Benjamin Webster - 4 Schnecken und eine Nudel
Здесь есть возможность читать онлайн «Benjamin Webster - 4 Schnecken und eine Nudel» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.
- Название:4 Schnecken und eine Nudel
- Автор:
- Жанр:
- Год:неизвестен
- ISBN:нет данных
- Рейтинг книги:3 / 5. Голосов: 1
-
Избранное:Добавить в избранное
- Отзывы:
-
Ваша оценка:
- 60
- 1
- 2
- 3
- 4
- 5
4 Schnecken und eine Nudel: краткое содержание, описание и аннотация
Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «4 Schnecken und eine Nudel»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.
4 Schnecken und eine Nudel — читать онлайн ознакомительный отрывок
Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «4 Schnecken und eine Nudel», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.
Интервал:
Закладка:
Kapitel 2 – Isabell außer Kontrolle
Karl hatte ihn vor zwei Stunden zum Flugplatz nach Berlin gefahren. Die übliche Durchsage des Kapitäns war gerade vorüber, da hob der Flieger auch schon ab. In einer Stunde und 15 Minuten würde er in Frankfurt landen. Ab dann, hatte er alle Hände voll zu tun. Viele Gespräche, auf die er liebend gerne verzichten würde. Aber er war es allen schuldig, ihnen von Angesicht zu Angesicht alles zu erklären. Sie wussten zwar, dass seine Eltern verstorben sind, aber von der Erbschaft und seinen Konsequenzen, hatten sie keine Ahnung. Zuerst wollte er sich einige Worte zu Recht legen, mit denen er die Gespräche beginnen wollte, aber er ließ es doch, weil er schon ahnte, dass alles anders kommen würde wie er glaubte. Um 10:20 Uhr landete die Maschine und fünf Minuten später ging er schon durch die Zollkontrolle, die aber bei Inlandsflügen nicht geöffnet war. Davor stand schon wartend Isabell. Sie war ohne Zweifel eine schöne Frau, sehr attraktiv und sexy. Aber wie heißt es doch, keine Rosen ohne Dornen. Isabell von Graben war 27 Jahre alt und die Tochter des Bankchefs der Frankfurter Main Bank, Heinrich von Graben. Von Graben war eines der ältesten Bankhäuser Frankfurts. Alter Geldadel würde man dazu sagen, trefflicher könnte man es nicht formulieren. Sie stand da und hatte eine Rose in der Hand. Als sie ihn sah, lief sie gleich mit ausgebreiteten Armen auf ihn zu und umarmte ihn. Darauf folgte ein leidenschaftlicher Kuss und die Frage: „Wo ist dein Gepäck, oder hast du keins dabei? Egal, Hauptsache du bist wieder hier. Ich freue mich so dich wieder zu sehen. Komm, der Wagen steht gleich um die Ecke. Erzähl, wie ist es in Potsdam gelaufen?“ Auf Thomas prasselten viele Fragen ein, die er ihr schon zum größten Teil am Telefon beantwortet hatte. Er meinte: „Lass uns erst einmal in meine Wohnung fahren, dann können wir alles in Ruhe besprechen.“ Isabell: „Und ich dachte wir fahren zuerst zu mir, ich habe nämlich eine Überraschung für dich. Bitte, bitte.“ Er ließ sich überreden und sie fuhr zu ihrem Elternhaus nach Bad Soden. Er mochte ihr Elternhaus nicht sonderlich. Es gab dort zu viel Pomp und Glanz. Überall goldene Bilderrahmen, Teppiche in Hülle und Fülle und jede Menge Personal. Angefangen von einem Butler, Zugehfrau, diverses Küchenpersonal, Gärtner und etliche mehr. Zu keiner Stunde hatte man seine Privatsphäre. Ständig wuselte jemand durch die Flure und Räume der Graben Villa. Nach einer 45 minütigen Fahrt kamen sie dort an. Eine Art Diener öffnete ihm die Wagentür, nur aussteigen musste er noch selbst. Isabell stieg aus und warf dem Burschen den Schlüssel zu und meinte: „Park ihn bitte hinterm Haus, aber ohne Kratzer. Haben wir uns verstanden?“ Der junge Diener nickte gehorsam und fuhr den Wagen weg. Nun war sie in ihrem Element. Isabell liebte es, wenn sie rund um bedient wurde. Das war ihre Welt, in der sie sich wohl fühlte. Für Thomas war es eher peinlich, wie Isabell die Angestellten herum scheuchte. Wenn er etwas wollte, holte er es sich meisst selbst. Er brauchte keine Lakaien, die ihm praktisch den Arsch wischten, wie er es krass ausdrückte. Sie liefen in die Villa und an der Tür zum großen Salon, hingen Girlanden und ein Schild mit „Herzlich Willkommen“ darauf. Ihm war schon übel, wegen des ganzen Rummels den Isabell veranstaltete. Als sie den Salon betraten, ertönte Applaus. Ihre ganze Familie und einige Geschäftspartner der von Graben’s, klatschten Beifall. Tommi spielte den erfreuten Verlobten und bedankte sich artig. Dann meinte er zu Isabell: „Die Überraschung ist dir aber gelungen, vielen Dank.“ Isabell: „Aber Schatz, die Überraschung kommt doch erst. Warte es doch ab.