellen Sex, dies dann aber mit Niveau. Sie suchten gezielt nach reifen attraktiven Frauen. Auf meine Frage, was sie denn so daran reizte, kam immer die gleiche Antwort: Mit denen kann man auch reden, die verstehen den Mann, und sie haben Erfahrung. Oder es waren Schlüsselerlebnisse, die sie in der Schulzeit geprägt hatten. So hörte ich sehr oft, dass einige auf dem Gymnasium in Literatur das Buch „Der Vorleser“ von Bernhard Schlink behandelt hatten und solche Situationen, wie der Erzähler beschreibt, auch einmal erleben wollten.

Um überhaupt zu verstehen, was die jungen Männer an reiferen Frauen so begeisterte, kaufte ich mir dieses Buch, und mir wurde auch einiges klarer.

Wir haben alle Discos und Nachtbars in der Stadt besucht. Mal war ich mit Begleitung, und wenn ich keine fand, auch ohne Mann unterwegs. Ich durfte einige Unterkünfte oder Wohnungen der jungen Männer kennenlernen. Dazu gehörten ein kleines Haus am Waldrand, eine typische Studentenbude, eine WG in einem Mietshaus, eine Singlewohnung, die sich nach einer Frau sehnte, sowie ein Zimmerchen bei den Großeltern und eine Wohnung unter dem Dach. Und ich vermute mal, dass ich da schon bei den jungen Männern mehr oder weniger ein paar positive Erinnerungen hinterlassen habe.

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