Ulli Sanou - Aus dem Rhythmus

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Ein Trommelworkshop in einem Seminarhof am Rande Bamakos, der Hauptstadt Malis: Das illustre Grüppchen europäischer Musikbegeisterter nimmt Unterricht bei Seydu, dem malischen Djembemeister und Ma, der Tänzerin. Man wird von einer Anzahl afrikanischer Küchenfrauen bekocht, ist Gast traditioneller Feste, erlebt Geistheilungszeremonien und lernt afrikanisches Alltagsleben sowie einander kennen.
Werner, ein Seminarteilnehmer, macht sich alleine auf den Weg zum Markt und kommt nicht mehr zurück. Die anfängliche Besorgnis weicht bald der Befürchtung, von einem Verbrechen ausgehen zu müssen.

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„Ja. Ab zwölf Teilnehmern macht es Sinn für mich. Und du?“

„Was, ich?“

„Ja du! Kommst du mit?“

„David! Ich kann mir das nicht leisten!“

„Du müsstest nur den Flug zahlen. Ich könnte Unterstützung brauchen.“

Die erste organisierte Reise nach Bamako hatte er alleine durchgezogen, aber es war anstrengend gewesen. Er hätte diesmal gerne Maithe als Assistentin mitgenommen, um einige der täglich anfallenden Aufgaben delegieren zu können.

„Ich denk darüber nach.“

„Okay. Wann schätzt du, wirst du zu einem Ergebnis gekommen sein?“

„Wann musst du es wissen?

„In einer Woche.“

„Ich sag dir in einer Woche Bescheid.“

„Gut. Und Maithe: Er wird dir in den drei Wochen schon nicht untreu werden.“

„Sehr witzig. Diese Angst hab ich nicht! Aber ich hab wenig Lust, gerade jetzt weg zu fahren.“

„Wo bleibt dein musikalischer Ehrgeiz? Weiterbildung und so? Immerhin unterrichtest du im Djembestudio!“

„Ja, aber ich bin schwer verliebt! Kannst du das nicht nachvollziehen?“

Ehrlich gesagt: nein, dachte David.

„Ehrlich gesagt: nein”, sagte er.

„Da bist du eben anders als ich. Ich werde gründlich nachdenken und eine Entscheidung treffen. Okay?“

„Na dann bis heute Abend.“

Es stimmt, sinnierte David, ich bin anders. Anders als die meisten, die ich kenne. Für mich steht die Musik an erster Stelle. Ich kann mir keine Frau vorstellen, die mich von einer Afrikareise abhalten könnte.

Er wandte sich Werner Kozciks Anmeldung zu und schickte ihm eine Antwort mit allen relevanten Informationen über Mali, Impfempfehlungen, den Formularen für Visaansuchen, Tipps allgemeiner Natur bis hin zu verschiedenen Flugbuchungsmöglichkeiten.

Dann lehnte er sich zurück und überlegte die nächsten Schritte. Als erstes mussten die Afrikaner informiert werden. In zwei Monaten würde der Workshop starten und es mussten einige Vorbereitungen getroffen werden. Also Seydu anrufen.

„Hallo?“

„Seydu! Wie geht´s? Alles in Ordnung? Familie okay?“

„David! Ja, alles in Ordnung, und bei dir?“

„Bestens! Seydu, es gibt genügend Anmeldungen, wir machen den Workshop.“

„Gut.“

Falls Seydu zu Luftsprüngen neigte, waren sie weder zu sehen noch zu hören. Er nahm die Tatsache, dass sein minimales Budget ab Mitte Jänner enorm aufgebessert werden würde, mit demselben Gleichmut zur Kenntnis wie er eine Absage akzeptiert hätte.

„Du musst 20 Djemben vorbereiten.“

„Okay.“

„Und sag Bakary Bescheid.“

„Okay.“

Bakary, der Dundunspieler, mit dem Seydu fast alle Festaufträge bestritt, war ein lustiger, stets zu Scherzen aufgelegter Familienvater mit sechs Söhnen und einer kleinen zarten Frau, der man diesen Kinderreichtum niemals zugetraut hätte. Im Gegensatz zu Seydu, auf den man sich weitgehend, aber nicht immer verlassen konnte, war Bakary die Zuverlässigkeit in Person: pünktlich auf die Minute, umsichtig, immer da, wenn man ihn brauchte und überaus hilfsbereit. Musikalisch solide, aber nicht genial. Seydu hingegen....

Davids Gedanken schweiften Jahre zurück: Carrefour des Jeunes - eine Art Kulturzentrum in Bamako. Hier probten jeden Nachmittag lokale Gruppen, sogenannte „Ballets“. Bis in die 90-er Jahre hatte Mali eine gut organisierte Kulturpolitik. Im Zuge der Unabhängigkeit von den Kolonialländern waren in mehreren westafrikanischen Ländern Nationalballets entstanden, riesige Ensembles aus Musikern und Tänzerinnen, die opulente Bühnenstücke mit meist traditionell magischen Inhalten, rasanter Musik, feurigen Tänzen und Akrobatikeinlagen aufführten. Die Besten des Landes wurden geholt und in allen Städten und Dörfern wurde fleißig geprobt in der Hoffnung, Ensemblemitglied des Nationalballets zu werden, was nur wenigen vergönnt und überdies schlecht bezahlt, aber mit der Möglichkeit verbunden war, an Tourneen ins benachbarte Ausland und sogar nach Europa oder Amerika teilzunehmen.

