Ralf During - Anaïs Tagebuch

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Anaïs entführt uns in ihrem Tagebuch weit zurück in ihre Kindheit, wo wir ihre erste Liebe, Hugo kennenlernen, den 5jährigen Jungen aus ihrer Nachbarschaft. Dem folgen die aufregenden Jahre des Heranwachsens in der französischen Provence, den ersten Freundschaften, dem Entdecken des eigenen Körpers, der eigenen Sexualität, die geteilt mit der besten Freundin, geradewegs in den Focus ihrer männlichen Mitschüler und Freunde führt. Der geradlinige Weg ihrer Kindheit verliert sich alsbald auf verschlungenen Pfaden der einsetzenden Pubertät und der ersten echten Liebe, abgrundtiefem Liebeskummer und erwachender Lust, der schüchterne Experimente beim Doktorspiel und heimlich unter der eigenen Bettdecke vorausgehen und den Weg zu einem erfüllten und bewegten Liebesleben ebnen. Dieser Roman begleitet Anaïs auf dem Weg ins Erwachsenwerden und lässt uns manch zaghaften Blick durch das Schlüsselloch ihres Jugendzimmers werfen, macht die Gedanken eines frühreifen Mädchens vernehmbar.

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Hugo übrigens sah ich kurz nach dem Tod der Ziege wieder. Meine Mutter hatte mich auf einen Ausflug in die Stadt mitgenommen und zufällig kamen wir an unserer früheren Wohnung vorbei. Hugo stand wie selbstverständlich in der Tür des kleinen Tabakladens im Erdgeschoss und winkte mir. Fast hätte ich ihn nicht erkannt. Er war gewachsen und trug einen Strohhut, so wie die Jungs bei uns auf dem Lande. Er stand ihm gut und wieder spürte ich dieses vertraute Ziehen unterhalb des Herzen bei seinem Anblick.

25. Dezember 1968

Für uns Kinder war eine Jahreszeit von ganz besonderem Reiz. Der Winter. Hatte er doch in diesem Jahr früh Einzug gehalten und unseren Ort seit Wochen unter einer weißen Schneeschicht begraben. Überall auf der Straße hörte man es am Morgen kratzen und schaben. Die Leute räumten die Bürgersteige vor ihren Häusern und ich drehte mich nochmal in meinem kuscheligen Federbett um. Nur schlafen konnte ich nicht mehr, zu aufgeregt wartete ich, dass es endlich hell genug wäre, damit wir auf den See konnten. Ich hatte neue Schlittschuhe zu Weihnachten bekommen und brannte darauf, sie auszuprobieren. Die Eisschicht auf dem Weiher war mittlerweile so dick, dass man sogar mit einem Pferdegespann den Weg zum Nachbarort abkürzen konnte.

Doch noch mehr freute ich mich, Mathéo wieder zu sehen. Wir hatten uns seit dem verunglückten Kuss mehrmals getroffen, oft zufällig. Manchmal aber schien es mir, passte er mich ab, wenn wir von der Kirche oder aus der Stadt zurückkamen. Dann stand er meist am Tor unseres Hauses oder half meinem Großvater beim Heuwenden im Stall. Wir sprachen nicht viel miteinander. Manchmal erzählte ich ihm, wie es in der Stadt gewesen war, manchmal unterhielt er mich mit Mutproben, die die Jungs im Dorf für gewöhnlich anstellten, um die Mädchen zu beeindrucken. Doch Mathéo war noch viel zu jung, um da mit zu machen.

Heute aber würde er Sarah, ihre Schwester und mich auf den See begleiten und vielleicht würden wir wie früher Hand in Hand übers Eis laufen.

Ich hatte meinen dicksten Winterpulli angezogen, den roten, den ich so gern mochte und von dem meine Großmutter immer sagte, er würde so gut zu meinen dunkelblonden Haaren passen. Dazu eine weiße Daunenjacke mit Latzhose. Die Pudelmütze mit der roten Bommel passte hervorragend zu meinem Pullover. Ich liebte es, so dick angezogen in der Kälte herum zu toben, den eigenen Atem aufsteigen zu sehen und so zu tun, als ob man heimlich rauchen würde.

Sarah hatte eine grüne Winterkombination an, unter der sie ebenfalls einen roten Pulli trug. Sie stand darauf, dass wir uns manchmal wie Zwillinge anzogen, auch wenn sie mit ihren roten Haaren und den grünen Augen eher meiner Schwester Marcelle glich, als mir. Noch mehr aber liebte sie es, grüne Sachen anzuziehen. Sie hatte viele grüne Kleider, die es unmöglich machten, sie im Wald zu finden, wenn wir im Sommer dort Verstecken oder Fangen spielten. Heute aber würde sie im Weiß des Sees für jedermann weithin sichtbar und ich die Unsichtbare sein.

Nicht so für Mathéo. Unverkennbar hatte er nur Augen für mich, ignorierte Sarahs Werben und half mir auf, wenn ich über meine eigenen Füße stürzte. Er konnte schon ziemlich gut Schlittschuh laufen, viel besser als ich damals, aber er war ja auch ein Jahr älter. Leon hingegen blieb dem See fern. Er traute dem Eis nicht, seit er – ungefähr in meinem Alter – beim Eisfischen mit seinem Vater eingebrochen und fast ertrunken wäre. Manche sagen sogar, er war für Minuten bewusstlos und ist seitdem etwas langsam im Kopf. Ich aber kenne ihn nur so. Zumindest meidet er das Eis und alles, was man Tolles darauf anstellen kann.

