Karl Blaser - Die Stille im Dorf

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"Das Glück lässt sich nicht einfangen wie ein entlaufenes Schaf"
Ein kleines Dorf in der Eifel, ein raues, ursprüngliches Stück Deutschland. Mit höchst authentischen Charakteren – im Mittelpunkt das junge Bauernmädchen Margarete und ihre Familie – lässt Karl Blaser seine Leser die Kriegs-, Wiederaufbau- und die Wiedervereinigungs-Jahre nachempfinden. Ein Lehrstück fürs Leben, das von menschlichen Abgründen, Ängsten und Unzulänglichkeiten ebenso erzählt wie von Sehnsucht und Hoffen, von Auf- und Abstieg, Abschied und immer wieder Neuanfang.

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»Mein Gott! Mein Gott! Johann!«

»Ja, was denn?«

»Komm! Komm schnell! Margarete liegt hinten auf der Wiese. Sie krümmt sich vor Schmerzen!«

Johann, dem es recht kommt, das Spiel zu unterbrechen, lässt die Karten fallen. Er eilt in die Speisekammer.

»Mein Gott, Margarete!«

Johann läuft zurück in die Küche.

»Kommt mit, ihr müsst mir helfen! Margarete liegt hinter dem Haus auf der Erde.«

Jupp und Rudi reißt es von den Stühlen. Sie folgen Johann in den Keller, dann durch den dunklen Flur. Aus einem der Räume führt eine Treppe in den Garten.

»Es scheint, als sei sie aus dem Fenster gefallen«, sagt Johann aufgeregt.

»Sieht ganz so aus«, antwortet einer der beiden Skatbrüder.

»Mein Gott, die Arme«, sagt der andere mit piepsiger Stimme.

»Schnell, heben wir sie vorsichtig hoch. Tragen wir sie ins Haus!«

Margarete ist jetzt bewusstlos. Aber sie atmet. Die Männer schleppen sie nach oben in ihr Zimmer und legen sie aufs Bett.

*

Es ist der zehnte April, Ostersonntag. Das vierte Kriegsostern im vorletzten Kriegsjahr. Während die Menschen im Dorf sich in der Frühe zu Fuß aufmachen, um in der Pfarrkirche Sankt Stephanus im Nachbarort Christi Auferstehung zu feiern, liegt Margarete mit schweren Kopfschmerzen in ihrem Krankenbett. Die Rote Armee befreit an diesem Tag die Stadt Odessa am Schwarzen Meer von der deutschen Besatzung, die dort ihren Nachschub für die auf der Krim stationierte 17. deutsch-rumänische Armee lagert. In Mantua und Verona werden an diesem Tag 935 italienische Juden verhaftet und nach Auschwitz deportiert.

Das Dorf weiß von allen diesen Vorgängen auf der Welt nichts, und Anna hat andere Sorgen. Sie wacht am Bett ihrer Tochter. Seit zwei Tagen hält sie nun schon ihre Hand und wartet auf den Doktor, der längst hätte da sein müssen. Sie schaut aus dem Fenster in die Ferne. Sie spürt, dass das Wetter umschlägt. Ein Windstoß.

Die Äste der Bäume auf der Streuobstwiese wanken.

Das Dorf hat sich zum Osterhochamt versammelt. Die Tochter liegt auf dem Bett. Sie schläft. Anna öffnet das Fenster. Dann nimmt sie einen Waschlappen, presst ihn über der Wasserschüssel mit beiden Händen aus. Sie legt ihn auf Margaretes Schläfen. Ein Luftzug weht durch den Raum. Margaretes Lider zittern, sie schlägt vorsichtig die Augen auf, erkennt das Gesicht der Mutter. Die Tochter lächelt. Aber auf Annas Frage, was denn passiert sei, kann sie keine Antwort geben.

»Kopf«, ist das einzige Wort, das sie hervorbringt.

Margaretes Erinnerung an den Fenstersturz scheint wie weggeblasen. Ihr Atem ist schwach. Sofort schläft sie wieder ein. Anna macht weiter Umschläge aus Kamillenblüten und bandagiert damit Margaretes Kopf. Wo der Arzt nur steckt?

»Der muss jeden Augenblick kommen«, sagt Johann mit lauter Stimme, als er gereizt aus der Kirche wiederkommt und ins Zimmer poltert. »Der kriegt ein Problem, wenn er sich nicht bald hier blicken lässt.«

»Geh«, sagt Anna. »Schau mal nach den Polen. Heute ist Ostern. Da wirst du sie doch nicht hungern lassen?«

Johann verschwindet mürrisch aus dem Raum. Er zieht, wenn auch widerwillig, seine braune Uniform aus, streift seine Hitlerbinde ab und schlüpft in seine Arbeitshose. Dann steckt er seinen Kopf wieder durch die Tür des Schlafzimmers. Anna sitzt noch am Bett, in der Hand einen Rosenkranz.

»Ich schau mal nach, was die Arbeiter treiben. Ich habe sie im Hochamt gesehen. Sind sogar brav zur Kommunion gegangen, die drei verdreckten katholischen Polacken.«

»Die haben wenigstens einen Gott und ein Gebot. Den Herrgott interessiert es nicht, ob jemand gewaschen ist«, antwortet Anna mit bitterer Stimme.

