Benjamin Webster - 4 Schnecken und eine Nudel

Здесь есть возможность читать онлайн «Benjamin Webster - 4 Schnecken und eine Nudel» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

4 Schnecken und eine Nudel: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «4 Schnecken und eine Nudel»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

4 Schnecken und eine Nudel, ist eine Familiengeschichte der besonderen Art. Hauptdarsteller dieser Komödie, sind fünf Geschwister, vier Mädchen Franzi, Nele, Charly und Jule, so wie ihr älterer Bruder, Thomas. Er soll, nach dem Tod ihrer Eltern, die Familie zusammenhalten. Und nicht nur das. Er muss auch die Bergmann-Werke und die elterliche Villa, vor der drohenden Insolvenz retten. Eine Mamutaufgabe für ihn. Wer jetzt aber dachte, die Schwestern würden ihm helfend zur Seite stehen, der hat sich getäuscht. Sie denken überhaupt nicht daran, auf den gewohnten Luxus zu verzichten. Thomas bleibt nichts anderes übrig, als die finanzielle Notbremse zu ziehen. Er stellt die Schwestern vor die Wahl, entweder sie gehen arbeiten, oder sie fliegen aus der gemeinsamen Villa. Jetzt ist Feuer unter dem Kessel. Die Mädels proben den Aufstand. Mit allen Tricks versuchen sie sich vor der Arbeit zu drücken, aber vergebens. Die Harmonie liegt am Boden. Wie sie unschwer erkennen können, wird es eine turbolente Zeit für die Bergmanns. Ich garantiere ihnen, es wird nie langweilig. Viel Vergnügen beim lesen, wünscht ihnen ihr Autor Benjamin Webster.

4 Schnecken und eine Nudel — читать онлайн ознакомительный отрывок

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «4 Schnecken und eine Nudel», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать
Wenn jemand die Familie Bergmann kannte, dann sie. Maria war die gute Seele des Hauses. Bei ihr konnten sie sich ausweinen, wenn sie einmal ein Wehwehchen hatten. Tommi fragte sie: „Maria, was hast du uns denn heute wieder gezaubert?“ Maria: „Heute habe ich nicht gezaubert, sondern gekocht. Es gibt gebratenen Seelachs mit Kartoffelsalat und grünen Salat. Als Nachspeise einen Apfelstrudel.“ Franzi aß nicht so gerne Fisch, weil sie immer Angst hatte, eine Gräte könnte in ihrem Hals stecken bleiben und sie müsste dann ersticken. Maria wusste dies und sprach zu ihr: „Ich hab extra die geholt, die Grätenfrei sind.“ Dies sagte sie ihr jedes Mal, wenn sie Fisch machte und immer glaubte es ihr Franzi. Die Haustür ging auf und Charlotte, genannt Charly, kam herein. Thomas sah wie sie ihre Schuhe auszog und mit den Füßen an die Garderobe schleuderte. Danach warf sie ihre Jacke auf die Ablage und kam in die große Küche. Mit einem: „Hallo zusammen“, betrat sie diese und fragte Maria als Nächstes: „Was gibt es heute zu essen?“ Maria antwortete geduldig: „Gebratenen Seelachs mit Kartoffelsalat und grüner Salat, danach gibt es Apfelstrudel.“ Charly: „Prima. Hoffentlich sind keine Gräten im Fisch.“ Sie spielte auf die Angst vor Gräten von Franzi an, was seine Wirkung nicht verfehlte. Franzi meinte nur: „Es sind keine drin und wenn, bekommst du das Stück mit den Gräten, vielleicht bleiben sie dir dann auch einmal im Hals stecken, du blöde Kuh.“ Maria mischte sich ein: „Hört auf zu streiten, das muss doch nicht sein. Wascht lieber eure Hände, oder wollt ihr mit schmutzigen Fingern essen?