Ulli Sanou - Aus dem Rhythmus

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Ein Trommelworkshop in einem Seminarhof am Rande Bamakos, der Hauptstadt Malis: Das illustre Grüppchen europäischer Musikbegeisterter nimmt Unterricht bei Seydu, dem malischen Djembemeister und Ma, der Tänzerin. Man wird von einer Anzahl afrikanischer Küchenfrauen bekocht, ist Gast traditioneller Feste, erlebt Geistheilungszeremonien und lernt afrikanisches Alltagsleben sowie einander kennen.
Werner, ein Seminarteilnehmer, macht sich alleine auf den Weg zum Markt und kommt nicht mehr zurück. Die anfängliche Besorgnis weicht bald der Befürchtung, von einem Verbrechen ausgehen zu müssen.

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Vor einem Jahr war sie von einer Freundin zu einem Steinbruchfest mitgenommen worden. Während dieses Fests waren pausenlos Trommeln zu hören gewesen. Einige Leute hatten Instrumente mit und es entstand etwas abseits ein sich stets vergrößernder Kreis von Trommelnden, die einen ununterbrochenen Strom von Musik produzierten, der nach und nach die restlichen Festgäste anzog. Das Fest verlagerte seinen Mittelpunkt und es wurde die ganze Nacht getanzt. Für Vera war es das erste Erlebnis dieser Art und prägend.

Am nächsten Tag schon saß sie am Computer und googelte „trommeln“, kam auf die Djembestudio-Site und buchte nach einem kurzen und netten Telefongespräch mit dem Leiter der Percussionschule einen Trommelkurs, der tatsächlich - und das interpretierte sie als untrügliches Zeichen dafür, die richtige Entscheidung getroffen zu haben - noch in derselben Woche beginnen würde.

David, der Kursleiter, entpuppte sich als die Personifizierung des netten Telefongesprächs, und von da an pilgerte Vera jeden Dienstag zu ihrem Trommelkurs, genoss die eineinhalb Stunden, die für sie aufgrund ihres ausgeprägten Rhythmusgefühls nicht mit übermäßiger Konzentration belastet, sondern reines Vergnügen waren. Als die Reise nach Bamako ausgeschrieben wurde, entschloss sie sich sehr schnell, daran teilzunehmen. Ihr Chef genehmigte den Urlaub und so fand sie sich mit den restlichen Teilnehmern an einem kalten Jännermorgen erwartungsvoll am Flughafen ein.

Der Zufall wollte es, dass sie den achtstündigen Flug neben Markus absolvierte, was ihr ganz recht war. Ihr gefiel der Mann, der, abgesehen von seinem attraktiven Beruf - er war Arzt - auch noch gut aussah und nett war. Diese Nettigkeit bedenkenlos überstrapazierend, bombardierte sie ihn, kaum dass sie neben ihm saß, mit Fragen: Wann er denn zu trommeln begonnen hätte? Vor einigen Jahren mit Unterbrechungen. Ob er schon in Afrika gewesen sei? Ja, mit Ärzte ohne Grenzen in Mocambique. Ob er verheiratet sei? Nein, bis jetzt hätte sich das mit seinem Beruf und seinen vielen Reisen nicht vereinbaren lassen. Ob er auf seinen Reisen schon mal krank geworden sei? Öfter. Wie viele Rhythmen er spielen könne? Er habe noch nicht nachgezählt. Er trommle zur Entspannung und habe keinen Ehrgeiz. Wie die Afrikaner so seien? Und so weiter. Markus wurde bald von Müdigkeit überwältigt und nickte ein.

Ein wenig enttäuscht, weil das Gespräch zu Ende war, bevor es sich in Richtung Flirt hatte entwickeln können - andererseits war ja noch nicht aller Tage Abend, schließlich hatte man noch drei Wochen gemeinsamen Aufenthalts vor sich - wandte sie sich ihrer rechten Sitznachbarin zu, einer kleinen, drahtigen Frau mit sehr kurzen blonden Haaren, einem scharf geschnittenen Gesicht und einem noch schärferen Verstand - was Vera hätte bemerken können, wenn das eine Kategorie gewesen wäre, die in ihrer Wahrnehmung eine Rolle gespielt hätte. Für Vera war Pia - so hieß die Frau - einfach eine weitere Möglichkeit, die Langeweile, die sich bei diesen Flügen unweigerlich für sie einstellte, ein wenig zu zerstreuen.

„Wie lange trommelst du schon?“ Eröffnete sie das Gespräch.

„Drei Jahre”, kam die dreisilbige Antwort, unter anderem deshalb, weil Pia in ein Buch vertieft war, was von Vera beinhart ignoriert oder - wahrscheinlicher - nicht einmal registriert worden war.

