Reiner W. Netthöfel - Der Andere

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Magnus Montanus hat gute Gründe, mit seinem Alter hinter dem Berg zu halten, und einer davon ist sein Alter selbst. Das ändert sich, als er zum ersten Mal seine fünfjährige Tochter trifft, die er vor einem Vierteljahrhundert quasi mit deren Großmutter gezeugt hatte. Die Großmutter trifft ihn dann auch nackt unter der Dusche und erinnert sich an ihn. Etwas problematischer ist ein hartnäckiger Familienchronist, der seine Vermutungen bestätigt sehen kann, eine indianische Historikerin, die ihre Hypothesen schließlich übertroffen sieht und ein cleverer Kriminalist, der sich zunächst einmal gar nicht für Montanus' Alter interessiert. Auf Montanus wird aber auch ein geheimer Geheimdienst aufmerksam, was nicht schön ist. Dass die Kanzlerin temporär zur Diebin wird, macht nichts, was ein übergroßer Künstler aber anders sieht. Anders sieht am Ende dieser Geschichte aber die Welt aus.

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„Wofür?“, fragte der Reiter unschuldig, aber mit finsterem Gesicht.

„Für die Beleidigung.“ Der Reiter lachte, zog einen kleinen Stab aus der Jackentasche, steckte diesen in den Mund und blies die Backen auf, worauf die Kutschpferde des Eleganten die Ohren spitzten und, mitsamt Kutsche und Ladung, davonstoben, als sei ein Ungeheuer hinter ihnen her, begleitet von dem Lachen des Bläsers und den erstaunten Blicken der bemitleidenswerten Geschöpfe, die jetzt hinter diesem an Kälberstricken hinterhertrotteten.

Das tagelange Hocken in den Löchern war einem raschen Voranschreiten nicht gerade förderlich, und so ging es nur langsam voran. Hinzu kamen die Hitze, der Durst und der Hunger der beiden Entrechteten. Doch Tom und Sarah, die anderes gewohnt waren, warteten vergebens auf antreibende Flüche oder gar Schläge; sie hatten sogar den Eindruck, als verlangsame ihr neuer Herr das Tempo, wenn der merkte, dass die Stricke sich strafften. Sie warfen sich heimlich Blicke zu, die ihre Überraschung nicht verbargen. Nach zwei Stunden hatten sie die letzten menschlichen Behausungen hinter sich gelassen, und freies Gelände und hin und wieder eine Ansammlung von Bäumen, die nicht Wald genannt werden konnten, lösten bestellte Felder und Weiden ab. Menschen waren sie in der letzten Stunde nicht mehr begegnet. Nun zügelte der Master sein Tier und auch das Packpferd blieb stehen, wie von Geisterhand gestoppt.

Der Master ließ die Strickenden, leichtsinngerweise, wie seine beiden Sklaven fanden, fallen und stieg vom Pferd herab. Er setzte den Hut ab und legte ihn auf den Sattel, dann wandte er sich grauhaarig seinem neuen Besitz zu. Atemlos und verschwitzt sahen die beiden ihn ängstlich an. Was würde jetzt folgen? Eine Machtdemonstration, um klarzumachen, wer der Herr ist? Doch der Master griff in eine Tasche seiner leichten, ledernen Jacke und zog den Schlüssel heraus, den er erhalten hatte. Er trat hinter Sarah und dann hinter Tom und löste die Handschellen, die er weit hinter sich ins Gras warf. Dann zog er ihnen die Stricke von den Hälsen und begutachtete die Halsringe, die sie zum Zeichen ihrer Unfreiheit trugen. „Hm.“, brummte er verärgert. Tom fing an zu zittern, was nicht an den Temperaturen lag, sondern daran, dass er mit dieser Situation nicht umzugehen wusste. Er hatte mit allem gerechnet, nur damit nicht. Was jetzt folgen würde, dürfte ihr unmittelbarer Tod sein. Dann löste der Master einen Packen vom Rücken des Packpferdes und verschnürte ihn hinter dem Sattel des Reitpferdes.

„Schon mal auf einem Pferd gesessen?“, fragte er, ohne jemanden anzuschauen, mit sonorer Stimme.

„Ja, Master.“, antworteten die beiden schüchtern und verständnislos. Der Master löste eine Trinkflasche vom Reitpferd und hielt sie Sarah hin.

„Durst?“ Sarah stand wie versteinert vor ihm, die Hände immer noch auf dem Rücken verschränkt, als wären sie noch gefesselt, und sah ihn mit großen Augen an. Er hob die Flasche leicht an und schüttelte sie. „Was ist? Ihr müsst doch Durst haben.“, meinte er sanft. Sarah konnte immer noch nicht reden.

„Das ist Masters Flasche, Master.“, wandte Tom leise ein und rieb sich verlegen die Handgelenke.

„Das ist mir bekannt.“ Er sah Tom in Erwartung weiterer Aufklärung über Sarahs Verhalten an.

„Nigger dürfen nicht aus den Flaschen der Weißen trinken.“, flüsterte Tom. Der Master ließ die Flasche sinken und holte tief Atem.