“ Franzi: „Ich habe mir sie gerade gewaschen, aber bei Charly weiß man ja nie, wo sie gerade herumgespielt hat. Ich sage nur Sigi.“ Bevor Charly etwas sagen konnte ergriff Thomas das Wort: „Sind wir hier im Kindergarten? Erwachsene junge Frauen benehmen sich wie pubertierende Teenies. Ihr seit Geschwister, habt ein kleines bisschen mehr Respekt voreinander. Und wascht euch endlich die Hände.“ Die Diskussion war beendet. Die beiden gingen ins Bad und wuschen sich ohne weitere Diskussion. Marie sah Tommi an und meinte: „Endlich wieder ein Mann im Haus. Dem Herrgott sei Dank.“ Tommi: „Na, übertreib mal nicht, so schlimm sind die Mädchen doch gar nicht.“ Maria: „Warte es ab, wenn du etwas länger hier bist, werden dir noch die Ohren wehtun, mit dem was die Damen sich gegenseitig an den Kopf werfen. Tommi, ich weiß wovon ich spreche.“ Er fragte nach: „Sind sie wirklich so schlimm?“ Maria: „Jule geht noch, aber die anderen drei haben es faustdick hinter den Ohren. Pass auf, dass du nicht zwischen die Fronten gerätst. Die können ganz schön gemein sein. Das hat auch schon dein Vater zu spüren bekommen.“ Thomas: „Und ich dachte immer, die vier seien Papas Lieblinge gewesen. Ich hatte immer den Eindruck, dass sie ihn jedes Mal um den Finger gewickelt haben.“ Maria: „Aber wenn dein Vater standhaft blieb, dann waren sie stinksauer. Und da sie dann etwas zum abreagieren brauchten, sind sie schon einmal aufeinander losgegangen. Dein Vater hat sie dann immer in ihre Zimmer gesteckt und gewartet, bis sie wieder normal waren. Du glaubst nicht, wie viele Male hier dicke Luft war.“ Thomas: „Und Mutter, hat sie sich nicht eingemischt?“ Maria: „Gott bewahre. Wenn dein Vater etwas gesagt hatte, war das wie ein Gesetz. Deine Mutter hat ihn meist unterstützt, bei Anwesenheit der Mädchen. Aber wenn sie alleine waren, haben sie oft darüber gestritten, ob das alles nötig oder richtig war.“ Thomas: „Ja, ich kann mich noch vage daran erinnern, wenn ich in den Ferien vom Internat hier war. Ich habe am wenigsten von allem mitbekommen. Meist war ich ja nur zehn oder zwölf Wochen im Jahr hier. Und als ich in Frankfurt studiert habe, war das genauso, wenn ich nicht gerade einen Ferienjob in unserem Werk gemacht habe.“ Maria: „Du hattest es auch nicht leicht, aber aus dir ist etwas geworden und hast aus deinem Leben etwas gemacht.“ Thomas: „Ja Maria, das war aber alles schwere Arbeit. Mir ist nichts geschenkt worden. Lass uns ein anderes Mal darüber reden. So langsam bekomme ich nämlich Hunger. Ich gehe mir nur noch die Hände waschen.“ Wenig später kam auch Cornelia zum essen. Sie mochte ihren Vornamen nicht so sonderlich und hatte es lieber, wenn man sie Nele rief. Die Einzige die noch fehlte, war Julia, genannt Jule. Sie ist noch „Arzt im Praktikum“, am Krankenhaus Süd in Neukölln. Jule hat in der Nähe des Krankenhauses eine kleine Wohnung, damit sie nicht jeden Tag zur Villa Bergmann, nach Potsdam-Süd fahren muss. Dies hat den Vorteil, dass sie schneller an ihrem Arbeitsplatz ist, wenn sie einmal zu einer Sonderschicht muss. Seit einem halben Jahr schreibt sie schon an ihrer Doktorarbeit, aber durch die viele Arbeit wird und wird sie nicht fertig. Ihr großer Traum ist es einmal eine eigene Praxis für Orthopädie zu haben. Nur dafür schuftet sie jeden Tag aufs Neue. Mit ihrem Verdienst von gerade einmal 1800.