Kathrin Höhne - Meine Freiheit

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25 Jahre Deutsche Einheit: 25 Menschen aus Ost und West – ihre Schicksale, ihre Geschichte und ihre Gedanken zur Freiheit – zwei Journalistinnen erzählen. Dafür reisten die beiden Autorinnen quer durch die Republik und trafen unter anderem den Politiker Kurt Biedenkopf, den Bürgerrechtler und Fernsehjournalisten Siegbert Schefke und den Frontsänger der Prinzen, Sebastian Krumbiegel. Die Menschen blicken auf die dramatischen Ereignisse zurück, als in Berlin die Mauer fiel, berichten von ihrem Leben und wie sie heute über das deutsche-deutsche Miteinander denken.

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Und noch etwas beruhigt Schefke. Bei einem seiner Verhöre legt ihm ein Stasi-Vernehmer einen Pass hin und sagt: „‚Gucken Sie mal, Herr Schefke, da unten steht ein Auto. Wenn Sie wollen, unterschreiben Sie hier. Ein Passbild haben wir schon. In 15 Minuten sind Sie in West-Berlin.‘ Da dachte ich, dass ist ja schon eine ganz passable Ausgangslage. Also einsperren wollen sie mich nicht. Im Westen würden sie mich lieber sehen.“

Im September 1989 versammeln sich die Menschen in Leipzig zu den ersten Montagsdemonstrationen. Auch Schefke und Radomski machen sich auf den Weg dorthin. „Das waren am Anfang noch überschaubare Demos. Du konntest viel Angst in den Gesichtern lesen. Und keiner hat was in der Hand. Nur ich hatte eine große Plastiktüte unter dem Arm. Darin war die Kamera. Sie auszupacken, traute ich mich nicht. Ich habe nur auf den Tonknopf gedrückt, damit wir für das Radio ein paar Sprechchöre auf dem Band hatten.“ Es folgt der 9. Oktober 1989, der Tag der größten Massendemonstration in der DDR seit dem Arbeiteraufstand des 17. Juni 1953. In Leipzig gehen mehr als 70.000 Menschen auf die Straße. Die Bilder, die Schefke und Radomski aufnehmen, kommen ins Fernsehen und leiten eine neue Ära ein. Schefke hat noch heute den Satz seines Freundes im Ohr, als sie auf dem Kirchturm sind: „Das wird nicht nur Deutschland verändern, das wird die Welt verändern.“

Am 9. November 1989 sind die Beiden in Berlin. Als sie in den Abendnachrichten des DDR-Fernsehens hören, wie Politbüromitglied Günter Schabowski auf einer Pressekonferenz verkündet, dass die DDR-Bürger „sofort, unverzüglich“ in den Westen ausreisen dürfen, machen sie sich gleich auf den Weg. Vorsichtshalber versteckt Schefke noch 50 Westmark in seiner Unterwäsche. „Man weiß ja nie.“ Sie gehören zu den Ersten am Grenzübergang Bornholmer Straße. Dort treffen sie auf verunsicherte Grenzbeamte, die keinen rüber lassen wollen. Die Menschen fordern immer lauter die Öffnung. „Es brodelte ganz schön. ‚Nehmen Sie den Dampf aus dem Kessel. Es hieß eben im Fernsehen sofort und unverzüglich können DDR-Bürger ausreisen‘, rief Aram den Grenzern zu. Dann trat ein Major Jäger in Erscheinung. Der ließ die Personalausweise stempeln und öffnete den Schlagbaum. Wir konnten über die Brücke nach Westberlin gehen. Ich hatte immer das Gefühl, jetzt macht die Straße gleich einen Knick und wir sind wieder im Osten. Und da hinten steht ein Auto der Volkspolizei oder der NVA und bringt uns ins Gefängnis.“ Erst später merken sie, dass ihre Ausweise ungültig gestempelt wurden. „Da wurde uns klar, dass sie uns nicht mehr einreisen lassen wollten.“ In West-Berlin besucht Schefke zunächst einen Freund in Schöneberg. Am selben Abend verabredet er sich mit Roland Jahn in der Kreuzberger Szenekneipe „Kuckucksei“. Alle können es kaum fassen, dass die Mauer offen ist. Schefke bleibt gleich für einige Tage in Westberlin. Wenig später fährt er mit einem US-Kamerateam aus New York nach Bitterfeld, „in das Chemie- drecksloch der DDR.“

