Benjamin Webster - 4 Schnecken und eine Nudel

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4 Schnecken und eine Nudel, ist eine Familiengeschichte der besonderen Art. Hauptdarsteller dieser Komödie, sind fünf Geschwister, vier Mädchen Franzi, Nele, Charly und Jule, so wie ihr älterer Bruder, Thomas. Er soll, nach dem Tod ihrer Eltern, die Familie zusammenhalten. Und nicht nur das. Er muss auch die Bergmann-Werke und die elterliche Villa, vor der drohenden Insolvenz retten. Eine Mamutaufgabe für ihn. Wer jetzt aber dachte, die Schwestern würden ihm helfend zur Seite stehen, der hat sich getäuscht. Sie denken überhaupt nicht daran, auf den gewohnten Luxus zu verzichten. Thomas bleibt nichts anderes übrig, als die finanzielle Notbremse zu ziehen. Er stellt die Schwestern vor die Wahl, entweder sie gehen arbeiten, oder sie fliegen aus der gemeinsamen Villa. Jetzt ist Feuer unter dem Kessel. Die Mädels proben den Aufstand. Mit allen Tricks versuchen sie sich vor der Arbeit zu drücken, aber vergebens. Die Harmonie liegt am Boden. Wie sie unschwer erkennen können, wird es eine turbolente Zeit für die Bergmanns. Ich garantiere ihnen, es wird nie langweilig. Viel Vergnügen beim lesen, wünscht ihnen ihr Autor Benjamin Webster.

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Um 11:15 Uhr landete Thomas in Berlin. Am Ausgang wartete schon Franz Konrad auf ihn. Thomas hatte nur einen Aktenkoffer dabei, indem er alle wichtigen Papiere aus Frankfurt mit hatte. Franz sah ihn humpelnd aus dem Gate kommen und begrüßte ihn: „Hat dich ein Elefant getreten oder hast du Fussball gespielt?“ Thomas: „Weder noch, ich habe mir die Fußsohlen verschnitten. Ich denke, ich muss zuerst zu einem Arzt." Franz: „Dann schlage ich doch vor, wir fahren ins Krankenhaus Süd zu Jule. In der Zeit in der du versorgt wirst, spreche ich mit Jules Professor wegen ihrer Doktorarbeit.“ Thomas war damit einverstanden. Unterwegs erzählte er Franz, wie es zu der Verletzung kam. Das Krankenhaus Süd war nicht weit weg vom Flugplatz, so dass sie zwanzig Minuten später dort waren. In der Notaufnahme fragten sie nach Julia Bergmann, die fünf Minuten später kam. Als Jule Thomas sah, fragte sie gleich: „Hallo Bruderherz, schön dich zu sehen. Was ist denn mit dir passiert?“ Thomas zeigte auf seine Füße und meinte: „Grüße dich, ich habe Probleme mit den Fußsohlen. Kannst du einmal nachsehen wie schlimm das ist?“ Er zog die Schuhe aus und legte sich auf die Liege im Behandlungsraum. Julia zog ihm die Socken aus und erkannte gleich, dass es Schnitte waren. Sie fragte: „Du hast überall Schnitte, wie ist denn das passiert?“ Thomas wollte nicht ins Detail gehen und sagte er sei ausversehen beim Umzug, in eine zerbrochene Flasche getreten. Julia sah sich die Wunden näher an und entfernte mehrere kleine Splitter. Sie reinigte alles und machte ihm einen Verband. Zum Schluss gab es noch die übliche Tetanusspritze und ein paar Schmerztabletten. Er erzählte ihr während der Behandlung, dass er alles in Frankfurt geklärt hatte und sich nun voll und ganz auf die Arbeit in Potsdam konzentrieren konnte. Julia merkte gleich, dass Thomas nicht gerade der Glücklichste war. Sie fragte: „Auch das mit deiner Verlobten? Kommt sie jetzt nach Potsdam?“ Thomas: „Es gibt keine Verlobte mehr. Ich habe mich von ihr getrennt. Es ging einfach nicht mehr. Aber lass uns das zu Hause besprechen, das gehört nicht hierher. Wann kommst du wieder nach Hause?“ Julia: „Ich habe heute Frühdienst und um 15:00 Uhr Feierabend, um 16:00 Uhr kann ich da sein.“ Während sie sich unterhielten und Jule die Wunde versorgte, war Franz auf dem Weg zu Professor Walter Kaufmann. Franz hatte Glück, das der Professor gerade Zeit hatte. Er stellte sich bei seiner Sekretärin vor: „Ich bin Dr. Franz Konrad und möchte gern den Herrn Professor sprechen.“ Die Sekretärin stand auf und ging zum Professor ins Zimmer. Einen Moment später kam sie wieder und sagte: „Der Herr Professor lässt bitten.“ Franz erhob sich und lief in sein Büro. Der sagte gleich: „Nehmen sie Platz, Herr Doktor. Was ist denn ihr Spezialgebiet, Chirurgie oder sind sie Allgemeinmediziner?" Franz: „Weder noch, Herr Professor.“ Kaufmann: „Entschuldigen sie, ich dachte sie wären wegen der Stellenausschreibung hier. Aber sie sind doch Arzt?“ Franz: „Leider nein. Ich bin Jurist und mein Spezialgebiet ist das Arbeits- und Wirtschaftsrecht.“ Kaufmann: „Und was verschafft mir die Ehre?“ Franz: „Eine heikle Angelegenheit, die keinen Aufschub bedarf.“ Kaufmann: „Und was ist das für eine wichtige Angelegenheit?“ Franz: „Es betrifft eine ihrer Ärztinnen. Ich möchte noch darauf hinweisen, dass sie bitte alles vertraulich behandeln möchten.“ Kaufmann: „Selbstverständlich, wenn sie das wünschen und wenn es in meiner Macht steht. Also, ich höre?“ Franz: „Es handelt sich um Frau Julia Bergmann.“ Kaufmann: „Sie ist eine ausgezeichnete Ärztin, was ist mit ihr?“ Franz: „Ihr Bruder, Thomas Bergmann, mein Mandant, ist auf mich zugekommen und bat mich einen Missstand zu beseitigen. Ihm war zu Ohren gekommen, dass seine Schwester weit über 400 Überstunden geleistet hat und für die sie seit langem keinen Freizeitausgleich bekam. Auch würden ihr noch 30 Tage Urlaub zu stehen, ohne dass sie ihn nehmen dürfte. Des Weiteren schreibt Frau Bergmann schon seit einiger Zeit an ihrer Dissertation. Da sie aber immer viele Sonderschichten und Überstunden hat, bleibt ihr fast keine Zeit mehr sie zu beenden. Da sie ihr Tutor sind, liegt es doch auch in ihrem Interesse, das sie sobald wie möglich ihre Doktorarbeit fertig stellt. Ich möchte erst gar nicht auf die arbeits- und vertragsrechtliche Situation hinweisen. Deshalb möchte mein Mandant, alles auf eine menschliche und für beide Seiten annehmbare Weise regeln.“ Kaufmann: „Wenn Frau Bergmann sich überfordert fühlt, soll sie doch zu mir kommen. Ich sehe da keinen Handlungsbedarf, solange sie sich nicht darüber äußert.