“ Zwei Diener reichten nun Champagner und als jeder der Anwesenden sein Glas hatte, trat der Herr des Hauses, Heinrich von Graben mitten in den Raum und fing an eine Rede zu halten: „Mein lieber Thomas. Ich bin das erste Mal auf dich aufmerksam geworden, als es in Fachkreisen hieß, da wäre ein neuer Investmentbanker am Frankfurter Investment Himmel. Und dieser aufgehende Stern hat nicht etwa für mich gearbeitet, sondern bei der Konkurrenz. Als du zwei Jahre später deine eigene Abteilung von deinem Chef bekamst, wusste ich gleich, dass sich die Kunden nur so um dich reißen würden. Und so kam es auch. Wie ich dann hörte, dass meine Tochter ein Auge auf dich geworfen hat, habe ich erst so getan, als würde ich dich nicht mögen. Und wer selbst Kinder, oder besser gesagt Töchter hat, der weiß, das diese immer das Gegenteil von dem machen, was Eltern sagen. Nach ein paar Monaten hat sie dich mit nach Hause gebracht und dich uns vorgestellt. Ein halbes Jahr später wart ihr schon verlobt. Und du, mein lieber Thomas, hast in der Zwischenzeit ein Vermögen verdient. Zwar zu meinem Leidwesen, wie ich gestehen muss, aber zur Freude meiner Tochter. Vor einigen Wochen hat sie mich gebeten, ihr einen Herzenswunsch zu erfüllen. Sie verriet mir, dass ihr beide vor habt nach New York zu gehen, um dort eine neue Investmentbank zu gründen. Sie bat mich einmal meine Fühler, nach geeigneten Räumen auszustrecken. Vor zwei Wochen bin ich dann fündig geworden und habe ein geeignetes Objekt gefunden. Es ist im 75. Stock des Pionier Buildings. Eine ganze Etage nur für dich und deine Mitarbeiter. Ganze 480 m² in bester Lage. Vier Blocks von der Wall Street entfernt und die Miete ist für ein ganzes Jahr bezahlt. Hiermit überreiche ich dir die Schlüssel, mein Geschenk für eure Hochzeit. Herzlichen Glückwunsch, ihr beiden.“ Und wieder hallte der Beifall auf. Alle prosteten ihm zu und klopften ihm auf die Schulter. Thomas stand da wie in Trance. Er begriff erst gar nicht was da gerade geschehen war. Isabell küsste ihn auf den Mund und sagte: „Na, ist das eine Überraschung? Freust du dich? Ich habe immer gewusst, dass wir nach New York gehen. Prost, auf uns und unsere Zukunft.“ Sie hatte, so dachte sie sich, vollendete Tatsachen geschaffen und Thomas konnte nicht mehr zurück. Endlich Amerika. Der Hausherr meinte: „Und, was sagst du dazu?“ Thomas: „Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Ich brauch erst Mal einen Drink, aber einen großen.“ Ein Diener brachte ihm auf einem Tablett einen 28 Jahre alten Single Malt Whiskey. Thomas nahm das Glas und die Flasche an sich und sagte zu seinem noch Schwiegervater: „Ich brauche jetzt erst einmal frische Luft. Ihr entschuldigt mich bitte?“ Mit der Flasche in der einen Hand und dem Glas in der anderen, verließ er den Salon. Isabell wollte ihn begleiten, aber er wehrte sie ab und meinte zu ihr: „Mir ist schlecht, lass mich bitte allein. Soviel Liebe und Fürsorge von dir ertrage ich jetzt nicht, sonst müsste ich mich übergeben.“ Thomas setzte sich im Garten auf einen Liegestuhl und zündete sich eine Zigarette an. Dann fluchte er: „So eine hinterlistige Schlange. Sie hat mich regelrecht vorgeführt. Nicht mit mir Isabell.“ Eine halbe Stunde und vier Whiskey später, kam Isabell zu ihm. Sie fragte vorsichtig: „Geht es dir wieder besser?“ Thomas: „Mir ist immer noch schlecht. Ich möchte nach Hause und mich hinlegen. Rufst du mir bitte ein Taxi?“ Isabell: „Der Fahrer meines Vaters bringt dich nach Hause. Und du bist sicher, das ich nicht mit gehen soll?“ Thomas schüttelte nur mit dem Kopf und meinte: „Absolut sicher. Ich brauche jetzt meine Ruhe.“ Isabell ahnte wohl, dass sie zu weit gegangen war. Sie ließ ihn in Ruhe, um nicht noch mehr Öl ins Feuer zu gießen. Sie gab dem Fahrer ihres Vaters Bescheid, dass dieser ihn nach Hause brachte. Eine halbe Stunde später saß Thomas in seiner Wohnung. Er stellte erst einmal die Heizung höher und nahm sich ein Bier aus dem Kühlschrank und bestellte sich eine Pizza, bei seinem Stammitaliener um die Ecke. Thomas hatte es immer noch nicht verdaut, was Isabell mit ihrem Vater zusammen, mit ihm gemacht hatten. Eines war für ihn klar, New York kam für ihn nicht in Frage. Und je mehr er darüber nach dachte, desto klarer wurde seine Vorstellung, was er in der Zukunft machen würde. Sein Entschluss stand fest. Entweder Isabell kommt mit ihm nach Potsdam, oder er würde sich von ihr trennen. Kein leichter Schritt, aber in der Summe konsequent und nachvollziehbar. Als er die Pizza gegessen hatte, legte er sich noch etwas hin. Der Termin bei seinem Chef war ja erst um 17:00 Uhr. Thomas schlief bis 16:00 Uhr, duschte und lief zu Fuß zu seinem Büro. Es lag gerade fünf Minuten von seiner Wohnung weg. Nun war das Nächste unangenehme Gespräch angesagt. Thomas hatte eigentlich zwei Chefs. Der eine war Bob Faller, er war der Chef der Investment Abteilung. Und der andere, war der Chef der Bank, Dr. John Gordon. Tommi hatte keine Ahnung ob beide, oder nur Bob anwesend ist. Er fuhr mit dem Fahrstuhl nach oben und schloss die Eingangstür zu seinem Büro auf. Seine Sekretärin, Katharina Haber, sah ihn als Erste. Sie ging ihm entgegen und nahm ihn in den Arm und meinte: „Schön das sie wieder hier sind. Bob erwartet sie schon. Haben sie etwas ausgefressen, weil er so sauer ist?