Jürgen Heiducoff - Sein Traum von Harmonie

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Das Leben hält viele Überraschungen und Widersprüche bereit. Du musst ein Ideal haben, an dem du dich orientierst. Das war in meinem Fall stets der Traum von Harmonie. Diesen habe ich nie fallen gelassen, obwohl ich Ungerechtigkeiten, Hass und Krieg erleben musste. Die grösste aller Enttäuschungen sind allerdings Arroganz und Gleichgültigkeit.

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Mit der Industrialisierung Westsachsens im 19. Jahrhundert zog es Familien aus den angrenzenden slawischen Lebensräumen an, die Arbeit und Brot in den Zechen oder als Knechte bei den Bauern suchten. Sie werden bis heute ausgegrenzt. Noch schlechter erging es den Heiducoffs, deren Großfamilie als Kriegsflüchtlinge vor den Türken von Bulgarien über Russland nach Sachsen kamen. Sie mussten sich als Bettler oder Bedienstete einflussreicher Russen durchs Leben schlagen. Auch äußerlich unterscheiden sie sich durch ihre prägende große Nase von den durchschnittlichen Deutschen. Ihr Name wird als „Heidekopf“ oder „Heidekopp“ verunglimpft. Unbestritten sind dies Nachwirkungen patriotisch nationalistischer und rassistischer Tendenzen aus der Kaiser- und Nazizeit. Fremde finden keinen echten Anschluss in der von Deutschen dominierten Dorfgemeinschaft. Dies verstärkt die bestehende Zurückhaltung.

Diese führen aber nicht dazu, die Heiducoffs in eine Opferrolle zu zwingen. Psychologisch hat sich in Gegenwirkung Abscheu gegen alles überbetont Deutsche herausgebildet. Ein Heiducoff wird von der deutschen Mehrheit stets besonders beobachtet und beurteilt. Er muss sich immer wieder behaupten und durch besondere Leistungen hervortun. Langfristig bildet sich bei Jura eine Art antideutscher Sarkasmus heraus. Dieser prägt ihn zeitlebens. Vorgesetzte mit typisch deutschen Namen wie Kaiser, Ludwig, Heger, Voigt, Spindler oder Kasdorf kann Jura nicht ernst nehmen. In der Gegenwart verspürt Jura, dass sich Sarkasmus in Hass umwandelt, wenn er Namen wie Höcke oder Weidel hört.

Der Prager Frühling

Nach der Devise „Weltanschauung kommt von Welt anschauen“ bilden sich erste Überzeugungen bei Jura heraus. Es kommt das Jahr 1968 und Jura fährt mit seinem Rennrad in die Tschechei und erlebt den Prager Frühling. Die Ideen des demokratischen Sozialismus begeistern ihn. Am 21. August 1968 erlebt Jura den Einmarsch der sowjetischen Truppen in die Tschechoslowakei. In Kaaden und Umgebung wird er Zeuge eines Generalstreiks und der Blockaden der Straßen und Kreuzungen durch friedliche Bürger. Die tschechische Armee bleibt in den Kasernen, aber die Polizei beteiligt sich an den Demonstrationen gegen den Einmarsch der Russen. Polizisten regulieren die Militärkolonnen in falsche Richtungen und sorgen für Chaos. Jura wohnt den Gesprächen mit sowjetischen Regulierungsposten bei. Diese meinen, dies sei eine Übung und sie seien noch in Deutschland.

Auf Grund seines slawischen Vornamens wird Jura überall gemocht.

Ende August sind auf den Straßen kaum noch die Autos der Touristen aus West und Ost zu sehen.

Erst in den letzten Augusttagen gilt es auch für Jura die Heimfahrt anzutreten. Der vormals glatte Asphalt ist von den Panzerketten in der Sommerhitze stark beschädigt, was das Fahren mit dem Rennrad stark erschwert. Erleichternd wirkt, dass sich Jura an die russischen Versorgungs - LKW anhängt und so die steile Auffahrt nach Zinnwald spielend bewältigt. Auf dem Erzgebirgskamm angekommen empfängt ihn gähnende Leere. Die tschechischen Grenzkontrollanlagen sind verlassen und menschenleer. Doch weiter hinten warten schon die DDR – Grenzposten. Jura wird befragt, ob er Propagandamaterial bei sich habe. Selbstbewusst antwortet er: „Nein“.

Als die Kontrolle einen Stapel Prager Volkszeitungen und mehrere Filme seines Fotoapparates zum Vorschein bringt, wird Jura in Gewahrsam genommen. Es beginnt ein Verhör. Er empört sich und beginnt zu diskutieren.

Mitarbeiter der Grenztruppen bringen ihn in die Dienststelle des Ministeriums für Staatssicherheit Dippoldiswalde. Er wird befragt und alles wird akribisch dokumentiert. Man droht ihm, die Ausbildung zum Abitur zu verhindern. Erst am nächsten Morgen wird er mit der Auflage, sich bei der Kreisdienststelle des MfS zu Hause zu melden, entlassen.