Danach zieht er sich als Oppositioneller zurück: Mehrere Monate jobbt er als Busfahrer und tourt durch Europa. „Irgendwie hatte ich auch das Gefühl, dass ich nach den vielen Kämpfen in der DDR eine Pause brauchte.“ Im Frühjahr 1990 hält er an der Europäischen Akademie in Berlin vor 50 Lehrern aus den USA einen Vortrag über die Verhältnisse in der DDR. „Die Gäste hörten und hörten nicht auf zu fragen.“ Es folgt eine achtmonatige Vortragsreihe durch die USA. „Ich glaube, ich war überall außer im Grand Canyon und in Texas, und habe über das verlorene Land gesprochen.“

An eine schnelle Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten glaubt er aber zunächst nicht. „Doch spätestens bei der Einführung der D-Mark und dem Run auf Westprodukte war mir klar, dass das nur zu einer Übernahme führen kann. Für mich gab es eigentlich auch nie einen besseren Sozialismus oder eine neue andere DDR. Ich machte mir da eher Sorgen, was mit den anderen sozialistischen Ländern passieren wird, die keinen West-Partner hatten.“ Am Tag der Wiedervereinigung, am 3. Oktober 1990, ist er in Montreal. „Ich fand es ein wenig ernüchternd, nur 40 Sekunden Berlin dazu im kanadischen Fernsehen zu sehen. Länger dauerte es nicht. Ich dachte: ,Aha das ist nun die Rolle vom neuen Deutschland in der Welt: 40 Sekunden. Also wieder auf den Boden der Tatsachen angekommen.‘“

Zurück in Deutschland arbeitet er an journalistischen Beiträgen, unter anderem über das Bildungswesen in Brandenburg. Er lernt darüber die Autorin Gabriele Pattberg kennen. Im Dezember 1991 fragt sie ihn, ob er sich vorstellen könne, in ihrer Redaktion „ARD-Aktuell“ als Reporter zu arbeiten. „Warum gerade ich?“ will er wissen. „Weil Sie mir nicht auf die Füße fallen werden, wenn die Stasi-Akten geöffnet werden. Bei anderen bin ich mir da nicht so sicher, bei Ihnen schon“, lautet ihre Antwort. „Ich hatte in diesen Tagen noch ein Vorstellungsgespräch bei Greenpeace in Hamburg und bei einer West-Berliner Baufirma. Ich entschied mich für ARD-Aktuell in Dresden. Mein erster Dreh war die Öffnung der Stasi-Akten in Suhl. Das war schon aufregend.“ Später wird er freier Autor beim MDR-Fernsehen. Was ihm in Reportagen immer wieder begegnet, „ist der wirtschaftliche Ausverkauf des Ostens insbesondere durch die Treuhandanstalt. Warum gab es nicht hundertmal mehr solche Macher wie Lothar Späth, der einige Jahre erfolgreich Jena Optik in Thüringen leitete?“, bedauert er.

Seit Mitte der 1990er Jahre betreibt Schefke in Leipzig eine kleine Pension. Morgens brüht er für seine Gäste Kaffee auf, stellt die Brötchen bereit. Dann geht es ab ins Funkhaus oder auf Recherchetour. Er blickt nicht nostalgisch auf die DDR zurück. Vom ehemaligen Arbeiter- und Bauernstaat will er nichts zurück haben. „Ich brauche absolut nichts davon, keine Broiler-Bude, keine Kaufhalle, keine stinkenden Trabis. Die Ampelmännchen können bleiben, sonst nix aus der DDR. Das heißt aber nicht, alles Neue vorbehaltlos hinzunehmen.“ Kritischer Begleiter der Gesellschaft zu sein, ist ihm wichtig, ebenso soziales Engagement. Als 2013 weite Teile Ostdeutschlands im Hochwasser versinken, hilft er Flutopfern spontan beim Schlammschippen. Mittlerweile leben seine Frau und seine Töchter in den USA, in Miami. Dort nehmen sie auch ein Pflegekind auf. Er pendelt zwischen den Welten, zwischen Sachsen und Florida. „Heute ist das möglich.“