“ Thomas: „Wer weiß Kathi, aber ihnen sage ich es als Erste. Ist er in seinem Büro?“ Sie nickte und er begab sich in die Höhle des Löwen. Er klopfte an seine Tür und trat ein. Thomas begrüßte ihn mit: „Hi Bob.“ Dieser blickte nur über seine Brille und erwiderte: „Hi Tommi.“ Dann war es still im Raum, bis Bob fragte: „Wie lange kennen wir uns schon?“ Thomas: „Ungefähr vier Jahre.“ Bob: „Habe ich sie in diesen Jahren schlecht behandelt, oder warum sonst tun sie mir und der Bank so etwas an?“ Thomas: „Bob, ich fürchte ich kann ihnen nicht ganz folgen.“ Bob: „Sie streiten es auch noch ab? Tom, das ist kein guter Stil, nach all den Jahren guter Zusammenarbeit, ich hätte mehr Anstand und Rückgrat von ihnen erwartet. Anstatt zuerst mit John und mit darüber zu sprechen, um vielleicht etwas gemeinsam zu machen, schicken sie diesen widerlichen von Graben. Was haben wir ihnen getan, Tom?“ Thomas wusste erst nicht von was Bob da sprach. Als er aber von Graben hörte, klingelten bei ihm die Glocken. Es konnte sich nur um das New York Geschäft handeln, weil ja nur wenige über die Geschäftsübernahme der Bergmann Werke wussten. Er fragte zaghaft: „Herr von Graben hat mit ihnen gesprochen?“ Bob: „Tun sie nicht so, als wüssten sie nichts. Wären sie zu mir oder John gekommen, hätten wir über alles sprechen können. Aber in diesem Fall, muss ich leider auf eine Vertragserfüllung bestehen. Und wehe sie nehmen uns einen Kunden mit, dann…“ Thomas: „Stopp Bob. Ich bin hierher gekommen, um mit ihnen offen und ehrlich über meine Zukunft zu sprechen. Ich habe nichts mit ihm und er nichts mit mir zu tun. Ich denke, es geht um die Gründung einer Investment Niederlassung in New York, stimmt‘s?“ Bob: „Um was denn sonst, Tom. Lassen sie diese Spielchen, das haben sie doch gar nicht nötig.“ Thomas stand auf, holte einen Ordner aus seinem Koffer den er dabei hatte. Dann sagte er zu Bob: „Lesen sie das. Ich bin nur deswegen da.“ Bob nahm den Ordner und öffnete ihn. Darin waren das Testament und alles was zum Kauf der Bergmann Werke gehörte. Er las alles durch und meinte: „Wow, sie haben soeben einmal die Bergmann Werke gekauft. Herzlichen Glückwunsch. Dann denke ich, haben sie gar nicht vor nach New York zu gehen?“ Thomas: „Genau so ist es.“ Bob: „Aber warum ruft mich dann dieser schleimige Aal von Graben an und erzählt mir so einen Shit?“ Und Thomas erzählte ihm, was sich am Morgen in Bad Soden abgespielt hatte. Bob schüttelte nur mit dem Kopf und fragte: „Das hat alles ihre Verlobte eingefädelt?“ Thomas: „So sieht es aus. Ich hatte nicht die Absicht, nach New York zu gehen. Warum sollte ich auch? Alle Geschäfte lassen sich auch von hier aus managen. Ich brauche nur ein Telefon und eine Internetverbindung, sonst nichts.“ Bob: „Tom, was machen sie nun mit ihrem zukünftigen Schwiegervater und ihrer Verlobten?“ Thomas: „Ich werde noch einmal mit Isabell sprechen. Sollte sie weiter auf ihre Pläne mit New York bestehen, werde ich die Verlobung lösen, so einfach ist das. Ich habe mich nun einmal entschlossen die Familientradition weiterzuführen. Ich habe keine Lust 50 Jahre Bergmann Werke in die Tonne zu treten.“ Bob: „Und nun wollen sie so schnell wie möglich aus dem Vertrag heraus, ist das richtig?“ Thomas: „Wenn das machbar ist, ja.“ Bob wollte gerade etwas sagen, da kam Thomas Sekretärin reingestürmt. Sie war außer sich vor Wut und schrie: „Ich habe jetzt die Nase voll, dieser Vandenberg. Ich lasse mir das nicht länger bieten. Ich kündige und nehme meinen Resturlaub.“ Thomas war genauso ratlos wie Bob. Der fragte aber: „Was ist den los, Frau Haber?“ Katharina Haber schnaubte vor Wut und sagte völlig aufgelöst: „Dieser miese kleine Wichser. Seit Herr Bergmann nicht mehr da ist, spielt er sich auf wie Gott persönlich. Das kann ich ja noch ertragen, aber dass er mich dauernd betatscht und mir in den Ausschnitt schaut, wie ein geiler Pennäler, dass muss und will ich mir nicht mehr bieten lassen. Ich kündige. Tut mir leid Herr Bergmann, mit ihnen habe ich immer gerne gearbeitet, sie waren immer korrekt. Entschuldigung.“ Sie drehte sich herum verließ den Raum und schlug die Tür zu. Sie war kaum draußen, da hörte man es laut klatschen und hörte wie sie sagte: „Fassen sie mich nie wieder an, oder ich erschlage sie.