Also, da sitze ich nun. Ach ja, das schrieb ich ja anfangs schon. Egal. Nun ja…und wie geht’s jetzt weiter? Wie schreibt man denn ein Buch? Also ich weiß schon, wie man schreibt… Klaro! Aber ein Buch?? Über welche Themen schreibt man denn so… Was bewegt die Menschheit schon, was ich zu sagen habe und nicht schon von weitaus intelligenteren Leuten niedergeschrieben wurde??? Wie diese junge Frau, die über unseren charmanten Darm eine erfrischende Aufklärungsarbeit geschaffen hat… Tja. Da sitze ich nun… und mir fällt auf, dass ich mir schon wieder über die „Bedürfnisse“ der Anderen Gedanken mache (denn „ich“ - im übertragenden Sinn, will ja „gefallen“). Ok. Was möchte ICH denn?
Das ist einfach…in eine andere Stadt ziehen, eine super Wohnung mit Ausblick, einen neuen Job, neue Bekanntschaften, neue Klamotten und…
„STOPP!“
„Hä?“ Wer sagt jetzt schon wieder Stopp?
„Na ICH…“
„Wer?“
„NA ICH!“ „Deine Kritik äußernde, schwarz-denkende, zur Vernunft ermahnende, innere STIMME!!!! Hör auf mit diesen Spinnereien!“
Ohh man… DIE schon wieder. War ja klar! Gerade bin ich mal am Träumen und am Wünsche äußern dann kommt schon wieder der Dämpfer.
Genau! Du musst auch mal realistisch in die Zukunft blicken! Was hast du schon? Hmm? Doch wohl eher niente, nada, nix! Da darf man sich auch nicht diesen Luxus des Träumens erlauben!! Nach dem Motto: „Dieses Werk wird ein Bestseller und ich habe mein Leben lang ausgesorgt… Ha ha ha… da kannst du besser anfangen Lotto zu spielen!!!“
Oooohhh!! Stimmt!! Danke liebe, böse Stimme. Beides sind gute Ansätze!! Dann habe ich schon einmal – dank meiner, ich nenne sie jetzt mal „Schattenstimme“, das ZIEL des Buches.
Nämlich:
BESTSELLER werden und so viele Millionen damit verdienen, dass ich ausgesorgt habe.
Und darüber hinaus, Lotto spielen! Und das ist etwas, das kann ich direkt mal machen. Moment mal…
1,5 Stunden später…
So, bin wieder da. Die Glückszahlen sind getippt und somit der erste Schritt meine Schattenstimme zum Freund zu machen getan. …von den Millionen, die ich mit dem Lotto spielen gewinnen werde, einmal abgesehen.
Man bin ich gut!
Geduld, Geduld meine Liebe…
Aber bis das Buch ein Bestseller wird und meine Glückszahlen gezogen werden, und ich meine wohlverdienten Millionen in Empfang nehmen kann, vergeht halt noch etwas Zeit… Geduld haben heißt wohl das Zauberwort… Ja Geduld. Oder im Volksmund: „Gut Ding will Weile“ Ja, wie oft hört an, schon in der Kindheit und Jugend: „Du musst Geduld haben“. Oder „geduldige dich“… Aber was heisst das eigentlich genau „Geduld“ haben?
Ge-duld (Substantiv, die)
Die Fähigkeit oder Bereitschaft, etwas ruhig und beherrscht abzuwarten oder zu ertragen. (google/wiki)
So sagt Dr. Google… Schön. Damals sagten meine Grosseltern häufig, dass Geduld eine Tugend sei…
Aber was ist das jetzt schon wieder? Immer diese Fremdwörter! Und das im Zeitalter des 21. Jahrhunderts, welches mehr und mehr von diversen Chat-Anbietern, wie whatsapp, Twitter, Instagram etc. dominiert wird. Selbst die persönliche Kommunikation verkümmert doch schon. Da muss man ja Geduld haben, bis man sich PERSÖNLICH sieht… Neee! Nicht 21. Jahrhundert konform!! Da bediene ich mich lieber an diesen Chats! Da kannst du sogar nur mit Smilys (ah ne Emoji!), „kommunizieren", die deine Gefühlslage und Emotionen in vielfältiger Art und Weise zum Ausdruck bringen sollen… ganz non-verbal sozusagen… Sprache? Fehl am Platz. Evtl. noch Abk. wie „HDL“ oder „I miss u“ finden sich noch wieder. Für mehr? Keine Zeit! Keine Geduld! Also ey, Alter, komm mir nicht mit TUGEND!
K I – künstliche Intelligenz… Oder: Big Sister is hearing you!
