Ralf During - Anaïs Tagebuch

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Anaïs entführt uns in ihrem Tagebuch weit zurück in ihre Kindheit, wo wir ihre erste Liebe, Hugo kennenlernen, den 5jährigen Jungen aus ihrer Nachbarschaft. Dem folgen die aufregenden Jahre des Heranwachsens in der französischen Provence, den ersten Freundschaften, dem Entdecken des eigenen Körpers, der eigenen Sexualität, die geteilt mit der besten Freundin, geradewegs in den Focus ihrer männlichen Mitschüler und Freunde führt. Der geradlinige Weg ihrer Kindheit verliert sich alsbald auf verschlungenen Pfaden der einsetzenden Pubertät und der ersten echten Liebe, abgrundtiefem Liebeskummer und erwachender Lust, der schüchterne Experimente beim Doktorspiel und heimlich unter der eigenen Bettdecke vorausgehen und den Weg zu einem erfüllten und bewegten Liebesleben ebnen. Dieser Roman begleitet Anaïs auf dem Weg ins Erwachsenwerden und lässt uns manch zaghaften Blick durch das Schlüsselloch ihres Jugendzimmers werfen, macht die Gedanken eines frühreifen Mädchens vernehmbar.

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20. Mai 1969

Jungs sind komisch. Mit dieser Überschrift hätte ich viele meiner Tagebucheinträge beginnen können. Aber ein Ereignis blieb mir besonders im Gedächtnis. Es war Kirmes in unserem Dorf. Einmal im Jahr kamen die Budenaufsteller und Karussellbetreiber und ließen für sieben Tage für uns Kinder die Zeit stillstehen.

Wochen vorher schon malten Sarah und ich uns aus, wieviel Zuckerwatte, kandierte Äpfel oder gebrannte Mandel wir schaffen würden und welches Fahrgeschäft in diesem Jahr wohl neu wäre. Die Jungs hingegen prahlten, wie oft sie den Überschlag auf der Schiffsschaukel schafften oder wer sich traut beim Fahren mit der Himmel- und Höllebahn aufzustehen. Bernhard hielt den Rekord mit drei Überschlägen nacheinander, was Clara uns zu erzählen nicht müde wurde. Sie war sehr stolz, als einzige in ihrer Klasse schon einen Freund zu haben, mit dem sie Händchen hielt. Sie würden das erste Mal als Paar auf die Kirmes gehen und sorgten damit für jede Menge Getuschel.

Umso anstrengender wurde Clara wenige Tage vor der Eröffnung. Es drehte sich bei ihr alles nur noch um ihre Frisur und was sie anziehen solle. Sarah und ich verzogen uns, wann immer sich die Gelegenheit dazu bot, und spielten mit Hugo 2 oder Mathéo, der sich anscheinend wenig aus dem Volksfest machte. Ihm war es egal, wer in diesem Jahr Sieger der Schiffsschaukel wurde oder wem als erstes auf dem Kettenkarussell schlecht werden würde. Er saß meist schweigend in unserer Nähe, kaute auf einem Grashalm oder warf Stöckchen mit Hugo 2.

Der Tag der Eröffnung ging einher mit dem Einzug der geschmückten Bierkutsche vom Wirt unserer einzigen Gastwirtschaft. Er betrieb auch das Festzelt auf der Kirmes, wohin er die aufgestapelten Bierfässer kutschierte. Die Kapelle des Heimatvereins schepperte hinter der Bierkutsche her und spornte uns Kinder dazu an, laut mitsingend nebenher zu rennen. Die einzelnen Vereine hatten sich herausgeputzt und folgten in kleinen Gruppen, bei denen immer ein Bannerträger vorausging. Es war alles sehr festlich und sogar meine Eltern hatten ihre Sonntagskleidung angezogen und begleiteten den Zug zusammen mit den übrigen Dorfbewohnern.

Clara trug ein weißes Kleid mit Häubchen und hatte ihre Haare zu zwei Schnecken geformt. An ihrer Hand führte sie Bernard wie ein Haustier an den staunenden Mädchen ihrer Klasse vorbei und lachte die ganze Zeit, ohne dass wir wussten worüber. Bernard sah weniger fröhlich aus, vielleicht auch, weil ihn die übrigen Jungen hänselten und sich über das tolle Liebespaar lustig machten. Auch Mathéo grinste, sah dann aber mit einem merkwürdigen Blick zu mir herüber, als ob es ihm peinlich war, gelacht zu haben. Mir war das egal. Ich freute mich für Clara und hoffte, selbst einmal mit einem Jungen aufs Fest zu gehen.

Doch dann passierte etwas, von dem ich heute noch nicht genau weiß, warum. Wie in jedem Jahr versammelte sich eine große Schar Schaulustiger um den Hau-den-Lukas und feuerten den jeweils Hammerschwingenden an. Auch Clara wollte zusehen, doch als sie Bernhard fragte, ob er nicht auch mal den Lukas schlagen wolle, reagierte dieser abweisend. Selbst ihr Bitten und Betteln änderte daran nichts, und als ihn dann auch noch die ersten Jungen neckten und ein feiges Huhn schimpften, riss er sich von Clara los und verschwand in der Menge. Aufgeregt machten wir uns auf die Suche nach ihm, doch keiner unserer Freunde hatte Bernard gesehen. Weder bei der Schiffsschaukel, noch der Himmel- und Höllebahn war er, auch nicht am Kettenkarussell oder an einer der Süßigkeitenbuden, wo wir sonst immer standen. Er tauchte erst am nächsten Tag wieder auf und hatte, wie uns Clara später tränenreich mitteilte, ohne eine Begründung mit ihr Schluss gemacht.

