null Libert - Ein Sommer vor dem Krieg

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Ein junger Engländer hat vom deutschen Reichsrundfunk den Auftrag erhalten, eine Reisereportage über einen Segeltörn entlang der nordfriesischen Küste zu verfassen. Auf dieser Reise begleiten ihn eine Hamburger Reedertochter und ihre Freundin. Später stößt ein an der Botschaft seines Landes in Berlin tätiger Italiener zu ihnen.
Es soll eine unbeschwerte Sommerreise werden, doch die politischen Realitäten lassen sich nicht verdrängen. Die Gegenwart des Sommers 1937 wird geprägt von den Jahren, die danach kommen, und die Rauchsäule am Horizont wird zur Schrift an der Wand.
In diesem Spannungsfeld suchen vier junge Menschen einen Weg für ihr privates Glück.

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Luise, die wortkarg geblieben war, hatte sich unter Deck zurückgezogen, um, wie sie erklärte, in ihren Reiseführern zu stöbern.

Ein großes weißes Passagierschiff kam ihnen entgegen. Sie fuhren dicht daran vorbei. Hoch ragte die Bordwand über ihnen. An der Reling standen Menschen und winkten zu ihnen herunter. Sie winkten zurück.

„Das ist das KdF-Schiff, das von Norwegen zurück kommt“, erklärte Luise sachkundig. Sie war wieder an Deck. Man sah Anthonys Miene an, dass er nichts verstand. „Kraft durch Freude“, erklärte Marie an Luises Stelle. „Vom Reichsarbeitsdienst. Damit kannst du für 55 Mark acht Tage lang die norwegische Küste bereisen.“

„Ist das nicht billig?“ fragte Anthony.

„Das ist billig“, bestätigte Marie, die die Reise schon gemacht hatte. Als Mitarbeiterin der Pressestelle der UFA war sie bevorzugt bei der Zuteilung. Es war peinlich gewesen, weil ihr Chef mitgereist war und sich vergeblich ein Abenteuer erhofft hatte.

Auf der Höhe von Brunsbüttel war die Elbe bereits fast zwei Seemeilen breit.

„Was ist das?“ fragte Marie, die am anderen Elbufer, auf der Brunsbütteler Seite, sich bewegende Schiffsmasten hinter dem Deich zu sehen meinte.

„Du Dösbattel, das ist der Kaiser-Wilhelm-Kanal, musst du doch wissen“, wies Luise sie fröhlich zurecht. „Da kannst du direkt von der Elbe in die Ostsee schippern.“ Sie schien jetzt wieder guter Dinge zu sein.

Marie schwieg beschämt. Geographie war nicht ihre Stärke.

Anthony sah interessiert hinüber.

Sie segelten nun dicht am Südufer der Elbe, vor einem hohen grünen Deich, über den schlanke spitze Kirchtürme ragten. Das andere Elbufer wich immer weiter von ihnen zurück.

Dann erreichten sie Cuxhaven. Es war noch früher Vormittag, als sie im Hafen festmachten. Wie von Anthony vorhergesagt hatten sie für die Strecke von Glückstadt bis hierher nicht einmal fünf Stunden benötigt. Zuletzt hatte der Ebbstrom stark an Kraft verloren. Nicht mehr lange, dann würde die Flut die Wassermassen von der Nordsee zurück in den Strom pressen, das ewige Ein- und Ausatmen des Meeres.

Sie vertraten sich die Beine an Land und gingen mittags in einem Hotel essen. Cuxhaven selbst fanden sie nicht interessant. Sie waren bald wieder an Bord und warteten auf das ablaufende Wasser.

„Vor uns ist doch das Meer“, meinte Marie vorsichtig, die nicht gern ihre Unkenntnis von allem Seemännischen preisgab. „Ich dachte nicht, dass wir dann immer noch den Einfluss von Ebbe und Flut ausgesetzt sind.“

„Das ist richtig“, erklärte Anthony. „Von hier aus sind es an die 36 Seemeilen bis Helgoland. Aber ungefähr die Hälfte davon sind wir noch im Mündungsgebiet der Elbe, und damit von Ebbe und Flut betroffen. Auf offener See müssen wir uns nicht mehr darum kümmern.“

Während sie sich auf der Cuxhavener Seite hielten, entschwand die gegenüberliegende Küste Schleswig-Holsteins allmählich ihren Blicken. Vor ihnen lag die offene See. Marie wurde es schummrig zumute. Das Boot verhielt sich anders. Vorher war es ein ruhiges Gleiten gewesen, ein leichtes Wiegen im Wind. Jetzt hatte sie das Gefühl, erst hochgehoben, dann fallengelassen zu werden, und das in ewiger Wiederholung. Sie befürchtete, seekrank zu werden und versuchte, sich abzulenken. Nicht immer daran zu denken.