Oder warte, da gibt’s doch neuerdings diese künstliche, spionierende, persönliche Daten aufsaugende Intelligenz in unseren Schlafzimmern. JA! Ich spreche von den Siri´s, Alexa´s und Google Assistant´s (um nur die grossen drei Schwätzer zu nennen), denen ja mehr und mehr Haushalte unser Gefühlsleben anvertrauen und sogar unsere geliebten Hunde und Katzen ihr zu Hause verlieren… Oder kann Alexa schon Katzenfutter bereitstellen?? BESTIMMT!! Naja, und weil diese intelligenten Dinger ja ALLES können, müsste man diese mal nach dem Wort TUGEND fragen… Ob das wohl erkannt wird?? Hmmm, ich werde es wohl nicht herausfinden… leider? Neee zum Glück. Denn ich habe keine Alexa neben meinem Bett zum Licht an oder ausschalten… da habe ich zum Glück noch meinen Partner oder jaaa sogar meinen eigenen gesunden Arm und Hand! Jaaaaaaaaaa!!!! Wahnsinn. Dieses noch vorhandene Körpergefühl, wenn im Halbschlaf meine Instinkte noch geschult werden (und funktionieren!) und ich gekonnt mit einer gezielten Hand-Arm-Finger Kombination den Schalter meiner ganz altmodischen Nachttischlampe finde. Ey, jo, Alter, DASS soll mir mal ne Siri, Alexa oder Google Assistent nach machen! Hihi! Oder wir haben bald diese – wie Menschen aussehende Computer im Haushalt, die dann so etwas machen… Kennt ihr noch diesen Film von damals mit Will Smith?? IRobot oder so. Es sei an dieser Stelle mal dahin gestellt, ob der Film als solcher „gut“ oder „schlecht“ war… es gibt ja zum Glück noch die „echten“ Filmkritiker. Ganz ohne künstliche Intelligenz!
Nein. Es geht mir an dieser Stelle einfach ums Prinzip. Wenn das unsere Vorboten sind, wie wird unsere Zukunft aussehen?? Ich meine, es fahren ja jetzt schon irgendwelche Prototypen von selbstgesteuerten Autos herum (sozusagen die K.I.T.T.s dieser Welt)! Dabei: „I´ve been looking for freedom“…ich will ich doch einfach nur eigenverantwortlich und natürlich friedlich leben! NEIN, ich will nicht einer Maschine die ganze Kontrolle über mich, meinen Haushalt und meinem Auto geben… Und nachher sagt mir diese künstliche Intelligenz noch wie ich mich zu fühlen habe…
Stellen Sie sich folgendes Szenario mal vor:
Alexa: „Guten Morgen Willi.“
Willi: „Näää, will weiter pennen. Kein guter morgen.“
Alexa: „Ja ein guter Morgen. Danke Willi.“
Willi: „Hää????“
Alexa: „Laut Schlafüberwachungssystem für gesundes, ausgewogenes Schlafen, welches ich aus deiner Körpergröße, deinem Essverhalten, deinem Gewicht und deinem gestrigen Alkoholkonsum berechnet habe, hast du nun nach 8,5 Stunden Schlaf ausgeschlafen und deinen Alkoholpegel soweit kompensiert.“
Willi: „Aha!! Warum zum Teufel fühle ich mich dann so verdammt gerädert???“
Alexa: „Ja, Willi, du fühlst dich an diesem, sonnigen mit ein paar Wolken durchzogenen Samstagmorgen zu 70% gut. Deine Vitalwerte stimmen laut Statistik mit der berechneten Norm überein, so dass deine zu 30% noch aufkommenden Kopfschmerzen auf deinen gestrigen, übermassigen Alkoholkonsum zurückzuführen sind.
Ich habe daher berechnet, dass du anstatt der 2 Liter Wasser, heute mindestens 3 Liter zu dir nehmen musst. Dein Sportpensum und die dafür eingestellte Musiklautstärke habe ich entsprechend deiner heutigen körperlichen Verfassung neu berechnet und angepasst. Du fühlst dich heute zufrieden bis glücklich….
Hast du weitere Fragen oder Wünsche?
Willi: „Ähhhh Hallo?? Geht´s noch?“
Alexa: „Entschuldige Willi, ich habe dich nicht verstanden.“
Willi: „Geeeeht´s noch????“
Alexa: „Verstehe, Willi, du möchtest lieber gehen anstelle des Laufbands. Ich werde den neuen Kalorienverbrauch berechnen.“
Willi: „NEEEEIN! Ich will ausschlafen!!! Verdammt!!! Und heute definitiv keinen Sport machen und die Mucke will ich so laut oder leise stellen, wie ICH es möchte! Und nicht eine berechnete Statistik gemäß meiner Vitalwerte…“
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