- Netto im Monat, wird es wohl noch lange ein Traum bleiben. Aber immerhin ist sie die Einzige der vier Geschwister, die eine klare Vorstellung von ihrer Zukunft hatte. Die anderen drei, sind noch unentschlossen, wie sie seit Jahren sagen. Im Klartext heißt das nichts anderes, dass sie auf Vaters Tasche liegen und als Berufsziel Tochter vor Augen haben. Thomas hat von all dem keine Ahnung. Er war der Meinung, dass alle einer Beschäftigung nachgehen. Denn wenn er in der Villa war, ist keine von ihnen anwesend gewesen. So nahm er es an. Aber er würde bald erfahren, wie seine Schwestern sich ihre Zukunft vorstellten. Aber der Reihe nach. Kurz vor 15:00 Uhr kam der Rechtsanwalt des Hauses, Dr. Franz Konrad. Er war der Anwalt von den Bergmanns seit 18 Jahren. Inzwischen ist er auch ein Freund des Hauses geworden. Er war meist bei allen Festlichkeiten eingeladen. Dr. Franz Konrad war der Testamentsvollstrecker. Herrmann und Inge Bergmann hatten bei ihm, wie jedes Jahr, ihr Testament erneuert. Geschäftliche Disharmonien und diverse Kredite veranlassten sie dazu, jedes Jahr ein neues Testament zu verfassen, schließlich sollten ihre Kinder einen genauen Überblick von ihrem Erbe haben. Die Bergmanns wollten klare Verhältnisse. Konrad begrüßte alle und Thomas führte ihn in das Arbeitszimmer seines verstorbenen Vaters. Dr. Konrad setzte sich hinter den Schreibtisch und öffnete seinen Aktenkoffer. Vor dem Schreibtisch standen sechs Stühle, für jedes Familienmitglied einen. Der sechste war für Maria Hall. Als alle anwesend waren, fing Dr. Konrad an dienstlich zu werden und begann mit der Testamentseröffnung: „Ich bin heute amtlich hier, um den letzten Willen von Herrmann und Inge zu vollstrecken. Ich habe hier drei Testamente. Das eine ist von Herrmann Bergmann, im Falle seines Ablebens, das Zweite von Inge Bergmann, für den Fall ihres Ablebens. Das Dritte ist für den Fall, das beide gemeinsam zu Tode kämen. Da dies der Fall ist, kommt dieses Testament zur Vollstreckung. Die anderen beiden Testamente, werde ich im Anschluss vernichten.“ Konrad legte zwei Umschläge zur Seite und öffnete den Dritten. Er räusperte sich und las das Testament vor: „Wir, Inge und Herrmann Bergmann, sind heute hierher gekommen, um unseren letzten Willen zu bekunden. Wenn euch Dr. Konrad diese Zeilen vorliest, ist dies ein unwiderrufliches Zeichen dafür, dass wir beide nicht mehr am Leben sind. Das ist zwar, zumindest von unserer Seite her sehr bedauerlich, aber nicht zu ändern. Ihr fünf wisst genau, dass wir euch sehr geliebt haben und hoffen, dass ihr uns in guter Erinnerung behält. Nun kommt der unappetitliche Teil unseres Testamentes, die Verteilung des Erbes. Wie ihr alle wisst, waren die letzten Jahre kein Zuckerschlecken, die Bergmann Werke zu halten. Uns ist dies nur, mit Hilfe verschiedener Banken und deren Kredite gelungen. Wir waren immer zuversichtlich, diese auch baldigst wieder ablösen zu können. Einzelheiten darüber entnehmt ihr aus der Anlage, die Dr. Konrad angefügt hat. Unser privates Vermögen, geht zu gleichen Teilen an unsere Kinder, Julia, Charlotte, Cornelia, Franziska und Thomas Bergmann. Jedes der Kinder erhält einen Anteil von 20%. Dazu gehört