Sie beobachtete Anthony. Offenbar bereitete es ihm keine Schwierigkeit, stundenlang zu schweigen, wenn er sich auf einem Segelboot befand. Seine ganze Konzentration galt dann den Elementen Wind und Wasser, die auf das Boot einwirkten. Gleichzeitig wirkte er dabei völlig gelassen und zündete sich eine Pfeife nach der anderen an. So entspannt und in sich ruhend hatte sie ihn noch nie erlebt. Nie war er bei dem, was zu tun war, hektisch, auch nicht, wenn er offenbar Eile für geboten hielt. Das Boot und er wirkten wie eine Einheit, das Boot war Teil seiner Person. Bei Künstlerfreunden in Berlin hatte sie diese Fokussierung auf einen Gegenstand und eine Tätigkeit erlebt. Vielleicht, dachte Marie, musste man diese Fähigkeit der alles andere ausblendenden Konzentration auf eine Sache haben, um ein so erfolgreicher Sportler wie Anthony zu sein. Für Anthony war das Segeln eine Kunst.

Vielleicht, so dachte Marie weiter, war dies die Ursache des nächtlichen Streits gewesen. Vielleicht hatte Luise etwas besprechen wollen, das ihr auf dem Herzen lag, und Anthony hatte sich nicht darauf eingelassen. Wieviel Platz war für Luise, wenn er auf dem Boot war? War dies ein Konflikt? Konnte ihre Freundin das akzeptieren oder versuchte sie es zu ändern? Jetzt jedenfalls ließ sie ihn in Ruhe. War das alles eine neue Erfahrung für sie?

Marie war sich bewusst, dass dies ein Schönwettertörn war – soviel hatte sie begriffen –, der für einen Segler wie Anthony keine Herausforderung darstellte. Für ihn konnte es nicht mehr wie ein Spaziergang vor der Haustür sein. Aber er ließ kein Nachlassen in seiner Konzentration erkennen.

Um sich weiter abzulenken, widmete sie ihre Aufmerksamkeit den Schiffen, denen sie begegneten. Es waren vor allem Frachtdampfer, die ihnen von der offenen See her entgegen kamen und sie im engen Abstand passierten.

Eines dieser Schiffe fiel ihr auf, das linker Hand – ‚backbord’, wie sie gelernt hatte – am Horizont aufgetaucht und allmählich größer geworden war, doch deutlich langsamer als alle anderen. Als sie näher kamen, sah sie den Grund hierfür: Das Schiff kam ihnen nicht entgegen. Es saß fest auf einer Sandbank. An Bord war niemand zu sehen.

„Was ist mit dem passiert?“ fragte sie erstaunt.

„Aufgelaufen“, erwiderte Anthony knapp – warum viele Worte über das Offensichtliche verlieren?

Marie war gereizt. „Das sehe ich. Aber wie kann so etwas passieren? Die anderen laufen doch auch nicht auf.“

Anthony bequemte sich nun zu einer ausführlicheren Antwort.

„Es ist hier nicht immer so gemütlich wie heute. Und das Fahrwasser ist eng. An beiden Seiten drohen Untiefen. Stell dir eine dunkle Nacht vor, Regenschauer, Nebel, ein Sturm. Da geht die Orientierung schnell verloren. Du wirst abgetrieben. Du strandest, vielleicht sogar bei Hochwasser. Du kommst nicht frei, so sehr du auch die Maschinen volle Kraft rückwärts laufen lässt. Dann kommt die Ebbe, und das Schiff sitzt endgültig und unwiederruflich fest. Es wimmelt hier von Wracks, dies ist nur eines. Die Deutsche Bucht ist ein Schiffsfriedhof“, schloss er.

„Oh“, sagte Marie. Mehr fiel ihr nicht ein. Sie war beeindruckt. Und stellte zwischenzeitlich zu ihrer Erleichterung fest, dass sie offenbar von der Seekrankheit verschont wurde.

Die Sonne machte sich daran ins Meer zu versinken, als sie sich endlich ihrem Ziel näherten. Zuerst war es ein dunkler Fleck, der die ferne Horizontlinie unterbrach, im Dunst verschwimmend. Als die Lena Winzig näher heran kam, erhob sich vor ihnen das abgeflachte Felsmassiv aus dem Meer.

„Es ist eigentlich eine englische Insel“, erklärte Anthony beiläufig, während der rote Felsen vor ihnen größer wurde. „Wir haben es euch geschenkt.“

„Du Klugschieter“, meinte Luise. „Von wegen geschenkt. Ihr habt Sansibar dafür bekommen. Ich hab nämlich im Schulunterricht aufgepasst. Und von wegen ‚englisch’: Helgoland war ein Teil Schleswigs und hat lange Zeit den Dänen gehört. Ihr habt ihnen die Insel geklaut.“

Anthony sah sie verwirrt an. „Was meinst du mit ‚denen’?“

Luise und Marie sahen sich an und kicherten. „Die Dänen! Schon mal was von Hamlet gehört, Prinz von Dänemark?“

„Ach, die Dänen“, sagte Anthony. „Aber was hat Hamlet mit Helgoland zu tun?“

Die beiden Frauen brachen in lautes Gelächter aus. Für einen Moment schien Luise die düstere Stimmung vergessen zu haben, mit der sie sich seit der vergangenen Nacht in Glückstadt umgab.

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