»Was willst du damit sagen?«, fragt Johann mit spitzer Zunge.

Anna schweigt. Johann macht einen großen Satz durch die Kammer. Mit einem lauten Schlag verriegelt er das Fenster.

»Willst du unser Töchterchen umbringen? Sie holt sich ja noch eine Lungenentzündung bei dem Durchzug«, schimpft er.

»Geh jetzt! Geh, und kümmere dich wenigstens heute mal um den Hof. Lass nicht immer andere deine Arbeit tun«, antwortet seine Frau.

Johann wirft seinem Weib einen missmutigen Blick zu. Irgendetwas muss im Hochamt vorgefallen sein. Vielleicht ist die Osterpredigt des Pfarrers, den Johann unter Beobachtung hat, nicht nach dem Geschmack des Ortsbauernführers ausgefallen. Vielleicht läuft es an der Front nicht rund, wer weiß, denkt Anna.

»Sag mir Bescheid, wenn Margarete wieder zu sich kommt«, sagt er.

»Mach ich.«

Johann verlässt das Schlafzimmer und steigt die Treppenstufen hinab.

Im Haus ist es still. Erst gegen Abend trifft endlich der Landarzt ein: Doktor Prinz. Er wirkt müde und abgekämpft, und er hat Hunger. Seine tiefliegenden Augen sind mit schwarzen Rändern unterlegt, die Wangen eingefallen. Er ist von eher kleiner, zierlicher Gestalt. Das Gesicht trägt jungenhafte, fast weibliche Züge, und sein Alter ist schwer zu schätzen. Die Menschen wissen nicht viel über ihn, nur, dass er nicht verheiratet ist. Was ihn hierher in diese Gegend verschlagen hat, kann niemand sagen. Jedenfalls kommt er nicht von hier. Sein Hochdeutsch hat irgendeinen regionalen Einschlag, aber Anna, die nie über die Eifel hinausgeschaut hat, kennt sich mit Mundarten nicht sonderlich aus. Bayerisch ist es jedenfalls nicht, es ist auch kein schwäbischer Akzent. In dem Haus, in dem der Doktor lebt, hat zuvor ein Jude gewohnt. Immerhin hat dieser Prinz als Arzt einen guten Ruf.

»Möchten Sie eine Tasse heiße Kuhmilch? Die kommt frisch aus dem Euter.«

»Sehr gerne«, antwortet der Doktor. Er berichtet, dass im Ruhrgebiet, wo seine Mutter lebe, nur noch wenige Züge führen, da die Gleise bombardiert würden. Die intakten Bahnen stünden unter dem Beschuss britischer Tiefflieger.

»Ich habe Angst, dass meiner Mutter etwas passiert ist. Ich habe seit zwei Wochen nichts mehr von ihr gehört«, erzählt der Arzt.

Hier in der Eifel sei es dagegen friedlich wie im Garten Eden. Anna stutzt etwas. Vielleicht ist der Ruhrpott ja seine Heimat, denkt sie.

»Nun ja«, antwortet Anna, »wie man‘s nimmt. Sehen Sie sich nur meine Tochter an. Sie ist aus dem Fenster gestürzt. Ich mache mir große Sorgen um sie.«

Der Arzt nimmt einen großen Schluck aus der Tasse mit der heißen Milch, dann greift er nach seiner Ledertasche.

»Wo ist die Patientin?«

»Oben im Schlafzimmer.«

Anna geht voraus, der Arzt trabt ihr hinterher, die engen Stiegen hoch in den ersten Stock zu Margarete. Sie schwitzt und faselt im Wahn. Es sind unverständliche Wortfetzen, die sie hervorbringt.

»Ihre Tochter hat Fieber«, erklärt der Arzt. Er beginnt, sie abzutasten, klopft auf Brust und Bauch, zieht an den Armen, tastet die Füße ab nach Reflexen. Margarete öffnet einen Spalt weit die Augen. Ihr Gesicht glüht. Ihre Lippen bewegen sich, als wolle sie etwas sagen.

»Sie hat eine Gehirnerschütterung!« Doktor Prinz ordnet kalte Wadenwickel an. »Die senken das Fieber. Wie ist das passiert?«

Anna schüttelt nur unwissend mit dem Kopf. Es habe einen Knall und einen Schrei gegeben. Erst ein Knall, dann der Schrei. Man sei nach hinten gelaufen, habe die Tochter, am Boden liegend, sich krümmend vor Schmerzen, auf der Streuobstwiese unter dem Apfelbaum vorgefunden.

»Ruhe, Ruhe, Ruhe und nochmals Ruhe«, verordnet der Arzt. »Eigentlich müsste sie ins Krankenhaus zur Beobachtung, aber das ist zwecklos. Der Transport schadet ihr mehr, als dass er nützt. Sie muss viel trinken!«

»Ja«, antwortet Anna. »Ich achte darauf.«

Der Arzt klappt seinen Koffer zu. Er fühlt noch einmal Margaretes Puls.

»Schimpfen Sie nicht mit ihr, wenn sie wieder zu sich kommt. Aufregung ist Gift. Sie behält sonst ihr Leben lang Kopfschmerzen.«

»Das fehlte noch. Das kann hier keiner gebrauchen.«

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