Ulrich Hutten - Der Alp und die Kinder

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Das größte Staatsgeheimnis der DDR: «Operation Stern II». Die Stasi versteckt zehn in der Bundesrepublik fieberhaft gesuchte RAF-Terroristen. Nicht das Geringste darf schiefgehen, schon gar nicht, dass sich Stasi-Mann Werner und RAF-Aussteigerin Christine ineinander verlieben. Vierzig Jahre später: Der altersdepressive Journalist Leonhard Ross trifft im Tessin auf eine seltsame Obdachlose. Für beide beginnt eine dramatische Reise in ihre Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

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Sein Vater saß oft in solchen Zellen. Nein, in unvergleichlich schlimmeren. Und ließ sich nie unterkriegen. Er hätte ihn so gerne kennengelernt. Und nicht nur die spärlichen Geschichten, die seine Mutter viel zu selten erzählte, bevor sie wieder bedeutungsvoll schwieg.

Die Mutterworte, sie handelten kaum vom Vater, den er liebte, vom aufopferungsvollen Kampf des Gewerkschafters und Kommunisten. Mehr über ihn erfuhr er erst durch seine Erzieher und späteren Genossen: Von seiner revolutionären Hingabe als Agitator in den Kampfzeiten der Zwanziger Jahre, seiner Verhaftung durch die Nazi-Verbrecher, seinen Jahren im Zuchthaus und im KZ. 1936 hat man ihn endlich wieder entlassen, das hat ihm seine Mutter erzählt, und als ungelernten Arbeiter bei der Deutschen Fernkabel Gesellschaft knüppeln lassen.

„Das war die Zeit, mein Junge, in der zwischen deinem Vater und mir überhaupt erst Liebe möglich war. Aber das verstehst du nicht.“ Dann legte Mutter erneut eine ihrer gedehnten Pausen ein, vielleicht weil sie selbst einmal mehr gründlich über alles nachdenken musste, ehe sie murmelte: „So kam dein Bruder Hans zu uns.“

Werner hatte diesen Satz lange nicht verstanden. Aber was ihm die Mutter von seiner eigenen Zeugung erzählte, verstand er schon. „Du warst die Zugabe unserer letzten Liebe.“ 1942 wurde sein Vater zum Strafbataillon 999 eingezogen. Im Jahr darauf trat er in Afrika auf eine Mine. Ein einjähriger Bengel war das Letzte, was von ihm blieb. Soviel verstand Werner schon.

Er hätte wahnsinnig gern mit ihm geredet. Und manchmal, in Kinderzeiten, hatte er es auch getan, abends, wenn er nicht einschlafen konnte und die Mutter noch auf Schicht bei Bako war. Dann hatte er sich vorgestellt, der Vater säße an seinem Bett und er erzählte ihm etwas, zum Beispiel wie sie heute in der Schule über ihn gesprochen hatten. Dass der Lehrer die Stimme wieder so komisch angehoben und gesagt hatte, Werner, du kannst stolz sein auf deinen Vater. Wir alle sind es. Er war ein Genosse, wie er sein soll, ein Vorbild. Sein Leben und sein Tod sind uns Verpflichtung. Er war ein echter Kommunist: aufrecht, solidarisch und opferbereit der Zukunft entgegen. Ohne Angst, weil er wusste, dass die Geschichte auf unserer Seite steht. Und dass unser sowjetisches Brudervolk den Faschismus am Ende ein für alle Mal besiegen wird, damit wir auf seinen Trümmern die neue Gesellschaft aufbauen können, eine Gesellschaft, die keine Ausbeutung mehr kennt und keine Ungerechtigkeit.

Wenn der Lehrer wieder einmal so über seinen Vater redete, war es Werner, als drücke ihn etwas auf die Brust, dass ihm beinahe die Luft wegblieb. Doch machte es ihn mächtig stolz und er erzählte seinem Vater abends im Bett davon. Das freut ihn, dachte er.

Manchmal erzählte er ihm auch ganz andere Geschichten, zum Beispiel, dass Hans ihn wieder einmal bei der Mutter verpetzt hatte oder dass im Treppenhaus jetzt eine schwarze Katze mit weißen Tatzen wohnt. Aber leider konnte er ihn nie etwas fragen und seine Antworten hören, zum Beispiel ob das jetzt alles so geworden ist in der neuen sozialistischen Gesellschaft, wie er sich das erträumt und wofür er gekämpft und ihn die Faschisten in den Tod geschickt hatten. Und ob Werner es auch einmal schaffen könnte, ein solcher Held zu werden. Manchmal schlief er darüber ein und stellte sich vor, wie er mit der roten Fahne dem Klassenfeind entgegenzog und der sich feige in die Büsche schlug. Und dann kam manchmal im Traum, ganz, ganz selten, sein Vater zu ihm und nahm ihn in die Arme. Dann waren sie beide keine Helden mehr, nur noch eine schlecht rasierte, kratzende Männerwange und die pflaumenfrische Backe eines Berliner Bengels, die sich zärtlich aneinanderrieben.