“ Bob und Thomas schauten sich kopfschüttelnd an. Bob stand auf und meinte: „Einen Moment bitte, ich bin gleich wieder hier.“ Sprach es und verschwand nach draußen. Thomas hörte nur noch: „…konnten sie wieder nicht ihre Finger bei sich lassen? Die nächste Sekretärin die sie bekommen ist ein Mann. Und ich hoffe, der ist schwul und fummelt ihnen am Arsch herum.“ Er hörte nur wie Vandenberg etwas wie: „….nicht so anstellen, diese Zicke. War sowieso frigide, die Alte. Frustrierte blöde Kuh.“ Bob unterbrach ihn und sagte: „Vandenberg, noch ein Wort und ich feuere sie fristlos. Nur noch ein Wort.“ Dann war Ruhe. Bob kam aufgebracht zurück. Er nahm zwei Gläser aus dem Regal, stellte sie auf den Schreibtisch und schenkte ohne zu fragen Wodka ein. Sie prosteten sich zu und Bob fragte: „Brauchen sie nicht eine neue Sekretärin? Gerade hat eine ausgezeichnete Fachkraft gekündigt. Kümmern sie sich um sie. Es war ja schon immer ihre Perle, wenn ich mich Recht erinnere. Aber kommen wir wieder zum Geschäft. So, mein Lieber, wie bekommen wir die Kuh vom Eis?“ Nach einer Stunde hatten sie einen, für beide Seiten annehmbaren Deal gemacht. Thomas musste noch bis Ende Dezember einen Tag in der Woche für Bob arbeiten, was er auch von Potsdam aus konnte. Dann wäre der Vertrag erfüllt. Außerdem würde er noch seinen Jahresbonus bekommen und dürfte sich den Experten für Abwicklung und Modernisierung, Jo Heinze eine Woche für seine Umstrukturierung in den Werken, kostenlos mitnehmen. Und Thomas würde in Gegenzug die Wohnung an die Bank, für 880.000 Euro verkaufen. Als Thomas aus dem Büro von Bob kam, fiel ihm ein Stein vom Herzen. Hatte er doch innerhalb zwei Stunden die meisten seiner Probleme gelöst bekommen. Er verabschiedete sich noch von allen und sagte noch Bescheid, dass er Morgen noch jemand vorbeischicken würde, der sein Büro ausräumt. Mit dem Fahrstuhl fuhr er in die Tiefgarage und holte seinen schwarzen Benz der C Klasse. Er tippte die Adresse von Katharina Haber in sein Navi und fuhr nach oben auf den Frankfurter Ring. Zwanzig Minuten später sagte ihm sein Navi: „Sie haben ihr Ziel erreicht.“ Seine Perle wohnte in Sachsenhausen. Er stieg aus und klingelte an ihrer Wohnungstür. Katharina öffnete erschrocken ihre Haustür und fragte: „Sie Chef, was ist los?“ Thomas: „Ich bin nicht mehr ihr Chef. Schon vergessen, sie haben gerade gekündigt. Aber wollen sie mich nicht herein bitten? Ich hätte ihnen ein Angebot zu machen.“ Kathi öffnete die Tür ganz und bat ihn herein. Sie setzten sich in die Küche und sie schenkte ihm einen Kaffee ein. Dann fragte Katharina: „Was für ein Angebot wollen sie mir machen?“ Thomas erzählte ihr, von der Erbschaft und dass er nun der Eigentümer der Bergmann Werke war. Auch die Intrige von Isabell und ihrem Vater erwähnte er. Thomas: „Und nun habe ich mir gedacht, da wir ja hier in Frankfurt sehr gut zusammen gearbeitet haben, könnten wir doch weiter miteinander arbeiten.“ Kathi: „Ich soll dann einen Tag in der Woche für sie arbeiten?“ Thomas: „Nein, die ganze Woche. Sie ziehen um nach Potsdam.“ Kathi: „Und ab wann soll das sein?“ Thomas: „Ich dachte mir ab Montag. Sie packen ihre Klamotten und die wichtigsten Dinge die sie brauchen zusammen und fahren am Freitag mit meinem Wagen nach Potsdam. Sie können dann bei uns in der Bergmann Villa wohnen, bis sie eine Wohnung haben.“ Kathi: „Mit ihnen unter einem Dach, wie soll ich das verstehen?“ Thomas schmunzelte und meinte: „Im weitesten Sinne, ja. Aber keine Angst, wir werden uns dort nie begegnen. Sie würden in einem anderen Teil der Villa wohnen, zusammen mit meinen vier Schwestern. Das heißt, eigentlich nur drei, weil die Vierte eine eigene Wohnung hat und nur sporadisch bei uns wohnt.“ Kathi: „Aber ich habe doch keine Ahnung von irgendwelchen Elektrokram. Was würden da die anderen Mitarbeiter von mir denken?“ Thomas: „Machen sie sich keinen Kopf deswegen. Die Buchstaben sind die gleichen wie in Frankfurt. Sie würden, mit einer anderen Sekretärin zusammen einen Schreibpool bilden, welcher für vier Mitarbeiter der Geschäftsleitung zuständig ist. Es ist eine ganz normale Bürotätigkeit. Ich hätte sie gerne, weil ich ihre Loyalität und Verschwiegenheit schätze. Und natürlich, weil sie eine ausgezeichnete Sekretärin sind.“ Kathi: „Und meine ganzen Möbel? Ich muss doch die Wohnung kündigen und wohin mit meinen Möbeln?“ Thomas: „Lassen sie das bitte meine Sorge sein. Sobald sie eine Wohnung haben, beauftrage ich Karl, der holt dann mit ihnen zusammen ihren restlichen Hausrat. Für das ausräumen der Wohnung, hätte ich eine Firma, sodass sie nichts tragen müssten.