11. Juli 1969

Es war der Sommer, in dem meine Freundin Clara ihren ersten Liebeskummer hatte und ich meinen Stoffbären Mr. Bee bekam. Meine Tante Eugenie hatte ihn mir zum Geburtstag geschenkt und ich konnte ihn einfach nicht mehr aus der Hand legen. Überall war er dabei, im Stall, in der Kirche, am See und natürlich in meinem Bett. Wir knuddelten den ganzen Tag und wenn mich damals einer gefragt hätte, wer mein bester Freund ist, hätte ich auf Mr. Bee gezeigt. Er war hellbraun und hatte ein flauschiges Fell, große schwarze Knopfaugen und weiche Ohren. Einzig seine Schnauze war hart.

Es war aber auch der Sommer, in dem ich das erste Mal Ballettunterricht nahm. Eine Lehrerin an der Grundschule hatte in Claras Klasse gefragt, wer Spaß am Tanzen hätte und weil es dort zu wenige Mädchen gab, sollten die ihre jüngeren Geschwister fragen. So trafen Sarah und ich eines sonnigen Nachmittags in der Schulturnhalle auf acht weitere Mädchen aus unserem Dorf und bestaunten die ersten Schrittfolgen, die uns die Lehrerin vortanzte. Vermutlich war sie damals selbst noch nicht lange aus der Schule raus, für uns aber war sie die erste Respektperson neben dem Pfarrer und der Frau hinter dem Backstand. Das würde sich mit der Einschulung ändern, wurde meine Mutter nicht müde, uns zu drohen, doch in diesem Sommer hatten wir noch Schonfrist.

Auch meine kleine Schwester Marcelle tanzte für ihr Leben gern. Kaum hörte sie von irgendwoher Musik, drehte sie sich in ihrem süßen Kleidchen, hielt einem ihre pummeligen Babyarme hin und quiekte vor Freude. Als ich ihr aber sagte, dass sie noch zu klein fürs Ballett wäre, hatte sie fürchterlich geweint. Trotzig hielt sie sich an meinem Rock fest und fast fürchtete ich, er könne reißen, als meine Mutter Marcelle energisch losmachte, auf den Arm nahm und ins Haus trug.

Sophie, unsere Ballettlehrerin unterrichtete eigentlich Musik und Sport an Claras Schule. Ballett betrieb sie nur in ihrer Freizeit und hatte Freude daran, ihre Anmut und Grazie an uns weiterzugeben. Natürlich sahen die Anfänge alles andere als anmutig und grazil aus. Es war furchtbar schwer, nur auf den Zehen zu stehen, das Gleichgewicht zu halten oder sich gar noch zu drehen.

Mir tat nach einer solchen Stunde alles weh, vor allem die Füße, aber auch die Beine und der Rücken. Sophie tröstete uns und versprach, dass sich das mit der Übung legen würde. Zum Beweis ließ sie sich in einen Spagat sinken und legte ihren Oberkörper auf ihr ausgestrecktes Bein. Die Hände umfassten einen ihrer Füße und mir schmerzte es schon vom Zusehen zwischen den Beinen.

Clara wurde schnell besser, während Sarah und ich noch keine ganze Umdrehung auf einem Fuß hin bekamen ohne umzufallen. Vielleicht lag es daran, dass sie ein Jahr älter als wir war oder weil die Jungs von ihrer Schule heimlich durch die Fenster der Turnhalle zusahen. Ich hingegen glaube, sie hoffte, dass auch Bernard sie beobachten würde. Der machte seit dem Vorfall auf der Kirmes einen großen Bogen um uns Mädels. Ab und an traf ich ihn in der Bäckerei oder auf dem Markt, wo seine Eltern einen Stand hatten. Dann aber sprachen wir kaum miteinander. Ich wollte nicht unbedingt mit ihm gesehen werden, fürchtete ich doch, dass Clara wieder einen ihrer Heulanfälle oder Wutausbrüche bekommen könnte, unter denen sie seit der Trennung litt. Beim Ballett allerdings staunten wir über die Ruhe und Eleganz, mit der sie bereits nach wenigen Wochen eine der Besten in unserem Kurs wurde.

Ich hingegen fühlte mich wie Mr. Bee, wenn er anstelle von Clément mit der zierlichen Emma Liebe machte und ich dabei an Hugo, Mathéo und Bernard dachte.

1. September 1969

Noch heute erinnere ich mich, wie aufgeregt ich vor meinem ersten Schultag war. Die Nacht davor lag ich wach in meinem Bett und malte mir aus, wie ich am nächsten Morgen mit meiner neuen Schuluniform, der weißen Bluse, dem blauen Röckchen, den weißen Söckchen in den ebenfalls blauen Schuhen zusammen mit meiner Mutter in meine Klasse gehen würde, um neben Sarah zu sitzen und endlich zu den großen Kindern zu gehören. Die Wochen davor hatten Sarah, ich und Clara lesen geübt, wobei Clara die gestrenge Lehrerin spielte.

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