Uwe war überfordert. „Oh, weißt du…!“, stieß er unsicher hervor und regte sich nicht.
„Nein?“ scholl es ihm fast drohend entgegen.
„Doch, doch, aber Möbel…!“
„Feigling!“ rief sie und krachte die Tür zu. Uwe stand bedeppert davor. Aus. Vorbei. Im Schloss drehte sich der Schlüssel, und das Geräusch fuhr ihm wie ein Schwert in den noch bebenden Körper.
Uwe brauchte nicht einmal den Weg bis zur Haltestelle der Straßenbahn, um zu begreifen, dass er soeben ein riesengroßer Ochse gewesen war. Hatte sie ihn nicht als erstes gefragt, ob er Lust habe? Natürlich! Aber er hatte sich auf das Stichwort Möbel verbiestert. Dabei waren die nur der Vorwand gewesen. Dieses leidenschaftliche Weib hätte ihm gewiss etwas ganz anderes gezeigt als ihre Möbel. Eine geschiedene Frau brauchte einen Schwengel zwischen ihren Schenkeln. Ganz klar, sie hatte ihn vernaschen wollen! Und er, elender Dummkopf, hatte ihr Spiel nicht kapiert, hatte eine ungeheure Chance ungenutzt verstreichen lassen. Wie sollte er jetzt wieder ins Gleichgewicht kommen?
Uwe war sich bewusst: Noch in dieser Nacht musste er sich mit irgendeiner irren Aktion abzureagieren versuchen. Er konnte einmal wieder über sich selbst herfallen, gewiss. Das war bislang noch immer seine irre Notlösung gewesen. Aber er entschied anders. Als er schließlich in der Dunckerstraße ankam und das Zimmer betreten hatte, suchte er das gut versteckte Magazin. Er blätterte noch einmal die schöne Schwarzhaarige auf, die ihn so herausfordernd anschaute. Dann begann er wie in einer magischen Zeremonie Blatt für Blatt des Magazins gnadenlos in allerkleinste Schnipsel zu zerreißen. Es war wie eine wilde Orgie. Als er fertig war, öffnete er das Fenster und blickte vom 4.Stock nach unten auf die dunkle Straße. Kein Mensch zu sehen. Er raffte die Schnipsel zusammen und übergab sie dem Wind, der glücklicherweise verständnisvoll blies. Niemand würde feststellen können, woher sie gekommen waren.
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