“ Kathi: „OK. Ich muss verrückt sein. Von heute auf morgen nach Potsdam. Bitte erzählen sie es keinem Chef, die glauben sonst ich wäre völlig durchgeknallt. Oh, da fällt mir ein, wieviel verdiene ich bei ihnen?“ Thomas: „Das Gleiche wie hier in der Bank, plus zweihundert Euro Zuschlag. Ist das in Ordnung?“ Kathi: „Geht klar, Chef.“ Sie hatten alles besprochen und vereinbarten, dass sie am Freitagmorgen gegen 6:00 Uhr von Frankfurt losfahren sollte. Sie könne den Wagen dann schon morgen Abend abholen, damit sie in Ruhe alles packen konnte. Tommi fuhr wieder zurück in seine Wohnung. Er stellte den Wagen in der Tiefgarage ab und lief die paar Meter, zu seinem Italiener. Dort bestellte er sich eine Pizza zum mitnehmen und ging anschließend in seine Wohnung. Nach dem Essen, duschte er und putzte sich die Zähne. Er legte sich auf sein Bett und nahm gedanklich Abschied von seiner Wohnung. Sie hatte ihm sehr gut gefallen und war kein Vergleich zur Bergmann Villa. Aber es gab keinen Grund sie weiter zu behalten. Morgen früh hatte er den Termin beim Notar, ab dann war sein Loft Geschichte. Thomas löschte das Licht und war gerade am einschlafen, da läutete die Haustürklingel. Thomas überlegte und dachte zuerst es könnte vielleicht Karl sein. Müde öffnete er die Tür und war sichtlich erstaunt, dass Isabell vor der Tür stand. Sie hatte einen Schlüssel, aber warum klingelte sie? Isabell tat so als wäre nichts geschehen und meinte: „Bekomm ich keinen Kuss?“ Dann küsste sie ihn auf den Mund. Sie fuhr fort: „Geht es meinem Schatz wieder besser? Hast du wenigstens gut geschlafen? Wenn du nichts dagegen hast, bleibe ich heute Nacht bei dir und verwöhne dich etwas, schließlich haben wir uns schon lange nicht mehr gesehen.“ Sie stand nun in der Wohnung und zog ihre Jacke und den Pullover aus. Sie hatte keinen BH an und sagte zu ihm: „Schau wie kalt es draußen ist, meine Nippel stehen regelrecht. Oder stehen sie wegen dir, weil ich mich nach dir sehne?“ Sie schmiegte sich an ihn und griff ihm in die Hose des Schlafanzuges. Thomas wusste genau, dass sie wieder mit ihm spielte. Sex als Entschuldigung und zur Versöhnung, so war es immer. Er hielt ihren Arm fest und fragte sie: „Was willst du hier? Ich habe keine Lust auf Party. Fasse dich kurz, ich möchte weiter schlafen.“ Isabell: „Oh, ist mein Putzi müde? Ich weiß, wie du wieder wach wirst.“ Isabell sank auf die Knie und streifte dabei die Hose herunter. Sie wollte gerade zupacken, da trat Thomas einen Schritt nach hinten und sie fiel ihm praktisch vor die Füße. Thomas: „Lass das bitte, ich möchte jetzt ins Bett.“ Isabell: „OK Putzi, ist mir auch lieber wenn wir ins Bett gehen. Komm lass mich dich verwöhnen, du brauchst es doch auch.“ Sie stand auf und nahm ihn an der Hand und zog ihn in Richtung Bett. Thomas sträubte sich dagegen und sagte etwas lauter: „Willst du nicht verstehen, oder begreifst du es nur nicht? Dein Putzi will endlich schlafen, denn dein Putzi hat morgen noch viel zu erledigen. Und nenn mich nie wieder Putzi. Ich bin doch kein Dackel oder eine Katze.“ Isabell: „Ist ja schon gut, ich lasse dich ja in Ruhe. Aber ich brauche doch was.“ Thomas sagte müde und gelangweilt: „Dann mach es dir doch selbst, dann weißt du wenigstens wie viel Arbeit das ist und wann du aufhören musst.“ Isabell: „Das mache ich doch gerne, aber du musst mir dabei zuschauen. Appetit kommt doch beim essen. Komm jetzt gib dir einen Ruck, oder möchtest du mich mit einer nassen Muschi hier stehen lassen.“ Thomas: „Das ist mir doch egal. Wievielmal hast du mich mit einem Ständer stehen oder liegen lassen? Also wische deine Möse trocken und geh wieder nach Hause.“ Isabell gab aber immer noch nicht auf. Sie ließ ihn stehen und ging ins Bad. Thomas fragte: „Wohin gehst du jetzt?“ Isabell: „Meine feuchte Muschi trocken legen, du machst es ja nicht. Oder möchtest du mir doch dabei helfen? Ich halte auch ganz still und mache meine Beine ganz breit, das magst du doch so.“ Thomas meinte nur: „Ach, leck mich doch.“ Isabell: „Das würde ich ja gerne, aber du lässt mich ja nicht.“ Ihm wurde es langsam zu blöde, er löschte das Licht und ging wieder in sein Bett. Zehn Minuten später stand sie vor ihm. Sie machte das Licht an und nun sah er, dass sie nichts mehr an hatte. Sie sagte: „Wie lange möchtest du mich noch so bettelnd stehen lassen? Bitte lass mich doch zu dir, wir lieben uns doch. Schick mich nicht weg.“ Thomas zeigte mit dem Finger auf die Tür und sagte genervt: „Dort geht es raus. Du hast doch bei euch zu Hause genug Personal, da ist bestimmt ein Lakai dabei, der dich besteigt. Auf mich wirst du in Zukunft verzichten müssen. Ich habe deine Spielchen so satt. Allein was du und dein Vater mit mir heute Morgen abgezogen habt, lässt sich nicht beschreiben. Ihr habt mich vor der ganzen Mischpoke vorgeführt und wie eine Marionette behandelt. Und das Schlimmste daran ist, es hat euch noch Spaß gemacht. Isabell, es gibt keine Gemeinsamkeiten mehr zwischen uns.