“ Franz wurde nun konkreter und vor allem etwas lauter: „Frau Bergmann hat Anspruch auf über zwei Monate Freizeitausgleich. Anschließend auf sechs Wochen Urlaub. Sie wissen ganz genau, wenn sie beides dieses Jahr nicht mehr nimmt, verfallen die Ansprüche. Deshalb wird Frau Bergmann ab morgen ihren Anspruch wahrnehmen. Und wenn sie dem nicht zustimmen, werde ich eine Klage beim Arbeitsgericht einreichen. Wie das ausgeht, wissen sie ganz genau. Eine Geldstrafe bekommen sie auf jeden Fall. Ob diese ihr Dienstherr oder sie bezahlen, ist mir völlig egal. Und wie glauben sie, wird die Presse und die Öffentlichkeit darauf reagieren, wenn die Schlagzeile „Ärztin musste bis zum Zusammenbruch arbeiten – Skrupelloser Professor nützt seine Ärzte aus“, lautet? Und falls ein Kunstfehler passiert, was ja ab und an vorkommt, werde ich sie höchstpersönlich dafür zur Verantwortung ziehen, weil sie ihre Fürsorgeplicht verletzt haben.“ Professor Kaufmann sah ihn wütend an und meinte: „Haben sie eine Ahnung, mit wie viel Personal ich hier auskommen muss? Unser Budget ist am Limit. Wir suchen ja händeringend nach Personal, aber für die paar Kröten arbeitet doch kein Arzt heutzutage mehr. Selbst wenn ich wollte, könnte ich es nicht, weil unsere Personaldecke zu dünn ist. Aber gut, ich will sehen was sich machen lässt. Rufen sie mich nächste Woche noch einmal an, vielleicht finde ich einen Weg, wie wir die Sache bereinigen können.“ Franz war nun richtig sauer. Der Professor dachte gar nicht daran Julia die zustehende Freizeit zu geben. Nun musste er deutlicher werden: „Herr Professor, da ich wusste, dass sie sich weigern werden Frau Bergmann ihre Überstunden in Freizeit auszugleichen, bleibt mir nichts anderes übrig, als die Gesundheitsbehörde einzuschalten. Ich werde nach unserem Gespräch zur Staatsanwaltschaft gehen und gegen sie wegen Betruges ermitteln lassen. Sie halten Frau Bergmann Leistungen zurück, die ihr gesetzlich zustehen. Sie spielen auf Zeit, damit die Ansprüche von Frau Bergmann verfallen. Und wer sich daraus einen Vorteil verschafft, mach sich des Betruges strafbar. Mindeststrafe für Betrug sind sechs Monate, zuzüglich einer Geldstrafe plus Gerichtskosten. Und was anschließend die Presse und ihr Dienstherr mit ihnen macht, ist mir ehrlich gesagt scheißegal.“ Der Professor schluckte. Er wusste nicht, ob das alles was Franz gesagt hatte richtig ist. Er wollte aber auf jeden Fall nicht an den Pranger gestellt werden. So meinte er: „Man schießt nicht mit Kanonen auf Spatzen. Machen sie einen Kompromiss, der beiden Seiten hilft.“ Franz war innerlich erleichtert und sagte: „Und wie soll der aussehen?“ Kaufmann: „Sie arbeitet drei Tage in der Woche und den Rest hat sie frei. Die Vereinbarung gilt bis Ende des Jahres.“ Franz überschlug die Zeiten im Kopf und sagte: „Zwei Tage die Woche und der Rest ist Freizeit. Außerdem bekommt sie ab dem 2.1. nächsten Jahres ihren gesamten Urlaub von diesem Jahr am Stück. Haben wir einen Deal?“ Kaufmann ließ sich darauf ein und sagte zu. Franz wollte es aber schriftlich haben. Kaufmann ging hinaus zu seiner Sekretärin und diktierte ihr die Vereinbarung. Diese schrieb sie gleich und druckte alles aus. Der Professor unterschrieb zwar widerwillig, war aber froh, dass alles gütlich geregelt wurde. Franz begab sich wieder in die Notaufnahme, wo Thomas und Jule bereits auf ihn warteten. Jule fragte: „Wo warst du so lange?“ Thomas wusste ja wo er gewesen ist, stellte sich aber dumm und spielte das Spiel mit: „Wir sitzen hier schon eine Ewigkeit, wenn es noch länger gedauert hätte, müsste Jule noch einmal den Verband wechseln.“ Franz übergab Jule den Umschlag mit der Vereinbarung. Sie zog das Schreiben aus dem Kuvert und las es laut vor. Als sie damit fertig war, sagte sie: „Das gibt es doch gar nicht. Woher kommt dieser Sinneswandel des Professors?“ Franz: „Ich hatte ein freundliches Gespräch mit ihm und am Schluss, hat er mir dieses Schreiben für dich gegeben. Mehr war da nicht.“ Sie wandte sich zu Thomas und sagte: „Dann warst du die Plaudertasche, denn Franz hat ja nichts von den Überstunden gewusst. Was ist wenn er mich jetzt hinaus wirft?“ Franz: „Ach ja, das habe ich vergessen zu erwähnen. Der Professor wird sich in seiner Freizeit, um deine Dissertation kümmern. Er möchte wöchentlich einen Rapport haben.“ Julia war sichtlich gerührt und bedankte sich bei den beiden. Sie verabschiedeten sich und Franz fuhr in die Firma. Da Thomas nicht sonderlich gut zu Fuß war, fiel heute der Betriebsrundgang aus. Er brachte es gerade noch auf die Reihe, sich den Konferenzraum anzusehen. Hausmeister Wuttke hatte saubere Arbeit abgeliefert. Alle Möbel waren aus dem Raum, die Tapeten entfernt und die Decke ausgebaut. Zum Schluss hatte er alles verspachtelt und den Steinboden auf Vordermann gebracht. Thomas war hocherfreut, dass alles so schnell fertig geworden war. Wuttke kam gleich zu ihm und fragte: „Tag Chef, wenn ich die Tapeten und die Farbe gehabt hätte, wäre alles schon tapeziert. Was machen wir mit der Decke?“ Thomas humpelte vor die Tür und sah sich die Platten der Decke an. Dann sagte er: „Die streichen wir neu. Ich bringe ihnen heute Nachmittag alles was sie noch brauchen. Wo die Farben hinkommen, schreibe ich ihnen auf die entsprechenden Farbeimer. Den großen Glastisch stellen wir auf die rechte Seite. Die neuen Büromöbel kommen heute Mittag. Herr Hansen ist schon unterwegs damit.