Peter Kunkel - Muzungu Facetten zentralafrikanischer Jahre

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Muzungu Facetten zentralafrikanischer Jahre: краткое содержание, описание и аннотация

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Es geht um zehn Jahre im Kongo-Zaire. Wir haben dort in den sechziger Jahren im Kivuhochland gelebt. Geschildert werden die ersten Eindrücke – im Lichte späterer Erfahrungen -, das Forschungsinstitut dort, das umgebende Stammesland mit dem immer drohenden Hunger, ethnografisches Sammeln, die nachkoloniale Stadt – Bukavu -, Polizei und Verwaltung, Sammeln von Zeugnissen der alten Stammeskultur, ein Aha-Erlebnis zur Psychologie der Einheimischen.

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Die Straße von Mombasa ins Hochland hinauf wurde gerade asphaltiert. Mehr als dreihundert Kilometer waren noch Erdstraße und nicht allzu breit. Sie lief eher wie ein Fußpfad durch die herrliche wilde Vegetation des Tsavoparks, der damals noch voll großer Baobabbäume war, die inzwischen einer Elefantenüberpopulation zum Opfer gefallen sind. Immer wieder standen Schilder am Weg, die vor überquerenden Elefanten warnten, aber es kam nie einer. Die Fahrbahn war voller Löcher und führte, wie die Erdstraßen im früheren britischen Ostafrika oft, ohne Rücksicht auf das Gelände schnurgerade durch das Land. Immer wieder ging es schwindel-erregend hinunter, und unten im Tal hatte man das Gefühl, gegen eine Wand zu fahren, so steil führte die Straße wieder nach oben. Nach kurzer Visite eines winzigen Stücks Tsavopark, wo mir die Fülle der Antilopen, Vögel, Elefanten und gigantischen Mistkäfer den Atem verschlagen hatte, war ich erst mittags von Voi aufgebrochen. Ich war müde und abgehetzt, als ich siebzig Kilometer vor Nairobi auf den Asphalt kam – wenige Augenblicke später war ich wieder hellwach und mein Wagen nach allen Himmelsrichtungen verbeult und ge-faltet.

Ich darf mich nicht beklagen. Ich war unverletzt. Mein Umzugsgepäck war zwar durcheinandergewirbelt, aber offensichtlich unbeschädigt. Selbst die Kameraausrüstung, die auf dem Sitz neben mir ausge-breitet gewesen war, war zwar überall hingeflogen, aber noch intakt. Und der Motor sprang an, als ich den Zündschlüssel drehte.

Trotzdem ist es kein gutes Gefühl, in einem neuen Kontinent gleich am ersten Tag neben seinem zerbeulten Auto im Schlamm zu stehen und nicht zu wissen, ob es noch weiterführe, wenn man es nur erst wieder oben auf der Straße hätte. Inzwischen war es stockfinstere Nacht, so schwarz, wie es sie in unserem lichterreichen Europa über-haupt nicht mehr gibt. Nur eine einsame Birne leuchtete irgendwo weit weg, über einer Stalltür vielleicht, denn im Licht meiner Schein-werfer sah ich, daß ich an einem Stacheldrahtzaun stand, und im Dunkel konnte ich die Umrisse einiger Kühe wahrnehmen.

Erleichtert sah ich nach einiger Zeit die Lichter eines anderen Fahrzeugs aufleuchten. Es hielt auf mein Winken auch wirklich an. Der arabische Chauffeur verstand zum Glück Englisch und besah sich meinen Kombi. Dann drehte er sich um und fragte in aggressivem Ton:

„Liebst du Nasser?“

Es wäre unhöflich und unter den gegebenen Umständen auch unklug gewesen, Nasser nicht zu lieben.

„Da hast du Glück. Wenn du Nasser nicht geliebt hättest, hätte ich dir jetzt nicht geholfen.“

Er ließ von seiner Ladefläche eine erstaunliche Menge fröhlicher Schwarzer herunterspringen, die erregt in Kiswaheli auf mich einre-deten. Ich antwortete ihnen auf Italienisch, weil das von den mir geläufigen Sprachen klanglich noch am ähnlichsten war, eine ebenso sinnlose wie unwillkürliche Reaktion. Aber sie waren damit zufrieden. Mit Hilfe eines Seils und viel Gelärme stand mein Wagen bald wieder auf der Straße.

Der Araber hätte gern mehr für mich getan und drängte mich, doch mit nach Nairobi zu kommen. Am nächsten Morgen könne ich Wagen und Gepäck holen. Da aber alle Türen des Kombis verbogen und nicht mehr verschließbar waren, wollte ich lieber selbst mit meinem Auto nach Nairobi zu hoppeln versuchen. Verstimmt fuhr der freundliche Mann davon.

Mit dem Ersatzkeilriemen band ich die widerspenstige Tür neben dem Führersitz fest und fuhr los. Die rechte Hinterachse war verbo-gen. Das Auto hoppelte in der Tat, und der Reifen rieb sich an der Karosserie. Nach fünf Kilometern war er so heiß, daß er mit lautem Knall seinen Geist aufgab. Unter der Lampe über dem Führersitz – der einzigen, die von der Innenbeleuchtung noch funktionierte - las ich die Gebrauchsanweisung für den Radwechsel, den ersten meines Lebens, und brachte tatsächlich im Finstern rein taktil das Ersatzrad dorthin, wo es hinmußte. Mit ihm fuhr ich vorsichtiger. Ich ließ es alle Viertelstunde abkühlen, was es mit leisem, manchmal mehrstim-migen Singen tat.