“ Isabell: „Das stimmt doch gar nicht. Wir haben so viele Gemeinsamkeiten. Wir lieben die Börse und das Geld. Wir haben guten Sex. Wir lieben gemeinsame Reisen. Und, und, und. Du siehst, es verbindet uns doch sehr viel.“ Thomas stand auf und gab ihr seinen Bademantel. Sie warf ihn aber zu Boden und sagte: „Ich bleibe solange hier stehen, bis wir wieder gut miteinander sind. Tommi, ich liebe dich doch, wenn ich nur wüsste wie ich es dir beweisen könnte.“ Thomas sah ihr in die Augen und sagte: „Da würden mir spontan viele Dinge einfallen. Zum Beispiel, werde schwanger, schenke uns ein Kind. Ziehe mit mir nach Potsdam und helfe mir, mein Erbe zu erhalten. Oder du denkst einmal nicht nur an dich, wenn wir miteinander schlafen. Möchtest du noch mehr hören?“ Isabell drückte nun auf die Tränendrüse: „Wir haben doch vereinbart, dass wir erst in ein paar Jahren Kinder haben möchten.“ Thomas: „Das hast du beschlossen und nicht ich. Du hast auch beschlossen, dass wir nach New York ziehen. Ich habe dir bestimmt ein Dutzend Mal gesagt, dass diese Stadt für mich eine Ausgeburt der Hölle ist und ich auf keinen Fall dort arbeiten, geschweige leben möchte. Wenn du dorthin willst, bitte dann gehe, ich halte dich bestimmt nicht davon ab.“ Isabell: „Aber in das verfickte Potsdam soll ich ziehen. Was soll ich dort?“ Thomas: „Das Gleiche wie in New York.“ Isabell: „Du beschwerst dich, dass sich Vater über unsere Zukunft Gedanken gemacht hat. Und was machst du? Du kaufst still und heimlich die Firma deines Vaters und erwähnst nicht einmal ein Wort darüber. Woher hast du eigentlich das Geld gehabt? Wer hat dir so viel geliehen?“ Thomas: „Ich habe mir kein Geld leihen müssen. Ich habe einfach mein privates Vermögen dafür hingelegt. Ich bin Geld technisch pleite. Auf meinem Konto sind gerade noch 5000.- Euro und das muss mir bis nächsten Monat reichen. Ich glaube kaum, das du so in Zukunft leben möchtest.“ Isabell wurde jetzt richtig laut: „Du hast was gemacht? Du hast deine Rücklagen für den Kauf dieser Klitsche eingesetzt? Bist du noch zu retten?“ Thomas wusste was jetzt kam. Er ließ sie alleine im Schlafzimmer zurück. Kaum dass er draußen war, flog auch schon der erste Gegenstand durch die offene Tür. Dicht neben ihm schlug der Aschenbecher in die Wand ein. Es gab einen Schlag und hunderte von Glassplitter flogen ihm um die Ohren. Thomas musste sofort außer Reichweite der Wurfgeschosse. Er lief Richtung Bad und hatte aber nicht an die Glassplitter auf dem Boden gedacht. Und prompt hatte er sich beide Füße aufgeschnitten. Er biss die Zähne zusammen und lief einfach weiter. Und wieder schlug etwas neben ihm in der Wand ein. Es war die Rolex Uhr, die ihm Isabell zum letzten Geburtstag geschenkt hatte. Viel war nicht mehr von ihr übrig, das Metallband war gerissen, das Gehäuse verbogen und das Werk hing heraus. Das Uhrenglas hatte sich schon beim ersten Kontakt mit der Wand verabschiedet. Wenn er ihr jetzt sagen würde, dass sie soeben 28.000 Euro an die Wand geworfen hat, würde sie völlig austicken. Thomas konnte es sich aber trotzdem nicht verkneifen und zitierte den Erlkönig in einer ganz neuen Fassung und sagte ganz laut: „ Der Tommi erreicht das Bad mit müh und Not, der Tommi lebt, nur die Uhr ist Tod.“ Dann sprang er ins Bad und verschloss die Tür. Gerettet, dachte er sich. Er schaute durch das Schlüsselloch und sah, wie Isabell alles was er gerichtet hatte, durch die Wohnung warf. Als sie alles abgeräumt hatte, kamen die Glaspokale dran, die er beim Börsenspiel gewann. Und wieder klatschte es an der Wand und die Splitter flogen durch die ganze Wohnung. Es klatschte noch zweimal, dann war für ein Moment Ruhe. Thomas sah sich seine Füße an und verband sie mit zwei Handtüchern. Plötzlich schrie Isabell: „Hilf mir bitte, ich glaube ich verblute. Da ist soviel Blut. Hilf mir, oder willst du mich verrecken lassen?“ Tommi schloss vorsichtig die Tür auf und schaute nach. Sie saß zusammen gekauert unter dem Panoramafenster und streckte ihre Füße von sich. Er sah sofort, dass sie sich schwer verletzt hatte. Das Blut schoss pulsierend aus einer Wunde am Fuß. Er nahm eine Krawatte die auf dem Boden lag und band den Fuß solange ab, bis es aufhörte zu bluten. Sekunden später rief er den Notarzt, welcher zehn Minuten später vor der Tür stand. Der Notarzt sah das Chaos und fragte Isabell: „Was war denn hier los? War das häusliche Gewalt?