Seine Mutter hatte einmal gesagt: „Dein Vater hatte seinen eigenen Kopf. Das hat ihn letztlich das Leben gekostet. Wer weiß, ob es später mit ihm gut gegangen wäre, wenn er den Faschismus überlebt hätte. Als du noch klein warst, nach dem Krieg, mussten wir uns alle schwer am Riemen reißen in unserem neuen Staat. Da wäre womöglich auch kein Platz gewesen für einen solchen Querkopf. Beim Aufbau des Sozialismus mussten die führenden Genossen alles abschneiden und beiseiteschaffen, was nicht ganz geradeaus wuchs, anders ging es eben nicht. Das hat sogar die eigenen Kader erwischt. Und wie ich deinen Vater kannte, hätte er garantiert angefangen zu mosern. Und dann …“ Ja, und dann setzte wieder ihr Schweigen ein, das keine neugierigen Kinderfragen mehr zuließ.

Aber das hätte sein Vater doch sicher gerne erlebt, dass er nach der Schule eine Schlosserlehre machte, wie er. Und dass er, wie er, ein vorbildlicher Aktivist in den gewerkschaftlichen und kommunistischen Jugendorganisationen wurde, ihm nacheiferte in der FDJ, in der DSF, in der GST, im FDGB und beim Fußball sowieso, beim BFC Dynamo. Seinen Vater hätte die Auszeichnung der Mutter als „Heldin der Arbeit“ ganz sicher gefreut: Frau eines verdienten Kommunisten und Opfers des Nazi-Regimes, Genossin der ersten Stunde und vorbildliche Werktätige.

Werner erinnert sich noch genau an die feierliche Ordensverleihung. Er musste gerade 17 geworden sein, jedenfalls war er noch nicht beim MfS, und saß mit seinem Bruder Hans in der ersten Reihe, als seiner Mutter der Orden an die stolz geschwellte Brust geheftet wurde. Er konnte sich so gut an diesen Tag erinnern, weil Hans ihm direkt nach der Feier ein Versprechen der Mutter unter die Nase gerieben hatte: Einen eigenen Motorroller dürfe er sich davon kaufen, eine Schwalbe. Wovon? Von den 5000 Mark, die es zusammen mit dem Orden gab. Hans konnte schon immer besser mit Mutter. Und überhaupt mit den Frauen.

Er hört die Schlüssel in der Zellentür und das Zurückschnappen der Riegel. Sie holen ihn, führen ihn hinunter in den Hof und schieben ihn dort in eine der eingebauten Freigangzellen, rundum zugemauerte, aber nach oben offene Abteile. Er bleibt stehen, zieht die frische Luft tief in sich hinein, dehnt die Brust, reckt den Hals und den Kopf hoch zum Himmel. Der Herbst hat seinem fahlen Blau einen goldenen Sonnenhauch beigemengt. Und der Maschendraht, der die Zelle überspannt, teilt ihn säuberlich in kleine Vierecke auf. Aber der Himmel bleibt nicht. Mal zieht ein weißer Wolkenstreifen von einem Quadrat zum andern um, mal zwängt sich unbotmäßig ein heller Sonnenfleck durch die Maschen, um sich für einen kurzen Lichtblick auf den tristgrauen Spritzputz der Zellenwand zu setzen. Sonst sieht er nichts, nur über seinem Kopf den Laufgang des Wachpersonals, das auf ihn herunterschaut.

Hier war er noch nie. Bewegung immerhin. Und frische Luft. Werner geht von Wand zu Wand, sechs Schritte hin, sechs Schritte zurück, zwölf Schritte hin und zurück, in der Diagonale acht, im Kreis zählt er die Schritte nicht, seine Gedanken wandern von selbst.

Es muss um 1968 gewesen sein. Unsichere Zeiten, wieder einmal. Konterrevolution in der CSSR. Rebellierende Studenten im Westen. Aber ein bisschen Vergnügen musste ja auch sein. Hans nahm ihn auf dem Motorroller zum Schwof in Clärchens Ballhaus mit. Werner auf dem Hintersitz. Sie hatten sich in Schale geschmissen, Krawatte und Jackett, sonst wären sie nicht reingekommen. Dort fielen ihnen die beiden Mädchen auf, wie sie tanzten und lachten, die eine mit burschikosem Bubikopf, frech in Hosen und kariertem Hemd, die andere mit langen Haaren, schon mehr junge Frau, blauer Rock bis an die Knöchel und gelbe Bluse über spitzen Brüsten. Beide flott auf ihren hübschen Tanzbeinen, so was von flott. Natürlich war es Hans, der die beiden anlachte. Aber die Langhaarige hatte Werner gleich so tief in die Augen geschaut, als sie sich zu einer Flasche Wein einladen ließen, dass es ihm bis hinunter zwischen die Beine fuhr.

Das war mal was. Zwei Brüder verknallen sich im gleichen Moment in zwei Schwestern. Wie im Kino. Ein Jahr später Doppelhochzeit, ein fast unzertrennliches Quartett waren sie, aber genau genommen nicht seinetwegen. Er hätte es vorgezogen, in der knapp bemessenen Freizeit mit seiner Frau allein zu sein. Nicht nur wegen der tiefen Blicke und spitzen Brüste. Aber dauernd hieß es, komm, lass uns was mit Hans und Renate machen.

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