“ Das war alles, was er mit Wuttke im Augenblick zu besprechen hatte. Dann ging er in das Büro seines Vaters. Da saß bereits Franz und sortierte die neuen Verträge für Thomas Schwestern. Sie waren nötig, um sie vor einer privaten Insolvenz zu schützen, falls die Firma tatsächlich einmal in Schieflage geraten sollte. Thomas packte auch seine Verträge, die er in Frankfurt gemacht hatte aus. Er reichte sie Franz zum durchlesen. Frau Schönfeld kam herein und brachte Thomas einen Kaffee und fragte, ob sie gleich die gewünschten Akten hereinbringen sollte. Doch Thomas lehnte ab und erklärte ihr: „Im Laufe des Mittags kommt eine Frau Katharina Haber, sie wird ab Montag bei uns anfangen. Ich habe nämlich vor einen Schreibpool zu gründen, der für alle Mitarbeiter der Führungsebene arbeitet. So haben wir kurze Wege und jeder von uns eine Sekretärin. Vorrang haben Arbeiten von Asmussen und von mir. Danach wird alles nach Eingang abgearbeitet, im Zweifel nach Dringlichkeit. Aber ich werde ihnen alles noch genau erklären. Frau Haber war meine persönliche Sekretärin in Frankfurt. Sie wird mir einen Tag in der Woche assistieren, weil ich bis zum Ende des Jahres noch einige Bankgeschäfte abwickeln muss. Ich würde auch sie herzlich gerne als meine Assistentin nehmen Frau Schönfeld, aber bis ich sie in die Gepflogenheiten der Materie eingewiesen hätte, ist der Job auch schon erledigt. Es sind ja nur sieben Tage. Sie müssen mir in diesen Tagen, den Rücken frei halten und alle Termine auf die anderen Tage verlegen. Welchen Wochentag ich für die Bank arbeite, besprechen wir nächste Woche. Ich bitte sie Frau Haber einzuarbeiten. Frau Haber habe ich als Unterstützung für sie und den Betrieb geholt. Ich denke, sie beide werden sich bestimmt vertragen. Sollte es doch zu Unstimmigkeiten kommen, dann sagen sie es mir bitte. Ich möchte dass sie zusammen ein Team bilden, die die gesamte Korrespondenz verwaltet und ausführt. Sie sind dann sozusagen die Schaltzentrale beim Schriftverkehr. Alles geht über ihren Tisch und keiner kann ihnen hineinreden. Sie sehen, ich statte sie mit mehr Verantwortung aus.“ Klara: „Was immer sie wünschen, wird getan. Und Frau Haber wird keinen Grund zur Klage haben, das verspreche ich ihnen. Brauchen sie noch etwas für ihre Bankgeschäfte?“ Thomas: „Eigentlich nicht, Frau Schönfeld.“ Klara: „Soll ich ihnen vielleicht einen kleinen Schemel bringen, damit sie ihre Füße darauf legen können?“ Thomas: „Einen Schemel nicht, aber ein hohes Kissen wäre ganz gut. Die Schnittwunden tun ganz schön schmerzen, wenn ich darauf stehe.“ Klara drehte sich um und verließ das Büro. Etwas später kam sie wieder zurück und hatte ein blaues Samtkissen unter dem Arm. Klara: „Dachten sie an so etwas?“ Thomas schaute sie an und fragte: „Wo haben sie denn das her? Das ist genau das Richtige. Danke, Frau Schönfeld.“ Klara: „Das lag im Ausstellungsraum, darauf lagen die Medaillen für den Innovationspreis von 1989. Ich dachte, wenn wir bald wieder die Nummer eins sind, kommen sowieso neue Preise hinzu.“ Thomas schaute sie an und fing an zu schmunzeln. Dann antwortete er: „Wenn es soweit ist, dürfen sie den Preis auf das Kissen legen, versprochen.“ Klara: „Das hoffe ich doch.“ Sie ging wieder an ihren Schreibtisch zurück. Franz und Thomas gingen noch einmal alle Verträge durch. Sie waren alle korrekt verfasst, sodass es keiner Änderungen mehr bedurfte. Franz fragte ihn: „Und wann willst du es deinen Schwestern sagen?“ Thomas: „Am Sonntag dachte ich, nach dem Mittagessen. Da sind sie meistens alle zu Hause.“ Franz meinte scherzhaft: „Ich würde es ihnen erst sagen, wenn du wieder richtig laufen kannst.“ Thomas: „Warum dass denn?“ Franz: „Es könnte doch sein, dass auch sie dir etwas nachwerfen und da wäre es doch von Vorteil, wenn man beschwerdefrei fliehen kann.“ Thomas schaute ihn nachdenklich an und erwiderte: „Es sei denn man hat einen Zeugen dabei, der auch noch Rechtsanwalt ist. Geteiltes Leid ist doch halbes Leid, oder nicht? Oder noch besser, du sagst es ihnen, denn schließlich kannst du es auch viel besser formulieren, weil du es auch verfasst hast.“ Franz: „Ich würde es ja gerne tun, aber am Sonntag habe ich keine Zeit, tut mir außerordentlich leid. Mach du das einmal schön selbst.“ Thomas: „Und was hast du am Sonntag so Wichtiges vor, anstelle mich zu unterstützen?“ Franz überlegte einen Moment und meinte dann: „Ich gebe meinen Regenwürmern Schwimmunterricht.“ Tommi stand auf dem Schlauch und hakte nach: „Du tust was?“ Franz: „Ich gehe Angeln.“ Thomas: „Und fängst du wenigstens etwas?“ Franz: „Meistens nicht, deshalb auch der Schwimmunterricht für Würmer.“ Thomas hielt sich die Hand vors Gesicht und sagte: „Spaß bei Seite, kannst du wirklich nicht?“ Franz: „Nein, ich komme ja und erkläre ihnen alles. Aber wehe ich werde gevierteilt, geteert und gefedert, dann war es das Letzte was ich für dich getan habe.“ Beide fingen an zu lachen. An der Tür klopfte es und Karl trat herein. „Tag Chef, wir sind da.“ Thomas sah auf die Uhr und fragte: „Was jetzt schon?“ Hinter Karl stand auch Katharina. Sie erklärte: „Wir sind schon um vier Uhr losgefahren. Karl ist vorausgefahren und ich hinterher.“ Thomas konnte es nicht fassen. Er stand auf und humpelte hinaus auf den Flur, damit er in die große Halle sehen konnte. Und tatsächlich, unten standen der Kleintransporter und sein Benz. Zwei Lagerarbeiter waren schon dabei den Transporter auszuladen. Karl hatte ihnen die Anweisung gegeben, nur die Möbel auszuladen und sie zu den anderen vom Konferenzraum zu stellen. Tommi humpelte zurück und sagte zu Klara: „Bringen sie bitte noch zwei Stühle und drei Kaffees.“ Karl half ihr beim Tragen der Stühle. Klara brachte den Kaffee und fragte für wen die dritte Tasse sei. Da sprach Thomas: „Der ist für sie. Setzen sie sich doch. Übrigens, das ist Frau Katharina Haber, ihre neue Kollegin.“ Er stellte auch die anderen untereinander vor und erläuterte noch einmal den neuen Schreibpool. Danach erstellte er eine Liste, für Dinge die in der nächsten Woche erledigt werden mussten. Zum Schluss meinte er: „Ich muss noch mit Herrn Konrad in den Baumarkt fahren, Farbe und andere Dinge für mein neues Büro holen. Herr Hasen kann ihnen mit Frau Schönfeld zusammen inzwischen den Betrieb zeigen. Die beiden wissen mehr als ich, wer was macht und weshalb. Wir brauchen vielleicht eine Stunde, dann sind wir wieder zurück. Später bringen wir die restlichen Sachen in die Bergmann Villa.“ Katharina, Klara und Karl gingen durch das Werk. Abwechselnd erklärten Karl oder Klara, was in den einzelnen Abteilungen gefertigt wurde. Als sie fast am Ende waren, bemerkte Katharina: „Das ist viel größer als ich gedacht hatte. Das ist kein Vergleich zum Online Handel bei der Investment Bank. Ich kann mir nun gut vorstellen, warum Herr Bergmann das Werk gerettet hat. So etwas darf man nicht verkommen lassen.