“ Isabell wusste ganz genau, dass sie Probleme bekommen würde, wenn die Polizei kommt, schließlich war sie es, die das angerichtet hatte. Geistesgegenwärtig sagte sie: „Nein, das waren unsere Schäferhund Welpen. Die sind gerade 9 Monate alt und tollen herum wie die bekloppten.“ Der Sanitäter fragte nach: „Und warum haben sie das nicht gehört und was dagegen unternommen?“ Isabell machte den Bademantel etwas weiter auf und ließ ihn auf eine Brust schauen und sagte: „Sorry, wir waren so mit uns beschäftigt. Erst als wir fertig waren haben wir es bemerkt.“ Der Notarzt schaute sich um und fragte weiter: „Und wo sind sie jetzt die Welpen?“ Thomas: „Wieder ausgebüchst. Wenn man bei denen die Tür nicht abschließt, hauen sie immer wieder ab. Wir mussten sie schon mehrfach aus dem Fahrstuhl und unten im Treppenhaus einfangen. Aber eines sage ich dir, jetzt bekommt sie dein Vater wieder zurück, jetzt ist Schluss mit lustig.“ Isabell: „Wenn du meinst, Schatz.“ Der Notarzt hatte Isabell inzwischen verbunden und die Blutung halbwegs gestillt. Beim herausgehen sagte er zu Thomas, als Isabell außer Hörweite war: „Ich würde die Köter erschießen oder ersäufen. Sind sie wenigstens versichert?“ Thomas schüttelte mit dem Kopf und sagte mitleidsvoll: „Gegen so etwas gibt es keine Versicherung. Wenn es fremde Hunde gewesen wären, würde deren Haftpflicht den Schaden bezahlen. Sie haben nicht zufällig Hunde?“ Der Arzt schüttelte den Kopf. Thomas meinte: „Ein kluger Mensch sind sie.“ Der Arzt fragte noch Thomas, ob er mitkommen möchte, der sagte aber er würde mit dem PKW nachkommen, damit sie nachher nicht noch mit dem Taxi fahren mussten. Zudem wollte er sich noch etwas anderes anziehen. Als die beiden Sanitäter Isabell in den RTW verfrachtet hatten, sagte der zu seinem Kollegen: „Mein Gott muss das eine heiße Nummer gewesen sein, weil sie den Krach nicht hörten. Ich will auch einmal so einen Abgang haben.“ Dann sagte der andere: „Dann musst du dir eben Hunde anschaffen und je lauter es scheppert, desto geiler ist der Abgang.“ Thomas stand im wahrsten Sinne des Wortes vor einem Scherbenhaufen. Überall lagen Glassplitter herum. Alle Krawatten und viele Hemden waren zerrissen. Und viel Blut lag auf den Boden. Wenn ein Fremder das gesehen hätte, würde er meinen, hier wäre ein Mord geschehen. Aufräumen war nun angesagt. Er nahm einen Besen und fegte zuerst die Splitter zusammen, bevor er sich an die Blutflecke machte. Zu guter Letzt, sortierte er die Klamotten. Die Guten in die Koffer, die Schlechten in den Plastiksack. Er war nur froh, dass er die Anzüge und Jacketts noch im Schrank hatte. Dann wäre es für Isabell verdammt teuer geworden. Morgens um drei Uhr hatte alles wieder seine Ordnung. Man sah nichts mehr von dem nächtlichen Desaster, außer ein paar Abdrücken an der Betonwand. Die Fußsohlen von Thomas hatten doch mehr abbekommen als ihm lieb war. Insgesamt waren es ein Dutzend Schnitte, die er an beiden Füßen hatte. Er tat noch etwas Alkohol darauf und hoffte, dass es sich nicht entzündet. Jetzt endlich konnte er sich schlafen legen. Nach dem Frühstück, machte er sich auf den Weg zum Notar. Er hatte den Kaufvertrag bereits unterschrieben, als er sich mit Robert „Bob“ Faller bei einem Notar in der Innenstadt traf. Es was das Notariat von Horst Reuter, der immer alle notariellen Dinge für das Bankhaus von Dr. John Gordon und Bob Faller erledigte. Es war nur eine notarielle Beglaubigung eines Kaufvertrages, indem Bob der Käufer und Thomas der Verkäufer war. Gleichzeitig wurde Thomas aus dem Grundbuch entfernt und Bob als neuer Besitzer eingetragen. Der Notar überprüfte auch den Scheck und Thomas ließ ihn gleich auf seinem privaten Konto gutschreiben. Das war es. Thomas wollte, sobald Karl hier war, seine Büromöbel noch abholen. Für die Räumung seiner Wohnung hatten sie die nächste Woche vereinbart. Er wollte Karl nicht noch einmal die Strapazen der langen Fahrt zumuten und beauftragte eine Spedition damit, den Umzug nach Potsdam vorzunehmen. Das sollte zeitgleich mit dem Umzug von Katharinas Möbeln stattfinden. Soweit war alles unter Dach und Fach, wer jetzt noch fehlte war Karl. Thomas saß zu Hause und wartete auf ihn. Als es an der Haustür klingelte, humpelte Thomas hin um sie zu öffnen. Die Füße machten ihm doch mehr schmerzen, als er zugeben wollte. Als er die Tür öffnete, stand Heinrich von Graben vor ihm. Der stürmte gleich in die Wohnung und fing an zu schimpfen: „Du undankbares Arschloch. Zuerst richte ich dir ein Büro in New York ein und als Dank verprügelst du meine Tochter. Wie krank muss man sein, um so etwas zu tun.