„Weil ich so ein altes Ding in der Nähe ihrer Wohnung habe stehen sehen und mir dabei noch gedacht habe, dass der genau zu Ihnen passen würde, aber sind wir doch einmal ehrlich, so ganz verkehrssicher ist der aber auch nicht mehr, oder?“ grinst er augenzwinkernd.
In dem Moment geht mir so langsam ein Licht auf und ich grinse vorsichtig zurück.
„Oh, nein Lázló, das werden Sie nicht tun, Sie werden mir kein neues Auto kaufen. Mein Buick tut es mit Sicherheit noch eine ganze Weile und er ist durchaus verkehrssicher, immerhin funktionieren die Scheinwerfer, die Blinker, die Bremse und das Gas…“
„Und was funktioniert alles nicht mehr?“ unterbricht er mich düster und beantwortet sich die Frage selbst.
„Die Heckscheibenheizung, die Heizung und die Lüftung allgemein, der Wagen verliert Öl und Kühlwasser und die Scheibenwaschanlage ist auch schon seit einiger Zeit ausgefallen, der Kofferraum klemmt ab und an und er springt manchmal gar nicht an wenn es kalt ist!“
Er macht eine kurze Pause indem er mich mit runzelnder Stirn anblickt.
„Aber, woher wissen Sie das?“ frage ich zunächst verblüfft, bis mir meine Nachbarin einfällt.
„Ach ja, natürlich Mrs. White ist aus dem Urlaub zurück und offenbar sehr mitteilungsbedürftig.“ stelle ich fest, lege die Stirn in meine linke Hand und reibe mir die Augen.
„Sie konnte ihren Mund wieder einmal nicht halten, nicht wahr? Dabei ist sie eigentlich eine ganz Liebe, aber leider auch eine alte Tratschtante, das hätte ich mir schon fast denken können.“ blicke ich kopfschüttelnd wieder zu Lázló auf.
„Also pflichten Sie mir im Grunde bei, dass schon längst ein neuer Wagen fällig wäre?“ grinst er nun über das ganze Gesicht und ich gebe mich geschlagen.
„Ja, Sie haben ja Recht! Er hat so langsam seine Macken, aber ich kann dennoch nicht zustimmen, dass Sie mir…“
Staunend und mit offenem Mund stocke ich mitten im Satz als er mir einen Autoschlüssel vor die Nase hält und ihn locker baumeln lässt.
„Bitte! Lázló! Das ist einfach zu viel, das kann ich beim besten Willen nicht mehr annehmen! So viel habe ich für Sie doch gar nicht gemacht!“ raune ich ihm nur noch zu und sehe staunend auf den Schlüssel.
„Doch, das haben Sie und im Übrigen habe ich Ihren alten Wagen längst verschrotten lassen. Der ist also gar nicht mehr da, so bleibt Ihnen gar nichts anderes übrig, als diesen hier anzunehmen.
Es ist übrigens der fabrikneue Mercedes SL fünfundsechzig AMG Roadster in cavansitblau metallic, der genau vor dem Eingang steht und sehnsüchtig auf eine Spritztour mit Ihnen wartet.“ lächelt er und drückt mir damit den Schlüssel in die Hand.
„Aber Lázló!“ stottere ich vor Verblüffung.
„Wie können Sie es wagen, einfach meinen Buick zu verschrotten? Ich hänge an dem Wagen.“
„Wenn ich das nicht gemacht hätte, dann hätten Sie diesen hier…“ sagt er und deutet mit den Augen auf den Schlüssel.
„… niemals angenommen, so gut kenne ich Sie inzwischen auch schon.“
Er scheucht mich mit einer Kopfbewegung aus dem Raum und ruft mir hinterher.
„Ich passe auf Saundra schon auf! Los jetzt mit Ihnen, es wird Zeit, dass Sie auch wieder einmal etwas anderes sehen als dieses Krankenzimmer hier. Ich wünsche Ihnen viel Spaß damit!“
Wow! Staunend gehe ich um den glänzenden Neuwagen herum und betrachte ihn von allen Seiten. Was für ein Wagen und man könnte ihn im Sommer sogar als Cabriolet fahren!
Somit steige ich also ein und stelle kopfschüttelnd fest, dass Lázló meine persönlichen Sachen aus meinem alten Buick in den neuen Wagen umgeräumt hat und sogar an die gleiche Stelle gelegt hat, wo sie im alten Wagen platziert waren, natürlich bis auf die Bücher, die auf der Rückbank lagen, denn der Roadster hat keine Rückbank.
Er ist ein eleganter Zweisitzer und ich vermute die Bücher im Kofferraum. Sogar die CD, die ich zuletzt hörte ist im CD-Player eingelegt und mein Radiosender ist auch richtig eingestellt.
Dieser Mann vergisst aber auch nie irgendetwas und jetzt weiß ich auch, was seine dringenden Geschäfte gestern gewesen sind.
Auf dem Meilenzähler stehen gerade einmal sechzig Meilen und ich starte den Anlasser, wobei mir schon allein der Sound jede Menge Pferdestärken unter der Motorhaube vermuten lässt.
Deshalb gehe ich zunächst ganz vorsichtig mit dem Gaspedal um, doch schon nach einigen hundert Yards habe ich ein Gespür für den Wagen entwickelt und schlage eine Straße nach Norden ein, um aus der Stadt herauszukommen.
Von Lafayette Hill aus, dem Nobelviertel von Philadelphia, biege ich Richtung Westen ab, kreise Philadelphia quasi ein und zwischen den verschiedenen Vororten kann ich den Wagen immer wieder einmal laufen lassen und ich bin absolut begeistert davon, wie weich und leicht er sich fahren lässt.
Jetzt verstehe ich Saundra umso besser, warum sie von Ihrem SLS AMG so angetan ist und ich frage mich wie viel wohl dieses Auto hier gekostet haben mag.
Am liebsten wäre es mir, wenn jetzt Sommer wäre und ich das Verdeck öffnen könnte, um mir den Fahrtwind um die Nase wehen zu lassen.
Aber bei den Außentemperaturen heute von nur etwa vierundzwanzig Grad Fahrenheit, lasse ich das lieber und stelle die Heizung auf genau auf dreiundsiebzig Grad Fahrenheit ein.
Was für eine Wohltat, denn in meinem alten Buick funktionierte die Heizung schon lange nicht mehr richtig und im Winter wurde es kaum wärmer als neunundfünfzig Grad Fahrenheit.
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