Kalt, eiskalt ist das Hochland von Kenya, besonders um Mitternacht und wenn der Fahrwind zu verbogenen Türen und zerbrochenen Fenstern hereinzieht. Durchgefroren kam ich schließlich um drei Uhr morgens in Nairobi an. Es war wie ausgestorben. Ich fuhr mit meinem bemerkenswerten Wagen kreuz und quer durch die Stadt. Kein Hotel mehr offen, nirgends jemand, der sich über meinen Kombi hätte wundern und mir hätte Auskunft geben können.

Ich geriet wieder aus dem Stadtkern heraus in eine Villengegend, mit Universität und Museum, als ich endlich ein kleines Hotel fand, in dem der Portier noch wach war und Zeitung las. Die zerfetzten und unwahrscheinlich in die Länge gezogenen Ohrläppchen, Erinnerung an längst abgelegten schweren Stammesschmuck, wiesen ihn als Kikuyu aus und bildeten einen seltsamen Kontrast zu seinem würdevollen schwarzen Anzug. Er brach beim Anblick meines Wagens in laute Lobpreisungen Gottes aus, der mich so wohl bewahrt habe – wohl wahr. Meine eigene Dankbarkeit war allerdings im Strudel der Ereignisse etwas auf der Strecke geblieben.

Es war keins der großen Hotels, durch die schon damals die Touristenströme geschleust wurden. Es war durch und durch englisch, ein wenig altmodisch mit seinen hohen Zimmern und den in dieser Höhe eigentlich überflüssigen Moskitonetzen über den Betten, mit dem Rasen, um den die Zimmer lagen, mit dem strikten Einhalten britischer Sitten und dem leisen, stirnrunzelnden Befremden, wenn man aus ihnen auszubrechen versuchte. Jeden Morgen klopfte ein Boy leise, beharrlich an der Tür, bis er seinen early morging tea losgeworden war. Der sonst so scheue Weißbrauenrötel3 suchte ungeniert vor den Füßen der Gäste seine Nahrung im Gras, und die Blumenrabatten verrieten die unnachahmliche englische Garten-hand. Es wurde mein Stammhotel für die nächsten zehn Jahre, und jedes Mal, wenn ich wieder nach Nairobi kam, versammelte sich schwarzes und weißes Personal, um mich zu begrüßen und zu sagen:

„Was haben Sie doch damals für ein Glück gehabt!“

Einstweilen fühlte ich mich gut aufgehoben nach dem Desaster. Ich wurde wieder etwas optimistischer, was meine Weiterfahrt in den Kongo anging. Zunächst schienen sich ihr allerdings unüberwindliche Hindernisse in den Weg zu stellen. Ich hatte mein ganzes Geld in Kongofranken bei mir. Meine ostafrikanischen Schillinge reichten nicht einmal für die Fahrt mit der Bahn bis zum letzten Bahnhof dicht an der kongolesischen Grenze. Ich lief ein Dutzend Banken ab, um einen Teil meiner Kongofranken umzutauschen, auch zu miserablem Kurs – die indischen Angestellten wiesen sie mit verhangenen Augen und dezenter Verachtung ab. Schließlich war ich so verzweifelt, daß ich tat, was man in solcher Lage niemals tun sollte: Ich ging zur deutschen Botschaft. Vielleicht konnte man mir einen guten Rat oder mir sogar bis zu kongolesischen Grenze weiterhelfen. Ich war bereit, jeden Betrag in Kongofranken und deutschen Schecks zu hinterlegen.

Was der Attaché mir anbot, war eine Flugkarte nach Deutschland. Dort umgehend zurückzuvergüten, sonst Strafverfolgung. In Richtung kongolesischer Grenze konnte man nichts für mich tun, obwohl das nur ein Zehntel der Flugkarte gekostet hätte und ich nachweisen konnte, daß man mich dort erwartete. Vorschrift ist Vorschrift, und wo man Kongofranken wechseln könnte, wußte der Attaché auch nicht. Er wollte nur gern von mir wissen, wie es denn heutzutage im Kongo sei. Darüber konnte ich ihm nun wirklich keine aufschluß-reichen Mitteilungen machen. Er entließ mich mit den allerbesten Wünschen für die Weiterreise und glückliche Ankunft im Kongo.

Was blieb mir übrig, als trotz der demütigenden Mienen der indi-schen Kassierer weitere Banken abzuklappern? Mein Durchhalten wurde schließlich in einer türkischen Bank belohnt: Der Angestellte warf mißtrauische Blicke um sich, zog mich in ein Hinterkämmerchen, und bald darauf erschien ein anderer Inder und wechselte mir einen Teil meiner Kongofranken zum halben Preis dessen, was ich dafür in Deutschland bezahlt hatte. Er erschien mir trotzdem wie ein Engel.

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