“ Thomas dachte er hört nicht richtig und fragte nach: „Von was redest du da? Ich habe deiner Tochter nicht ein Haar gekrümmt. Die Verletzungen die sie an den Füßen hat, sind die gleichen die ich auch habe. Und die stammen von den Glasscherben, die auf dem Boden herum lagen. Und weißt du, warum sie da lagen? Ich sage es dir. Weil deine Tochter, alles was nicht niet- und nagelfest war, mir nachgeworfen hat. Ich kann dir noch die Scherben zeigen. Ach übrigens, hier habe ich noch die Rolex, die sie mir zum letzten Geburtstag geschenkt hat.“ Er hob einen Beutel hoch und warf ihn auf den Tisch. Heinrich nahm ihn auf und sah sich die Trümmer der Uhr an und meinte: „Das war Isabell?“ Thomas: „Ja, das war deine Tochter. Und das ist nicht das erste Mal. Heinrich, ich habe es leid, immer nach ihrer Pfeife zu tanzen. Die Idee nach New York zu gehen, ist auch auf ihrem Mist gewachsen. Ich hatte nie vor in die Staaten zu gehen und schon gar nicht nach New York. Ich kann diese Stadt einfach nicht leiden. Und deswegen hat sie mir gestern Abend die Bude hier halb zerlegt. Meine ganzen Glaspokale, die ich gewonnen habe, sind zerstört. Heinrich, ich löse die Verlobung auf. Und noch eins möchte ich dir sagen, mische dich nie wieder in meine Angelegenheiten, weder privat noch geschäftlich. Ich möchte mit euch nichts mehr zu tun haben. Und falls Isabell weiter behauptet ich hätte ihr etwas getan, so werde ich sie anzeigen.“ Heinrich: „Nein, sie hat nicht gesagt, dass du es warst. Ich hatte dies Fälschlicherweise angenommen. Entschuldigung, das war mein Fehler. Ich werde dir deinen Verlobungsring zukommen lassen. Und die Uhr werde ich dir, wie die anderen Dinge die sie zerstört hat, auch ersetzen. Ich bin es gewohnt nirgends Schulden zu haben.“ Thomas: „Steck dir dein Geld sonst wo hin. Und nun verlasse meine Wohnung, ich erwarte noch jemanden. Abflug.“ Er humpelte zurück an die Eingangstür um sie zu öffnen, aber da stand auf einmal Karl. Der legte den Zeigefinger auf die Klingel und betätigte sie. Es sollte so aussehen, als wäre er gerade gekommen. Thomas verstand sofort was er vor hatte und sagte: „Hallo Karl, da sind sie ja endlich. Und ist alles gut gegangen? Wir war der Verkehr?“ Karl kam nun in die Wohnung und grüßte. Heinrich lief auf ihn zu und drückte ihm die zerstörte Uhr in die Hand und ging hinaus. An der Tür angekommen, meinte Thomas noch einmal: „Und merke dir, haltet euch aus meinem Leben heraus. Es ist mein Leben und das möchte ich so gestalten wie ich es für richtig halte. Das meine ich nicht nur für privaten, sondern auch für die geschäftlichen Belange. Solltet ihr meinen Rat nicht beherzigen, werde ich andere Schritte unternehmen. Lasst es lieber nicht darauf ankommen.“ Er schloss nun die Tür und humpelte wieder zurück. Karl sah das und fragte: „Soll ich dich nicht lieber zu einem Arzt bringen? Mit Verletzungen an der Sohle ist nicht zu spaßen.“ Thomas: „Nein Karl, das ist halb so schlimm. Am Montag ist alles wieder in Ordnung. Ich werde am Wochenende einfach mein Füße schonen und einige Fußbäder nehmen. Hast du alles mitgehört?“ Karl: „Zwangsläufig. Als ich kam war das Gespräch schon im Gange. Stimmt es, dass du die Verlobung gelöst hast?“ Thomas nickte und meinte: „Ja, so leid es mir tat, es ging nicht mehr so weiter.“ Danach erzählte er Karl von Isabells Plänen mit New York und wie er vor vollendete Tatsachen gestellt wurde. Karl kam aus dem staunen nicht mehr heraus. Er schüttelte nur mit dem Kopf und meinte: „Chef, mit der Frau wirst du noch viel Ärger bekommen. Diese Frau ist nicht der Typ, die man verlässt. Ich denke, die möchte Genugtuung oder Rache haben. Ich hoffe es nicht. Mir ist das in jungen Jahren auch passiert. Es gibt nichts Schlimmeres, als wenn eine Frau hasst. Dann können sie zu Furien werden.“ Als es wieder klingelte, waren es die Möbelpacker. Sie nahmen zuerst die zwanzig Kartons aus der Wohnung mit, bevor sie in Thomas altem Büro die Möbel abmontierten und auf dem Kleintransporter verstauten. Der Transporter war voll beladen und zur Freude aller, passte alles hinein. Es war schon spät geworden. Karl und Thomas warteten auf Katharina, die bereits mit dem Taxi zu Thomas Wohnung unterwegs war. Gegen 19:30 Uhr kam Kathi in Tommis alter Wohnung an. Sie besprachen wie sie fahren musste und wo sie sich treffen wollten. Karl sollte alle Möbel vom Büro in eine Ecke der großen Montagehalle stellen lassen und den Rest in die Bergmann Villa bringen. Katharina sollte gleich in die Bergmann Werke fahren und dort auf Thomas warten, falls er noch nicht da sein sollte.
Читать дальшеИнтервал:
Закладка:
Похожие книги на «4 Schnecken und eine Nudel»
Представляем Вашему вниманию похожие книги на «4 Schnecken und eine Nudel» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.
Обсуждение, отзывы о книге «4 Schnecken und eine Nudel» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.