„Drei Jahre! Da kannst du sicher schon viel, oder? Warst du schon einmal in Afrika?“

„Wie man´s nimmt und nein.“

Veras leicht verwirrtem Gesichtsausdruck war zu entnehmen, dass sie von dieser knappen Aussage einigermaßen überfordert war, was Pia ebenso belustigte wie nervte. So hatte sie diese Frau schon am Gate eingeschätzt und gleich beschlossen, sie nicht unter die näheren Reisebekanntschaften einreihen zu wollen, bis sie dann resignierend feststellen musste, dass ausgerechnet diese etwas nuttig aussehende Person den Platz neben ihr besetzte. Wie zu erwarten und zu Pias Erleichterung hatte Vera sich aber sofort mit dem männlichen Sitznachbarn beschäftigt, der nun leider eingeschlafen war. Deshalb war sie jetzt dran und beschloss, es hinter sich zu bringen.

„Wie man´s nimmt bezieht sich auf deine Frage nach meinem Können: Was verstehst du unter „viel“? Gemessen woran? Und nein heißt: Nein, ich war noch nicht in Afrika.“

Sollte Vera irritiert gewesen sein angesichts dieser nicht besonders gutmütigen Antwort, so ließ sie es sich nicht anmerken.

„Naja”, sagte sie, „mehr als ich wirst du schon können. Ich trommle ja erst seit einem Jahr.“

„Also gemessen an dir. Ja, das ist anzunehmen.“

„Wenn alle anderen auch schon so viel getrommelt haben wie du, dann werde ich ja gar nicht mitkommen!“

„Da würd ich mir keine Sorgen machen. David regelt das sicher, wahrscheinlich macht er zwei Gruppen.“

„Kennst du den afrikanischen Trommellehrer?“

„Seydu? Ja, bei dem hab ich schon einen Workshop gemacht.“

„Und? Wie ist der so?“

„Damals war er sehr nett. Fachlich kompetent und ein guter Lehrer. Sehr aufbauend und tolerant.“

„Kann der überhaupt deutsch?“

„Kaum. Muss er aber nicht können. Er spielt vor und du spielst nach. Wenn es Verständigungsschwierigkeiten gibt, hilft David.“

„Kannst du französisch?“

„Geht so - ich kann mich verständigen.“

„Was glaubst du, wie die Zimmer dort sind? Angeblich europäischer Standard.“

„Woher soll ich das wissen? Ich war ja noch nicht dort.“

Du quasselst, um die Zeit totzuschlagen, dachte Pia und versuchte, indem sie sich wieder ihrer Lektüre zuwandte, durch unmissverständliche Körpersprache zu verdeutlichen, dass sie an einer Weiterführung der Fragestunde nicht interessiert war. An Vera indes war dieser Wink mit dem Zaunpfahl vergeudet. An ihre Adresse musste schon ein klares und kräftiges „Aus!“ und „Sitz!“ gesendet werden - soweit war Pia noch nicht. Nicht gleich am Anfang das ganze Pulver verschießen. Obwohl....vielleicht wäre das doch die bessere Strategie, damit die Positionen sofort klar sind. Aber da ließ Vera schon die nächste Frage vom Stapel:

„Und du bist allein unterwegs?“

„Nein.“

Vera schaute zu der Frau, die schlafend neben Pia saß, den Kopf an deren Schulter gelehnt.

Sie deutete auf sie und sagte: „Ah! Mit einer Freundin?“

„Mit meiner Freundin”, deutliche Betonung auf „meiner“.

„Ach so!“ Verwirrung zeichnete sich in Veras Gesicht ab, „ach so!“ sagte sie gleich noch einmal und dann: „Ich hab eh nichts gegen Lesben.“

„Ich hab auch nichts gegen Heteros”, versetzte Pia, ihre Standardantwort auf Bemerkungen dieser Art. Veras natürlicher Selbstschutz gegen Ironie und Sarkasmus drohte feine Risse zu kriegen, und in dem hilflosen Versuch, den zweiten Fuß aus dem Fettnäpfchen herauszuhalten, stapfte sie fröhlich weiter hinein und versank mit ihrer nächsten Äußerung noch um einiges tiefer darin:

„Naja, wir sind ja sozusagen der Normalfall.“

Bis zum Abwinken war Pia vertraut mit solchen Gesprächen, sie wusste, wie es weitergehen würde, sie war es müde, sich zu rechtfertigen, und wollte schon zu einer bissigen Erwiderung ansetzen, als sie Veras argloses Gesicht sah und sich dachte: die meint es nicht so, sie ist einfach nur ein bisschen dumm - wie die meisten - und den Aufwand nicht wert, und so sagte sie gar nichts und versuchte wieder zu lesen.

Vera fühlte sich jetzt ein wenig unbehaglich - war sie zu weit gegangen? - und wartete, ob Pia nicht doch noch irgendetwas sagen würde, aber als nichts kam, raffte sie sich zu so etwas wie dem Versuch einer Schadensbegrenzung auf:

„Bist du jetzt sauer?“

Widerwillig riss sich Pia von ihrer Lektüre los und sah Vera an. Unter der zentimeterdicken Schminke war nichts als „tut mir leid, wenn ich dich beleidigt habe, das wollte ich nicht, aber es ist doch so, ihr seid die Ausnahme und das wird man wohl noch sagen dürfen, was war da jetzt so schlimm dran?“ Genervtheit und Verständnis für diese wahrscheinlich gutmütige, aber etwas beschränkte Person rangen in Pias Innerem miteinander, bis Verständnis durch die Vermittlung von Resignation gewann.

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