auch die Villa Bergmann und alle beweglichen Güter. Die Bergmann Werke werden auch aufgeteilt, aber mit einem anderen Prozentsatz. Unser Sohn Thomas Bergmann, erhält 50% der Geschäftsanteile und die vier Töchter je 12,5 %. Ihr werdet euch bestimmt fragen, warum das so ist? Hier ist die Erklärung. Während Thomas studierte und sogar ein Jahr im Werk gearbeitet hat, haben sich unsere Töchter, sehr zu unserem Leidwesen, sich den süßen Leben gewidmet. Sie waren nicht in der Lage, sich eine eigene Zukunft aufzubauen. Einfacher gesagt, sie waren einfach nur faul. Eine Ausnahme ist Julia, die sich zum Arztberuf entschlossen hat. Damit sie aber nicht glaubt, sie würde dafür bestraft werden, dass sie Ärztin geworden ist, wird ihr Bruder, bei der Ausstattung einer eigenen Praxis finanziell behilflich sein. Aber nicht grenzenlos, sondern höchstens mit einer Summe von 250.000 Euro. Das ist in etwa die Summe, die die anderen Mädchen für ihre sündhaft teuren Hobbys, in den letzten Jahren bekommen haben. Und als letztes, wollen wir auch Maria Hall, unsere unersetzliche Perle bedenken. Sie erbt das kleine Bootshaus unten am See und das dazugehörige Segelboot. Außerdem erhält sie 50.000 Euro in bar. Ihr habt nun sechs Wochen Zeit um es euch zu überlegen, ob ihr das Erbe annimmt, oder es ausschlägt. Unser Freund Dr. Konrad wird euch beratend zur Seite stehen. Mit der Unterschrift bestätigen wir und Dr. Konrad, dass wir das Testament aus freien Stücken und im Vollbesitz unsere geistigen Kräfte waren. Also, das war es. Wir haben unser Leben gelebt, lebt nun eures. In aller Liebe, eure Eltern.“ Dr. Konrad war fertig. Er holte die Anlage aus seinem Koffer und gab den Kindern je eine beglaubigte Kopie. Maria bekam eine über ihr Erbe. Es war still, keiner sagte etwas. Dr. Konrad fragte: „Wer hat noch Fragen, ich stehe euch gerne zur Verfügung?“ Jule war die erste die Aufstand. Sie gab Konrad die Hand, bedankte und verabschiedete sich von ihm. Sie entschuldigte sich bei allen mit den Worten: „Sorry, ich muss wieder ins Krankenhaus, habe noch bis 20:00 Uhr Dienst. Wir sehen uns morgen, da habe ich frei. Also bis dann, wir telefonieren.“ Sie verließ den Raum. Als nächstes stand Charly auf und meinte: „Ich muss noch zum Tennisclub, ich spiele morgen mit im Turnier. Also, Tschüss.“ Dann erhoben sich Nele und Franzi, sie wollten noch zum Gestüt fahren, um nach ihrem Pferd zu sehen und noch etwas ausreiten. Nun saßen nur noch Thomas, Dr. Konrad. so wie Maria im Zimmer. Thomas las die Anlage durch, die ihm Konrad ausgehändigt hatte. Maria meinte: „Das kann ich nicht annehmen. Das Häuschen gehört doch zu der Bergmann Villa. Und das Geld will ich auch nicht. Ich habe doch jeden Monat mein Gehalt für die Arbeit bekommen. Ich brauche doch nicht viel und zudem habe ich noch Erspartes. Kann ich es hier gleich ablehnen?“ Thomas drehte sich zu ihr und sagte: „Einen Teufel wirst du tun. Du nimmst das Erbe an. Du hast uns Kinder groß gezogen und warst immer für alle da. Und wenn meine Eltern sich auf diese Weise dafür bedanken, dann solltest du das respektieren.“ Dr. Franz Konrad fügte hinzu: „Ich sehe das genauso. Nehmen sie diese Anerkennung der Bergmanns an. Danach können sie mit dem Erbe machen was sie wollen. Sie können das Geld verschenken oder spenden. Machen sie Urlaub oder eine Kreuzfahrt. Die Kinder müssen dann auch einmal ohne sie auskommen.