In diesem Carrefour des Jeunes saß David Tag für Tag mit seinem damaligen Lehrer und ließ sich in der Kunst des Djembespiels unterweisen. Es war sein erster Afrikaaufenthalt und er war noch in den Anfängen, aber er lernte schnell. Nachmittags übte er auf derselben Parkbank, auf der er vormittags seinen Unterricht gehabt hatte. An Publikum fehlte es nicht. Stets war er umringt von Kindern mit von Rotz verschmierten Gesichtern, kichernden Frauen, die auf ihren Köpfen große Schüsseln balancierten, deren Inhalt von Bananen bis zu Zahnbürsten reichte, arbeitslosen Männern und Jugendlichen, die ihn um Zigaretten anschnorrten und Omas, die vor Erstaunen über den sich abmühenden Tubab, wie sie die Weißen nannten, in die Hände klatschten und zum Gaudium aller ein paar Tanzschritte vom Stapel ließen. Das brachte ihn jedes Mal in Verlegenheit, denn er wusste, wie ein Trommler für Tänzerinnen zu spielen hatte, war allerdings noch weit entfernt davon, das auch umsetzen zu können. Aber die Frauen erwarteten von einem Weißen natürlich nichts und hatten auch so ihren Spaß. Irgendwann gewöhnte sich David an diese Szenerie und konnte sie auch bis zu einem gewissen Grad genießen, zumal die Leute durchaus wohlwollend um ihn herumstanden.

Die ersten Male war die Situation für ihn allerdings so unangenehm gewesen, dass er zu den Umstehenden sagte: “Bitte lasst mich allein, ich muss mich konzentrieren und kann das nicht, wenn ihr alle zuseht.“ Noch heute erheitert ihn diese Erinnerung. Wahrscheinlich war er den Afrikanern vorgekommen wie jemand von einem anderen Stern. Allein sein zu wollen war für sie ein vollkommen absurdes Bedürfnis. Aber sie akzeptierten es und gingen. Fünf Minuten später waren jede Menge Andere da.

Am Nachmittag aller Nachmittage sehen wir David auf eben dieser Parkbank sitzen, neben ihm ein anderer Tubab, der ebenfalls eine Djembe zwischen den Beinen hält und nicht besonders erfolgreich versucht, einen durchgehenden Basisrhythmus zu halten, während David sich abmüht, seine vor einigen Stunden gelernten Solophrasen dazu zu spielen, was durch die Unfähigkeit des Basisspielers regelmäßig vereitelt wird. Die Rettung naht in Form eines vorbeiflanierenden Djembespielers, der die Situation sofort erfasst, den Basisspieler ersucht, ihm die Trommel zu überlassen, und mit David spielt - eine Erleichterung. Aber das Vergnügen ist von kurzer Dauer und das mühsame Spiel beginnt von vorne. Ein weiterer Djembespieler kommt vorbei, das gleiche Szenario läuft ab. Und dann - Vorhang auf! Tusch! - kommt ein dritter.

„Wie in den Märchen“, dachte David im Rückblick, „da sind es auch immer drei.“

Der dritte war ebenso jung und arm wie alle anderen vorher. Seine Hose sah aus, als wäre sie seine einzige, und allzu viele T-shirts zum Wechseln schien er auch nicht zu besitzen. Er sagte nicht viel, nahm sich die zweite Djembe und begann mit David zu spielen. Der wusste gar nicht, wie ihm geschah, empfand plötzlich einen Sog, der ihn beflügelte, sodass er sofort nachspielen konnte, was ihm dieser Musiker vorspielte. Was vorher Arbeit gewesen war, wurde auf einmal ganz leicht. Ihm war, als hätte er sich in einen Energiestrom eingeklinkt, der eindeutig von diesem Trommler ausging. Der Aufenthalt im siebten Trommlerhimmel dauerte eine ganze Weile, bis der junge Djembespieler aufstand und nach einem kurzen Grußwort gehen wollte.

„Warte!“ Rief David, aus einer Art Trance erwachend, „wie heißt du?“

„Seydu.“

„Ich bin David. Ich will mit dir lernen.“

Damals wie heute ohne groß Emotionen zu zeigen, willigte Seydu ein. Sie vereinbarten einen Zeitpunkt am nächsten Tag und somit stand David vor der schwierigen Aufgabe, seinem Noch-Djembelehrer zu kündigen, was, von außen betrachtet, einfach war - er sagte es ihm mit ein paar beschönigenden Worten („Ich möchte auch mit anderen Lehrern arbeiten, andere Stile kennenlernen“, usw) und sein nunmehr bereits Ex-Lehrer nickte, Akzeptanz vorspielend - aber beide wussten, dass es sich um einen Gesichtsverlust handelte und dazu noch um eine finanzielle Einbuße, was dem Mann zusetzte, aber nie offen ausgesprochen wurde. Hinter vorgehaltener Hand wurde David zugetragen, wie gekränkt sein Ex-Lehrer sei und dass er beabsichtige, ihn aus seiner Hütte, die er für ihn organisiert hatte, zu werfen, wenn er nicht zu ihm zurückkäme. David stellte sich dumm und blieb bis zu seiner Abreise zwei Monate später in ebendieser Hütte.

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