“ Karl musste gerade seinen Transporter vor der Einfahrt wegfahren, als die beiden Frauen alleine waren. Klara fragte Kathi: „Wie ist er so als Chef?“ Kathi: „Ich kenne ihn fast vier Jahre, aber ich habe ihn nicht einmal wütend oder zornig gesehen. Er war immer korrekt zu mir und zu seinen Angestellten. Er trennt immer Geschäft und Privat. Wenn dem nicht so wäre, wäre ich bestimmt nicht mit nach Potsdam gekommen.“ Klara: „Und wie ist er privat?“ Kathi: „Das kann ich nicht sagen, ich war noch nie mit ihm aus. Aber ich kenne einen seiner Freunde und da war er immer locker drauf. Eigentlich ist das ein Traum von einem Mann, wenn man als Frau auf Männer steht.“ Klara stutzte und fragte: „Wieso stehen sie nicht auf Männer? Ich meine, na ja sie wissen schon?“ Kathi lachte und äffte einen Schwulen nach: „Aber bitte einen Prosecco bitte. Keine Angst, ich bin ganz normal gestrickt. Ich liebe Männer. Und sie?“ Klara: „Ich bin keine Leck Schwester.“ Kathi: „Sind sie verheiratet, haben sie Kinder?“ Klara: „Nein, ich bin solo und habe keine Kinder. Und sie?“ Kathi: „Das Gleiche wie sie. Wenn sie Lust haben, können wir ja einmal miteinander fortgehen. Ich habe ja noch nichts von Berlin gesehen, außer der Autobahn und der Schnellstraße hierher.“ Klara: „Kein Problem, aber erst am Wochenende, ich arbeite nicht gerne übermüdet oder mit einem dicken Kopf.“ Kathi: „Geht mir genauso. Sie wissen nicht zufällig, wo eine Wohnung frei ist?“ Klara: „Nein, das kann ich ihnen auch nicht sagen. Aber ich glaube, da kann ihnen Herr Bergmann weiter helfen, seine Familie ist ja aus Potsdam, die kennen Gott und die Welt, wie man so hört.“ Karl kam wieder zurück und fuhr mit der Führung fort. Als er damit fertig war, verabschiedete sich Karl und fuhr in die Bergmann Villa, um Tommis Kartons hinzubringen. Kathi ging derweil mit Klara ins Büro. Sie zeigte ihr die einzelnen Büros und stellte sie den einzelnen Mitarbeitern vor. Nur der Prokurist Herr Asmussen und der Marketing Chef Kevin Gassner waren außer Haus. Kathi fragte Klara: „Und wo ist mein Arbeitsplatz?“ Klara: „Wenn ich das wüsste, könnten wir ihn schon einrichten. Ich weiß nicht, was Herr Bergmann mit dem alten Konferenzraum vorhat. Könnte sein, dass er dort ein Büro einrichtet, sonst hätte er nicht die Büroeinrichtung von seinem alten Büro aus Frankfurt mitgebracht.“ Kathi: „Aber wenn wir tatsächlich in einem Schreibpool arbeiten sollen, müssten wir dann nicht in einem Büro sitzen?“ Klara: „Fragen wir ihn einfach wenn er kommt. Er wird schon wissen, wie er es haben möchte.“ Keine fünf Minuten später, kamen Franz und Thomas vom einkaufen zurück. Hausmeister Wuttke lud den Wagen aus und brachte die Farben und andere Dinge in den Konferenzraum. Thomas schrieb die Farbtöne an die jeweilige Wand, in der sie gestrichen werden sollte. Dann gab er ihm den Auftrag, noch zwei weitere Telefonleitungen dort zu legen. Die Anschlüsse für das eigene Netzwerk, lagen ja bereits dort. Thomas und Franz gingen zurück in das alte Bergmann Büro. Thomas setzte sich hin und legte seinen Fuß hoch, weil er höllische Schmerzen hatte. Klara sah das und brachte ihm eine Schmerztablette. Zuerst wollte er sie nicht nehmen, aber nach Zureden aller, nahm er sie endlich. Kathi fragte ihn: „Frau Schönfeld und ich haben uns vorhin gefragt, wo mein Arbeitsplatz ist?“ Thomas: „Ganz einfach. Der Konferenzraum wird ihr gemeinsames Büro. Herr Asmussen bleibt in seinem und ich beziehe das Büro von Herrn Gassner. Die Marketing Abteilung von Herrn Gassner kommt dann in Frau Schönfelds jetziges Büro. Alle anderen behalten ihre Büros. Wir müssen uns halt noch so lange behelfen, bis Hausmeister Wuttke alles fertig gestellt hat. Danach werden alle Büros nacheinander neu gestrichen. Jeder kann sich die Farbe selbst aussuchen, weil er ja den ganzen Tag dort arbeiten muss. Ausnahme ist der Schreibpool. Den gestalte ich, weil nur ich alleine, die neuen Möbel dafür kenne. Und das sollte farblich schon stimmig sein.“ Thomas erklärte auch, was er die nächste Woche alles klären wollte. Er hoffte, dass seine Füße in der nächsten Woche wieder besser sind. Es war nicht nur lästig, sondern schmerzte auch sehr. Sie hatten alles besprochen und Thomas verabschiedete sich ins Wochenende. Er fuhr mit Franz in die Bergmann Villa und Kathi folgte ihnen mit seinem Wagen. 15 Minuten später kamen sie in Potsdam Süd an, wo die Bergmann Villa stand. Kathi kam aus dem Staunen nicht mehr heraus, als sie vor der Villa stand. Sie hatte sich im Geiste eine Doppelhaushälfte vorgestellt, in der die Bergmanns wohnten. Aber das was sie hier sah, war ja eher ein Schloss, als eine Villa. Sie stieg aus und sah, wie Karl am Seiteneingang die restlichen Kartons auslud. Thomas fragte sie: „Und, wie gefällt ihnen die Bergmann Hütte?“ Kathi: „Das ist keine Hütte, das ist ein Traum. Das dürfen sie nie verkaufen, auch nicht für 100 Millionen. Wie groß ist die Bergmann Villa?“ Thomas: „Ich weiß es gar nicht, weil mich das noch nie interessiert hat. Wenn man alle Zimmer beider Flügel zusammen zählt, müssten es wohl über fünfzig sein. Bäder, WCs und Küchen nicht mitgezählt. Welchen Ausblick wollen sie genießen? Den in Richtung See, oder den nach vorne heraus nach Potsdam?“ Kathi: „Ist mir egal, Hauptsache groß genug für meine Klamotten und ein Bett. Da fällt mir gerade ein, ich habe ja noch gar kein Bett oder Matratze.“ Thomas: „Jetzt gehen wir erst einmal herein und dann sehen wir weiter. Wie ich sehe ist keine meiner Schwestern hier, die hätten ihnen sonst behilflich sein können.“ Kathi lief Thomas einfach hinterher, bis sie in der großen Küche standen. Dort war Maria gerade dabei, das Abendessen zu richten. Sie begrüßte ihn herzlich und Thomas stellte sie einander vor: „Das ist Maria, die gute Seele des Hauses Bergmann. Egal was sie brauchen oder möchten, sie weiß alles. Ohne sie würde hier alles zusammenbrechen. Und das ist unser Gast Katharina Haber, meine Sekretärin aus Frankfurt, die ab Montag für uns arbeitet.