Hans-Günter Wagner - I. Die Bio-Ökonomie - Die nachhaltige Nischenstrategie des Menschen

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I. Die Bio-Ökonomie - Die nachhaltige Nischenstrategie des Menschen: краткое содержание, описание и аннотация

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Im Bild der Nachhaltigkeit wird der Typus einer Wirtschaftsweise skizziert, die auf vielfältige symbiotische Beziehungen zwischen Mensch und Mitwelt gründet. Die Menschheit ist nur ein Spross am großen Baum des Lebens und kann ihre vollen Lebensmöglichkeiten letztlich nicht über die Herrschaft und Ausbeutung anderer Wesen, sondern nur im Einfügen in die große Kette des Seins verwirklichen. Die Bioökonomie setzt gegen die Reduzierung aller Qualitäten auf Geld, Preise, Gewinne und Kosten das wirtschaftliche Denken wieder in Bezug zu seinem Ausgangspunkt: der Umformung von Naturgütern und der sozialen Interaktion von Menschen in der gesellschaftlichen Produktion. Während in der Mainstream-Ökonomie die Natur nur als Ressourcen- und Vorratslagerstätte, Abfalldeponie und Erholungsraum für gestresste Städter auftaucht, sieht das neue bioökonomische Paradigma in der Natur vor allem die ursprüngliche Wertpotentialität, deren lebensspendende Funktionen durch ökonomisches Handeln nicht zerstört werden dürfen. Die Bioökonomie als Schule und Methodologie einer ganzheitlichen Ökonomie, die wirtschaftliches Handeln an die Funktionen der natürlichen Systeme rückbinden will, hat sich inzwischen zu zwei konträren Paradigmen verdichtet: einem ganzheitlichen und einem reduktionistischen. Beiden ist gemeinsam, dass sie die Strukturen des Lebendigen daraufhin untersuchen, inwieweit sie als Vorlage für ökonomische Prozesse und sozioökonomische Entscheidungen dienen können, beide sind transdisziplinär angelegt und greifen für die Entwicklung ihrer Modelle auf Erkenntnisse der Thermodynamik, der Ökologie und Evolutionsbiologie zurück.

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Auch die weltweite Ungleichverteilung an Energie, Eigentum und Lebenschancen zeigt die kontraproduktive Tendenz unseres way of life . Zwar weichen die Berechnungen im Einzelnen voneinander ab, die meisten kommen jedoch zu dem Ergebnis, dass sich heute 40% der Weltbevölkerung mit nur 3% des globalen Wohlstandes begnügen müssen. Stellt man sich die Erde mit ihren 7 Mrd. Bewohnern als ein Dorf mit nur 100 Familien vor, so verbrauchen 7 Familien 80% der gesamten Energie und besitzen 60% des Dorfes. 60 Familien müssten sich auf einem Zehntel der Dorffläche zusammendrängen und 20 Familien hätten ein hundertmal höheres Bruttoinlandsprodukt als die übrigen.[19] Ähnliches gilt auch für das Maß der verursachten Umweltzerstörung. Ein Amerikaner verbrennt im Durchschnitt 5 Tonnen fossiler Brennstoffe pro Jahr (ein Deutscher zum Vergleich 2,9 Tonnen) und belastet das ökologische System 35-mal stärker als ein Inder und 280-mal stärker als ein Haitianer. Während weltweit Millionen von Menschen unterernährt sind, wurden in manchen Jahren von der Europäischen Gemeinschaft Millionen von Euro für die Vernichtung von überschüssigem Obst und Gemüse ausgegeben, pro Einwohner werden 179 kg vernichtet, mit steigender Tendenz.[20]

Umweltkatastrophen - von der Giftgaskatastrophe im indischen Bhopal, über Tschernobyl, den verheerenden Schäden des Golfkrieges bis zum Robbensterben - kommen und gehen, ohne dass es zu einem wirklich einschneidenden Wandel kommt. Die Debatte um Wachstumsbegrenzungen wird oft noch der Unwissenschaftlichkeit bezichtigt[21] oder als düsterer Pessimismus diffamiert. Ja, kaum als sie begonnen hatte, wurde sie bereits für obsolet erklärt.[22] Auch die vielen kleinen Umweltschutzmaßnahmen hinsichtlich einzelner Gefährdungsbereiche können nicht darüber hinwegtäuschen, dass die innere Dynamik der industriellen Wachstumswirtschaft die Menschheit weiter auf einem harten Kollisionskurs gegen die natürliche Umwelt steuert.

Seit mit der ersten Studie des Club of Rome zu Beginn der siebziger Jahre die Umweltkrise in das öffentliche Bewusstsein getreten ist, haben sich inzwischen sowohl der Gegenstand als auch die strategische Orientierung der Umweltdiskussion gewandelt. Durch die öffentliche Wahrnehmung der voranschreitenden Umweltzerstörung verlagerten sich die Diskussionen von den Problemen der Energie- und Rohstoffknappheit hin zu den verheerenden ökologischen Vernichtungen unserer natürlichen Mitwelt durch das Industriesystems. Dementsprechend geht es im Bereich der Prophylaxe und Therapie heute oft mehr um Probleme der Emissionsvermeidung und Schadstoffkontrolle als um Fragen der Rohstoff- und Energieverknappung, die noch im Mittelpunkt der Umweltdiskussionen der siebziger Jahre standen. Man kann also sagen, dass es in der Diskussion eine Verschiebung des Gegenstandes vom Knappheits- zum Verschmutzungsproblem hin gegeben hat. Dennoch wäre es falsch, Entwarnung an der Knappheitsfront zu melden. Die meisten der Prognosen, die behaupten, dass Engpässe an Rohstoffen und Energie in naher Zukunft nicht zu erwarten seien[23], gehen lediglich von den verfügbaren Bruttoenergien aus und stellen nicht hinreichend die Tatsache in Rechnung, dass durch die Ausbeutung immer entfernter liegender und schwerer zugänglicher Lagerstätten zusätzliche Energiekosten anfallen.[24] Steigende Energieerschließungskosten manifestieren sich häufig in zunehmenden Umweltschäden.