Am meisten aber freute sich Hugo 2. Er tobt den lieben langen Tag hinter uns her, rutschte bäuchlings über das Eis und bellte, wenn wir ihn mit Schneebällen bewarfen. Einige der älteren Dorfbewohner spielten auf einer extra frei geräumten Bahn Eisstockschießen und schimpften, wenn mein Hund dem Zielpuk nachjagte und ihn mit seiner Schnauze verschob. Wie selbstverständlich gingen wir am späten Nachmittag Hand in Hand zurück nach Hause. Sarah rechts und ich links, Mathéo in der Mitte.

10. März 1969

Ich habe Ärger mit Sarah. Irgendwie steht Mathéo zwischen uns. Er ist mir ein wirklich guter Freund geworden und ich mag ihn sehr. Aber noch mehr mag ich meine Freundin und habe deshalb ein wirklich schlechtes Gewissen, wenn mich Mathéo besucht. Wir haben viel Spaß miteinander, radeln durch den ausbrechenden Frühling oder helfen meiner Großmutter im Garten beim Anlegen der Beete. Manchmal bringt er mir ein Stück Kuchen oder Blumen mit, die er auf dem Weg zu unserem Hof gepflückt hat. Doch jedes Mal, wenn ich Sarah davon erzähle, reagiert sie abweisend. Neulich fing sie sogar zu weinen an, weil ihr Mathéo gesagt hatte, keine Zeit zu haben, während er bei mir war.

Es ist wie damals bei Bernhard. Auch hier hatte ich Ärger mit Clara und gehe Bernard seitdem aus dem Weg. Das will ich mit Mathéo nicht schon wieder machen, weiß aber nicht, ob Sarah das verstehen kann. Immerhin bin ich mit beiden befreundet und kann nichts dafür, wenn er sie weniger gern hat als mich.

Als ich einmal fragte, wie er Sarah fände, zuckte er nur mit den Schultern und meinte, ganz ok. Das habe ich ihr gar nicht erst erzählt, sonst wäre sie wohl wieder in Tränen ausgebrochen. Maman meint, ich solle einfach mehr Zeit mit beiden verbringen, doch das wollen komischerweise weder Sarah noch Mathéo und nun bin sich so schlau wie zuvor. Bei Clara und Bernard hat es geklappt, doch ich glaube nicht, dass sich Mathéo mehr für Sarah interessiert, wenn ich ihn nicht mehr treffe. Deshalb spiele ich neuerdings auch öfters mit anderen Mädchen aus der Nachbarschaft und sogar mit Leon, nur um nicht zu viel Zeit allein mit Mathéo zu verbringen.

Neulich hat Leon versucht, eines dieser Nachbarsmädchen zu küssen. Cloé, so heißt sie, war mit einem Schrei aufgesprungen und lief hochroten Kopfes davon. Leon lachte, fragte mich aber, warum sie sich so aufregt. Ich ahnte den Grund und war froh, dass er nicht versucht hatte, mir seinen Mund aufs Gesicht zu drücken. Ich war erst einmal von einem Jungen geküsst worden, von Mathéo, und das auch nur auf die Wange, aber ich fand es wunderschön. Doch von Leon wollte auch ich mich nicht küssen lassen. Er war irgendwie grob und plump und benahm sich oft ungeschickt beim Spielen mit uns Mädchen. Immer wollte er bestimmen, was wir tun, und wenn ihm eine widersprach, knuffte er sie in den Arm oder nahm ihre Spielsachen weg.

Cloé war wie ich sechs Jahre alt und die Tochter eines der Bauern, mit denen meine Großeltern befreundet waren. Sie war oft krank und wirkte sehr blass mit ihren flachsblonden Haaren und einer Haut, die im Sonnenlicht wie Pergament schimmerte. Oft trug sie dunkle Ringe unter ihren wasserblauen Augen und wirkte niedergeschlagen. Als sie sich einmal beim Spielen Saft über ihre Hose gegossen und diese zum Waschen ausgezogen hatte, sah ich dunkelblaue Flecken auf ihren Oberschenkeln und fragte, was da passiert sei. Ihr schoss das Blut ins Gesicht und sie zog ihre Hose, nass wie sie war, rasch wieder an. Sie wäre gefallen, flüsterte sie, wollte aber nie wieder darüber sprechen.

Ich mochte Cloé und war ziemlich traurig, als mir meine Mutter kürzlich mitteilte, dass sie zusammen mit ihrer Mutter weggezogen sei. Ich wunderte mich, weil Cloé nie etwas von einem Umzug erzählt hatte und kaum ohne sich zu verabschieden gegangen wäre. Wir waren gute Freundinnen und hatten schon oft über die Zeit gesprochen, wenn wir endlich zur Schule gehen konnten. Und nun war sie von heute auf morgen verschwunden? Vielleicht war sie krank, doch deshalb hätte sie nicht wegziehen müssen. Keiner antwortete auf meine Fragen und ich hoffte, dass mir Cloé wenigstens eines Tages schreiben würde.

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