“ Kathi gab ihr die Hand und meinte: „Ich habe schon von ihnen gehört, Herr Bergmann spricht in den höchsten Tönen von ihnen.“ Maria: „Er übertreibt mal wieder. Wie Thomas mir sagte, bleiben sie länger bei uns, deshalb möchte ich sie gleich fragen, was essen sie nicht?“ Kathi überlegte und meinte: „Ich esse eigentlich alles. Hauptsache es schmeckt. Kann ich ihnen beim Kochen helfen? Gemüse schnippeln, Zwiebeln hacken oder so etwas?“ Maria schaute sie entgeistert an und sagte: „Wenn sie wollen, herzlich gerne. Ich kann jede helfende Hand gebrauchen. Außer Tommi oder ab und zu Karl, hilft ja hier sonst keiner.“ Thomas verstand den Wink. Maria hatte damit die Faulheit seiner Schwestern angesprochen, was Kathi ja nicht ahnen konnte. Sie gab ihr eine Schürze, damit sie sich nicht schmutzig machte. Thomas humpelte derweil in den Salon. Jetzt erst sah Maria, das er humpelte und fragte entsetzt: „Was ist los mit dir, du humpelst ja? Hattest du einen Unfall?“ Thomas hatte auf diese Frage schon lange gewartet und erwiderte: „Ja Maria, aber sieht schlimmer aus, als es ist. Ich bin nur beim Umzug in eine zerbrochene Flasche getreten, das ist alles. Jule hat mich schon versorgt, denn ich war mit Franz bei ihr im Krankenhaus.“ Wie aufs Stichwort, kam nun auch Franz in die Küche. Marias erste Frage war gleich: „Du isst doch mit, Franz?“ Der antwortete: „Ich lass mir doch nicht deine Kochkünste entgehen, Maria. Selbstverständlich esse ich mit. Ich muss nur noch die Aktenkoffer verstauen, dann helfe ich dir.“ Maria: „Was ist denn heute nur los? Jeder will mir beim Kochen helfen. Aber wie heißt es doch so schön „Viele Köche verderben den Brei“. Franz ich habe schon eine Hilfe, Kathi hat sich schon angeboten, aber trotzdem Danke. Kümmere dich sich besser um Tommi, der braucht dringender Hilfe.“ Wie Franz draußen war fragte Maria: „So, sie sind also Tommis Perle aus Frankfurt. Wie lange arbeiten sie schon zusammen?“ Kathi: „Fast vier Jahre. Er ist ein Klasse Chef.“ Maria: „Höre ich da eine gewisse Bewunderung heraus?“ Kathi fühlte sich ertappt, gab aber eine ehrliche Antwort: „Ja. Sie glauben ja nicht, welche Idioten ich schon als Chef hatte. Und die meisten von ihnen wollten entweder mit mir in die Kiste springen, oder haben mich arbeitsmäßig ausgenützt.“ Maria: „Waren sie dabei, als der Unfall geschah?“ Kathi: „Nein, ich habe es auch erst am nächsten Abend bemerkt, als ich seinen Wagen abgeholt habe.“ Maria wollte gerade wieder etwas fragen, da kam Karl herein und fragte. „Hallo Maria, ich würde dir ja gerne helfen, aber ich muss leider noch arbeiten. Kathi, geben sie mir bitte den Schlüssel von Thomas Wagen? Ich möchte ihn wegfahren aus der Einfahrt.“ Sie gab ihm den Schlüssel und Karl verabschiedete sich wieder. Maria kam aus dem Staunen nicht mehr heraus und äußerte: „Was ist heute nur los? Sonst fragt mich keiner, ob er mir helfen kann und nun gleich drei Stück, die mir helfen wollen. Bin ich bleich im Gesicht? Oder habe ich Pusteln, Pickel oder Streifen auf der Stirn, was auf eine Krankheit hindeutet?“ Kathi musste lachen und meinte: „Nein Maria, sie sehen sehr gesund aus.“ Maria: „Dann kann es nur an dir liegen, Entschuldigung an ihnen liegen.“ Kathi: „Sie können mich ruhig duzen, ich habe nichts dagegen.“ Maria: „Aber nur wenn sie auch „du“ sagen.“ Kathi machte sich daran die Möhren und Kartoffeln zu schälen und zerkleinern, während Maria sich um den Braten und Salat kümmerte. Die beiden verstanden sich auf Anhieb. Maria erzählte Geschichten aus dem Hause Bergmann, vor allem vom Tag des Unfalls und den darauf folgenden Tagen. Thomas saß derweil im Salon mit Franz zusammen. Sie hatten jeder einen Aktenordner in der Hand und gingen die Zahlen von der Buchhaltung durch. Thomas wartete auf Jule, die noch vorbeikommen wollte. Sie hatte am Nachmittag noch einmal mit ihm telefoniert und ihm gesagt, dass sie über das Wochenende zu Hause in der Villa bleiben würde. Thomas nahm noch eine Schmerztablette, weil die Fußsohlen auf einmal anfingen höllisch zu brennen. Franz fragte ihn: „Möchtest du nicht lieber noch einmal ins Krankenhaus fahren und nachsehen lassen?“ Thomas: „Jule müsste jeden Moment kommen, die kann es sich ja einmal ansehen. Entweder es brennt so sehr weil es anfängt zu heilen, oder ich bekomme eine Entzündung. Ersteres wäre mir lieber.“ Karl kam nun in den Salon und meinte: „Ich habe deinen Wagen ausgeladen und die Koffer von Frau Haber in den Südflügel, in das blaue Gästezimmer gebracht. Falls es ihr nicht gefällt, braucht sie die Koffer nur in ein anderes Zimmer tragen. Ich habe schon einmal die Heizung angemacht, dass sie nicht friert.“ Thomas: „Danke Karl, auch dafür dass du alles so schnell getan hast. Bist du nicht müde, schließlich bist du schon seit vier Uhr unterwegs?“ Karl: „Ich esse nachher noch etwas und gehe dann zu Bett, falls du mich nicht mehr brauchst.“ Thomas: „Nein, du kannst dich nach dem essen ruhig hinlegen und ins Wochenende gehen. Falls ich einen Chauffeur brauche, wende ich mich an Jule, die ist ja das ganze Wochenende hier.“ Karl legte noch den Autoschlüssel von seinem Wagen auf den Tisch und ging wieder. Tommi drehte die Heizung etwas höher, er fing an zu frieren. Humpelnd zog er einen Sessel an den Kamin legte ein Kissen davor und setzte sich. Franz gefiel das gar nicht. Hier im Salon war es 23°, warm genug um nicht zu frieren. Er fragte ihn: „Hast du etwa Fieber?“ Thomas griff sich an die Stirn und meinte: „Ich denke nicht. Vielleicht kündigt sich eine Erkältung an. Ein Glas heiße Zitrone und eine Mütze schlaf, dann bin ich wieder fit.“ Eine halbe Stunde später kam Julia herein. Sie begrüßte beide und zog sich ihren Pullover aus und meinte: „Oh, ist das warm hier, merkt ihr dass denn nicht?“ Franz: „Du solltest einmal nach deinem Bruder sehen, ich denke mit ihm stimmt etwas nicht. Er hat sich vorhin vor den Ofen gesetzt und die Heizung höher gedreht. Jetzt schläft er.