Raya Mann - Die eine wahre Liebe

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Raya hat die eine wahre Liebe verloren. Nach sieben Jahren des Schweigens schreibt ihr Mann ihr plötzlich seltsame Mails. Rayas Freundinnen gehen der Sache auf den Grund. Offenbar hält sich Serenus in einer psychiatrischen Klinik auf, wo er mit einer Mitpatientin eine Beziehung angefangen hat. Aber Agnes möchte sterben und sucht den Mann, der ihr dabei hilft. Diese Ereignisse und ihre Freundinnen zwingen Raya dazu, sich mit ihren Erinnerungen auseinander zu setzen. Ausgehend von der Gegenwart erzählt sie die Geschichte ihrer Liebe, einer unerfüllbaren Liebe, einer Liebe des Glücks und des Leids. Gerade als das Wiedersehen mit Serenus bevorsteht, kommt er bei einem Autounfall ums Leben. Eines Tages taucht Agnes bei Raya auf. Sie erwartet ein Kind von Serenus. Rayas Aufzeichnungen enden in der Vergangenheit, in jener Nacht vor 27 Jahren, als sie ihren Geliebten zum ersten Mal verführte. Das Lektorat besorgte Nina Eisen.

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Heute vor elf Jahren war ich als Zwanzigjährige in die Schweiz gezogen, um mein Studium anzutreten. Auch daran erinnerte ich mich jetzt. Ich hatte davon geträumt, nach meinem Abitur nach Frankreich zu gehen – nach Paris, Lyon oder nach Montpellier, denn ich wollte unbedingt noch Französisch lernen. Aber nachdem ich mich nach langem Hin und Her dann doch für Germanistik entschieden hatte, fand ich es irgendwie verfehlt, mich ausgerechnet in einem Land mit romanischer Sprache in die deutsche Sprachwissenschaft zu vertiefen. Aus einer Intuition heraus fiel meine Wahl auf die mehrsprachige Schweiz und in unbekümmerter Unwissenheit stellte ich mir vor, dass ich dort bestimmt eine bilinguale Hochschule finden würde. Vorlesungen und Seminare würden in beiden Sprachen abgehalten werden und im Alltag würde man teils Französisch, teils Deutsch sprechen. Für mich selber und gegenüber meinen Eltern und Freundinnen nannte ich diese Idee die goldene Mitte der Leidenschaften, denn für mein Abitur hatte ich als Prüfungsstoff in Geschichte die griechische Antike gewählt und deshalb Aristoteles gelesen.

Nach einigem Suchen und Herumfragen fand ich die Stecknadel im Heuhaufen. Meine Überraschung darüber, dass ich genau auf der Grenze zwischen der deutschen und der französischen Schweiz die Kleinstadt mit insgesamt 40.000 Einwohnern entdeckte, hielt mehrere Tage an. Sie besaß eine katholische Universität, an der 6000 Frauen und 4000 Männer studierten. Und es dauerte eine ganze Weile, bis ich mich davon überzeugt hatte und es auch wirklich glaubte, dass die Uni ebenso vollkommen zweisprachig war wie das Städtchen selber. Es bestand zur Hauptsache aus der historisch gewachsenen Altstadt und einem schmalen Gürtel von Außenquartieren. Im Lexikon meines Vaters fand ich diese Beschreibung:

„Die Zähringer – schwäbische Grafen, die unter Kaiser Heinrich IV ihr Territorium bis ins Burgund und in die Schweiz ausweiteten – gründeten die Stadt im elften Jahrhundert. Doch schon hundert Jahre später verkauften sie sie den Grafen von Kyburg, einer Seitenlinie des Hauses Habsburg. Die Stadt liegt am Rand eines Plateaus über dem Fluss, der zahlreiche große und kleine Mäander einhundert Meter tief ins Gestein grub. Der Felsen neigt sich von der alles überragenden Kathedrale, dem Bischofspalast und dem Priesterseminar hinab zu den beiden Klöstern am gegenüberliegenden Flussufer.“

Dort oben lebte und studierte ich fünf Jahre lang, von 1995 bis 2000, um genau zu sein. Ich schloss das Studium ab und packte all meine Habe zusammen, während meine Mutter im Koma lag. Pünktlich zu ihrer Beerdigung kehrte ich in meine deutsche Heimatstadt zurück.

Noch immer lag ich ins Plumeau gehüllt im Gästebett. Ich schloss die Augen und atmete einige Male tief ein und aus. Es reichte. Ich fand, ich hätte lange genug sinniert. Als ich mich aufrichtete und meine Füße auf den Bettvorleger setzte, fiel mein Blick auf die Anzeige des Weckers. Indem ich die routinierte Stimme einer Stewardess nachahmte, verkündete ich: „Willkommen in Madrid-Barajas. Bitte bleiben Sie angeschnallt sitzen, bis die Anzeigen erloschen und die Triebwerke abgeschaltet sind.“ In diesem Moment begriff ich den Zusammenhang. Liebe und Abschied. Heimat und Aufbruch. Friedhof und Flughafen.

Damals, als ich mit fünfundzwanzig meine Mutter verlor, verließ ich – wie ich glaubte – für alle Zeit das Städtchen auf dem Felsen über dem Fluss und fragte mich alsbald, ob ich heimatlos oder eine Art Doppelbürgerin geworden war. Und heute, mit einunddreißig, hatte ich – unwiederbringlich, dessen war ich sicher – die eine wahre Liebe meines Lebens aufgegeben. Wir hatten um dieses Ende gerungen, so wie wir um den Wahnsinn unserer Liebe gerungen hatten. Serenus hatte sich von mir nichts Anderes gewünscht als ein Baby. Er wollte um jeden Preis mit mir nach Madrid verschwinden, mich schwängern, mit mir in Spanien leben und dort unser erstes Kind aufziehen – und vielleicht ein zweites. Davor hatte ich Angst, eine Angst, die immer mehr von mir Besitz ergriff und mich mit sich riss wie ein wildes Wasser.