„Ach so.“, meinte der Master. „Ihr habt Durst und hier ist Wasser drin. Um an das Wasser zu kommen, müsst ihr die Flasche nehmen und daraus trinken. Ganz einfach.“, belehrte er sie. Tom senkte den Blick und schüttelte den Kopf.

„Und wenn ich es euch befehle?“

Das Mädchen wisperte: „Ja, Master.“ Sarah nahm jetzt vorsichtig die dargereichte Flasche und trank ein wenig, immer auf der Hut, sollte sie ein unvorhergesehener Schlag sie treffen. Es traf sie aber nichts. Dann wollte sie rasch dem Master die Flasche zurückgeben, wie, um damit eine mögliche Ursache für Ungemach loszuwerden.

„Trink, Mädchen, trink. Ist noch was da.“, ermunterte sie der Weiße sanft. Sie trank und reichte die Flasche an Tom weiter, nachdem der Master ihr dies mit einer Geste angedeutet hatte.

„Mach sie ruhig leer, Junge.“ Tom trank gierig das lauwarme Wasser und gab verlegen die leere Flasche zurück. Der Master verstaute sie, sah in den Himmel und fragte: „Geht doch. - Kennt ihr euch hier aus?“

„Ja, Master.“, antwortete Tom mit gesenktem Blick. Der Master wies nach vorne, den Reitweg entlang und meinte: „Der Weg führt nach Norden. Es ist noch ein paar Stunden hell, dann müssen wir unser Lager richten. Gibt es einen geeigneten Platz?“

„Es gibt einen Bach.“ Der Master nickte.

„Gut. Sarah sitzt hinter mir, du nimmst das Packpferd.“

„Aber …“ Der Master sah Tom belustigt an.

„Ist das auch verboten?“, fragte der Master mit einem Schmunzeln, das die beiden nicht sahen, denn sie betrachteten intensiv den Boden, auf dem sie standen. Tom nickte und war sehr erstaunt, als der Weiße lachte, Sarah beim Aufsitzen half, sich selbst aufs Pferd setzte und langsam voranritt. Tom beeilte sich aufzusitzen.

Das Packpferd, an dessen Mähne sich Tom festhielt, hatte die Vorausreitenden bald eingeholt. Sarah saß etwas hilflos hinter ihrem neuen Master und wusste nicht, wo sie die Hände lassen sollte; sie wollte sich zwar irgendwo festhalten, fand aber nicht die richtigen Punkte, um ausreichend Sicherheit zu bekommen.

„Du kannst die Arme um mich schlingen.“, brummte der Master, der spürte, wie Sarah stocksteif wurde.

„Mach schon.“

Wäre den dreien ein Mensch begegnet, hätte sich diesem ein Bild geboten, was sicherlich einzigartig in diesem Landstrich gewesen wäre: ein gemischtrassiges Familienidyll.

Selbst hundert Jahre später wäre ein Weißer, der mit zwei schwarzen Jugendlichen einen Ausritt unternimmt und sich von einem schwarzen Mädchen mit dürren Armen umklammern lässt, eine Zeitungsmeldung wert gewesen.

Tom, der noch vor ein paar Stunden in einem Erdloch festgekettet war und sich ausgemalt hatte, von Sarah getrennt zu werden, saß nun ohne Handfesseln auf einem Pferd und verstand die Welt nicht mehr. Wäre er ein besserer Reiter gewesen, hätte er nur den Vorsprung des Masters größer werden lassen müssen, um sich unbemerkt davon zu machen und mitsamt dem Packpferd und dem, was es trug, zu verschwinden. Es gab aber gute Gründe, dies nicht zu tun. Der erste war Sarah, ohne die er nirgendwohin gehen würde. Der zweite war, dass er kein guter Reiter war und das Pferd nicht kannte. Der dritte war seine Neugier auf einen Mann, der es zuließ, dass ein Sklave, den er gerade gekauft hatte, alleine und ungefesselt auf seinem Packpferd reitet.

Die drei entluden die Pferde an einer grasigen Stelle an einem munter dahinplätschernden Bach, als das noch unglaublichere geschah: der Weiße entkleidete sich vor seinen Sklaven und ließ seine Kleidung und auch seine Waffen offen in ihrer Nähe liegen. Die beiden hatten noch nie einen nackten Weißen gesehen und stellten erstaunt fest, dass zumindest dieser ähnlich gebaut war wie ein schwarzer Mann. Der gottähnliche Status weißer Männer schien dann wohl doch in der Hautfarbe begründet zu sein.

„Wollt ihr nicht auch ein Bad nehmen?“, fragte er, doch Sarah und Tom blieben eine Antwort schuldig, sondern sahen beschämt zu Boden. Er suchte eine tiefe Stelle und tauchte genüsslich in die kühle Flut, tauchte unter, tauchte auf, prustete und sah zum Ufer, wobei er die beiden dabei ertappte, wie sie sich schnell abwendeten, weil sie ihn mit offenen Mündern beobachtet hatten. Er hockte sich ins Bachbett und schaufelte mit beiden Händen Wasser zu ihnen hinauf, was sie noch mehr verwirrte, dann ging er kopfschüttelnd an Land.

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