“ Julia schaute ihn sich an und prüfte seine Stirn. Sie war glühend heiß, Tommi hatte Fieber. Sie kniete sich neben ihm hin und zog ihm die Schuhe und Socken aus. Jule sah sich die Fußsohlen an und sagte: „Franz, hilfst du mir bitte, Tommi muss sofort ins Krankenhaus. Ich denke, er hat eine Blutvergiftung.“ Thomas bekam das gar nicht mehr so richtig mit, wie sie ihn ins Auto setzten und ins Krankenhaus brachten. Julia holte in der Notaufnahme einen Rollstuhl und gemeinsam setzten sie ihn hinein und fuhren ihn in den Schockraum. Ein Arzt kam hinzu und fragte: „Guten Abend Frau Kollegin, was haben sie denn da mitgebracht?“ Jule: „Patient, männlich, 28 Jahre, war heute Morgen bei mir in Behandlung, weil er in Glasscherben getreten ist. Ich habe zwei kleine Glassplitter aus den Wunden entfernt, alles desinfiziert, Antiseptische Salbe aufgetragen und verbunden. Anschließend eine Tetanus Auffrischung gemacht. Zwei Aspirin gegen die Schmerzen gegeben. Ich denke, er hat eine Sepsis.“ Der Arzt: „Danke Frau Kollegin, ich kümmere mit um ihn. Ist er privat oder Kasse?“ Jule: „Er ist mein Bruder und ist privat versichert.“ Der Arzt: „Alles klar Frau Bergmann. Ich nehme ihm gleich Blut ab und sehe mir noch einmal die Wunden an den Fußsohlen etwas genauer an. Wissen sie zufällig, was die Wunden verursacht hat?“ Jule: „Er sagte nur, dass es Glasscherben von einer Flasche waren, in die er getreten ist. Mehr weiß ich auch nicht. Warum fragen sie?“ Arzt: „Vielleicht war es Bleikristallglas, oder es war verunreinigt. In einer Stunde wissen wir mehr. Sie können so lange draußen warten, ich gebe ihnen Bescheid, wenn ich die Ergebnisse habe.“ Julia kam aus dem Schockraum und Franz fragte gleich: „Und, ist es schlimm?“ Jule: „Wie es aussieht ist es eine Sepsis. Die hat er sich von den Glassplittern in seinen Fußsohlen zugezogen. Ich möchte nur wissen, wie man sich an einer Glasflasche eine solche Vergiftung zuziehen kann.“ Franz: „Hat er dir nicht erzählt wie es wirklich war?“ Jule: „Nein, was sollte er mir denn erzählen?“ Franz druckste herum und wollte ihr nichts sagen. Da platzte Julia der Kragen und sie schrie ihn fast an: „Verdammt noch mal. Der Arzt da drin hat mich gefragt, ob ich weiß was für eine Sorte Glas es war und ich konnte es ihm nicht sagen. War es Bleikristallglas?“ Franz: „ Das weiß ich doch auch nicht. Ich weiß nur, dass es von seinen Pokalen stammt, die er an der Börse gewonnen hat. Das waren so geschwungene blau-gelbe Trichter, mehr kann ich dir auch nicht sagen.“ Julia ließ ihn stehen und ging zurück in den Schockraum. Kurze Zeit später kam sie wieder zurück. Franz bot ihr eine Zigarette an und gab ihr Feuer. Julia meinte nur verärgert: „Ich höre, Herr Konrad.“ Franz kam aus der Nummer nicht mehr heraus. Er wusste, dass Julia so lange bohren würde, bis sie alles wusste. Franz fing nun an alles zu erzählen. Er schilderte ihr was am Morgen bei von Graben‘s geschehen war, bis zu dem Streit mit Isabell. Und zum Schluss auch noch, wie er Heinrich von Graben hinaus geworfen hatte. Julia war entsetzt und sagte fassungslos: „Hat die Alte noch alle Locken am Wickler? Wie krass ist die denn drauf. Ich schwöre dir, sollte sie mir einmal zwischen die Finger kommen, dann vergesse ich meine gute Kinderstube. Aber warum lässt sich Thomas das gefallen?“ Franz: „Du kennst doch deinen Bruder, er kann doch keiner Fliege etwas zu leide tun.“ Jule: „Franz, aber das ist doch kein Grund sich auf der Nase herum tanzen zu lassen. Irgendwann ist doch eine Schmerzgrenze erreicht. Wenn diese Schnepfe ihn mit so einem Pokal am Kopf getroffen hätte, das wäre nicht auszudenken. Falls ich sie jemals treffe, werde ich ihr meine Meinung sagen. Und wehe sie hebt ihre Hand oder macht Sperenzchen, dann Gnade ihr Gott.“ Franz: „Ich glaube nicht, dass du sie je zu Gesicht bekommst. Vielleicht ist sie ja schon in New York.“ Julia: „Je weiter sie weg ist, desto besser für alle. Ich verstehe aber ihren Vater nicht, dass der so etwas zulässt.“ Franz: „Denk doch an deinen Vater, der hat sich von deinen Schwestern auch einwickeln lassen, das ist im Grunde genau das Gleiche. Er hat ihnen auch alles durchgehen lassen.“ Sie rauchten ihre Zigarette fertig und gingen wieder hinein. Beide setzten sich in den Wartebereich. Jule: „Das habe ich dir noch gar nicht erzählt. Heute Nachmittag kam der Professor zu mir. Zuerst dachte ich ja, dass er mich zusammenfalten würde, weil du bei ihm warst. Aber dem war nicht so. Ganz im Gegenteil, er wollte deine Telefonnummer. Ich habe sie ihm gegeben. Dann kam er auf meine Dissertation zu sprechen und meinte, ich solle ihm ab nächster Woche, einen wöchentlichen Rapport geben, den er dann überprüfen möchte. Er würde es lesen und gegebenenfalls Randbemerkungen dazu machen. Ich dachte zuerst der verarscht mich. Was hast du denn mit dem gemacht, dass er so weich gebürstet war?“ Franz: „Ich habe ihm nur die Konsequenzen klar gemacht, die auf ihn zukommen würden, wenn er nicht einlenken würde. Mehr war da nicht. Scheinbar war ich sehr überzeugend. Aber eine andere Frage, über was schreibst du denn in deiner Dissertation, welches Thema hast du?“ Jule: „Einfach gesagt, geht es darum wie sich die Knochen verhalten, wenn man sie mit Drähten, Nägeln und Schrauben zusammen fügt. Wie sieht das mit dem Wachstum und den Infektionen aus.“ Franz: „Das hört sich an, wie auf dem Bau, da wird auch genagelt, geschraubt und gebohrt. Zur Not könntest du auch auf dem Bau arbeiten.“ Jule: „Wenn die auf dem Dach Knochen verwenden, anstelle von Holz, wäre das kein Problem.“ Der Arzt kam vom Labor zurück und sprach gleich Julia an: „Sie hatten Recht mit der Sepsis. Verursacht wurde sie von Splittern mit Bleikristall. Da ist auch Kadmium und Blei drin, das hat die Sepsis ausgelöst. Er hat nun zwei Einheiten i.V. Breitband Antibiotikum bekommen und hängt nun am Tropf. Morgen früh müssten die Medikamente angeschlagen haben. Was mir aber mehr Kopfschmerzen bereitet, ist sein hohes Fieber. Es ist auf 39,8° gestiegen. Wenn es in den nächsten Stunden nicht fällt, müssen wir ihn in Eis packen.