Kathrin Höhne - Meine Freiheit
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Zur DDR hat er schon lange vor der Wende einen Bezug. Mit den Eltern ist er ab 1982 immer wieder „drüben“. Vater Christian sucht dort Freunde auf, die er seit dem Krieg nicht gesehen hat. An der Grenze bekommt die Familie viel mit, was die DDR ausmacht. „Das ist schon erniedrigend, wenn man zwei Stunden lang in den Flutscheinwerfern steht und mit Ignoranz gestraft wird. Wenn dann ein Vopo kommt und sächselnd sagt: ‚Machen se mal die Haube auf, los Koffer raus, Sitze raus, ich will alles sehen.‘ Und die dann mit ihren Spiegelchen unter dem Auto unterwegs sind, dann fühlte man sich irgendwie nicht mehr sicher. Das, was man als persönliche Freiheit oder Schutz empfunden hat, das war in der DDR nicht vorhanden.“ Durch die DDR-Besuche wird ihm auch deutlich, dass er nicht in einer Diktatur leben will. Für ihn ist klar: „Ich wollte frei sein, das war für mich ein ganz elementar wichtiges Thema.“
Die Zeit rund um den Mauerfall erlebt er in München. „Das war in einer Phase, in der ich unheimlich viel zu tun hatte, gerade ein Unternehmen neu strukturieren musste.“ Aber jede freie Minute verbringt er vor dem Fernseher, um die Ereignisse im anderen Teil Deutschlands zu verfolgen. Als die Grenzen sich öffnen, ist er 32. Die Entwicklung bewegt ihn emotional sehr. Auch in München ist es spannend. „Die Stadt war rappelvoll mit Trabis und Wartburgs. Die kamen ja alle, um sich das Begrüßungsgeld abzuholen. Auch vor meinem Büro stand eines Abends ein Wartburg Kombi mit beschlagenen, schon angefrorenen Scheiben. Es war lausig kalt. Ich klopfte ans Autofenster und sah, dass der Wagen voller Menschen war, auch mit Kindern. Die wollten dort übernachten, weil sie sonst nichts fanden. Da bot ich ihnen meine Wohnung an. Ich habe sie dort alle untergebracht, mit Schlafsäcken und auf Matratzen: die Eltern, die Freunde von den Eltern und die Kinder. Die Eltern arbeiteten bei dem DDR-Computerriesen Robotron und hatten erst ein Riesenproblem, mit einem Wessi zu reden. Sie hatten auch ein schlechtes Gewissen, extra nach München gefahren zu sein, um sich das Begrüßungsgeld abzuholen. Doch dann haben wir uns bis tief in die Nacht unterhalten, haben am nächsten Morgen noch gefrühstückt, bis sie weitergefahren sind. Das sind so Momente, die mir ein Leben lang im Kopf bleiben. Für mich hat die Wende viel mit einem Kaleidoskop zu tun. Das kann man immer wieder schütteln und es kommt immer noch etwas Neues raus, weil je- der mit seinen Erfahrungswerten, mit seiner Geschichte und seinen Einstellungen lebt.“
Als sich Prinz Georg entschließt, in Proschwitz einzusteigen, werden ihm die Bedingungen diktiert: Nur, wenn er die Weinbau-Brigade 56 der LPG „Wilhelm Pieck“ mit ihren 16 Mitarbeitern und dazu die fast schrottreifen Maschinen und Anlagen übernimmt, erhält er den Zuschlag. Sein Anwalt versucht, ihm den Deal auszureden. Doch der promovierte Wirtschaftswissenschaftler und Diplom-Agraringenieur ist fest entschlossen. Am Anfang will er Proschwitz noch von München aus steuern und vor Ort nur alle 14 Tage sein. „Das war eine völlige Fehleinschätzung.“ Fast täglich klingelt bei ihm nun das Telefon in aller Herrgottsfrühe, noch lange bevor er ins Büro in München geht. Seine Brigade meldet sich aus dem fernen Sachsen mit immer neuen Problemen: Mal ist es ein kaputter Traktor, mal fehlt der Treibstoff. „Die wollten halt einen Chef zum Anfassen, vor Ort. Das waren sie so gewohnt. Irgendwann nahm bei mir der Schlafmangel überhand. Meine Nerven wurden überstrapaziert. Meine Freunde erklärten mich für völlig verrückt.“
Schließlich trifft er die Entscheidung, München aufzugeben und nach Meißen umzusiedeln. Aber eine Wohnung dort zu finden, entpuppt sich als äußerst schwierig. Aus der Not heraus zieht er erst mal in eine alte Weinberghütte, mit Schlafsack, Feldbett und Schrotflinte. „Das war meine Erstausstattung. Mein Leben begann sich völlig umzudrehen. Meine Mannschaft fing ja schon um sieben Uhr morgens an. Die Weinberghütte war meine Schlafstatt, aber auch deren ‚Brigadezentrum‘. In meiner ersten Nacht klopfte es an der Tür. Ich erschrak fürchterlich. Es war so gegen elf, halbzwölf. Ich habe dann ganz langsam die Tür aufgemacht und da stand ein Riesenrusse vor mir: ‚Brauchst Du Diesel? 30, 40 Kanister, sag, was Du brauchst. Aber vergiss den Wodka nicht.‘ Nach dem ersten Schreck wurden wir uns einig. Ich hab das am nächsten Morgen auf den Weg gebracht. Die Kumpels von der Brigade haben sich über mich halb tot gelacht. Die meinten, ich hätte ordentlich Angst bekommen. Aber so kam der Russe regelmäßig und verkaufte mir seinen Sprit. Die Russenkaserne war ja nur anderthalb Kilometer entfernt. Direkt um die Ecke war eine Raketenstation.“