Weil die Aufnahmekapazität der Umwelt für Schadstoffe begrenzt ist, sind viele Umweltschädigungen irreparabel. Jede Zerstörung der Natursysteme schlägt auf die menschliche Lebenssphäre zurück, weil der Reichtum der Natur die Grundlage jeglicher Produktion und jeglichen Konsums - heute und in der Zukunft - bildet. Die sogenannte Übernutzung der Ökoreserven und der Verbrauch erschöpflicher Rohstoff- und Energievorräte verursacht steigende Kosten, die in der Regel jedoch nicht von den jeweiligen Verursachern, sondern von der Allgemeinheit getragen werden müssen. So zum Beispiel die negativen Folgekosten des Straßenverkehrs, die sich u.a. aus den Folgekosten von Straßenverkehrsunfällen und bereinigten Verkehrswegeausgaben ergeben. Was im Bruttoinlandsprodukt als Wachstum erscheint, sind zu einem nicht unerheblichen Teil Kosten der Regulierung von Umweltschäden. Viele ökonomische Berechnungsverfahren stellen die tatsächlichen Verhältnisse völlig auf den Kopf, indem sie solche „Negativkosten” als Wertsteigerungen verbuchen. Folglich tauchen sie im BIP mit positiven Vorzeichen auf und indizieren somit Wachstumszuwächse, wo in Wirklichkeit Schädigung und Zerstörung vorliegen. Die Erfolge vieler ökologisch sinnvoller Einzelmaßnahmen werden zudem durch sprunghaft steigende ökologische Gefährdungen in anderen Bereichen wieder mehr als ausgeglichen. Schon 1992/93 stellte der Bericht des Umweltbundesamtes Daten zur Umwelt fest, dass der zurückgehende Ausstoß von Stickoxiden bei PKW aufgrund der Verwendung von Katalysatoren durch den immens steigenden Straßengüterverkehr bereits zu dieser Zeit glatt überrollt wurde.[25]

All dies zeigt, dass die sogenannte Umweltkrise nicht mit ein paar Kraftwerksfiltern oder Katalysatoren in den Griff zu bekommen ist. Was nützt es schon, den Energieverbrauch von Kraftfahrzeugen pro 100 Kubikzentimeter durch technische Neuerungen drastisch zu senken, wenn gleichzeitig, insbesondere in Schwellenländern wie China oder Brasilien, Zahl und Stärke der Automobile drastisch zunehmen? Solange unser gegenwärtiger Denk- und Lebensstil anhält, werden solche Einspareffekte durch Mengeneffekte wieder größtenteils kompensiert.[26] Unser destruktives Umwelthandeln ist Folge unserer Begierden, unserer Triebe und Leidenschaften, und der Zustand der Welt ist das, was durch dieses Begehrungsvermögen zum Ausdruck gebracht wird. Der größte Teil der oberflächlichen Umweltbewegung ist ganz auf singuläre technische Umgestaltungen hin orientiert, ohne unseren Lebensstil selbst mit auf den Prüfstand zu nehmen. Konflikte werden gelöst, indem versucht wird, die äußeren Bedingungen an unsere Bedürfnisse und Dispositionen anzupassen. Probleme müssen lösbar sein, sonst wird ihre Bearbeitung verweigert. Der soziale Trugschluss dieser Lebensorientierung liegt vor allem darin, zu glauben, ein gutes Leben vor allem durch wirtschaftliche und technische Entwicklung erlangen zu können. Doch obwohl die Menschheit so gewaltige Ressourcen erschlossen und die wissenschaftliche und technologische Entwicklung so weit vorangetrieben hat, klaffen wissenschaftlich-technische Entwicklung einerseits und ethisch-moralische Entwicklung andererseits doch weit auseinander. Obwohl die Mittel verfügbar wären, allen Menschen die Grundvoraussetzungen eines menschenwürdigen Lebens zu verschaffen, stehen viele dieser Mittel und große Teile des technischen Fortschritts im Dienste destruktiver und inhumaner Ziele. Die Art, wie wir versuchen Probleme zu lösen und wie wir unsere Mitwelt und Mitmenschen behandeln, lässt ein fundamentales Defizit erkennen, das durch technische Manipulation kaum zu beheben sein wird, weil es tief in der psychologischen Konstitution unserer Welt- und Lebensordnung begründet liegt. Worum es also letztlich geht, ist die Infragestellung der Fundamente unserer industriell geprägten Wirtschaftsweise im Hinblick auf ihre Behandlung innerer wie äußerer Natur. Zu lange waren wir blind gegenüber den Folgen unseres Tuns und haben die Kosten unserer Wirtschaftsweise durch andere bezahlen lassen: Die ausgerotteten Tier- und Pflanzenarten, die Menschen in den Ländern der Dritten Welt und auch die zerstörten Naturräume tragen die externalisierten Kosten der industriellen Wirtschaftsform, die in keiner Bilanz als Sollposten zu Buche schlagen. Erst jetzt, da die Gefahren der Umweltzerstörung zur offensichtlichen menschlichen Existenzgefährdung führen, setzt sich allmählich die Erkenntnis durch, dass wir alle den Folgen unserer Taten nicht entkommen können. Eine Erkenntnis, die in den Religionen des Ostens immer gegenwärtig war und mit der Lehre vom Karma schon seit Jahrtausenden die tiefe Weisheit im unbewussten Gedächtnis alles Lebendigen überliefert hat.

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