“ Julia wusste, dass dies nicht ganz ungefährlich war, weil der Körper zusätzlichen Belastungen ausgesetzt würde. Sie bedankte sich bei Dr. Häusler und der ging wieder zurück zur Station. Franz: „Und, wie sieht es aus?“ Julia: „Das Fieber ist auf 39,8° gestiegen. Er hängt jetzt am Tropf und bekommt Antibiotika. Wir können im Augenblick nichts für ihn tun. Lass uns nach Hause fahren, Thomas schläft erst einmal bis morgen früh.“ Franz war der gleichen Meinung und brachte Jule zu Villa. Da sie noch nichts gegessen hatten, begaben sich die beiden zuerst in die Küche. Dort saßen Maria und Kathi immer noch. Maria stand auf und lief Jule entgegen und fragte: „Wo wart ihr denn, ihr drei seit plötzlich verschwunden. Ist etwas passiert?“ Jule erklärte den beiden was geschehen war. Sie waren regelrecht geschockt, als sie die Diagnose Blutvergiftung hörten. Kathi fragte zaghaft: „Ihm wird doch aber nichts passieren, oder?“ Sie alle wussten was sie meinte und Jule beruhigte sie: „Er wird in zwei bis drei Tagen wieder Fieberfrei sein, wenn das Antibiotikum anschlägt. Ich denke, dass er Ende nächster Woche wieder zu Hause ist. So und nun müssen wir etwas essen, nicht war Franz?“ Julia merkte erst jetzt, dass Kathi hier war. Sie kannten sich ja noch nicht. Aber Thomas hatte ihr erzählt, dass Katharina bis auf weiteres bei ihnen wohnen würde. Sie stellte sich vor: „Sie müssen Katharina Haber sein, ich bin Thomas Schwester, Julia oder einfach Jule.“ Sie gaben sich die Hand. Katharina meinte dann: „Ich denke, ich muss jetzt meine Sachen aus dem Wagen holen. Karl hat vorhin den Schlüssel geholt aber nicht wieder gebracht. Wissen sie, wo der Schlüssel ist?“ Maria: „Das hätte ich jetzt fast vergessen. Ich habe Karl vorhin kurz getroffen und da hat er mir gesagt, dass er deine Sachen in das blaue Zimmer gebracht hat. Komm mit, ich zeige dir wo es ist.“ Kathi folgte ihr in die zweite Etage. Maria öffnete eines der Zimmer und machte das Licht an: „So, das wäre das blaue Zimmer. Du kannst ja Morgen die anderen auch ansehen, wenn es dir nicht gefällt“, meinte sie und gab ihr den Zimmerschlüssel. Maria zeigte ihr noch wie die Heizung zu bedienen war und öffnete den Kleiderschrank. Dort hingen dutzende von Bügel, auf denen sie ihre Sachen aufhängen konnte. Danach ging sie wieder zurück in die Küche zu den anderen. Julia fragte Maria: „Und gefällt ihr das Zimmer?“ Maria: „Also, wenn ihr das nicht gefällt, dann weiß ich auch nicht. Es ist das schönste auf dem ganzen Stock. Aber ich denke, sie wird müde sein, schließlich ist sie seit 4:00 Uhr heute Morgen unterwegs. Karl ist schon längst im Bett.“ Franz sah auf die Uhr und meinte: „Für mich wird es auch langsam Zeit zu gehen.“ Julia: „Kommt gar nicht in Frage, wir haben noch genügend Zimmer hier, suche dir eins heraus und bleibe über Nacht. Und morgen früh nach dem Frühstück, fahren wir ins Krankenhaus zu Thomas. Maria, ist noch etwas vom Abendessen da, ich habe nämlich tierischen Kohldampf.“ 10 Minuten später hatten Franz und Julia ein leckeres Essen vor sich stehen. Um 22:30 Uhr war bei den Bergmanns Schicht in Schacht. Alle Lichter gingen aus und sie lagen in den Betten. Kathi dachte immer noch es sei alles ein Traum. Vorgestern noch hatte sie in Frankfurt gearbeitet und jetzt lag sie hier in Potsdam im Bett einer Traumvilla. Bisher hatte sie nichts bereut. Heimlich erwischte sie sich dabei, wie sie betete, dass ihr Chef wieder gesund werden würde. Von all dem, bekam Thomas nichts mit. Er lag mit inzwischen 39,9° Fieber in einer Art Koma. Sein Gehirn hat einfach auf einen Schutzmodus umgeschaltet, damit dass Immunstem die Krankheit bekämpfen konnte. Dr. Herrmann überwachte ihn besonders sorgfältig, weil Lebensgefahr bestand. Das hatte nichts damit zu tun, weil er der Bruder einer geschätzten Kollegin war, noch damit dass er Privatpatient war. Gegen Mitternacht kletterte die Temperatur auf 40°. Er ließ ihn jetzt mit Kühlpads belegen, um so die Temperatur zu senken. Morgens um vier Uhr zeigte diese Maßnahme endlich Wirkung. Zusammen mit dem Antibiotikum, fiel die Temperatur auf 39,5°. Man spürte, dass sich Tommis Körper gegen die Sepsis wehrte. Um sieben Uhr war die Temperatur auf 39,3° gefallen. Der Arzt ließ nun die Pads wieder entfernen, um zu sehen, ob das Antibiotikum wirkte. Er wusste genau, wenn Tommi gegen dieses Antibiotikum resistent war, würde er den Kampf verlieren. Als eine Stunde später das Fieber nicht mehr stieg, übergab er den Patienten Bergmann, seinem Kollegen der Tagesschicht. Gegen 9:00 Uhr kamen Jule, Franzi, Charly, Nele und Franz ins Krankenhaus. Der Arzt Dr. Häusler, nahm Jule gleich in Empfang. Sie wollte natürlich wissen wie es ihm geht: „Ihr Bruder ist im Augenblick stabil. Dr. Herrmann hatte ihn in der Nacht kühlen müssen. Bis 7:00 Uhr, dann brach er die Kühlung ab. Das Antibiotikum hat angeschlagen und wie es scheint, wirkt es ganz gut. Aber lassen sie uns die nächsten 12 Stunden abwarten, dann wissen wir mehr. Ihr Bruder hat eine gute Konstitution und ist auch so gesund, er wird es bestimmt schaffen, da bin ich guter Dinge. Wenn er ein paar Stunden später gekommen wäre, hätte er es nicht überlebt.“ Jule: „Danke Herr Kollege. Können wir zu ihm?“ Häusler: „Er schläft jetzt, aber sie können zu ihm. Sie kennen ja das Prozedere.“ Damit meinte er, dass jeder einen Mundschutz und einen Kittel anziehen musste. Gemeinsam gingen sie in sein Zimmer. Thomas lag ganz blass in seinem Bett. An einer Hand tropfte die Infusionslösung durch einen Schlauch herein. An der anderen, hatte er die Klemme am Finger für das Monitoring. Sein Herz schlug schnell, aber gleichmäßig. Das in einer solchen Situation der Puls erhöht ist, war ganz normal. Abwechselnd hielten sie seine Hände. Sie wünschten ihm alle eine gute Besserung, obwohl er sie nicht verstand. Eine Stunde später verließen sie wieder das Krankenhaus. Sie wollten noch einmal gegen Abend nach ihm sehen. Als die fünf nach Hause kamen, saß Kathi mit Maria in der Küche. Kathi war beim frühstücken und Maria schnitt gerade grüne Bohnen. Jule kam als erste in die Küche und Kathi fragte sie gleich: „Und wie geht es ihm? Ist das Fieber herunter?