Todmüde radelt Jura durch die Berge. Die Wut im Bauch hält noch lange an. Seine politischen Überzeugungen beginnen zu schwanken. Da werden die Ideale des demokratischen Sozialismus bekämpft und hier wird er als Saboteur behandelt. Doch Schuldgefühle kommen nicht auf.

Brav meldet er sich regelmäßig, meist wöchentlich bei der MfS – Dienststelle. Der 16-Jährige empfindet dabei so etwas wie wichtig zu sein.

Der Boden der Realität

Die Drohungen, ihm die Abiturausbildung zu verbieten, erweisen sich als Einschüchterungsver-suche. Die Lehre zum Elektromonteur wird fortgesetzt und läuft parallel zur Abitur – Ausbildung. Die Theorie fällt Jura leicht. Die praktische Lehre in der Produktion allerdings holt ihn immer wieder auf den Boden der Realität zurück. Das ist erzieherisch gut. Er erlebt die Realität der Arbeit in den überalterten Braunkohlewerken und Tagebauen. Enorm ist der Aufwand, um zur fünfzehn Kilometer entfernten Arbeitsstelle zu gelangen. Es fahren keine Busse von seinem Dorf hinüber zur alten Brikettfabrik. Er muss also bei Wind und Wetter über einen provisorisch errichteten Pleißendamm über Schlamm und Geröll hinüber zur Fabrik. Dort arbeiten noch die Kohlepressen der Firma Siemens aus den 1920er Jahren. Schweißgebadet erscheint er in der Waschkaue der alten Zeche. Die Luft ist kohlenstaubhaltig und geprägt durch den spezifischen Geruch.

Während der Reparaturarbeiten in der Kälte erweisen sich die Filzstiefel und die grauen oder dunkelblauen Wattejacken als sehr hilfreich. Todmüde sinkt er jeden Abend schnell in den Schlaf. Es ist eine Schinderei. Und das soll einer sein ganzes Leben durchhalten? Anders die theoretische Ausbildung. Mathe und Physik sind seine Lieblingsfächer und er beginnt an einem Physikzirkel an der Leipziger Karl-Marx-Universität teilzunehmen. Ein Studium der Physik wird immer konkreter.

Aber schließlich wird Jura klar, dass seine Mutter ihn nicht für drei oder vier Jahre Studium alimentieren kann. Er hat mit ihr nie darüber gesprochen. Ist dem Thema immer ausgewichen.

Ein Traum bricht weg. Er sucht nach Ablenkung und Ausgleich in den Ferien. Die ersten jungen Mädchen treten in sein Leben. Zu Fuß geht Jura regelmäßig an den Wochenenden die zehn Kilometer bis zur nächsten größeren Musik- und Tanzveranstaltung. Es ist noch nicht die Zeit der Diskos. Im Leipziger Umland spielen Bands, die in der Stadt selbst Auftrittsverbot haben. Oft wird die Vorgabe, sechzig Prozent Ost- und nur vierzig Prozent Westmusik, nicht eingehalten. So sehr ihn auch die dröhnende Musik beeindruckt – es sind weitere Reiseplanungen, die seine Freizeit dominieren. Zunächst geht es mit dem Rennrad, gemeinsam mit zwei Freunden durch Schlesien bis in die Hohe Tatra.

Große Neugier treibt ihn in die Weiten Südpolens - auf der Suche nach einem weiteren Stück Wahrheit, das ihm und den meisten im Osten vorenthalten wird. In den Dörfern des weitgehend vom Tourismus abgeschnittenen wildromantischen Bieszczady – Gebirges, das zu den Waldkarpaten führt, lernt er Menschen kennen, die nicht nur ungewohnt gastfreundlich sind, sondern auch viel über die Repressalien der Kommunisten und der Warschauer Regierung zu erzählen haben. Hier sind über 20 Jahre nach dem Krieg noch immer die Spuren eines Bürgerkrieges nach dem großen Krieg zu sehen. Die Spannungen zwischen Ukrainern und Polen in dieser Region sind noch lange nicht beigelegt. Davon wird in der DDR nichts berichtet. Jura erlebt die ihm bisher so nicht bekannte herzergreifende Gastfreundschaft der einfachen Leute in den Gebirgsdörfern. Sie haben selbst nicht viel. Aber er und sein Freund bekommen die gute Stube als Gästezimmer angeboten.

Es ist das Leben in den Dörfern, das Jura interessiert und nachhaltig motiviert.

Über Sanok und Przemysl verlässt Jura tief beeindruckt die Region. Die Reise gibt ihm neue Kraft und Inspirationen. Sein Traum von Harmonie relativiert sich. Der steinige Weg zu Harmonie und Eintracht fordert unglaubliche Kraft und Ausdauer. Es bedarf offensichtlich vieler Faktoren und Maßnahmen sowie viel Zeit, um den Hass und die Vorbehalte zwischen den vom Krieg gezeichneten Menschen zu überwinden.

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