Franz Werfel - Jeremias. Höret die Stimme

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Jeremias. Höret die Stimme: краткое содержание, описание и аннотация

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Eingebettet in eine Rahmenhandlung aus dem Jahr 1936, der Entstehungszeit des Romans, erzählt Franz Werfel in «Jeremias. Höret die Stimme» die spannende Lebensgeschichte des Propheten Jeremias. Der biografische Roman zeichnet ein faszinierendes Portrait von der mutigen und konfliktbereiten Persönlichkeit des Propheten. Doch «Jeremias» ist keine gewöhnliche Romanbiografie. Die Zerstörung des Tempels in Jerusalem ist für Werfel ein Menetekel für die Zukunft Europas unter dem Faschismus.
Dieses E-Book enthält eine vollständige Ausgabe des Romans «Jeremias» von Franz Werfel.

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»Also spricht man zur Herrlichkeit des Königs: Ich bin gewürdigt, das Antlitz meines Königs zu schauen ...«

Im rötlich zuckenden Schein liegt der mächtige Innenhof vor Jirmijahs Augen. Der letzte Bodensatz des Tageslichtes vermischt sich mit dem Schimmer der Lampen und Lichte auf den für das Gottesmahl gedeckten Tischen und mit dem weithin glühenden Brandfleck des Opferaltars. Er sieht diesen nicht zum erstenmal. Und doch erschrickt er auch heute wieder vor seiner unerwarteten Größe. Wie gering nehmen sich neben dem Brandopferaltar die weißen Priester aus, die ihn in zwei- und dreifachen Ketten unaufhörlich umschreiten. Er ist mit dem heiligen Felsen, der kalkig aus der Tiefe Moriahs wächst und seine Grundfeste bildet, in kunstreicher Arbeit zur Einheit verschmolzen. Keine Stufen, sondern ein breiter Laufsteg führt zur Höhe des Altars empor. Das hat seinen guten Grund. Man würde auf den Stufen die nackten Füße und Beine der Priester sehen. Der Herr aber will, daß der Leib seines Priesters gänzlich bedeckt sei. Immer wieder löst sich aus dem umwandelnden Reigen eine Gruppe los, die mit großen Schritten den Laufsteg zum Altar emporsteigt. Sie besteht zumeist aus einem weißbärtigen Opferpriester hoher Ordnung, der von zwei Gehilfen gestützt wird, denn er trägt auf einer großen goldnen Schüssel die Weihgabe, die kein geringes Gewicht hat. Das Opfer selbst muß mit größter Sicherheit und Eile vollzogen werden, denn auf der Höhe des Laufstegs beugt sich der Weihende über ein viele Geviertellen weites, nur mit einem steinernen Rost bedecktes, rotkochendes Feuermeer, das ihn selbst als Opfer zu verschlingen droht. Nur ein Augenblick bleibt ihm, mit einer der bereitstehenden Goldschaufeln die Gabe auf den richtigen Platz zu legen und den gehörigen Segen zu sprechen. So groß ist die Gluthitze, daß die vier Erzhörner, in welche die Ecken des Altars auslaufen, nach den großen Festtagen zu Klumpen geschmolzen sind und erneuert werden müssen. Nach jeder der Opferungen, die einander ununterbrochen folgen, begibt sich die Dreipriestergruppe zum Ehernen Meer, um dort gelabt und erfrischt zu werden. Das Eherne Meer, westlich vom Altar, erreicht diesen beinahe an Breite und Höhe. Ein getriebenes Riesenbecken, eine Handbreit stark, doch mit feinem lilienförmigen Becherrand, lastet es auf dem Rücken von viermal drei überlebensgroßen Stieren, die ihre traurig dumpfen Schnauzen den Himmelsrichtungen zuwenden. Ein Werk Chirams, des herrlichen Künstlers, auf das Jirmijah stolz ist wie jeder junge Mensch, der hinreichend Belehrung in den Altertümern genossen hat. Keines Künstlers aber, sondern des Herrn eigenes Werk ist es, daß eine Quelle im trockenen Karstboden des heiligen Berges gerade unter dem Ehernen Meere entspringt, die durch weise Vorrichtungen in das Becken gepreßt wird. Damit ist nach göttlicher Vorschrift »lebendiges Wasser« zur Stelle, nicht die tote Flüssigkeit der Zisternen, aus der man erst Kaulquappen und Egel entfernen muß, sondern eisiges Wunderwasser, klar pulsendes Blut der Erde, das die erschöpften Seelen der Priester immer wieder neu belebt.