Kurz bevor ich aufgab und mich allmählich vom Strudel in den Abgrund ziehen ließ, wurde mir der Rettungsring zugeworfen. Meine erste Universität bot mir ein neues Leben an: ein Anruf aus der Schweiz, gefolgt von meiner Bewerbung, dem Auswahlverfahren und schließlich meiner Berufung. Serenus begleitete und unterstützte mich, denn er wusste, dass es das Beste für mich, wenn nicht sogar die einzige Chance wäre, um mein Bewusstsein und meine Sicherheit zurück zu gewinnen. So würde ich, nachdem ich ihn heute zum Flughafen gebracht hatte, bald in meine zweite Heimat zurückkehren. Innerlich hatte ich mich bereits auf den Weg gemacht.

„Sei hart! Blick nicht zurück! Schau nach vorne!“, flüsterte ich, erhob mich vom Bett und begab mich ins Gästebadezimmer.

Während der nun folgenden acht Jahre in der Schweiz dachte ich nicht an Serenus. Ich glaube, ich träumte nicht einmal von ihm. Es fiel mir kein einziges Mal auf, dass er aus meiner Erinnerung gelöscht war. Es gab keinen Tag, an dem ich Erleichterung darüber verspürt hätte, dass das Schlimmste ausgestanden war. Auch meine Arbeit an der Uni empfand ich nicht nur als willkommene Ablenkung und schon gar nicht als überlebensnotwendig. Tatsächlich füllte mich meine neue Tätigkeit vollkommen aus. Die Gegenwart stellte ich zu hundert Prozent in den Dienst meiner Zukunft als Wissenschaftlerin und Hochschuldozentin. Im Hinblick auf meine Laufbahn befand ich mich am Anfang des wichtigsten Abschnittes. Ich war ein Insekt im Larvenstadium. Spätestens mit Vierzig musste ich mich in eine flugfähige Libelle verwandelt haben. Bis dahin galt es zu schwimmen, zu jagen und zu wachsen. Irgendwann würde ich aus dem Wasser empor klettern, Atem schöpfen und ausruhen, während Sonne und Wind meine Flügel trockneten.

Bereits unmittelbar nachdem mich der Dekan angerufen und mir mitgeteilt hatte, dass die Fakultät mich als Assistenzprofessorin anstellen wollte, und in derselben Sekunde, als ich den Hörer wieder auflegte, hatte ich die Eingebung. Plötzlich ergriff mich die Sehnsucht, ganz für mich alleine in einem großen Haus zu leben. Ich selber konnte mir kein Wohneigentum leisten, aber unsere Erbengemeinschaft war dazu in der Lage. Sie wäre die Eigentümerin. Das Haus würde nicht mir gehören, aber wenn ich es in Stand hielt und die Zinsen bezahlte, durfte ich es bewohnen und verwalten.

Wenige Tage, nachdem Serenus nach Madrid abgeflogen war, reiste ich also in die Schweiz, wo ich Immobilien besichtigte. Vier Wochen später war der Kauf besiegelt und ins Grundbuch eingetragen. Dazwischen blieb mir Zeit, mich einige Male mit den Leuten von der Abteilung für Deutsche Sprachwissenschaft zu treffen, mir ein Bild von meinem neuen Fachgebiet und mich mit der wissenschaftlichen Literatur vertraut zu machen. Nebenbei beschäftigte ich mich mit Einrichtungsplänen.

Mein Haus stand im Niemandsland zwischen dem Stadtrand und den ersten Häusern der nächstgelegenen Ortschaft. Es erhob sich, versteckt in einer Waldlichtung, über dem Ufer eines Baches, der Glâne hieß. Ich erfuhr, dass es vor hundert Jahren von einem wohlhabenden kinderlosen Ehepaar gebaut und später von einer alleinstehenden Musikerin bewohnt worden war. Böden und Treppen, Türen und Schränke bestanden aus Kirschbaum und Ahorn. In den Doppelfenstern befanden sich noch die alten Scheiben und im Inneren gab es viel buntes Wellenglas von anno dazumal. Küche und Bäder waren mit blassrosa Platten aus schwedischem Feldspat gekachelt. Ich brauchte nur einen Malermeister und einen Küchenbauer, alles andere ließ ich, wie es war.

Ich fuhr zurück und machte mich an den Umzug und die Bücher, die ich mir aus der Bibliothek geliehen hatte. Ich las und packte, las und packte, las und packte, bis am Mittwoch nach Weihnachten der Möbelwagen vorfuhr. Während all der kurzen Tage und langen Nächten gab es in meinen Gedanken weder Raum für Zweifel und Reue noch für Schmerz und Sehnsucht. Niemand sah mir bei meinem Treiben zu. Beim Aufstehen und Schlafengehen, beim Lesen und Schreiben, beim Räumen und Putzen leistete mir niemand Gesellschaft. Vielleicht war die Wohnung von Abwesenheit erfüllt. Trotzdem fühlte ich mich nicht eine Sekunde lang einsam. Und als am nächsten Tag die Sonne unterging, die Möbelpacker sich verabschiedeten und in ihren Laster kletterten, bemerkte ich nicht, dass Serenus mit mir in mein neues Zuhause an der Route de la Glâne eingezogen war. Ein Geist, der sich nicht aus seinem Versteck rührte und der selber nicht wusste, wann seine Stunde käme, falls sie jemals käme.

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