“ Thomas nickte zustimmend und Maria meinte nur: „Wenn ihr meint, dann nehme ich es eben an. Ich muss das Abendessen richten. Isst du mit, Franz?“ Jetzt wurde Franz wieder privat. Er nickte und antwortete: „Sehr gerne, Maria. Ich habe noch einiges mit Tommi zu besprechen, das dauert noch ein wenig.“ Als Maria den Raum verlassen hatte, zog Konrad einen Brief aus der Jackentasche und übergab ihn Tommi: „Der ist gestern Morgen in meine Kanzlei gekommen. Er ist an dich persönlich. Dein Vater hat ihn noch vor seinem Tod an dich geschrieben. Er dachte, er würde dich nicht mehr sehen. Wahrscheinlich hat er den Brief jemand gegeben und der hat ihn vergessen abzuschicken. Wie auch immer, hier ist er.“ Thomas nahm den Brief und legte ihn auf die anderen Unterlagen auf dem Schreibtisch. Dann forderte er Dr. Konrad auf mitzugehen in den blauen Salon. Es war das einzige Zimmer in der Bergmann Villa, indem geraucht werden durfte. Konrad blieb auf dem Weg dorthin stehen und meinte zu ihm: „Ich denke, es wird Zeit das du mich auch duzt. Ich heiße Franz und keine Widerrede.“ Für Thomas kam das doch überraschend, war doch Franz gefühlt doppelt so alt wie er. Er nahm das „Du“ an und sie gingen weiter in den blauen Salon. Sie setzten sich vor den Kamin, den Thomas nun anstellte. Da er mit Gas betrieben war, wurde es rasch warm. Franz zog eine Zigarette aus einem Etui und zündete sie an. Thomas tat es ihm nach und holte zwei Aschenbecher, die auf einen anderen Tisch standen. Franz zog den kleinen Beistelltisch zwischen die beiden Sessel und legte einige Unterlagen darauf. Franz Konrad fing an zu sprechen: „Dein Vater war vor zwei Wochen bei mir und hat mir sein Herz ausgeschüttet. Er wollte unbedingt mit dir sprechen. Hat er dich angerufen?“ Tommi: „Ja, auch zu dieser Zeit. Wir haben einen Termin auf morgen vereinbart. Aber leider kam es ja nicht mehr dazu. Weißt du was er wollte? Am Telefon hat er mir nichts gesagt.“ Franz Konrad zog an seiner Zigarette und antwortete: „Er hatte Probleme im Werk. Finanzielle und Personelle. Er wollte einen Rat von dir. Die finanziellen Probleme kannst du aus dem Anhang entnehmen. Sowohl Firma, als auch Villa Bergmann waren hoch belastet. Schau es dir an, die gesamte Aufstellung steht auf Seite drei.“ Tommi nahm das Schriftstück und blätterte auf die besagte Seite. Er musste zwei Mal hinsehen bevor er begriff was da stand. Private Verbindlichkeiten zweier Hypotheken 780.000 Euro. Verbindlichkeiten der Bergmann Werke gegenüber der Berliner Kredit Bank, insgesamt 2,85 Millionen. Verbindlichkeiten insgesamt 3,63 Millionen Euro, plus Steuern und andere Kosten. Thomas schaute Franz Konrad ungläubig an und fragte: „Ist das wirklich so? Ich meine, Irrtum ausgeschlossen?“ Franz: „Die Zahlen stimmen, ich habe sie mit Steuerberater Udo Arnold verglichen. Tut mir leid, dass ich dir nichts Besseres anbieten kann. Aber ich muss noch dazu sagen, dass die Auftragslage sehr gut ist. Für die Nächsten zwölf Monate sind Aufträge vorhanden. Falls die Bergmann Werke noch die eine oder andere Ausschreibung gewinnt, müsste sogar noch Personal eingestellt werden. Aber darüber solltest du dir am Montag ein eigenes Bild machen. Ich gehe mit dir als neuer Besitzer ins Werk und stelle dir die engsten Mitarbeiter deines Vaters vor. Du warst zwar lange nicht mehr im Werk, aber die meisten dürftest du noch kennen. Dein Vater hat die besten Mitarbeiter immer behalten und gut bezahlt. Sie stehen hinter der Firma, sie sind loyal.