Noch einmal holt ihn 2009 die Vergangenheit mit voller Wucht ein. Er bekommt aus heiterem Himmel einen Anruf von seinem ehemaligen Stasi-Führungsoffizier Sven Schwanitz, der lange Zeit nur mit dem Fall Schefke beschäftigt war. Er fragt ihn, ob er bereit sei, sich mit ihm zu treffen. „Das war schon krass. Er wollte mich treffen, um mir zu erklären, wie er mich beschatten und beobachten ließ, um mir zu erzählen, warum bestimmte Sachen und Tage in meinem Leben so gelaufen sind.“ Schefke stimmt einer Begegnung zu. „So erfuhr ich, dass er mir aufgrund meines cleveren Verhaltens den operativen Namen ‚Satan‘ gab. Ameise oder Briefmarke hätte schlecht gepasst. Es gab keine Worte der Entschuldigung. Diese Erwartung hatte ich aber auch nicht, und ich hätte sie auch nicht angenommen.“ Es folgen noch zwei weitere Treffen, aber vor laufender Kamera in Talk-Sendungen. „Das war es dann auch. Solche Gespräche kann man nur begrenzt führen. Wobei die erste Begegnung von mehr Misstrauen und Wut geprägt war. Später ist bei mir der Gedanke gewachsen, dass er nicht als Verräter agiert hat, er hat sich nicht verstellt, er hat im vollen Bewusstsein als Geheimagent gearbeitet und deswegen bin ich gar nicht so sauer auf ihn wie auf Freunde, die mich verraten haben.“

Das Lesen seiner Stasi-Akten kostet ihn viel Kraft. Als er die Zeilen des Freundes und damaligen dritten Kameramanns an den Führungsoffizier sieht, wird ihm anders zumute. „Der schrieb: ‚Ich habe jetzt so viel Material über den Schefke gesammelt, wann sperren Sie den endlich ein?‘ Verrat ist eine der schlimmsten Sachen, die es auf der Welt gibt.“ Ein Gesprächspartner, mit dem er sich auch darüber ständig austauscht, ist Roland Jahn. Jeden Sonntag sind sie fest am Telefon verabredet. „Wenn man so was gemeinsam durchgemacht hat, dann bleibt man ein Leben lang verbunden.“ Die Gespräche sind ein vertrautes Ritual. „Das ist einfach schön. Ich weiß ganz genau, dass die Gedanken über den offenen Umgang mit der Vergangenheit und den Wert dieser Gesellschaft ehrlich sind.“ Über sein heutiges Leben ist Schefke sehr dankbar. „Wer wie ich über 30 Jahre in einer Diktatur wie die in der DDR leben musste, der geht mit dem Begriff Freiheit radikaler um. Niemals wieder möchte ich von einem Staat gezwungen werden, mich vollkommener Presse-, Reise- und Meinungskontrolle unterwerfen zu müssen. Damit stempelt er nicht nur die Bürger unmündig, sondern schränkt die Menschen in ihrer persönlichen Entwicklung und Freiheit massiv ein. Das ist der größte, denkbare Eingriff in die individuellen Menschen- und Persönlichkeitsrechte. Ich weiß auch, dass die heutige Freiheit da ist, weil ich in einer Demokratie lebe, weil ich in Deutschland lebe und nicht in Usbekistan oder in der Ukraine. Ich bin glücklich, dass meine beiden Töchter - Vater wurde ich erst nach dem Mauerfall – anders aufwachsen können als ich. Dass sie frei leben, reisen und drei Sprachen sprechen können. Eine Tochter besucht heute eine Gesangsschule und singt, was sie will. Die andere studiert Kunst in den USA.“

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