Franz Werfel - Jeremias. Höret die Stimme

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Jeremias. Höret die Stimme: краткое содержание, описание и аннотация

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Eingebettet in eine Rahmenhandlung aus dem Jahr 1936, der Entstehungszeit des Romans, erzählt Franz Werfel in «Jeremias. Höret die Stimme» die spannende Lebensgeschichte des Propheten Jeremias. Der biografische Roman zeichnet ein faszinierendes Portrait von der mutigen und konfliktbereiten Persönlichkeit des Propheten. Doch «Jeremias» ist keine gewöhnliche Romanbiografie. Die Zerstörung des Tempels in Jerusalem ist für Werfel ein Menetekel für die Zukunft Europas unter dem Faschismus.
Dieses E-Book enthält eine vollständige Ausgabe des Romans «Jeremias» von Franz Werfel.

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»Der König aber will«, schrie er, »daß solches sich wiederhole ... Er will, daß des Herrn schärfste und bitterste Worte zu ihm gesprochen werden und keines verborgen bleibt ... Kein Künder möge sich fürchten, auch Jirmijah nicht, dessen Stimme der König sehr vertraut ... Denn gar große Pläne hat der König ... Er will das Aschensalz und die ätzende Lauge sein, die den Schuldfleck von Israels Hand fortwäscht ...«

Nach diesen in ungeheurer Erregung ausgestoßenen Worten lief der König im Gemach hin und her und schien Jirmijah vergessen zu haben, der seinerseits die Hand an die Brust preßte, um sein aufgestörtes Herz zu bändigen. Der König hatte die Worte seines Mundes gebraucht. Josijah aber schien plötzlich müde geworden zu sein, warf sich aufs Lager, schloß die Augen und murmelte:

»Jirmijah bleibt in des Königs Haus ... Das ist mein Wille ... Er sei wie ein Stab, wie ein Seil vom Herrn zum König ... Viele Stäbe sind schon gebrochen, viele Seile zerrissen ... Ich brauche Hilfe der rein Hörenden ...«

Mit einem Schlag hatte sich Jirmijahs Leben völlig gewandelt. Noch konnte er es nicht fassen. Er starrte auf den König, der zu schlafen schien, erblaßt und versteint wie ein Toter. Schwer zog die Zeit durch das Zimmer. Welche Last preßte den strahlenden Mann auf die Mittah nieder?! Endlich befahl Josijah, noch immer mit geschlossenen Augen:

»Setze dich zu meinen Füßen!«

Jirmijah gehorchte zögernd. Der König prüfte ihn zwischen halbgeschlossenen Lidern:

»Was für Gesichte waren um dich? ... Und welches Raunen? ... Verschweige nichts davon, nichts, damit auch der König sehe und höre und danach seine Taten kräftige ...«

Jirmijah raffte sich zusammen. Nicht durfte diese große Stunde seines Lebens ohne heilsame Wirkung bleiben. Der Herr selbst hatte ihn vor das Antlitz des Königs geführt, damit die letzte Frist des Zuwartens nicht ungenützt verstreiche. Er saß zu Füßen der höchsten Macht, die es im Lande gab. Und diese Macht war voll wilder Bereitwilligkeit, der Entwirrung zu dienen und das Volk zum Ewigen zurückzuführen. Ihm war es vielleicht vergönnt, die Kraft des königlichen Armes zu wecken und Jerusalem zu retten. Vorsichtig jedes Wort erwägend, auf Reinheit des Berichtes, auf Wahrheit des Ausdrucks bedacht, fing der Mann aus Anathot an, seine Erfahrungen mit Adonai zu schildern. Er erzählte rückläufig, indem er zuerst seine Künderrede im Tempel wiederholte und dem Könige genau beschrieb, wie sich des Herrn Wort nach unendlich langer Entbehrung ohne eigenes Zutun in seinem Kopfe gebildet hatte. Mit aufmerksamen, ja beinahe gierigen Augen hörte der König zu. Jirmijah fuhr mit seinem Gesicht in der Töpferstube fort, das mehr und weniger war als ein Gesicht, eine Erleuchtung. Lange hielt er sich bei seiner Wanderschaft auf, die der Erkenntnis des Wirklichen geweiht war, wie sich der Abfall vom Herrn nennt. Er vergaß nicht die Trümmer Samarias, die verfemte Schattenwelt Ephraims und Manasses, die zwölf blinden Riesen Meschullams, des Müllers, und der Himmelskönigin Fest in Lakisch. Sein Wort wurde mit des Herrn Hilfe immer glühender und schneidender, als er der großen Umgehung der Liebesgebote im Lande gedachte. Des Königs Antlitz verharrte dabei finster und angespannt. Erst als Jirmijah zu der Passahnacht seiner Aussonderung gelangte, löste sich die Starrheit von des Königs Zügen. Er stützte sich auf und neigte sein Ohr dem Erzähler, der nun zum Gesicht vom Mandelzweigicht und vom siedenden Kessel gelangt war.