“ Thomas überlegte einen Moment und meinte dann: „Das hieße ja, es ist kein Barvermögen mehr da. Und was erben meine Schwestern? Die erwarten doch jetzt bestimmt einen Geldsegen.“ Franz: „Das ist ein Problem, das viel Fingerspitzengefühl verlangt. Du musst es ihnen, so schonend wie möglich beibringen. Aber es kann noch schlimmer kommen. Wie ich von einem Kollegen gehört habe, ist da ein Investor, der hat seine Fühler nach dem Bergmann Werk ausgestreckt. Man munkelt, dass die Bank dem nicht abgeneigt ist, weil sie dabei einen guten Schnitt macht. Was du unbedingt brauchst ist cash. Kommst du nur einmal in Verzug mit den Tilgungen, kündigen sie bestimmt die Kredite und verkaufen euer Haus und das Werk an den Investor. Und wie Banken ticken, brauche ich dir als Banker nicht erklären. Also, lass dir etwas einfallen, oder es gibt kein Erbe mehr, weder für dich, Maria, noch deinen Schwestern.“ Thomas: „Und wenn ich das Werk verkaufen würde?“ Franz: „Ich glaube kaum, dass du dann soviel bekommen würdest, wie es wirklich Wert ist. Du wirst, denke ich, 30% unter Wert verkaufen müssen. Und dann ist ja noch die Villa Bergmann, da stehen, wie du mittlerweile weißt, auch noch Verbindlichkeiten auf.“ Thomas: „Und wenn ich das Erbe nicht antrete, krallt sich die Bank alles und verkauft es meistbietend. Falls das nicht reicht, verhökern sie noch die Villa. Wir stehen dann alle mit nichts da. Und was wird aus den Mitarbeitern? Ich glaube kaum, dass sie alle übernommen werden. Der Käufer wird sich die Filetstücke herausnehmen und dann das Werk schließen. Die Aufträge werden sie dann irgendwo in Fernost ausführen lassen.“ Franz: „Aber nicht die Aufträge vom Militär. Die unterliegen dem Waffenkontrollgesetz, dafür gibt es keine Ausfuhrgenehmigung.“ Thomas: „Und wie viel Prozent sind das?“ Franz: „Das kann ich dir nicht genau sagen. Dies kann dir am Montag der Prokurist, Walter Asmussen zeigen. Aber ich denke, es wird die Hälfte aller Aufträge sein.“ Sie unterhielten sich noch, bis Maria sie zum Abendbrot rief. Franzi war die Einzige die da war. Die anderen drei glänzten durch Abwesenheit. Jule musste noch arbeiten, aber die anderen beiden waren schon wieder am feiern. Franz fragte Maria: „Ist das jeden Abend so, dass die Mädels feiern und nicht zu Hause sind?“ Maria: „Ja, leider. Frau Bergmann hat sich dann immer aufgeregt. Herr Bergmann bekam das nicht so mit, weil er vielmals erst spät abends nach Hause kam.“ Thomas fragte Franzi: „Warum habt ihr keine Jobs, die ihr macht?“ Franzi empfand diese Frage als Beleidigung und meinte schnippisch: „Warum sollen wir arbeiten gehen? Wir haben ja nicht einmal ein fertiges Studium oder eine Ausbildung. Und zudem arbeitet eine Bergmanns Tochter nicht. Was glaubst du, was die Freunde über uns denken würden? Nachher meinen sie noch, wir hätten kein Geld mehr.“ Thomas schaute Franz an, der schüttelte kaum merklich mit dem Kopf, als wenn er sagen wollte: „Jetzt nicht.