Die ersten Monate auf dem Weinberg sind hart. In München war er viel beschäftigt, hatte seinen hoch dotierten Job, seine Freunde, seine schicken Penthauswohnungen, ging gerne auf Partys. In Proschwitz sitzt er nun auf seinem Weinberg und ist mit sich selbst konfrontiert. Ihm wird allmählich klar, auf was für ein Risiko er sich eingelassen hat. Ihm ist bewusst, dass es kein Zurück gibt, wenn er hier erst einmal anfängt. Dann muss er weitermachen. Ihm wird auch bewusst, dass er ganz neue Weinsorten anbauen muss. Auf den Weinbergen stehen noch russische, rumänische und bulgarische Rebstöcke. Wenn er sich im Wettbewerb behaupten will, muss er nun auf ganz andere Sorten setzen. Auf die, die dem westlichen Geschmack entsprechen. Also auch die für Sachsen ursprünglich typischen Sorten wie Grauburgunder, Elbling, Traminer, Müller-Thurgau und Goldriesling.
Die Apartments in München dienen ihm nun als Sicherheit für seine Investitionen. Weil er aber weiß, dass er keinen Cent aus dem Betrieb nehmen kann, arbeitet er jetzt als Berater für landwirtschaftliche Betriebe bei der Treuhandanstalt. Für den Weinbau in Proschwitz kauft er neue Traktoren und Bodenbearbeitungsmaschinen und lässt neue Rebstöcke pflanzen. „Der Lößboden war total verdichtet und teils hart wie Beton. Den mussten wir erst mal auflockern und belüften. Dann war auch ein Wechsel der Anbauphilosophie nötig. So pflanzten wir beispielsweise Rosen als Frühindikator für Mehltau. Herbizide wurden nur noch punktuell gespritzt.“ Mit seinem Brigadeteam vollzieht er einen wechselseitigen Lernprozess. Während der Prinz neue Anbau- und Kellermethoden einführt, profitiert er vom Wissen seiner ostdeutschen Mitarbeiter. „Die wussten um den Weinanbau in Sachsen genau Bescheid, kannten sich aus mit den klimatischen Gegebenheiten in dem östlichsten deutschen Weinbaugebiet.“ Vor allem harte Fröste im Winter oder späte im Frühjahr können ganze Jahrgänge zunichtemachen. Prinz zur Lippe erfährt das schmerzhaft im Winter 1995/96, als nach drei ersten erfolgreichen Jahren eine komplette Ernte verloren geht. „Wenn da die Frostversicherung nicht gezahlt hätte, wäre es das Ende unseres Unternehmens gewesen.“
Dann vollzieht er einen wichtigen Schritt: Er verzichtet offiziell auf seine Vermögensansprüche, hört auf den Rat seines Vaters: „‚Versetz Dich einfach in diese Menschen hinein, die haben eine totale Angst. Wenn Du Deinen Nachbarn die Grundstücke wegnimmst, dann machst Du alles kaputt und nimmst ihnen irgendwie ihre Seele weg,‘ sagte er. Und das haben wir befolgt. Das hat uns ermöglicht, dass wir hier auch kaufen konnten. Die Leute haben dann relativ schnell gesehen, da kommt der Prinz, der Klassenfeind, aber der ist anders, als wir uns das vorgestellt haben. Der versteht uns irgendwie ein bisschen.“
So pachtet Prinz zur Lippe zunächst das Land und kauft dann schließlich Stück für Stück das Weingut wieder zurück. „In den vergangenen 23 Jahren habe ich bestimmt mit mehr als 800 Leuten verhandelt.“ 1997 geht auch das Schloss nach langen Verhandlungen in seinen Besitz über. Der Schlosskauf wird im gesamten Landkreis zum Politikum. „Vor dem Kauf hing es im Kreistag an einer Stimme, ob wir den Zuschlag bekommen. In meinem Stahlschrank stehen zwei Meter Notar-Urkunden und Verhandlungsakten. Der Kauf wurde eigentlich nur deshalb möglich, weil dem Sozialministerium Berechnungen für den Umbau der Tagesschule in eine behindertengerechte Einrichtung vorlagen. Das war zu teuer. Für das Schloss wurde nun aber ein Preis aufgerufen, der weit über dem in der Region üblichen lag. Uns wurde diktiert, dass wir es kaufen konnten, wie von außen besehen und wir hatten nur eine Woche Zeit, uns zu entscheiden. Das war die Woche, in der wir kaum geschlafen haben. Denn die 1,3 Millionen D-Mark hatten wir nicht, die mussten wir uns irgendwie beschaffen.“
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