Mitten im Wort unterbrach ihn Josijah mit rauher Stimme:

»Noch einmal sprich, Jirmejahu ... Wo hing der Kessel? ... Nach welcher Seite neigte er sich? ...«

»Er hing zwischen Himmel und Erde ... Von Norden nach Süden neigte er sich und verspritzte Glut ... Der Herr aber sprach: Von Mitternacht kommt mein Gerichtstag ...«

Der König packte Jirmijahs Schultern und fuhr in die Höhe.

»Vom Norden spritzt die Glut«, rief er aus, »und nicht vom Süden ... Gelobt sei Gott, unser Herr ... Von Mitternacht kommt sein Gerichtstag und nicht von Mittag, nicht vom Hause der Knechtschaft am Nil ... Nichts ist zwischen ihm und mir ... Er verkündet mir keinen Gerichtstag ... In Frieden geht Josijah dahin nach dem Spruch der Seherin, auf den ich baue ... Nichts kann den König und seine Pläne treffen ...«

Er riß einen Vorhang zur Seite und stieß eine Tür auf, die in ein Nebengemach führte:

»Hat Hamutal, meine Königin, das Gute gehört?«

Der König hemmte seinen Schritt und blieb im Türrahmen stehn. Das andre Gemach war weit heller erleuchtet als sein eigenes. Jirmijah hatte sich erhoben und blickte in den lichten Raum. Ihm war's, als öffne sich ein blühender Garten. Die Gärtner des königlichen Lustparks, der über dem Zusammenstoß des Kidron- und Ben-Himon-Tales am Südende der Stadt lag, hatten vor der Königin eine überfließende Menge von Schnittblumen in geflochtenen Körben aufgehäuft. Von der wasserreichen, kunstvoll gezügelten Rogelquelle ernährt, gedieh in den Gärten der Könige zu allen Jahreszeiten fremdländische und einheimische Frühlingspracht. Hamutal war offensichtlich damit beschäftigt gewesen, die Blütenbeute des Tages zu sondern und sie für die Kranzwinderinnen des Palastes als auch für losen Streuschmuck einzuteilen, denn dieses Amt hatte sie sich selbst vorbehalten. Noch hielt sie eine Zahl brennend gelber Lilien im Arm, die mit dem Scharlach ihres Obergewandes zu einer Flamme verschmolzen. Neben ihr stand der kleine Prinz Mathanjah, der aber, seitdem ihn Jirmijah gesehen hatte, auffällig gewachsen war. Etwas abseits hielt sich mit mühsam beherrschten Tanzgliedern Ebedmelech, Mathanjahs unzertrennlicher Gefährte aus Mohrenland. Beide Knaben starrten mit erschrockener Neugier auf eine dunkle Erscheinung, die sich der Königin zu Füßen geworfen hatte. Hamutal, die deshalb kein Schrittchen tun konnte, lächelte dem König zaghaft zu:

»Mein Gebieter möge nicht erschrecken ... Es ist ein Unheil gekommen über die Stadt ...«

Jetzt regte sich die zusammengesunkene Erscheinung, hob den Kopf, und Jirmijah erkannte Schallum, den königlichen Kleiderbewahrer und Gatten Huldas, der Seherin. Das immer flinke Männchen war nun gebrochen. Jammernd nahm Schallum das Wort der Königin auf:

»Ein Unheil ist gekommen über Stadt und Land ... Ein Unheil über den König und sein Haus ... Ein Unheil über mich, den Geringen ... Die Seherin, die Herrliche ...«

»Ist sie tot«, fragte Josijah kurz.

»Grausamer als durch Tod hat sie der Herr getötet«, heulte Schallum auf. »In dieser Nacht ist sie erblindet und verstummt – Nun liegt sie auf ihrem Lager im Dachgemach des Hauses und kann nicht mehr sehn und kann nicht mehr künden, was sie sah ... Aber ihr Antlitz lächelt in großem Erbarmen über Schallum ... Wehe, wer ist er, dieser Nichtige, ohne Huldas Kraft ... Warum hat der Herr sein zartes Gefäß allzu stark berührt?! ...«

Josijah überlegte scharf und erwog die Bedeutung dieses Geschehnisses in seinem Herzen. War's wirklich ein Unheil, wie die Menschen glaubten? Und traf es ihn und seine Pläne? Der Herr versiegelte den Mund, der ihm das Heil geweissagt. So versiegelt man ein Gefäß, das edelsten Balsam enthält. Ein gutes Zeichen, der König zweifelte nicht länger. Er entließ mit seinen Worten gleichsam die verbrauchte Seherin aus seinen Diensten.

»Sie hat Großes an dem König getan«, sprach er. »Sie hat ihm die Kraft gegeben, den neuen Bund zu beschwören ... Sie hat ihm die Ruhe gegeben, den Tod in Freude zu erwarten, denn einen Tod des Friedens wird er antreten nach all seinen Taten ... Ihr Mund kann durch des Herrn Willen diese Verheißung nicht mehr zurücknehmen ... Möge dafür ihr Leiden kurz sein ...«

Die letzten Worte waren die kühle Verabschiedung eines ganzen Zeitalters. Dann kehrte sich der König ab und suchte Jirmijahs Augen:

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