Gegenüber dem Altar hat man in geziemender Entfernung die königliche Tafel aufgeschlagen. Sie besteht aus einem langen Tisch für die Prinzen und den Hof und aus einem erhöhten Tischchen, an dem der König und die Königin Platz nehmen werden. Alle Tische sind mit himmelblauem Linnen bedeckt. Sie tragen Schüsseln, Teller, Becher, Kannen, Leuchter, ausnahmslos von gediegenem Golde. Dieses kostbare Geschirr wird eigens für das Passah vom Tempelschatz der Königstafel überlassen. Herr des Hauses und Wirt des Festes ist Gott. Wie könnte er, den alles Unreine über jede Faßbarkeit hinaus ekelt, ein Gefäß aus menschlichen Häusern in seinem Hause dulden!? Der Tempel muß demnach auch für die Trink- und Speisegeräte der andern Gottesgäste sorgen, deren Zahl diesmal freilich nicht die Tausend überschreitet. Es ist nicht mehr wie vor Jahren, da König Josijah sein erstes Freuden- und Abendmahl des Herrn feierte. Damals hatte er mindestens dreimal zehntausend um sich versammelt, aus allen Vaterhäusern des Landes. Wenn heute der Innere Priesterhof von Tisch und Bänken erfüllt ist, welche die Königstafel umscharen, so saß und sang und aß und trank damals das ganze Volk dem Herrn zu Ehren im inneren und im äußeren Vorhof, so daß der König für die Überzahl der Feiernden noch einen Hof seiner Burg herleihen mußte. Mehr als würdig dieses größten Festes war sein Anlaß gewesen, denn der Herr hatte sich ohne eifriges Suchen finden lassen. Dort in der Vorhalle des Heiligtums, wo Jirmijah im aufspringenden Feuerschein die beiden geheimnisvollen Kupfersäulen Boaz und Jachin mit ihren Granatapfel-Häuptern erahnt, dort hatte sich der Herr diesem Geschlechte von neuem offenbart. Dies aber war also geschehen. Da sich der priesterliche Sinn nur schwer dazu entschließt, notwendige Erneuerungen am Tempel vorzunehmen, so hatte Josijah selbst den Befehl gegeben, alle im Laufe der Jahrhunderte in den heiligen Häusern entstandenen Baufälligkeiten ehestens zu beheben. Gegen den Willen und die wilde Geschwindigkeit des Königs gab es kein besonnenes Wenn und Aber des Althergebrachten. Mit derselben wilden Geschwindigkeit hatte er, der das Wesen des Herrn bitter ernst nahm, einst das Land gesäubert von den Säulen Ascheras, der Himmelskönigin, die Höhen reingefegt vom Baalsdienst, die Täler vom Tophet, dem Greuelofen, und allerorten selbst des Herrn Nebenaltäre zerschmettert. Der Ewige, den die Himmel der Himmel nicht fassen, wohnt in keinem irdischen Hause. Läßt er sich aber zu flüchtigem Aufenthalt nieder, so kann nur ein einziges Haus seine Herberge sein, da er selbst ein Einziger ist. Dieses einzige Haus aber erstrahlt hier oben auf dem Berge Moriah. Des Einzigen Dank blieb nicht aus. Während der Bauarbeiten wurde unter den vermorschten Zederntafeln der Vorhalle eine verborgene Nische aufgedeckt, in der man unter allerlei Moder eine wohlverwahrte und wohlerhaltene Schriftrolle fand. Sie enthielt die neue Offenbarung oder besser die alte Offenbarung, denn nichts Geringeres stand in ihr geschrieben als Gottes höchsteigenes Wort an Mose. Es war das längst verlorengeglaubte Buch der Lehre, die große Sammlung der Satzungen, die sich nur in verfälschter und lückenhafter Überlieferung erhalten hatten. Der Hohepriester Hilkijah aus dem Geschlechte Zaddok, der auch heute als Uralter seines Amtes waltet, war der begnadete Finder. Als Schaffan, der Schriftmeister in Jehuda, den er sogleich entbot, zu ihm trat, da zitterte die Rolle in den fassungslosen Händen des alten Mannes. Binnen dreien Tagen entzifferte, erkannte, entschied der gelehrte Schaffan, Azaljahs Sohn, die Wahrheit: Gott hatte diesem Geschlechte die verlorene Lehre wiedergeschenkt.

Alle Welt weiß, daß bei der ersten Verlesung der Rolle im Palaste der leidenschaftliche Josijah sich zu Boden warf und seine Kleider zerriß, so grausam übermannte ihn die Erkenntnis der Sünden, Verfehlungen, Übertretungen, deren er, seine Väter, Vorväter mitsamt dem ganzen Volke sich schuldig gemacht hatten. Dann aber, als die Reue linder wurde, dann jauchzte und tanzte der König im Gemache umher – denn rasch wechseln die Empfindungen der Davidsöhne –, war doch ein neuer Bund nötig und er ausersehen, diesen neuen Bund mit Gott an der Schwursäule im Tempel zu stiften. Die erste Anordnung Josijahs betraf die Einhaltung des Passah, das gemeinsame Liebesmahl mit dem Herrn, das man heute zum zehnten Male in Reinheit wieder begeht. Jirmijah billigt es sehr in seinem hochfreudigen Herzen. Gibt es eine größere Gottestat als die Befreiung aus Mizraim, dem Lande der Knechtschaft? Und gibt es einen schöneren Festesabend als den vierzehnten im Frühlingsmond Nissan, wenn die ersten Feldfrüchte reifen und die milden Himmel mit huldvoller Nachsicht die Erde umarmen?

Zweifelsgeister leben so manche in der Welt, Jirmijah weiß es. Sie zwinkern und blinzeln, wenn die Rede auf die wiedergefundene Lehre kommt. Hat Schaffan, der Schriftmeister, sich nicht hinter Mose versteckt, um die lässige Lebensart der neuen Zeit durch eine schwierigere und bittere zu ersetzen? Nichts erzürnt den Mann aus Anathot mehr als solche freche Überklugheit. Er hat sich in langen Nächten das Buch eingeprägt, dessen Abschriften von Hand zu Hand wandern. Nicht daß er Härten und Erschwerungen des Lebens herbeisehnt, seiner Art nach meidet er solche, wo er nur kann, – aber er weiß, daß Gottes Wort Gottes Wort ist und daß es keinem Menschen gelingt, dieses Wort nachzuahmen. Nur allzugut ist es ihm bekannt, daß der Herr eine Stimme hat, eine wirkliche, ertönende Stimme, in die er nach Belieben sein Wort kleidet. Es gibt sogar hundert Möglichkeiten, sich vor dieser Stimme zu verbergen, ihrer nicht zu achten, sie zu überlärmen, und Jirmijah kennt diese Möglichkeiten gar genau ...

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