“ Nun waren auch ihre anderen drei Schwestern herein gekommen. Franzi fragte Jule: „Ist das unser Gast?“ Jule hob beide Hände und sagte: „Eine nach der anderen, zuerst du Kathi. Thomas geht es besser, das Fieber ist gesunken es besteht im Augenblick keine Lebensgefahr. Und nun du Franzi, ja dass ist unser Gast. Darf ich vorstellen, das ist die alte und neue Sekretärin von Thomas, sie heißt Katharina Haber und wohnt solange bei uns, bis sie eine geeignete Wohnung gefunden hat. Und die anderen drei Damen sind meine Schwestern, von links nach rechts Charlotte, genannt „Charly“, Cornelia genannt „Nele“ und die Letzte im Bunde ist Franziska Spitzname „Franzi“. So, und nun hoffe ich, dass ich niemand vergessen habe.“ Sie gaben alle brav Pfötchen, wollten sie doch einen guten Eindruck hinterlassen. Jule fügte noch an: „Und lasst sie in Ruhe frühstücken, ihr könnt sie ja später mit euren Fragen löchern. Kathi, lass dir nichts gefallen, die können manchmal richtig fies sein.“ Franzi erwiderte: „Und du willst unsere Schwester sein?“ Jule schlagfertig: „Von wollen war nie die Rede, man hat mich nicht gefragt, ob ich solche Schwestern haben möchte.“ Kathi: „Würdest du denn gern andere haben?“ Jule: „Ich merke du beherrscht das Spiel. Aber um deine Frage zu beantworten, natürlich nicht, denn inzwischen kenne ich meine Pappenheimer.“ Sie schaute dabei Kathi an und blinzelte mit einem Auge, so dass alle lachen mussten. Nur Maria sah das nicht so und meinte: „In der größten Not werdet ihr alle noch froh sein, Geschwister zu haben. Es gibt nichts Schlimmeres als ein Einzelkind zu sein. So und wer von den Bergmann Damen hilft mir beim Essen kochen?“ Der Raum wurde deutlich leerer. Nur noch Jule und Kathi saßen am Tisch und natürlich Franz. Der war der stille und heimliche Beobachter. Er stand auf und sagte: „Lass die zwei, die haben bestimmt noch etwas anderes zu tun. Aber wenn ich dir helfen kann, dann mache ich es gerne. Wo ist denn die Schürze?“ Kathi schaute Jule an und zwinkerte auch mit einem Auge. Julia merkte schon lange, dass Franz nicht ungern mit Maria manchmal Kaffee trank oder in der Küche half. Das war ja nicht verwunderlich, kannten die beiden sich schon über zwanzig Jahre. Zuerst sprachen die beiden nur sporadisch miteinander, wenn Franz auf Herrn Bergmann senior wartete, weil dieser sich wieder einmal zu einem Termin verspätete. Aber seit einigen Jahren, führte sein Weg immer zuerst in die Küche zu Maria und dann erst zu Herrmann Bergmann. Julia fragte Kathi: „Ich fahre nach Berlin, möchtest du mitkommen?“ Da sie sowieso nichts zu tun hatte, ging sie mit Jule. Eine willkommene Gelegenheit, Berlin etwas kennenzulernen. Jule erklärte beim einsteigen in ihren Wagen: „Ich fahre die gleiche Strecke, die auch der Bus fährt, mit dem du direkt ins Werk kommst. Es ist die Linie 36.“ Sie fuhr bis kurz vor das Werk in Spandau und bog ab nach Charlottenburg, um dann in die Stadtmitte zu gelangen. Julia parkte den Wagen in einem Parkhaus, weil es hier nur ganz wenige Parkplätze gab und die Damen von Ordnungsamt sehr schnell Knöllchen verteilten. Unterwegs unterhielten sie sich über Thomas Verletzung. Kathi: „Was so ein paar Glassplitter alles anrichten können.“ Julia: „Es waren nicht direkt die Splitter, sondern die giftigen Farben die auf und an den Splittern waren. Ich denke, dass diese Pokale innen mit Farbe bestrichen waren, die Kobalt und Kadmium enthielten. Und das sind sehr giftige Stoffe. Da reichen schon einige Milligramm in der Blutbahn, um einen Menschen zu töten.“ Kathi: „Du bist Ärztin? Welches Fachgebiet hast du denn?“ Julia: „Orthopädie.“ Kathi: „Knochenbrecher, hat mein Vater immer gesagt.“ Julia: „Mit den Knochen haben die Orthopäden am wenigsten zu tun, die meisten Probleme machen Sehnen, Bänder oder Knorpelschäden. Natürlich sind auch viele Brüche dabei, die flicken wir dann so gut es eben geht wieder zusammen. Wenn ich meinen Facharzt habe, würde ich gerne eine eigene Praxis aufmachen.“ Kathi: „Und was kostet so etwas?“ Julia: „Frag nicht, sonst wird mir schwindlig. Da geht locker ein Zweifamilienhaus drauf.“ Kathi: „Dann must du eben Lotto spielen, vielleicht hast du das Glück mit einem sechser.“ Julia: „Da arbeite ich lieber weiter und spare, da ist die Wahrscheinlichkeit größer zu einer Praxis zu kommen.“ Kathi: „Darf ich Thomas besuchen?“ Julia: „Natürlich, warum nicht. Nur zu, schließlich kennt ihr euch ja schon lange. Ich denke, er wird sich über einen Besuch von dir freuen. Ich gebe dir nachher noch die Adresse. Wenn du heute Abend gehen möchtest, kannst du meinen Wagen nehmen, ich brauche ihn nicht mehr. Du hast doch einen Führerschein, oder nicht?“ Kathi: „Ich habe einen Führerschein und sogar ein Auto. Die Kiste ist aber schon 15 Jahre alt und hätte die Fahrt nach Berlin bestimmt nicht überlebt.“ Julia: „Hier in Berlin sollte man schon ein Auto haben. In der Stadtmitte sind die Busse und Bahn Verbindungen prima, aber wenn man weiter draußen wohnt ist das schon schwieriger. Ich höre mich einmal in meinem Bekanntenkreis um, vielleicht verkauft einer von ihnen günstig ein Auto. Wenn nicht, gibt es genug Autohändler hier, da wird schon etwas für dich dabei sein.“ Kathi: „Im Moment ist das nicht so wichtig, wichtiger ist eine günstige Wohnung.“ Julia: „Das machen Thomas und Franz, die haben bestimmt bald eine für dich. Du bist ja im Augenblick gut untergebracht, oder gefällt es dir nicht bei den Bergmanns?“ Kathi: „Doch, doch es ist schön bei euch. Aber eine eigene Bude ist doch immer besser. Schon alleine wegen der Arbeit. Wie sieht denn das aus, wenn die Sekretärin beim Chef wohnt?“ Julia: „Du bist nicht der erste Mitarbeiter der Bergmann Werke, der bei uns wohnt. Das waren schon einige und da hat auch keiner etwas gesagt. Und nun wird geshoppt, lass und ins KaDeWe gehen.“ Kathi konnte mit dem Begriff KaDeWe nichts anfangen, aber Julia erklärte es ihr, was KaDeWe war und bedeutete.

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