“ Thomas hakte aber trotzdem unverfänglich nach: „Jule arbeitet doch auch? Ach ja, ich übrigens auch. Was ist daran so verwerflich?“ Franzi: „Wenn es euch Spaß macht. Aber zur Arbeit muss man geboren sein. Wenn ich schon die verschwitzten Jungs sehe, die gerade von der Arbeit kommen und übel nach Schweiß riechen, dann stellen sich bei mir die Haare.“ Tommi: „Und glaubst du, du riechst besser? Jeder Mensch riecht wenn er schwitzt. Aber ich glaube nicht, dass es daran liegt. Ich meine, es ist einfach nur Faulheit, die euch drei beschleicht. Welcher Job würde dir denn Spaß machen, wenn du arbeiten müsstest?“ Franzi überlegte einen Moment und kam zu dem Schluss: „Keiner. Ich muss nicht arbeiten, schon gar nicht nach meiner Erbschaft. Wohnen kann ich umsonst und 12,5 % von den Gewinnen der Bergmann Werke, wird wohl zum Leben reichen. So, und nun entschuldigt ihr mich bitte, ich habe noch ein Date und muss mich richten. Einen schönen Abend wünsche ich noch.“ Sie stand auf und ging. Maria deckte den Tisch ab und ließ die beiden alleine in der Küche zurück. Franz meinte: „Da kommt ein hartes Stück Arbeit auf dich zu, falls du das Erbe annimmst. In deiner Haut möchte ich nicht stecken. Aber falls du Hilfe brauchst, helfe ich dir gerne.“ Die beiden tranken noch einen Kaffee zusammen, bevor sich Dr. Franz Konrad verabschiedete. Sie verabredeten sich auf Montagmorgen, um gemeinsam ins Bergmann Werk zu gehen. Thomas setzte sich noch etwas vor das Fernsehgerät, bevor er sich auf sein Zimmer zurückzog. Im Bett liegend, las er noch einmal das Testament, plus der dreiseitigen Anlage durch. Den Brief von seinem Vater wollte er aber erst morgen lesen. Eine Überraschung für den heutigen Tag hatte ihm gereicht. Er hatte immer noch die Worte von Franzi im Kopf, die da meinte, dass 12,5 % der Bergmann Werke jawohl zum Leben reichen würden. 12,5 % von nichts, ergibt nichts. Er war sich noch nicht im Klaren darüber, was er machen sollte. Das Geld zur Ablösung der Kredite hätte er ja, aber dann wäre er pleite. Sein ganzes Geld, welches er in den letzten vier Jahren verdient hatte, müsste er investieren. Wenn die Sache schief geht, stünde er vor dem Nichts. Und dann hatte er noch einen Vertrag mit der Bank in der er angestellt war. Frühestens Anfang nächsten Jahres, könnte er aus diesem aussteigen. Viele Fragen die sich ihm stellten, aber deren Antworten er noch nicht kannte. Thomas wollte sich alles in Ruhe ansehen, bevor er eine Entscheidung treffen würde. Aber da gab es noch den Faktor Schwestern. Er hatte keine Ahnung was die dazu sagen würden, wenn sie erfahren, dass die Bergmann Werke pleite sind. Sie müssten sich wohl oder übel nach einer anderen Geldquelle umsehen, um sich ihr Luxusleben weiter finanzieren zu können. Franz hatte Recht, als er meinte, dass auf Thomas harte Zeiten zukommen, falls er das Erbe antreten würde. Das Grübeln nutzte nichts. Was er brauchte waren Fakten, die er aber erst am Montag bekäme.Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «4 Schnecken und eine Nudel»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «4 Schnecken und eine Nudel» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Отзывы о книге «4 Schnecken und eine Nudel»

Обсуждение, отзывы о книге «4 Schnecken und eine Nudel» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.

x